Neustädter Kirchplatz: Bauarbeiten verzögern sich und werden deutlich teurer

Die seit Tagen herrschende Ruhe auf dem eigentlich als Baustelle ausgewiesenen Neustädter Kirchplatz hat Ratsmitglieder zu mehreren Fragen in der jüngsten Sitzung des Stadtrates gebracht. Da die Sitzung ohnehin mit kurzer Pause gut vier Stunden dauerte, wurden die schriftlichen Anfragen von Ratsmitgliedern schriftlich beantwortet und nicht mündlich vorgetragen. Im Kern ergibt sich aus den Antworten der Verwaltung jedoch eindeutig: Weil das Granitsteinpflaster aus China nicht an Land kommt und die Preise förmlich explodieren, verzögern sich die Bauarbeiten und werden unter dem Strich deutlich teurer.

Baustelle Neustädter Kirchplatz mit Informationstafel und Stromhäuschen, das in den neuen Pavillon integriert werden soll.

Gefragt hatten Rolf Hojnatzki (SPD) und Albert Eggers (CDU) nahezu identisch. Weil das Granitmaterial für den noch anstehenden Ausbau der Papenstraße aus China geliefert wird, ist die Baustelle am Neustädter Kirchplatz stark von dem zurzeit in der Corona-Pandemie knappen Frachtraum für Waren aus Asien sowie von der jüngsten Blockierung des Suezkanals betroffen, schreibt die Verwaltung. Derzeit habe auf der Baustelle eine Pause eingelegt werden müssen, weil das Pflaster für die Papenstraße fehle. Das Natursteinmaterial werde voraussichtlich so geliefert, dass der Ausbau der Papenstraße Anfang August begonnen werden könne.

Durch die Steigerung der Kosten bei den Seeraten für den Transport des Granitpflasters um das Neunfache hat das Rathaus nach eigenen Angaben die Ausschreibung für die Arbeiten auf dem Platz im Moment nicht forciert. Allein durch die gestiegenen Frachtkosten sei mit Mehrkosten in Höhe von rund 150.000 Euro zu rechnen. Das beauftragte Büro Planorama erarbeitet derzeit eine aktuelle Kostenschätzung. „Die Kosten für den Platzbereich werden sich auf jeden Fall durch die dramatische Steigerung der Transportkosten für das Granitpflaster und die Steigerung der Baupreise im letzten Jahr erheblich erhöhen“, schreibt das Rathaus in der Antwort auf die Anfragen der Ratsherren.

Die Baugenehmigung für den Pavillon liegt vor und die Ausschreibung der Rohbauarbeiten läuft zurzeit. Mit den Bauarbeiten soll Anfang September begonnen werden. Der Straßenbau in der Hullerser Straße und der Benser Straße ist bis auf den westlichen Gehweg abgeschlossen. Der Abschluss der Gesamtmaßnahme, zu der auch noch ein gespendeter Brunnen auf dem Platz gehört, ist im nächsten Jahr geplant.

Die derzeit beauftragte Bausumme beläuft sich laut Stadtverwaltung auf rund 1,23 Millionen Euro. Zurzeit gebe es einen Nachtrag in Höhe von 36.714,63 Euro. „Die Kosten bewegen sich im Moment im Rahmen des zur Verfügung stehenden Budgets“, heißt es aus dem Rathaus. „Für die Ausführung des Platzbereiches muss allerdings mit erheblichen Kostensteigerungen gerechnet werden.“

Neue Fahrbahnmarkierungen auf der Benser Straße in Richtung Löwenkreuzung.

Deinerlindenweg: Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser geplant

Im geplanten neuen Baugebiet am Deinerlindenweg in Einbeck soll es Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser geben. Das hat der Stadtentwicklungsausschuss einstimmig mit einem Städtebaulichen Konzept für das Areal der früheren Stadtgärtnerei auf den weiteren Planungsweg gebracht. Details werden in der nun folgenden weiteren Planung noch präzisiert. Im Ausschuss war man sich aber bereits einig, dass es für die Einfamilienhäuser eine größere Gestaltungsvielfalt geben soll, beschlossen wurde die vom Planungsbüro vorgelegte Variante, die maximal zwei Vollgeschosse vorsieht.

So könnte das Baugebiet Deinerlindenweg einmal aussehen. (c) Stadt Einbeck / Planungsgruppe Puche

Am Deinerlindenweg soll ein Baugebiet mit bis zu zwölf Grundstücken für Einfamilienhäuser entstehen. Hinzu kommen vier Mehrfamilienhäuser, für die drei Geschosse sowie ein Staffelgeschoss bei einer Flachdach-Bauweise vorgesehen sind. Für diese Mehrfamilienhäuser hat nach Aussagen des Planungsbüros die Einbecker Wohnungsbaugesellschaft (EWG) ihr Interesse bekundet. Die vier Gebäude sollen entlang des Mühlenkanals am östlichen Rand des neuen Baugebiets stehen, der über einen Sackgassen-Straße mit Wendehammer verkehrlich erschlossen werden soll. Zum Mühlenkanal soll es einen zehn Meter breiten Gehölz-Grünstreifen geben.

