Grüne loben Elektro-Stadtbusse und kritisieren Linienführung ohne Hallenbad

Die Einbecker Grünen kritisieren an den Plänen für einen Stadtbusverkehr ab 2027 eine Linienführung, die das Schwimmbad, die Sportanlagen sowie Multifunktionshalle und Haus der Jugend nicht an den ÖPNV anbindet. Mit der Umstellung des Stadtbusverkehrs in Einbeck auf eine einzelne Linie mit Elektro-Midi-Bussen leiste die Stadt einen wichtigen und bezahlbaren Beitrag zur Verkehrs- und Energiewende, loben die Grünen. „Die Umstellung auf E-Busse ist ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz und eine moderne, nachhaltige Mobilität in Einbeck – und das begrüßen wir natürlich“, erklärte Grünen-Fraktonsvorsitzender Manfred Helmke laut einer Pressemitteilung. Trotzdem werde seine Partei der Beschlussvorlage für die Änderung des Stadtbusverkehrs ab 2027 bei der kommenden Sitzung des Stadtrates (3. September, 17 Uhr, Multifunktionshalle) nicht zustimmen. Hintergrund ist die im Konzept vorgesehene Linienführung, die das Hallenbad, die Sportplätze sowie die Multifunktionshalle und das Haus der Jugend nicht berücksichtigt. „Wir fordern ein angepasstes Konzept für die neue Buslinie, das das Hallenbad und die Multifunktionshalle einbindet“, erklärte Manfred Helmke.

„Gerade Jugendliche unter 18 Jahren bzw. ohne Führerschein sind auf den Bus angewiesen, wenn sie ins Schwimmbad oder ins Haus der Jugend wollen. Diese wichtigen Treffpunkte dürfen nicht vom ÖPNV abgeschnitten sein“, kritisiert Ratsherr Maurice Christ (Grüne). Auch mit Blick auf ältere Menschen stößt die Planung auf Widerstand. „Viele Seniorinnen und Senioren nutzen das Hallenbad für gesundheitsfördernde Angebote wie Aquafitness oder die Salzkammer. Ihnen den direkten Zugang per Bus zu verwehren, ist schlicht nicht akzeptabel“, erklärte Ratsfrau Marion Christ (Grüne) in der Pressemitteilung.

Der Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) begründe die fehlende Anbindung damit, dass die Anfahrt des Hallenbads nur alle zwei Stunden realisiert werden könne, wodurch es „nicht adäquat angebunden“ wäre. Zudem liege das Bad am Ende der Nordschleife, was für viele Passagiere „eine unattraktiv lange Fahrtzeit“ bedeuten würde. Aus Sicht der Grünen ist dies wenig überzeugend: Ein Stadtbus müsse Orte der Gemeinschaft und Gesundheit erschließen, betont die Grüne-Stadtratsfraktion. Sonst bleiben Menschen ohne Auto – vor allem, wenn sie zum Beispiel in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad mobil sein können – von wichtigen Angeboten ausgeschlossen.