Die nach dem angekündigten Rücktritt von Stephan Weil als Ministerpräsident für den 20. Mai vorgesehene Wahl von Olaf Lies (SPD) zum neuen Regierungschef in Niedersachsen wird Auswirkungen bis nach Einbeck haben: Denn der heutige Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung, Frank Doods aus Kreiensen, soll im neuen Kabinett der Chef der Staatskanzlei werden. Der 63-Jährige ist auch Vorsitzender des Einbecker Stadtrates, als solcher leitet er die Sitzungen. Außerdem ist er Mitglied im Finanzausschuss. Sein Ratsmandat werde er behalten, sagte mir Frank Doods. Die kommunale Perspektive sei eine gute Erdung für den Job in der Landeshauptstadt. Dort arbeitet Doods bereits seit 1994 in verschiedenen Funktionen, begonnen hat für den studierten Verwaltungsjuristen alles als Persönlicher Referent von Finanzminister Hinrich Swieter. 2013 wurde Doods Staatssekretär im Finanzministerium.
Seit Ende 2017 bilden Olaf Lies und Frank Doods ein Team, zunächst im Umweltministerium, seit Ende 2022 im Wirtschaftsministerium. „Frank Doods zeichnet seine große fachliche Expertise, sein messerscharfer Verstand sowie seine stets empathische und besonnene Art aus“, hatte Olaf Lies anlässlich des 40-jährigen Dienstjubiläums von Doods geschrieben. „Frank bewahrt immer einen kühlen Kopf, was unheimlich wertvoll ist, ganz besonders in herausfordernden Zeiten.“
Dieser kühle Kopf ist jetzt in der Staatskanzlei gefragt, das ist sozusagen das Ministerium des Ministerpräsidenten. Dort wird Frank Doods wieder stärker nach innen wirken, während Staatssekretäre häufiger auch den Minister vertreten und dann bei öffentlichen Terminen in Erscheinung treten. „Darunter werde ich nicht leiden“, lacht der 63-Jährige. Es dränge ihn nicht in die erste Reihe. Seine Aufgabe ist künftig vor allem die Koordination der Ressortpolitik zwischen den einzelnen Ministerien. Auch für internationale Kontakte Niedersachsens, protokollarische Dinge und die Medienpolitik ist der Chef des Staatskanzlei zuständig. In der regelmäßig vor den Kabinettssitzungen tagenden und diese vorbereitende Staatssekretärsrunde habe er künftig die Leitung, werde dann auch regelmäßig an den Kabinettstreffen teilnehmen, erzählt Doods. Das habe er bislang nur in Vertretung für seinen Minister mal tun dürfen. Dabei werde ihm sicherlich seine Erfahrung aus der Arbeit in verschiedenen Ministerien zugute kommen.
Frank Doods freut sich auf den „spannenden Schritt“ an die Spitze der Staatskanzlei; der Titel Staatssekretär bleibt dort für ihn. Wobei dem künftigen Ministerpräsidenten schon klar ist, dass er auf den heute 63-Jährigen nur noch in dieser Legislaturperiode zurückgreifen kann.