Die Grundstücke für die Einfamilienhäuser werden wie im erweiterten Baugebiet am Weinberg von der Niedersächsischen Land-Gesellschaft (NLG) vermarktet, ab Sommer 2022 könnte mit der Erschließung Baubeginn am Deinerlindenweg sein, hörten die Ausschussmitglieder. Archäologische Grabungen haben auf der Fläche bereits im vergangenen Jahr stattgefunden.

Die etwa zwölf Grundstücke für die Einfamilienhäuser sind jeweils zwischen 600 und 800 Quadratmeter groß. Der Stadtentwicklungsausschuss entschied sich gegen die Variante, die den Bauherrn im nördlichen Bereich des Gebiets maximal eine Bungalow-Bebauung erlaubt hätte und nur im Westen eine mit zwei Vollgeschossen.

Parkplätze für die benachbarten Seniorenheime soll es im Gebiet des Bebauungsplanes nicht geben. Diesen Bedarf könne man nicht im Baugebiet lösen, sagte Wolfgang Pehle von der Planungsgruppe Puche. Dafür sei das Gebiet auch zu klein.

Gestaltungsplan des Baugebiets am Deinerlindenweg, oben das Alloheim, links die Deinerlinde.(c) Stadt Einbeck / Planungsgruppe Puche
Hier sollen Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser am Deinerlindenweg (links) gebaut werden können, im Hintergrund das Alloheim.

Wo ein Hotel entstehen soll

Auf dem Dreieck-Grundstück der Einmündung von Hullerser Landstraße auf die Hannoversche Straße soll in Einbeck ein Budget-Hotel entstehen. Die Pläne hat die Unternehmensgruppe Siebrecht gestern erstmals der Ratspolitik im Verwaltungsausschuss vorgestellt. Denn auf dem Grundstück, auf dem einst ein Autohaus stand, muss zunächst Planungsrecht durch einen neuen Bebauungsplan geschaffen werden, berichtete Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek aus dem VA.

Auf dem Dreieck-Grundstück zwischen Hannoversche Straße und Hullerser Landstraße (vorn) soll das Budget-Hotel entstehen. Archivfoto

Die Politik habe die Pläne begrüßt und unterstützt das Vorhaben, berichtete Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Weitere Einzelheiten zu den Plänen wurden zunächst nicht bekannt. Zunächst beginnt nun das Verfahren, einen neuen B-Plan aufzustellen. Das wird in den nächsten Monaten die Ratsgremien und die Verwaltung beschäftigen.

Ein Low-Budget-Hotel ist bereits seit längerem Bestandteil von Tourismus– und Standort-Marketing-Plänen. Einbeck hat nicht zuletzt durch den Besuchermagneten PS-Speicher zu wenige Hotelbetten. Der avisierte Hotelstandort liegt in unmittelbarer, fußläufiger Entfernung zum Oldtimer-Museum, ist zudem verkehrsgünstig gelegen.

Trafostation, Bauzaun-Banner und Abriss

Am Bauzaun auf dem Neustädter Kirchplatz hängen jetzt Info-Banner mit Fotos und Text.
Die neue Trafostation wurde am 10. Dezember aufgestellt.

Die seit zehn Tagen stehende neue Trafostation auf dem Neustädter Kirchplatz wird in den auf dem Platz geplanten neuen Pavillon integriert. Das hat mir Baudirektor Joachim Mertens im Gespräch gesagt. Zahlreiche Beobachter hatten sich bereits gefragt, ob der eher schlichte Industriecharme des kleinen Häuschens so bleiben werde. Der Standort der neuen Trafostation sei definitiv. Aber um den Trafo herum sei der neue Pavillon vorgesehen, in dem es dann auch barrierefreie Toiletten geben werde. Deshalb habe man auch nicht wie bisher eine Station unter der Erde oder einen anderen Standort auf dem großen Platz gewählt. Die alte, unterirdische Trafostation versorgt einen großen Teil der südlichen Kernstadt mit Strom; dort ist außerdem eine Schaltanlage der Telekom untergebracht.

Vorbereitungen für den den Abriss des ehemaligen Gemeindehauses, auch die Sandsteinplatten der Treppe sind schon entfernt.

Aktuell werden von einer beauftragten Fachfirma das ehemalige Gemeindehaus und die unterirdischen Toilettenanlagen für den Abriss vorbereitet. Zunächst soll Anfang Januar das einst als Sparkassen-Filiale gebaute Waschbeton-Gebäude abgerissen werden. Sobald es die Witterung zulässt, werden dann die Strom- und Telefonleitungen in die neue Trafostation verlegt, damit danach die ehemalige Toilettenanlage abgerissen werden kann. Baudirektor Joachim Mertens rechnet je nach Winterwetter Ende März 2020 mit einem Abschluss dieses Bauabschnitts. Im kommenden Jahr sollen außerdem die Straßenbauarbeiten in der Hullerser Straße, der Benser Straße und der Papenstraße durchgeführt werden. Die Detailplanungen für die Platzgestaltung werden in der nächsten Bauausschuss-Sitzung am 25. Februar 2020 vorgestellt. Am Bauzaun werden jetzt auf großen Bannern die Geschichte des Neustädter Kirchplatzes und die Planungen für die Neugestaltung dargestellt.

