Neustädter Kirchplatz: Wie soll die Zukunft aussehen?

Möchte die Menschen zum Mitmachen animieren: Bauamtsleiter Frithjof Look.

Möchte die Menschen zum Mitmachen animieren: Bauamtsleiter Frithjof Look.

Die monatelange Verzögerung seit dem Rückzug der Investoren haben andere zu verantworten, Einbecks neuer Bauamtsleiter tritt beim Neustädter Kirchplatz jetzt das Gaspedal durch, macht Tempo, gut so: Im Vorfeld eines Architektenwettbewerbs ruft er die Bürger dazu auf, bei einer Informations- und Diskussionsveranstaltung am Mittwoch, 22. Juli, um 19 Uhr im Alten Rathaus (NSKP_Plakat_Bürgerbeteiligung_Druck_Mail) ihre Vorstellungen für die künftige Gestaltung und Nutzung des Neustädter Kirchplatzes einzubringen. Da darf man gespannt sein, welche Ideen die Einbecker für diese zentrale Fläche haben, die der wichtige Eingang zur Fußgängerzone, zum City-Handelszentrum der Stadt ist. „Die Bürger Einbecks sollen ihre Anregungen und Bedenken für diesen wichtigen Innenstadtplatz äußern“, wünscht sich Bauamtsleiter Frithjof Look eine breite Beteiligung der Bevölkerung. In der Tat kann hinterher nur derjenige mit Berechtigung meckern, der an den Möglichkeiten der Beteiligung auch teilnimmt. Es sei das Ziel, gemeinsam mit den Bürgern Gestaltungsvorgaben zu formulieren. Diese sollen neben den fachlichen und technischen Anforderungen an den Platz in die Bedingungen einfließen, mit denen ab September ein rund sechs Monate dauernder Architektenwettbewerb ausgelobt werden soll.

Neustädter Kirchplatz am 25. Juni 2015, links das Gemeindehaus.

Neustädter Kirchplatz am 25. Juni 2015, links das Gemeindehaus der Kirche.

Aktuelle Beschlusslage der Einbecker Politik ist nach wie vor, dass der Neustädter Kirchplatz als multifunktionale freie Fläche neu gestaltet werden soll, wobei eine teilweise Bebauung möglich ist. Die interessante Frage wird sein, was “teilweise” heißt. Heute steht auf dem Platz einzig ein Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde. Für das Kirchengrundstück liegt der Stadt inzwischen auch ein neues Verkehrswertgutachten vor, die Kirche sei auch nach wie vor verkaufsbereit, sagte Look.

Bei der Bürgerbeteiligung-Veranstaltung am 22. Juli (klug gewählt, kurz vor Beginn der Sommerferien) soll das von der Architektenkammer Niedersachsen vorgegebene Verfahren für den so genannten freiraumplanerischen Architektenwettbewerb vorgestellt werden, der durch das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ finanziert wird. Auf der Grundlage eines so genannten Auslobungsberichtes treten dann zehn bis 15 Planungsbüros in den Wettstreit um das beste Ergebnis für den Neustädter Kirchplatz ein. Eine Jury, nicht noch nicht personell benannt ist und aus Fachleuten und Politikern bestehen soll, wird die ersten Preise küren. Frithjof Look wünscht sich einen konstruktiven Dialog mit allen Interessierten über das zukünftige Erscheinungsbild des Neustädter Kirchplatzes. Planung mag Zeit benötigen, und Gute erst recht, aber je schneller greifbare Ergebnisse für die Bürger sichtbar werden, dass und was sich auf dem City-Platz tut, desto beruhigter werden manche Akteure sein. Vielleicht kann der für den Winter 2015/16 angesetzte Architektenwettbewerb ja doch schon vor dem ersten Frühjahrsblühen mit konkreten Ergebnissen enden. Und vor allem: dann muss schnell umgesetzt werden. Je schneller, desto besser für Einbeck.

(Aktualisiert: 27.06.2015)

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