Grüner Gegenwind für die SPD

Diese Zeilen sind definitiv keine leichte Brise: Die Einbecker Grünen haben heute einen Offenen Brief veröffentlicht, in dem sie sich die SPD vornehmen und mit der jüngsten Entscheidung des Ratsausschusses zum Thema Windkraftanlagen auseinander setzen. Und das Schreiben (Wortlaut: Bündnis Grüne Offener Brief an SPD 10.6.13) ist durchaus hart am Wind formuliert: “Das Verhalten Ihrer Mitglieder in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Sanierung in der Windkraftfrage war geradezu skandalös”, heißt es da beispielsweise – Wind von vorn – in Richtung SPD.

Alle übrigen Ratsfraktionen hätten erkannt, heißt es in dem von Grünen-Sprecher Dr. Ewald Hein-Janke unterzeichneten Offenen Brief, dass hier schnell etwas geschehen müsse, wenn ein Investor schon lange vor der Tür stehe. “Sie aber schieben die Angelegenheit mit fadenscheinigen Argumenten auf die lange Bank. Sie betreiben Verhinderungspolitik und dazu noch mit einer zufälligen Mehrheit im Ausschuss. So sorgen Sie dafür, dass es in Einbeck in Sachen Energiewende zum Stillstand kommt.”

Ein Gedanke zu „Grüner Gegenwind für die SPD

  1. Wenn der Wind sich dreht
    Betrifft: offener Brief von Herrn Dr. Ewald Hein-Janke.

    Lieber Dr. Hein-Janke. Da Sie in Ihrem Leserbrief die SPD Einbeck und die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses direkt angesprochen haben, sollen Sie auch eine direkte Antwort bekommen. Ich war bei der genannten Sitzung dabei und habe den Vortrag von Herrn Dipl.-Geogr. Dominik Fremgen von der Fa. Cube Engineering sehr interessiert verfolgt. Diese Studie hat aufgezeigt, dass sich der größte Teil unseres neuen Stadtgebietes Einbeck-Kreiensen als ungeeignet für Windenergienutzung darstellt. Selbst wenn man den Forderungen der Grünen gefolgt wäre und die Höhenbegrenzug in Stroit aufgehoben hätte, läge der Ertrag einer Windkraftanlage in 140 m Höhe bei gerade einmal ca. 60 % Ertragsniveau. Hier handelt es sich laut Studie um bedingt geeignete Standorte.
    Die von der SPD-Einbeck durchgeführten Recherchen haben diese Tatsachen bestätigt. Die bisher installierten Anlagen drehen zwar so vor sich hin, liegen aber weit hinter den Ertragserwartungen zurück. Wenn wir zukünftig diese Technik sinnvoll nutzen wollen, müssen wir schon sehr genau hinschauen, wo es sich lohnt, Windkraftanlagen mit einer Höhe von 200m (140m Narbenhöhe + Rotor) zu platzieren. Die dafür geeigneten Standort, stimmen laut der vorgelegten Studie, nicht generell mit den bisherigen Standorten überein. Hier sollte man sich schon die Zeit nehmen, bevor wir vorschnell diese Giganten in unsere Landschaft stellen.
    Das Ansinnen der Grünen nach Erneuerbarer Energie in allen Ehren, aber hier ohne Sinn und Verstand, die Aufhebung der Höhenbegrenzung zu fordern, mit der Gewissheit, dass der Wind dort oben nicht viel stärker weht, kann ich nicht nachvollziehen.
    Auf der anderen Seite steht Ihre Partei neonröhrenwinkend unter Stromleitungen, um Monstermasten zu verhindern. Gestern war in dieser Zeitung ein Artikel mit der Überschrift zu lesen, “Bürgerinitiative >Auf dem Berge< engagiert sich: Protest gegen Zerstörung der Landschaft". Steht diese BI hinter dem Antrag von Herrn Bartels ? Wohin wollen Sie mit dem erzeugten Strom ? Gibt es genügend Kapazitäten oder müssen erst noch Umspannstationen errichtet werden ? Wie wird der erzeugte Strom transportiert ?
    Ich bin der Meinung, dass es sich bei unserer Abstimmung nicht um fadenscheinige Argumente handelt, sondern für den Bürger nachvollziehbar ist, warum wir diese Entscheidungen reiflich überlegen. Außerdem sind wir bei unserer Abstimmung der Beschlussvorlage der Bürgermeisterin und der Verwaltung gefolgt, die eine Standortuntersuchung zur Ermittlung von Eignungsflächen für die Windenergie im Stadtgebiet Einbeck vorgeschlagen hat.
    Zum Schluss noch lieber Herr Dr.: Mehrheiten sind nie zufällig, sondern ergeben sich aus einer Abstimmung oder Wahl heraus. Bleibt die Frage, wer hier ein schlechter Verlierer ist.

    Dirk Heitmüller, stellvertretender Fraktionsvorsitzender SPD-Stadtratsfraktion

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