Heute, am letzten Arbeitstag des Jahres im Rathaus, ist die Stadtverwaltung mit einer ausführlichen Pressemitteilung zum Baubeginn auf dem Neustädter Kirchplatz an die Öffentlichkeit gegangen. Mit ihr verschickt sie eine Planungsdarstellung des Platzes, auf der kein Brunnen vorgesehen ist. Das ist hoffentlich kein Signal und noch nicht das letzte Wort, weil der große Platz ohne einen Akzent wie Wasserspiele oder einen Brunnen reichlich leer wirken dürfte. Ein Brunnen war auch Bestandteil des Siegerentwurfs beim Architektenwettbewerb. Und auf den Darstellungen auf dem Bauzaun ist die Planer-Ansicht mit Brunnen abgebildet…

Welche Pläne gibt es? Auch das wird auf dem Bauzaun erläutert.
Die lange Geschichte des Ortes wird jetzt am Bauzaun auf einem Zeitstrahl erläutert.
So sah der Platz Anfang der 1970-er Jahre aus, nachdem 1963 die Neustädter Kirche St. Marien abgerissen war. Auch das zeigen die Darstellungen auf dem Bauzaun.

Experten geben Empfehlungen für Problemzonen

Krimhild Fricke, Joachim Mertens, Dr. Ulrike Wendland, Thomas Dienberg, Dr. Sabine Michalek.

Sie haben das Schöne gesehen in Einbeck. Aber auch die Problemzonen. Die Mitglieder der Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz im Bundesinnenministerium waren zu ihrem zweitägigen Herbsttreffen gemeinsam mit weiteren Experten der Städtebauförderung in der Stadt zu Gast und unterwegs. Ein gemeinsamer „problemorientierter Stadtrundgang“ stand neben Vorträgen im Rathaus auf der Tagesordnung. Entstanden sind daraus mehrere Empfehlungen. „Wir sind dankbar für die Expertise“, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. „Das bringt uns weiter, vermittelt wertvolle Kontakte und Hinweise.“ Beim Abschlussgespräch waren auch Vertreter mehrerer Ratsfraktionen dabei. „Stadtentwicklung geht uns alle an“, sagte Michalek. Gefragt sei eine inhaltliche, keine politische Diskussion. Über eine sachliche, von Inhalten bestimmte Debatte in diesen Fragen würde sich auch der Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen, Joachim Mertens, freuen. „Wir sind ermutigt worden“, lautete sein Fazit. Und Krimhild Fricke, im Rathaus zuständig für Denkmalpflege, ergänzte: „Uns ist der Rücken gestärkt worden.“

Die Expertengruppe besteht aus Stadtplanern, Denkmalpflegern, Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern und begleitet das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz fachlich. Man verstreue bei den Besuchen und den Empfehlungen nicht die Weisheit, formulierte es die Vorsitzende Dr. Ulrike Wendland, Landeskonservatorin in Sachsen-Anhalt. Das Gremium sei selbst lernend, nehme bei den Besuchen viel auf und sehe sich eher als ein Verteiler von Wissen. Erschwernisse für Investments in alten Häusern seien übrigens nicht allein Fragen des Denkmalschutzes, sagte Vorsitzender Thomas Dienberg, Stadtbaurat in Göttingen. Kreditvergaberichtlinien machten es schon Menschen ab 50 Jahren oftmals schwer, noch investieren zu können.

Im Fokus der Expertengruppe stand das aktuelle Fördergebiet Neustadt-Möncheplatz. Die Neustadt südlich der Altendorfer/Hullerser Straße wirke wie ein „vergessener Stadtteil“, sei aber durch seine Nähe als Wohnquartier äußerst attraktiv. Dafür müsse jedoch die ehemalige B3-Ortsdurchfahrt noch stärker ihren trennenden Charakter verlieren, dürfe der Autoverkehr nicht mehr so deutlich dominieren. Den bevorstehenden Umbau des Neustädter Kirchplatzes sehen die Experten als Anker für eine Revitalisierung und guten Impuls für eine Quartiersbelebung. Vorbildlich habe hier die Stadt einen Architektenwettbewerb ausgelobt, der einen multifunktionalen Platz ergeben habe. Die Fachleute raten bei der jetzt anstehenden Umsetzung dazu, auf dem Platz für Aufenthaltsqualität zu sorgen, ein Wasserspiel sei für Kinder immer anziehend. Keinesfalls sollte der Platz hauptsächlich zum Parken genutzt werden. Die Expertengruppe empfiehlt für den Platz das wertigere Natursteinpflaster statt Betonpflaster, von einer „Diskountlösung“ rieten die Fachleute ab, da ärgere man sich nach wenigen Jahren häufig nur.

Der Rundgang hat für die Expertengruppe ergeben, dass Sanierung durchaus Tradition in der Stadt habe, in manchen Bereichen aber längst die Sanierung der Sanierung angezeigt wäre. Dringend raten die Fachleute zu einer Werbeanlagen-Satzung. Der nicht einfache Weg zu einer solchen Satzung liefere oft schon wichtige Ergebnisse und führe dazu, Werbetafeln nicht überall lieblos an die Häuser zu montieren.

