Die Diskussion läuft schon lange: Wie lassen sich die Themen des Stadtmarketing, Tourismus, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung nicht mehr sowohl bei der Einbeck Marketing GmbH als auch bei der Stadt Einbeck getrennt voneinander bearbeiten? Mit dem Ausscheiden der letzten beiden Geschäftsführer im Frühsommer und einer Übergangsgeschäftsführung bekam die Angelegenheit mehr Tempo. Jetzt ist klar: Alle Themen sollen unter einem Dach zusammengeführt werden. „Wir haben einen einhelligen inhaltlichen und personellen Konsens“, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, die auch stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Einbeck Marketing ist. Allein welche Rechtsform das vereinigte Stadtmarketing Einbeck bekommen wird, ist noch offen, weil komplexer als gedacht. Aber zum 1. April 2025 soll auch diese Lösung gefunden sein. Aufsichtsratsvorsitzender Christoph Bajohr hat die Pläne bei einer Versammlung der InitiativGemeinschaft gemeinsam mit Ulrike Lauerwald, Stabsstellen-Leiterin von Public and Business Relations (PBR) bei der Stadt Einbeck, den Mitgliedern vorgestellt.
Die Aufgaben sollen unter einer Leitung gebündelt werden. Zunächst ab 1. Januar wird Ulrike Lauerwald für eine Übergangszeit die Führungsposition bei Einbeck Marketing neben ihrer PBR-Leitung mit übernehmen. Die Ansprechpartner im operativen Geschäft bleiben für Citymanagement und Events (Kay Weseloh) sowie Standortmarketing (Alice Werner) gleich, für die Mitglieder der InitiativGemeinschaft bleibt Christoph Bajohr als Vorsitzender Ansprechpartner. Zum 1. April 2025 sollen dann alle Themen von PBR und Marketing GmbH in vier Geschäftsbereichen des Stadtmarketing Einbeck unter der Leitung von Ulrike Lauerwald gebündelt werden. Ob es bei der GmbH bleibt, ob es beispielsweise ein städtischer Eigenbetrieb als Organisationsform wird, das ist noch offen, hier lasse man sich fachanwaltlich extern beraten, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Es seien eine Fülle von wirtschaftlichen und rechtlichen Folgefragen zu beantworten. Davon wird auch abhängen, welche Einzelgesellschafter es künftig geben soll. Heute sind das die Stadt und die InitiativGemeinschaft.
Was aber klar und wo man sich einig ist: Die gemeinsamen Ziele sollen als Einheit besser verfolgt werden. Durch die engere Verzahnung soll die Zusammenarbeit verbessert, sollen Schnittmengen leichter bearbeitet und Synergien genutzt werden, um die Marke Einbeck zu stärken für Einheimische und für Gäste. Gemeinsam habe man auch eine stärkere Wirkung, könne als Einheit zielgruppengerechte Ideen effektiver entwickeln und verfolgen. Hand in Hand erreiche man mehr, sagt Ulrike Lauerwald. Ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort sichere die Grundauslastung der Hotellerie und fördere den Tourismus- und Freizeitbereich, was zu höherer Lebens- und Wohnqualität führe, die dazu beitrage, Fachkräfte für die Wirtschaft anzuziehen.
Das Stadtmarketing Einbeck soll ab April 2025 vier Geschäftsbereiche haben; hinzu kommen kleine Beiräte und Arbeitsgruppen, die sich konkreten Projekten und Themen widmen und Rückmeldungen geben sollen. Unter dem Geschäftsbereich „Marketing & Kommunikation“ werden die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ebenso strukturiert wie alle digitalen Services (Datenbank, Websites, Stelen, Bild- & Mediendatenbank, das Online- und Offline-Marketing (Social Media, Bloggerkooperation, Anzeigen) und die Werbung, Publikationen, Grafiken für den Tourismus. Unter „Tourist-Informationen“ werden Gästeinformation, Artikel- und Ticketverkauf (Reservix-Vorverkaufsstelle), Zimmervermittlung, die Vermarktung von Unterkünften und Sehenswürdigkeiten, Souvenirs, Stadtführungen und Zertifizierungen zu finden sein. „City & Events“ umfasst dann neben Veranstaltungen wie Eulenfest oder Weihnachtsdorf und Event-Kooperationen (Frühjahrsmarkt) und die Innenstadtbelebung auch den Kulturring (Theater) und den Veranstaltungskalender. Der Geschäftsbereich „Standortentwicklung“ kümmert sich um Ansiedlung/Umsiedlung von Unternehmen, Wirtschaftsförderung, Leerstandsmanagement, Quartiersentwicklung, Strategische Projekte wie Innenstadt 2035 oder Smart City, Veranstaltungen wie die Ausbildungsmesse und die Verknüpfung zu Wirtschaftsnetzwerken wie WRGN und Südniedersachsenstiftung.
Anmerkung: Der Autor dieses Blogs ist Mitglied in der Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft e.V., die 51-prozentiger Gesellschafter der GmbH ist. 49 Prozent hält die Stadt Einbeck.
