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Stadtmarketing: Wie soll das Dach aussehen?

Historisches Rathaus mit Eulenspiegelbrunnen auf dem Marktplatz in Einbeck. Archivfoto

Das ist kein Scherz: Der 1. April ist nicht mehr zu halten. Eigentlich sollte zu diesem Termin klar sein, wie die neue Stadtmarketing-Konstruktion in Einbeck konkret aussehen soll. Aber die heutigen Gesellschafter von Einbeck Marketing (InitiativGemeinschaft und Stadt Einbeck) haben noch keine Beschlussvorlage für ihre Gremien vorgelegt; fristgerecht bis 1. April einzuberufen dürften diese inzwischen ohnehin nicht mehr sein. An dem im November bekundeten Grundsatz, künftig alle dafür relevanten Themen des Stadtmarketing gemeinsam unter einem Dach zu managen, soll es bleiben. Aber wie dieses Dach, dieses „Konstrukt“ nun aussehen soll, darüber gibt es auch nach vielen Monaten Diskussion und externer Beratung offenbar noch unterschiedliche Auffassungen, die bislang nicht geeint sind. Eine für Anfang April terminierte Sitzung des Aufsichtsrates könnte hier einen Fortschritt bringen, ob Stadtmarketing beispielsweise weiterhin als GmbH oder etwa als Eigenbetrieb der Stadt Einbeck organisiert werden soll. Oder aber ganz anders. Bei solchen Prozessen sind neben Fakten natürlich auch immer psychologische und emotionale Aspekte mitzudenken. Um das Verfahren nicht überzustrapazieren, sollte jedoch allen an einer zügigen Einigung gelegen sein.

Als Einbecker sage und schreibe ich es ja wahrlich nicht gerne, aber vielleicht ist ein Blick nach Northeim bei diesem Thema zumindest inspirierend. Wohlgemerkt, niemand spricht von einer Blaupause, die es einfach nachzumachen gilt. Dafür ist die Ausgangslage zu unterschiedlich; Einbeck galt mit seiner 2010 gegründeten Einbeck Marketing GmbH viele Jahre andernorts als Vorbild. Aber Northeim, lange Zeit beim Stadtmarketing deutlich komplizierter als Einbeck aufgestellt, hat nach quälend langer Debatte vor einigen Monaten zum Überholvorgang angesetzt und seit dem 1. Januar die „Northeimer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Marketing und Tourismus mbH“ (kurz NOM WMT) am Start. Einziger Gesellschafter ist die Stadt Northeim, die Geschäftsführung Michael Eilers wird von einem siebenköpfigen Aufsichtsrat kontrolliert, in dem neben der Ratspolitik auch die zwei in der GmbH aufgegangenen Vereine Touristik und Stadtmarketing ihren Sitz haben. Mit einem Etat von jährlich rund 800.000 Euro kümmern sich perspektivisch 15 Mitarbeitende (heute sind es elf, zwei Stellen werden zum 1. April besetzt, zwei weitere sind ausgeschrieben) um die Themen Citymarketing und Events, Touristik, Wirtschaftsförderung und Flächenmanagement (inklusive Vermarktung Stadthalle und Waldbühne). Dabei sind viele thematische Bausteine und Mitarbeiter von der Stadt Northeim übernommen worden. Die NOM WMT wird als Dienstleisterin der Stadt verstanden, zwischen Stadt und GmbH ist ein Dienstleistungsvertrag abgeschlossen worden, in dem genau beschrieben und geregelt ist, welche Leistungen zu erbringen sind.

„Mit der Gründung und dem operativen Start der NOM WMT setzen wir einen entscheidenden Schritt für die Zukunft unserer Stadt“, erklärte Northeims Bürgermeister Simon Hartmann jetzt bei einer Pressekonferenz. „Unser Ziel ist es, Northeim als dynamischen Wirtschaftsstandort, lebenswerte Stadt und attraktives touristisches Ziel zu positionieren. Mit einer strategischen Verzahnung von Wirtschaftsförderung, Marketing und Tourismus werden wir die vorhandenen Potenziale optimal nutzen und weiter ausbauen.“ Alle verbinde die Liebe zu Stadt und Region, sagte Hartmann. „Wir wollen Bewährtes, Gutes noch besser machen und Großes bewegen.“ Davon profitiere auch die Region. Ergänzend betonte Geschäftsführer Michael Eilers: „Durch enge Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen, Investoren und Institutionen werden wir noch weitere Synergien schaffen und sinnstiftende Projekte auf den Weg bringen, die Northeim voranbringen. Diese Stadt hat sehr viel zu bieten. Das wollen wir immer wieder aufzeigen und Lust darauf machen, hier zu leben und sich zu engagieren.“ Der Bürgermeister erinnerte an eine einmütige politische Entscheidung, die GmbH an den Start zu bringen. „Das war kein Zankapfel.“

Anmerkung: Der Autor dieses Blogs ist Mitglied in der Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft e.V., die 51-prozentiger Gesellschafter der GmbH ist. 49 Prozent hält die Stadt Einbeck.

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