Bei der Baulücke Altendorfer Straße 24/26 empfehlen die Experten, den Bauplatz mit der in der Backofenstraße anliegenden ehemaligen Brennerei gemeinsam zu planen, wobei wie grundsätzlich in der Stadt die Kleinteiligkeit bleiben solle und nicht parzellenübergreifend gebaut werden sollte. In der aktuell mit Containern besetzten Baulücke könne attraktiver Wohnraum geschaffen werden, vielleicht sogar in moderner Holz-Lehmbauweise. Das könnte dann auch den Ruf von Einbecks Baukultur, die in früheren Jahrhunderten durchaus vorbildlich war, wieder erneuern. Auch das Areal Ecke Knochenhauerstraße / Neue Straße sollte nach Expertenmeinung schnellstmöglichst wieder bebaut werden. Jahrelange Brachen seien die falschen Antworten auf Stadtentwicklung.

Ermutigt hat die Expertengruppe die Stadt Einbeck, sich Gedanken über den Möncheplatz zu machen, den ersten Platz für mit der Bahn anreisende Besucher, die auf dem Weg zum Marktplatz sind. Das dauere seine Zeit, die Bürger sollten bei einem Ideenwettbewerb beteiligt werden, vielleicht lasse sich auch eine Hochschule gewinnen, hier vergleichbar einem Architektenwettbewerb Pläne zu machen.

Er ist da

Froh und glücklich, jetzt wieder tatkräftige Unterstützung in der Fachbereichsleiterrunde zu haben: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek begrüßt den neuen Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bauen, Joachim Mertens.

Er ist da. Das ist eigentlich keine Nachricht. Zu gewöhnlich. Normal halt für jemanden, der einen neuen Job antritt. Aber dass Joachim Mertens am 2. Januar um 8 Uhr im Neuen Rathaus startete und inzwischen die ersten Tage in Zimmer 200 gearbeitet hat, ist angesichts der Vorgeschichte bei der Neubesetzung der Fachbereichsleiterstelle für Stadtentwicklung und Bauen durchaus eine Nachricht. Die überhaupt nicht an seiner Person liegt. Der Diplom-Architekt hatte im Oktober seinen Wechsel nach Einbeck spontan zugesagt, nachdem der Stadt Einbeck die ursprünglich vorgesehene Bewerberin kurzfristig abhanden gekommen war. Die eben nicht da war, als sie es sollte. Wobei die Zusage ohne Umschweife auch daran liegen mag, dass Mertens sich bereits einmal in Einbeck beworben hatte und Bauamtschef werden wollte, wie er heute freimütig erzählte: vor vier Jahren, nachdem Gerald Strohmeier in den Ruhestand getreten und die viel Gestaltungsspielraum bietende Fachbereichsleiter-Position ausgeschrieben war. Damals aber hatte Frithjof Look die Nase vorn. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek ist froh und glücklich, nun wieder tatkräftige Unterstützung im Leitungsteam der Stadtverwaltung zu haben, dankte Joachim Mertens noch einmal für die kurzfristige Zusage und freut sich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Aufgaben und Projekte im Bereich Stadtentwicklung gibt es ja genug.

Der in Hannover geborene und in Bielefeld aufgewachsene 53-Jährige ist nun Nachfolger von Frithjof Look, der zum 1. August vergangenen Jahres nach Wuppertal gewechselt war. Joachim Mertens hat in den vergangenen vier Jahren beim Landkreis Peine als Leiter der Bau- und Raumordnung gearbeitet und war davor 16 Jahre lang in verschiedenen Orten beim Staatlichen Baumanagement des Landes Niedersachsen tätig.

Die spannende Vielfalt seiner Aufgaben in Einbeck haben Joachim Mertens an der Stelle gereizt, erzählt der neue Baudirektor. „Ich liebe Kleinstädte.“ Sein neuer, großer Fachbereich kümmert sich um Baugenehmigungen und Denkmalpflege ebenso wie um Stadtplanung und Wirtschaftsförderung, neuerdings auch um die Stadtforst. In den nächsten Wochen will sich der 53-Jährige vor Ort bekannt machen und in die vielen Themen einarbeiten, sich von seinen Kollegen im Rathaus über die anstehenden Projekte informieren lassen. Dabei sind Joachim Mertens persönliche Gespräche wichtig, um die Themen und Aufgaben möglichst umfassend und in allen Facetten kennenzulernen. Protokolle zu lesen reiche da nicht aus, sagt er. Bis zu ersten inhaltlichen Aussagen zu Projekten wie Tiedexer Straße, Weinberg, Windenergie oder Wissensquartier gilt auch für Mertens die übliche 100-Tage-Frist.

Joachim Mertens.

Joachim Mertens hat nach seinem an der Technischen Universität Braunschweig abgelegten Diplom zwei Jahre als Architekt in der freien Wirtschaft gearbeitet, bevor er nach seinem Referendariat bei der Oberfinanzdirektion Niedersachsen verbeamtet wurde. Als Baugruppenleiter des Landes Niedersachsen hat Mertens mehrere Jahre den Raum Clausthal-Zellerfeld im Harz mit der Technischen Universität und dem Oberbergamt betreut und später zweieinhalb Jahre die Uniklinik Göttingen, in Osnabrück kümmerte er sich anschließend um „militärisches Bauen“, beispielsweise von Schießständen, in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. Zuletzt war Mertens vier Jahre lang beim Landkreis Peine beschäftigt. Sich dort fast ausschließlich um Baugenehmigungen und die Bauaufsicht zu kümmern, war dem 53-Jährigen auf Dauer jedoch zu einseitig, erzählt er. Eine Kollegin habe ihm den Tipp gegeben, dass die Stelle in Einbeck (wieder) ausgeschrieben war.

