Zwei Wochen nach Schließung der Ärztlichen Bereitschaftsdienstpraxis in Einbeck durch die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat die SPD-Kreistagsfraktion ein schnelles und entschlossenes Handeln des Landkreises Northeim gefordert. „Die Entscheidung der kassenärztlichen Vereinigung ist ein schwerer Schlag für die Gesundheitsversorgung im Raum Einbeck“, erklärte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Uwe Schwarz, laut einer Pressemitteilung. „Wer Strukturen abbaut, darf die Menschen vor Ort nicht einfach mit den Folgen allein lassen.“ Die SPD-Kreistagsfraktion hat daher einen Antrag in den Kreistag eingebracht, mit dem die Einrichtung eines so genannten Gemeindenotfall-Sanitäters für Einbeck geprüft und möglichst zeitnah umgesetzt werden soll. Dieses Modell sieht speziell qualifizierte Notfallsanitäter mit erweiterten Kompetenzen vor, die Hausbesuche durchführen, medizinische Ersteinschätzungen vornehmen und telemedizinisch ärztliche Rücksprache halten können.
„Wir können die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung nicht zurückdrehen. Aber wir können und müssen als kommunale Ebene Verantwortung übernehmen“, sagt Peter Traupe, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales und Gesundheit im Northeimer Kreistag. „Ein Gemeindenotfall-Sanitäter ist keine Konkurrenz zu Hausärzten, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Er sorgt für schnelle Hilfe, entlastet den Rettungsdienst und stärkt die Versorgungssicherheit.“
Aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktionen drohen durch die Schließung der Ärzte-Bereitschaftsdienstpraxis in Einbeck längere Wege für Patienten, eine stärkere Belastung des Rettungsdienstes sowie eine zusätzliche weitere Überlastung der Notaufnahmen umliegender Krankenhäuser. Besonders betroffen seien ältere Menschen und in der Mobilität eingeschränkte Bürger im ländlichen Raum. „Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum darf nicht weiter ausgedünnt werden“, betont die SPD-Kreistagsfraktion in ihrer Stellungnahme. „Wenn wir wollen, dass Menschen auch künftig gut und sicher in unserer Region leben können, dann müssen wir neue Wege gehen. Einbeck darf nicht abgehängt werden!“
