Mattern (GfE) freut sich über Hallenbad-Förderung

Im Ausschuss für Schule und Sport des Einbecker Stadtrates war er mit seinem Vorschlag Ende Januar noch nicht durchgedrungen. Weil der Förderverein für das Hallenbad Greene selbst noch keinen Zuschuss-Antrag gestellt hatte. Im Finanzausschuss zeigte sich nun GfE-Fraktionsvorsitzender Udo Mattern zufrieden mit der zwischenzeitlich gefundenen Lösung, die den Erhalt des Schwimmbades in Greene sichern hilft.

Udo Mattern (GfE).

Die Erneuerung der Filteranlage ist für das Hallenbad Greene von existenzieller Bedeutung. Der Betrieb könnte ohne die Erneuerung der Anlage, für die rund 71.000 Euro kalkuliert sind, nicht wie geplant im Herbst nach der Sommerpause wieder anlaufen. Der Landkreis Northeim hat mittlerweile als Eigentümerin des Grundstückes und des Gebäudes erklärt und sieht sich in der Pflicht, die Instandsetzung der Filteranlage finanziell zu übernehmen. Weitere Sanierungsmaßnahmen werden durch den Landkreis geprüft, um anschließend Fördermittel zu akquirieren. Für den Etat der Stadt Einbeck entstehen keine Kosten.

Schwarz und Rot im Wasser

Vorsitzender Heinrich Langheim, Ex-Bürgermeister Ronny Rode, Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn, Landrat Michael Wickmann und Kreistagsabgeordneter Dirk Ebrecht.

Förderverein-Vorsitzender Heinrich Langheim, Ex-Bürgermeister Ronny Rode, Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn, Landrat Michael Wickmann und Kreistagsabgeordneter Dirk Ebrecht.

Wo die einen als Schirmherr die offizielle Amtskleidung bevorzugen und mit Worten und Getränken 20 Jahre Förderverein Hallenbad Greene beim 12-Stunden-Schwimmen vor der Tür feierten, so wie das in diesem Jahr Landrat Michael Wickmann tat, hatten andere vor einem Jahr nicht nur Worte parat, sondern auch den Badeanzug dabei, wie Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Sie war ebenso wieder in diesem Jahr, obwohl nicht Schirmherrin, pünktlich zum Start vor Ort und zog sportlich ihre Bahnen durch das 29 Grad warme Wasser im Hallenbad des Einbecker Ortsteils Greene. Der Landrat lehnte ein paar Bahnen mit Hinweis auf weitere Termine repräsentativer Art ab…

Doch so einfach ließ der Kreistagsabgeordnete Dirk Ebrecht, mit seinen CDU-Parteifreunden selbst am Start und am Ende bei der viertbesten Gruppe (28.600 Meter im Wasser während 12 Stunden), den Landrat nicht aus der Nummer raus. Für das nächste Jahr ist vor Zeugen fest vereinbart, dass auch der Landrat beim Schwimmen dabei ist – im Wasser. Die Farbwahl der Badebekleidung ist dabei bereits GroKo-verdächtig verabredet…

Politik am Beckenrand: Dr. Sabine Michalek, Dirk Ebrecht, Dr. Roy Kühne.

Politik am Beckenrand: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Kreistagsabgeordneter Dirk Ebrecht, MdB Dr. Roy Kühne.

Wirksame Welle?

Gegen voreilige Versprechungen ohne konkrete Finanzierungsvorschläge und „pressewirksame Fotos und Lippenbekenntnisse zahlreicher Politiker“ hat sich heute die GfE/Bürgerliste-Fraktion im Einbecker Stadtrat in einer Pressemitteilung ausgesprochen (Wortlaut: GfE_Lehrschwimmbad070314). Worum geht es? Das Lehrschwimmbecken in der Geschwister-Scholl-Schule ist marode und muss saniert werden – oder aber geschlossen werden. Jüngst hatte sich ein mutmaßlich neues Jamaika-Bündnis zu einem Ortstermin verabredet und sich darüber bei Schulleitung und Förderverein informiert, wie eine wirksame Welle zum Erhalt des Schwimmbades aussehen könnte.