Zurzeit lebt Joachim Mertens noch in Goslar, hat dort seit Jahren schon Eigentum, auch nach Peine pendelte er für die Woche. Der 53-Jährige ist ledig, kann sich einen Umzug nach Einbeck durchaus vorstellen, wie er heute sagte. Bevor diese Frage aber aktuell wird, stehen die ersten Monate in Einbeck an.

Der neue Bauamtsleiter besucht in seiner Freizeit gerne Kunstausstellungen, mag die Alte Malerei, malt auch selbst in Acryl, vor allem Landschaftsbilder. Und er spielt Didgeridoo, das traditionelle Musikinstrument der nordaustralischen Aborigines. Das hat er mal in einer Fußgängerzone jemand spielen sehen und hören, war davon so fasziniert, dass er einen Kursus besuchte, um das Instrument zu erlernen. Wenn das mal nicht der Beginn einer musikalischen ungewöhnlichen Fachbereichsleiter-Formation ist, spielen doch mindestens die Bürgermeisterin und ihr Stellvertreter ebenfalls Instrumente. Über die Stilrichtung wird man sich dann sicherlich auch einig.

Neustädter Kirchplatz: Fünf Fraktionen wollen stufenweise Umgestaltung

Der Neustädter Kirchplatz von oben, Blickrichtung Osten. (c) Aufnahme: Michael Mehle (Göttingen). Archivfoto 2013

Nicht nur die SPD will nächstes Jahr auf dem Neustädter Kirchplatz nach Jahren der Debatte und Planungen endlich bauen. Auch die fünf Fraktionen CDU, FDP, Grüne, GfE und Bürgerliste möchten 2019 endlich die Bagger rollen lassen, wie sie heute in einer gemeinsamen Pressemitteilung (PM_NeustädterKirchplatz CDU FDP GfE BL Grüne 18-10-24) verkündeten. Das allerdings dürfte momentan die einzige Gemeinsamkeit zwischen den beiden Ansätzen sein. Und weil die fünf Fraktionen 23 Ratsmitglieder und damit die Mehrheit hinter sich vereinigen, dürfte dieser Plan größere Chancen haben realisiert zu werden, als die SPD-Idee. Einige Details sind noch offen und sollen bis zum Finanzausschuss am 6. November vorliegen, kündigten die Mehrheitsfraktionen heute an, beispielsweise die Summe, die im Haushalt 2019 für den Neustädter Kirchplatz stehen und wie diese finanziert werden soll. CDU, FDP, Grüne, GfE und Bürgerliste wollen die stufenweise Umgestaltung des gesamten Platzes und der angrenzenden Straßen inklusive geänderter Verkehrsführung – und damit im nächsten Jahr starten. „Eine nur kosmetische Lösung, die letztlich nur eine Wurstelei bedeutet, ist mit uns nicht zu machen“, heißt es in der Pressemitteilung unmissverständlich – das dürfte auf die vor knapp einer Woche bekannt gemachte SPD-Idee gemünzt sein. „Unter fachlicher Begleitung aus der Verwaltung zu finanzwirtschaftlichen und auch baufachlichen Themen“ habe man in mehreren Treffen gemeinsam eine Vorgehensweise erarbeitet, erklärten die fünf Fraktionen. Eine Reihe von Bedingungen und Vorgaben seien zu berücksichtigen gewesen. Dazu zählten die Fördermittel, deren Fristigkeit, sowie die Vorgaben aus dem Architektenwettbewerb und den damit verbundenen Verpflichtungen ebenso, wie die Fragen der Finanzierbarkeit, der technischen Umsetzbarkeit der einzelnen Module, des Erhalts von Parkplätzen, der Notwendigkeit beispielsweise eines Pavillons, der Toilettenanlage sowie die Frage zum Verbleib des derzeit unterirdisch installierten Transformators. Verständigt, habe man sich, dass zunächst der Straßen- und Tiefbau anstehe, inklusive geänderter Verkehrsführung auf Grundlage der Vorgaben des Fördermittelbescheids, berücksichtigt werde dabei auch die Verlagerung des Trafos sowie alle notwendigen weiteren Maßnahmen zur Ver- und Entsorgung des Platzes. Nach den nächsten Schritten 2020 soll ein vorzeigbarer, vielfältig nutzbarer Platz mit Atmosphäre verwirklicht sein, wünschen sich die fünf Fraktionen.

Mir scheint, dass ein paar der Fragen, die ich nach dem SPD-Vorstoß hier notiert hatte, bei den Plänen der fünf Fraktionen beantwortet worden sind. Eine Menge Arbeit und Gespräche hinter den Kulissen scheint hinter dem zu stecken, was heute verkündet wurde. Am Ende bleibt die stille Hoffnung, dass sich vielleicht noch mehr als 23 Mehrheitsstimmen auf diesen Stufenplan verständigen und die größte Fraktion, die SPD, nicht auf Frontalopposition beharrt. Selbst wenn sie das täte, wäre das wie geschrieben demokratisch legitim und natürlich völlig akzeptabel. Ein einstimmiger Beschluss beim Neustädter Kirchplatz bleibt jedoch wünschenswert und wäre, auch angesichts der Planungsvorgeschichte mit mehreren einstimmigen Entscheidungen und dem Willen aller, dass sich endlich etwas tut, das bessere Signal.

