Die SPD/CDU-Mehrheitsgruppe im Einbecker Stadtrat hat darauf hingewiesen, dass die noch anstehenden Entscheidungen für die Zukunft des Stadtmarketing in Einbeck keine alleinige Frage für die Verwaltung sei, sondern die Politik dabei entscheidend mitreden werde. Eigentlich sollte längst entschieden und zum 1. April umgesetzt sein, in welcher Form Einbeck Marketing GmbH und die Abteilungen der Stadt vor allem für Wirtschaftsförderung, Standortentwicklung und Tourismus zusammengeführt werden, momentan stockt es jedoch. Weil die Überlegungen, welche Struktur und Gesellschaftsform das „Konstrukt“ bekommen soll, keine einfachen seien, hole man sich derzeit auch fachanwaltlichen Rat von einem Experten für Stadtmarketing aus Düsseldorf ein, erklärten die Vertreter der SPD/CDU-Gruppe, Dirk Heitmüller, Dirk Ebrecht und Marcus Seidel in einem Pressegespräch.
Im Fokus steht die Rechtsform der neuen Stadtmarketing-Organisation: Bleibt es bei einer GmbH, wird ein so genannter städtischer Eigenbetrieb das Dach oder aber soll es eine hundertprozentige Stadt-GmbH-Tochter werden wie beispielsweise bei den Stadtwerken? Um hier zukunftsweisende und stabile Strukturen zu schaffen, die nicht mit heißer Nadel gestrickt werden, seien viele Fragen zu klären, steuerliche ebenso wie personalrechtliche, sagte CDU-Fraktionschef Dirk Ebrecht. „Das haben wir uns einfacher vorgestellt“, ergänzte SPD-Fraktionschef Dirk Heitmüller. Wichtig seien Akzeptanz und Interessenausgleich beispielsweise bei den derzeitigen Mitarbeitenden, sagte Marcus Seidel (SPD). Dafür müsse man tiefer schauen als erwartet – auch deshalb, um Fehler nicht zu wiederholen: Der Tourismus war 2010 von der Stadt an die Einbeck Marketing GmbH gewechselt, was 2017 wieder beendet wurde.
Klar müsse allen sein, dass das vereinigte Stadtmarketing die Stadt Einbeck im Haushalt mehr kosten werde als heute, sagte Ebrecht. Angesichts u.a. der steigenden Tourismuszahlen sei das aber gut investiertes Geld, das dem Standort Einbeck zugute komme. Dabei müsse man allerdings aufpassen, dass sich Einbeck keine neuen so genannten freiwilligen Leistungen aufbürde, was bei der Genehmigung der städtischen Haushalte durch die Kommunalaufsicht dann negativ bewertet werde, sagte Heitmüller.

