Wie der Hallenplan zum Drehkreuz von Großbaustellen werden soll

(c) Foto: Frank Bertram

Es sei jetzt alles vorbereitet und geplant, alles dafür „aufgegleist“, wie Fachbereichsleiter Jens Ellinghaus im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung sagte. Sobald wie möglich sollen die Arbeiten auf den zwei Baustellen Altes Rathaus und Denkmal-Musterhaus Knochenhauerstraße mit dem Hallenplan als zentralem Drehkreuz dafür fortgesetzt werden. Start ist im Februar, sofern die Witterung das zulässt. Am Mittwoch sind bei einer Informationsveranstaltung in der Rathaushalle von der Stadt Einbeck die Anlieger und Anwohner von Hallenplan und Knochenhauerstraße über die bevorstehenden Bauarbeiten vor ihren Haustüren informiert worden. Welche Einschränkungen es auf Hallenplan und Knochenhauerstraße in den nächsten Monaten geben wird, skizzierte Ellinghaus einen Tag später im zuständigen Fachausschuss für Bauen und Stadtentwicklung.

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Große Teile des Hallenplans werden für die Bauarbeiten am Alten Rathaus benötigt.

Vor allem für die Bauarbeiten für den Fahrstuhl am Alten Rathaus auf dem Hallenplan war bewusst eine Weihnachtspause gelassen worden, um den Einzelhändlern und dem benachbarten Weihnachtsdorf entgegen zu kommen. Denn diese Arbeiten sind aufwändig und benötigen Platz. Nun sollen diese Anfang Februar wieder aufgenommen und bis Ende September abgeschlossen werden. Für die erste, etwa sechswöchige Phase der Spezialtiefbauarbeiten im Februar und März wird eine circa 400 Quadratmeter große Fläche auf dem Hallenplan für die Baustelleneinrichtung inklusive Siloturm benötigt. In dieser Zeit wird auch der Rathaus-Innenhof gesperrt sein. Fußgänger werden am Rande des Hallenplans gehen können, auch die Grundstücke werden alle erreichbar sein. Wie der Baustellenverkehr und Lieferverkehr ablaufen soll, sei mit den Anliegern detailliert besprochen worden, erläuterte Jens Ellinghaus.

Die südliche Rathausaußenwand zum Hallenplan muss unterfangen werden, weil es nur eine geringe Gründungstiefe des Alten Rathauses gibt. Dafür wird als Verfahren eine so genannte Düsenstrahlunterfangung eingesetzt. Hierbei werden etwa 15 Mikropfähle gesetzt. Mit einem Bohrgerät wird ein Gestänge in den Boden abgeteuft. Über eine Düse wird mit Hochdruck eine Bindemittelsuspension eingebracht, durch Drehen und gleichzeitiges Ziehen entsteht ein säulenartiger Hohlraum, der mit Bindemittelsuspension und Boden gefüllt wird. Durch das Bindemittel verfestigt sich das Gemisch zu einer belastbaren Mörtelsäule, erläutern die Fachleute das aufwändige Spezialverfahren.

Nachdem dieser Spezialtiefbau abgeschlossen und die Statik freigegeben ist, werden sich ab Ende März die weiteren Rohbauarbeiten anschließen. Dazu gehören auch Aufzugsschacht mit Stahlbeton im unteren Bereich und der Kellerabgang mit Winkelstützen und Pflasterung. Die oberirdisch verglaste Fahrstuhlanlage soll von Mitte Juni bis Ende August montiert werden. Die angelieferten Teile werden dafür mit einem auf dem Marktplatz positionierten Kran über das Gebäude auf den Hallenplan gehoben.

Ab Mitte Juni sollen die Arbeiten am so genannten Denkmal-Musterhaus in der Knochenhauerstraße wieder aufgenommen werden. Dann werden ein Gerüst und die Baustellenabsperrung auf der Straße nur noch Fußgängern einen etwa 1,30 Meter breiten Weg auf der Knochenhauerstraße frei lassen, an der Ecke zum Hallenplan soll auf einer 25 Quadratmeter großen Fläche ein Kran postiert werden, mit dem die Materialien für die beiden Fachwerkhäuser angeliefert und für die Rückfassade über die Häuser gehoben werden soll. Die Arbeiten von Zimmerern, Dachdeckern, Heizungs- und Sanitärbauern, Tischlern, Elektrikern, Trockenbauern, Malern und Fliesenlegern sollen bis Ende 2026 dauern, dann endet auch die Smart-City-Förderung des Projekts. Das aus zwei Gebäudeteilen bestehende Musterhaus soll Inspirationsstätte und Vorbild für andere Gebäude, soll Fallstudienobjekt für Studiengänge im Bereich Denkmalschutz, Architektur, Innovationsmanagement und Stadt- und Regionalplanung werden. „Es ist inzwischen nicht mehr das Musterhaus, der leuchtende Stern am Firmament der historisch-modernen Gebäude. Es ist der Anfang eines Sternenhimmels voll solcher Objekte. Jedes individuell und jedes noch besser als das davor“, lautet die aktuelle Beschreibung des Smart-City-Projekts.

Die jetzt vorliegenden Bauzeitenpläne könnten sich natürlich witterungsbedingt oder beispielsweise vergabebedingt verändern, wodurch die Bauphasen tageweise oder um ein bis zwei Wochen verschoben werden oder sich die Reihenfolge der Gewerke ändern. „Die Bauzeiten werden eng überwacht und der Plan intern regelmäßig aktualisiert“, sagte Ellinghaus zu.

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Fassade des Eingangs zum Denkmal-Musterhaus in der Knochenhauerstraße.