Neustädter Kirchplatz: SPD will Plan von 2011 schnell und nicht teuer umsetzen

Ortstermin am Sonnabend: SPD auf dem Neustädter Kirchplatz, links Fraktionschef Rolf Hojnatzki. Foto: SPD

Schnell könnte es nach Einschätzung der SPD-Stadtratsfraktion gehen – und teuer müsste es auch nicht sein, wenn es um die Verbesserung der Situation am Neustädter Kirchplatz geht. Das schreiben die Sozialdemokraten in einer Presseinformation nach einem Besuch des Innenstadtplatzes gestern (SPD PM NeustädterKirchplatz 18-10-20) und reagieren damit auch auf einen jüngsten offenen Brief und eine Antwort von Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Die SPD möchte einen aus dem Jahr 2011 stammenden Plan (SPD Neustädter Kirchplatz_Plan2011) für eine Umgestaltung des Neustädter Kirchplatzes umsetzen. „Wir können und wollen uns nur das leisten, was notwendig und finanzierbar ist“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Hojnatzki in der Pressemitteilung. Für die von den Sozialdemokraten favorisierte Lösung sollen in den Haushalten 2018 und 2019 rund 700.000 Euro veranschlagt werden, zwei Millionen Euro weniger als im Entwurf vorgesehen, rechnet die SPD vor. Steuererhöhungen und Neuverschuldung, wie sie der Haushaltsentwurf der Bürgermeisterin vorsieht, auch um den Entwurf für den Platz zu realisieren, lehnt die SPD ab. Bei ihrer Lösung sei auch eine Verlagerung der bisher maroden unterirdischen Toilettenanlage und der Trafostation in das bisherige Gemeindehaus vorgesehen; dieses gehört jetzt der Stadt. Sobald der Haushalt 2019 verabschiedet und genehmigt sei und es die Witterung zulasse, könne sofort mit der Sanierung des Platzes begonnen werden, schreibt die SPD nach einem Ortstermin auf dem zugewucherten „Schandfleck“.

Ich habe mir zu dieser neuesten Wendung in der nicht enden wollenden Geschichte des Neustädter Kirchplatzes folgende Anmerkungen und Fragen notiert:

  • Das Zeitfenster, in dem eine Konsens-Lösung für die Zukunft des Neustädter Kirchplatzes möglich gewesen wäre, scheint geschlossen zu sein. Die SPD ist offenkundig auf der Suche nach einem kontroversen, bei den Bürgern kampagnetauglichen Thema für die nächste Bürgermeisterwahl 2021, bei der noch gar nicht alle Optionen bekannt sind. Der Platz polarisiert bei den Bürgern und Wählern, das ist klar. Um nicht missverstanden zu werden: Das alles ist völlig legitim und wäre das Salz in einer schmackhaften Politiksuppe, die keine Konsenssoße ist. Die SPD bringt sich in klare Opposition zur Bürgermeisterin, der man Jahre der unnützen Planungen und des Stillstandes in die politischen Schuhe schieben kann – wenn diese denn überhaupt noch einmal kandidiert. Die SPD jedenfalls bereitet schon mal, wenn sie Erfolg mit ihrem Vorstoß haben sollte und eine Mehrheit im Stadtrat dafür findet, ein Szenario vor, in dem sie sich als die Partei feiern lassen könnte, mit der sich endlich was bewegt auf dem Platz. Sie sollte dabei nicht vergessen, dass sie sowohl zur Ausschreibung eines Architektenwettbewerbes als auch zu seinem planerischen Ergebnis ebenfalls die Hand gehoben und mitgestimmt hat bei den einstimmigen Voten.
  • Ich bin kein Stadtplaner, Ingenieur oder Experte, gehe aber mal davon aus, dass die SPD vor ihrem Vorstoß mit solchen gesprochen hat. Eine Summe von 700.000 Euro als auskömmlich aufzurufen, wo andere vier Millionen Euro ausgeben wollen, finde ich angesichts der mit dieser Summe umzusetzenden Aufgaben ambitioniert, zurückhaltend formuliert. Hat die SPD hier angesichts einer Hochkonjunktur in der Baubranche mit ihren explodierenden Kosten und implodierenden Zeitplänen seriös gerechnet und solche Dinge wie Auschreibungen der Gewerke berücksichtigt? Der von der SPD angekündigte Zeitplan klingt zu schön um wahr sein zu können.
  • Einen fast acht (!) Jahre alten Plan jetzt aus dem Hut zu zaubern, erstaunt. Der nun wieder vorgelegte Plan sieht übrigens neue Spitzahorn-Bäume vor dem Amtgericht vor, nur eines von mehreren bemerkenswerten Details, wer sich den (damals übrigens aus dem Bauamt der Stadt stammenden) Plan mal ganz genau anschaut. 2011, die älteren von uns erinnern sich (es gab noch kein elektronisches Ratsinformationssystem, die gute alte Papierzeit), war mit Ulrich Minkner ein SPD-Mann Bürgermeister dieser Stadt, im Stadtrat gab es eine Jamaika-Mehrheit (CDU, FDP, Grüne), die gerne mal alles aus dem Rathaus torpedierte. Auch wegen dieser Blockade passierte lange nichts auf dem Neustädter Kirchplatz. Was passiert als Nächstes? Holt jetzt die CDU ihren Uralt-Plan aus dem Archiv, die ja mal für, wenn ich mich richtig erinnere, rund 300.000 Euro den Neustädter Kirchplatz als großen Parkplatz planieren und asphaltieren wollte? 2011 war, ich will auch das nur noch mal in Erinnerung bringen, weit vor dem Planungs-Intermezzo, das ja mal eine Bebauung des Platzes mit einem großen Geschäftshaus („Neustädter Palais“) vorsah, bis der potenzielle Investor die Segel strich.

