Als wenig bürgerfreundlich kritisiert der Einbecker Kreistagsabgeordnete Alexander Kloss (parteilos) eine Antwort von Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) auf seine Anfrage nach offenbar häufig fehlenden Sperrmüll-Kapazitäten auf der Einbecker Deponie. Kloss hat jetzt beantragt, die Problematik in der nächsten Sitzung des Kreistag-Abfallwirtschaftsausschusses zu diskutieren. Diese ist zurzeit für Mitte November terminiert. Einige Aussagen der Kreisverwaltung seien „ein dicker Hund“, „ein Schlag ins Gesicht“ und „überhaupt nicht bürgerfreundlich“, erklärte Kloss. „Ich bin insgesamt echt nachdenklich über so viel destruktive Einstellung gegenüber jenen, die mit ihrem Geld (Steuern, Abgaben, in diesem Fall die Müllgebühren) unsere Infrastruktur am Laufen halten.“ Die Antwort der Landrätin offenbare augenscheinlich massive Defizite in der kreisweiten Sperrmüllentsorgung und -logistik auf den kleineren Deponien.
Der Kreistagsabgeordnete Alexander Kloss (parteilos) hatte eine Anfrage an die Kreisverwaltung geschrieben, nachdem ihn mehrere Bürger auf einen Missstand aufmerksam gemacht hatten: Einige Einwohner hatten ihm gleichlautend berichtet, dass sie in letzter Zeit mehrfach auf der Deponie in Einbeck mit ihrem Sperrmüll abgewiesen worden seien, da angeblich der Container voll sei und kein weiterer Container zur Verfügung stehe. Die Hinweisgeber seien dann jeweils an die Deponie in Blankenhagen verwiesen worden, berichtete Kloss.
Diesen Umstand räumte die Kreisverwaltung auch ohne Umschweife ein, die Zahl solcher Fälle lasse sich indes nicht nennen. Besonders ärgert sich Kloss über Aussagen wie diese: „Gegenargumente wie Zeitersparnis oder Fahrtkosten können nicht akzeptiert werden. Grundsätzlich hat Derjenige/Diejenige, der/die sein/ihr Fahrzeug zur Verbringung mit Sperrmüll belädt, Zeit und Fahrtkosten einkalkuliert. Nachhaltig ist nur Derjenige/Diejenige, der den Sperrmüll vor der Haustür, so wie es grundsätzlich sein sollte, abholen lässt bzw. keinen Sperrmüll produziert.“ Da heiße es dann lapidar, der Container sei voll und man könne ja nach Blankenhagen fahren. Man solle sich also, wenn man sich denn schon unbedingt mit seinem Sperrmüll auf den Weg zur Deponie mache, einfach mehr Zeit und Fahrtkosten einkalkulieren, falls der Container voll sei und schön weiter nach Blankenhagen jökeln? Was sei denn mit Menschen, fragt Kloss, die aufgrund von Umzügen, Renovierungsarbeiten, Todesfällen oder ‚höherer Gewalt‘ wie Starkregenereignissen oder einem Wohnungsbrand plötzlich einen höheren Anfall an Sperrmüll haben und diesen eben nicht erst nach mehreren Monaten (so lange dauere es leider, bis nach einem Anmelden des Sperrmülls die tatsächliche Abholung erfolge) abholen lassen können, sondern ihn direkt zur nächstgelegenen Deponie bringen wollen?
So funktioniere das nicht, meint Kloss zur Antwort aus dem Kreishaus. Vielleicht sei ja die tägliche Containerlogistik nicht optimal geplant. Oder es müssten eben zusätzliche Flächen für weitere Container geschaffen werden. Die Entsorgung von illegal in der Feldmark entsorgtem Müll komme die Gebührenzahler am Ende ganz sicher teurer zu stehen als ein paar Quadratmeter zusätzlich befestigte Stellfläche auf den betroffenen „Kleinannahmestellen“, wie die Deponien genannt werden, oder zusätzliche Andienungsfahrten der Containertransporte.
Probleme im Einzelfall nicht rechtzeitig abgeholter Container werde es immer wieder geben, erklärte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel in ihrer Antwort an den Kreistagsabgeordneten Kloss. Für die Sperrmüllanlieferung werden drei 30 Kubikmeter-Container, einer für Sperrabfall aus Haushaltungen wie Sessel, Sofa, Teppiche, etc., einer für Altholz und einer für Schrott vorgehalten. Wegen der nicht zu kalkulierenden Häufigkeit der Anlieferungen könne eine rechtzeitige Bereitstellung / Disponierung der Container nicht immer gewährleistet werden. Grundsätzlich würden die Container aber, vor allem in den Sommermonaten arbeitstäglich getauscht, schreibt die Landrätin. „Zu Bedenken gebe ich, dass bürgerfreundliche Lösungen, die dann für den gesamten Landkreis umzusetzen wären, immer zu weiteren Lasten, sprich Gebührenerhöhungen, der Gebührenzahlenden gehen werden.“ Der Containerplatz in Einbeck sei vor 35 Jahren plangenehmigt worden. Seinerzeit sei er nur für die Abfallstoffe, wie Rest-/Sperrmüll, Garten- und Parkabfälle, Wertstoffe (Papier, Pappe, Glas, Metalle) konzipiert gewesen. Mittlerweile seien diverse Abfallarten, wie Altholz I -III, Altholz IV, gelber Sack, Altreifen, Fenster hinzu gekommen. Die Kapazitäten für die Containeraufstellung seien „mehr als erschöpft, sodass das Aufstellen weiterer oder zusätzlicher Container nicht gegeben ist“, schreibt die Landrätin. Im Übrigen habe der Landkreis Ende 2023 vorgestellte Planungen zu baulich und strukturellen Verbesserungen der Bauabfalldeponie Einbeck aus Kostengründen nicht umgesetzt.