Sanierung und Erhalt des Lehrschwimmbades seien „unzweifelhaft wünschenswert“, schreibt GfE-Vorsitzender Georg Folttmann in der Pressemitteilung. Doch stehe dieser Wunsch auf einer ganz langen Liste: Schulen, Kindergärten, Sportstätten, Musikschule, Stadtbibliothek bis hin zu den Friedhofskapellen. Es müssten jedoch Prioritäten gesetzt werden, weil die Stadt die Ausgaben für ihre so genannten freiwilligen Leistungen laut Zukunftsvertrag einzuschränken hat, schreibt die GfE/BL. Einbeck habe ja auch bereits ein öffentliches Schwimmbad, das sich in einem guten Zustand befinde, welches die Stadtwerke allerdings nur „hoch defizitär“ betreiben könnten, was deren Gewinnabführung an die Stadt schmälere. „Kann man es vor diesem Hintergrund rechtfertigen, das Lehrschwimmbad in der Geschwister-Scholl-Schule zusätzlich aufrecht zu erhalten“, fragt die GfE/BL. Die Stadtwerke prüften derzeit, ob weitere Lehr- und Vereinsaktivitäten im Belegungsplan des Bades untergebracht werden können, die Ergebnisse dieser Prüfung sollte man abwarten, meint die GfE/BL.

„Fast zwangsläufig“ müsse an anderer Stelle gespart werden, nachdem die Stadt Einbeck und mehrere Bürger vergangenes Jahr drei Millionen Euro in das insolvente Krankenhaus gesteckt haben und sich „ein großer Wunsch erfüllt“ habe. Diese politisch-inhaltliche Verknüpfung dürfte noch für Diskussionen sorgen, so sehr sich auch alle (in Politik und Bürgerschaft) einig waren und sind, dass die Klinik erhalten werden sollte.

Spannend wird außerdem sein, welche Mehrheiten sich im Rat zu diesem Thema zusammenfinden. „Jamaika“, also CDU, FDP und Grüne, haben allein keine Mehrheit. Die SPD ist – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Ganztags- Geschwister-Scholl-Schule – vor allem aus pädagogischen Gründen für den Erhalt und möchte nach (finanziellen) Lösungsmöglichkeiten suchen. (Nachtrag 25.03.2014: Die SPD hat sich nach einem Ortstermin noch einmal deutlich für den Erhalt und eine stufenweise Sanierung ausgesprochen, die Mehrheiten im Stadtrat sind damit für den Erhalt des Lehrschwimmbeckens offenbar gesichert.)

Und, nur mal zur Erinnerung, das Kreiensener Gemeindegebiet ist ja bei vielen offenbar immer noch Neuland: Einbeck hat ein weiteres öffentliches Schwimmbad! Das Hallenbad Greene, im dortigen Schulzentrum, übrigens seit 20 Jahren erfolgreich betrieben von einem Förderverein…

Schwimmen im Regen

Freibad-Ansichten im Regen...

Freibad-Ansichten im Regen…

Es regnet und regnet und regnet… und die FDP sorgt sich um das Schwimmbadmanagement. Fraktionsvorsitzender Dr. Reinhard Binder hat gestern Abend die Stadtwerke Einbeck in einer Mitteilung (Wortlaut: FDP Einbeck Schwimmbad 26.05.13) aufgefordert, flexibler angesichts des Wetters zu sein und je nachdem, Hallenbad oder Freibad allen Schwimmern zur Verfügung zu stellen. Die gegenwärtige Regelung nach dem offiziellen Start der Freibadsaison am 18. Mai, das Hallenbad nur für Schulen und Vereine vorzuhalten, sei nicht benutzerfreundlich, meint Dr. Binder. Geheizt werde es sowieso, dann könne dort auch jeder schwimmen. Wo geöffnet sei, solle auf der Website bekannt gemacht werden, so die Forderung des Liberalen.

Eine Stellungnahme der Stadtwerke-Geschäftsführung liegt noch nicht vor, habe ich angefordert.

Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Cranen erklärte auf meine Anfrage: „Die Stadtwerke Einbeck erhalten keine öffentlichen Gelder zum Betrieb des Hallen- oder Freibades. Die Verluste, die durch den Betrieb der Bäder entsteht, sind zu erwirtschaften.“ Es liege also im eigenen Interesse des Unternehmens, ein attraktives Bad vorzuhalten. Bereits am Freitag sei die Wetterlage zum Anlass genommen worden, über die Freibadnutzung bzw. die Nutzung der Halle für den öffentlichen Badebetrieb zu sprechen, sagte Cranen.

„Ab morgen wird ausschließlich die Halle für eine Übergangszeit, mit Einschränkungen der Nutzung, wieder für den öffentlichen Badebetrieb zugänglich gemacht.“

(Aktualisiert: 27.05.2013, 14:51 Uhr)