Eines jedenfalls wird immer deutlicher: Es gibt (wieder) verschiedene Auffassungen über die Gestaltung des Neustädter Kirchplatzes. Mit dem Haushalt 2019 werden diese politisch aufeinander stoßen, spätestens im Finanzausschuss am 6. November. Jede Seite wird für ihre Meinung und ihren Standpunkt werben. Die Ideen und Planungen (davon gab es eine ganze Menge in den vergangenen Jahren) liegen offen auf dem Tisch. Das alles ist legitim und sogar gut so, nennt sich schließlich Demokratie. Was aber nun das Entscheidende sein wird: Am Ende steht eine Mehrheitsentscheidung, so oder so, und diese muss dann unverzüglich umgesetzt und akzeptiert werden von allen. Das absolut unwürdige Würgen um den Neustädter Kirchplatz muss ein Ende haben.

Geplant, aber kein Geld dafür

Mit zwei weiteren Projekt-Planungen beschäftigt sich die Kommunalpolitik in Einbeck, für die zwar schöne Pläne auf Papier vorliegen, aber kein Geld vorhanden sein dürfte. Mittlerweile existieren so viele Planungen, die der Realisierung harren, dass die Verwaltung der Politik schon eine Übersicht präsentiert (projektestadtentwicklungsausschuss_februar und projektebauausschuss_maerz2), damit niemand durcheinander kommen möge zwischen Marktstraße und Tiedexer Straße, Altem Rathaus, ZOB, Möncheplatz und Neustädter Kirchplatz. Mal abgesehen von der Tatsache, dass die Diskussion über die (hoffentlich ja nur bis zur Wiederbebauung vorübergehende) Nutzung als Spielplatz in der Baulücke Lange Brücke 5 sowie die Reaktivierung des Brunnens im Stukenbrokpark in den Bauausschuss oder in den Stadtentwicklungsausschuss gehören würde (und nicht in den überflüssigen Ratsausschuss für Kernstadtfragen), dürften die Politiker die planerischen und kalkulatorischen Überlegungen wohlwollend zur Kenntnis nehmen, aber achselzuckend darauf verweisen, dass im aktuellen und wahrscheinlich auch im nächsten städtischen Haushalt dafür kein Geld sein wird. Beim Brunnen-Projekt im Stukenbrokpark wird dann auch von vornherein auf eine Sponsor-Unterstützung gesetzt, um die kalkulierten Kosten für Fontaine oder Wasserspiel von 167.000 bis 222.000 Euro finanzieren zu können. Nur rund 11.000 Euro soll es kosten, den alten Bauzaun der seit 2005 bestehenden Brandlücke abzureißen, einen neuen 1,80 Meter hohen Zaun zu errichten, niveaugleich zur Langen Brücke einen 25 Quadratmeter großen Platz zu pflastern und dort zwei Sitzgruppen aufzustellen (allein diese sollen 3000 Euro kosten). Doch auch hier ist kaum anzunehmen, dass die Politik im Ausschuss am 15. März für kostenintensive Lösungen grünes Licht geben wird.

Neuer Glanz für Einbecks erste Straße

Einbecks 1A-Lage: die Marktstraße.

Einbecks 1A-Lage: die Marktstraße. Störende Bäume sollen verschwinden.

Die Marktstraße ist ein wenig in die Jahre gekommen. Seit Jahren schon. Nicht nur der Straßenbelag von Einbecks bester (Geschäfts-)Lage stammt aus den 1970-er Jahren und damit aus der Zeit, als die Marktstraße zur Fußgängerzone wurde; an einigen Stellen sackt das Pflaster ab, große Pfützen können sich bilden. Barrierefrei ist die unebene Innenstadt-Straße an vielen Stellen nicht. Die Straßenmöbel, also Bänke, Blumenkübel und Mülleimer, sind kaum noch attraktiv zu nennen. Hinzu kommen Bäume, die Häuser verschatten, und fehlende Sicht-Anbindungen an Neustädter Kirchplatz oder Tiedexer Straße, auch durch Bäume. Außerdem eine ausbaufähige Ausleuchtung, bei der es so manche „dunkle Ecke“ gibt. Insgesamt: Eine geringe Aufenthaltsqualität, die auch zu rückläufigen Frequenzen in den Geschäften der Marktstraße beiträgt.

An manchen Stellen sackt das Pflaster ab, barrierefrei ist das nicht mehr.

An manchen Stellen sackt das Pflaster ab, barrierefrei ist das nicht mehr.

Diesen Befund „wenig Stimmung“ haben auch die beauftragten Landschaftsarchitekten von „Schöne Aussichten“ festgestellt und in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Anliegern, Geschäftsleuten und anderen Interessenvertretern in Workshops versucht, möglichst viele Belange bei einer Neugestaltung der Marktstraße zu berücksichtigen. Ihre Pläne haben sie nach Abstimmung mit der Stadt Einbeck jetzt bei einer Veranstaltung im Alten Rathaus einer großen Gruppe interessierter Zuhörer öffentlich präsentiert. Ziel: Einbecks erste Straße soll neuen Glanz bekommen. Durch ein neues, glattes, aber rutschfestes Pflaster mit einem 4,50 Meter breiten Lauf-/Anlieferfahrweg in der Straßenmitte und einen abgesetzten, anders gepflasterten Straßenrand, durch moderne Sitzgruppen nördlich und südlich der Marktkirche, mobile Pflanzelemente, Straßenkunst und Spielelemente für Kinder sowie durch punktuell bessere Beleuchtung. Die Marktstraße muss geringe und große Menschenmengen aufnehmen können – und darf dabei nie leer aussehen, das ist die Herausforderung für die Neugestaltung des öffentlichen Raumes. Für rund 3800 Quadratmeter Fläche gilt es, neue Akzente zu setzen.

Die Marktstraße soll attraktiver die Tiedexer Straße und den Neustädter Kirchplatz verbinden, sagte Einbecks oberster Planer, Frithjof Look.

Die Marktstraße soll attraktiver die Tiedexer Straße und den Neustädter Kirchplatz verbinden, sagte Einbecks oberster Planer, Frithjof Look.

In die politischen Gremien des Einbecker Stadtrates gehen die Vorentwurf-Planungen jetzt im März/April, dort sollen sie Schritt für Schritt präzisiert werden. Bis Anfang Februar kann jeder im Rahmen der Bürgerbeteiligung noch Anregungen im Rathaus geben. Wann aus Papier-Plänen dann Realität wird, kann zurzeit niemand seriös sagen, weil unter anderem verschiedene Verfahrensschritte zwingend abzuarbeiten sind, die Finanzierung inklusive notwendiger Fördergelder noch nicht klar ist. Die Frage nach der Höhe der Beteiligung der Hauseigentümer, die in der Versammlung erwartungsgemäß gestellt wurde, war auch deshalb zu diesem Zeitpunkt absolut überflüssig. Schließlich steht noch keine Gesamtsumme der Kosten fest und damit kein städtischer Anteil und auch keiner, den die Immobilienbesitzer stemmen müssen. Das ist so wie bei den Planungen zur Tiedexer Straße/“Magistrale der Baukultur“. Dort müsste man das mittlerweile seriöser beantworten können, sind doch für 2017 für die Realisierung des Umbaus Finanzmittel in den städtischen Haushalt eingestellt.

Die Marktstraße soll barrierefrei werden – nicht nur durch einen gut begehbaren und mit Rollstuhl/Kinderwagen/Rollator befahrbaren Belag. Auch die Stufen, die es an manchen Geschäftseingängen noch gibt, sollen möglichst verschwinden, in den meisten Fällen durch einen ebenso einfachen wie wirkungsvollen Kniff: Die Höhe des Pflasters wird einfach angehoben. „Differenzierte Höhenplanung unter Berücksichtigung aller Eingangshöhen zum Abbau von Schwellen und Stufen“ heißt das im Planerdeutsch. An manchen Stellen/Eingängen sollen dafür Rampen zum Einsatz kommen.

Mag auch manches von den jetzt vorliegenden Plänen nie Realität werden, es kann aber Anregungen geben. Ob beispielsweise an der nördlichen Marktkirchen-Ecke ein alleinstehender Baum gepflanzt werden sollte, ob dort nicht viel besser eine Skulptur aufgestellt werden könnte, ob südlich der Marktkirche an der Ecke zur Marktstraße wirklich eine größere Sitzgruppe oder skulpturale Sitzbänke entstehen sollten (dort, wo es meistens sehr zugig ist) – alles das und manches mehr gilt es jetzt zu diskutieren.

Nachtrag 03.02.2017: Laut aktueller Kosten- und Finanzierungsübersicht (KOFI) des Städtebauförderungsprogramms Kleinere Städte und Gemeinden (KSG) sind die Kosten für den vorgestellten Umbau der Marktstraße auf rund 970.000 Euro geschätzt worden. Nach Aussage des zuständigen Sozialministeriums sind aber nur 291.000 Euro förderfähig, Straßenausbaubeiträge sind von der Stadt Einbeck zu erheben. Ähnliches gilt für den Umbau der Tiedexer Straße, hier sind von geschätzten 846.000 Euro 30 Prozent, also 254.000 Euro, förderfähig.

Großes Interesse an der Marktstraße konnte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek bei ihrer Begrüßung feststellen. Nur die erste Reihe blieb (wie immer) leerr, sonst waren alle Stühle besetzt.

Großes Interesse an der Marktstraße konnte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek bei ihrer Begrüßung feststellen. Nur die erste Reihe blieb (wie immer) leer, sonst waren bei der Veranstaltung im Alten Rathaus am Dienstag alle Stühle besetzt.