Neue Leinebrücke zwischen Olxheim und Garlebsen soll im Sommer fertig sein

Der Landkreis Northeim geht aktuell davon aus, dass die Bauarbeiten an der neuen Leinebrücke zwischen Olxheim und Garlebsen im Juli dieses Jahres mit dem Rückbau der Behelfsbrücke und der aktuellen Umfahrung abgeschlossen sein werden. Das teilte die Kreisverwaltung in ihrer Sachstandsmitteilung für den Kreistag-Ausschuss für Bauen und Verkehr mit, der sich am 24. Februar das nächste Mal trifft. Ob es bei den ursprünglich kalkulierten und im Haushalt eingeplanten Kosten von 2,5 Millionen Euro bleibt, schreibt das Kreishaus zunächst nicht.

Vor einem Jahr starteten die Arbeiten für das neue Brückenbauwerk. Seit 2015 gibt es eine Behelfsbrücke, die die Verbindung zwischen den Einbecker Ortsteilen erhält, bis die neue, politisch vieldiskutierte Brücke steht. Im Schutze gerammter Spundwandkästen wurden laut Kreisverwaltung an beiden Ufern zunächst die Fundamente, Widerlager und Kammerwände errichtet. Anschließend haben die Bauarbeiter ein Traggerüst mit darauf befindlicher Schalung für die Herstellung des Brückenüberbaus installiert. Zurzeit werden laut Kreishaus die für den Überbau erforderliche Bewehrung und Spannglieder verlegt. Die Betonage kann Ende Februar erfolgen, das hängt aber von der Witterung ab. Sobald der Beton die erforderliche Festigkeit erreicht hat, wird die Endvorspannung des Überbaus vorgenommen, schreibt die Kreisverwaltung in ihrem Vermerk. Der Brückenüberbau kann im Anschluss aus der gegenwärtigen etwa drei Meter überhöhten Lage auf die Lager abgesenkt und das Traggerüst ausgebaut werden. Ab April sollen dann die Fahrbahnanschlüsse an das neue Bauwerk hergestellt sowie die Abdichtungs-, Geländer- und Fahrbahnbelagsarbeiten ausgeführt werden. Ebenso sind dann noch die Brückenkappen aufzubringen.

Bauarbeiten für die neue Leinebrücke zwischen Olxheim und Garlebsen. Archivfoto Oktober 2021
Hinweisschild Leine. Archivfoto

SPD-Kreistagsfraktion an der Leine-Brücke

Bei ihrer Sommertour durch den Landkreis Northeim hat sich die SPD-Kreistagsfraktion an der vor fünf Jahren behelfsweise errichteten Leine-Brücke zwischen Garlebsen und Olxheim über die aktuelle Situation informiert. Kreis-Baudezernent Ralf Buberti erläuterte vor Ort die Planungen für den Brückenneubau, der im nächsten Jahr beginnen soll. Vertreter der drei Einbecker Ortschaften und auch SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller machten deutlich, wie wichtig die Flussquerung für die Verbindungen zwischen den anliegenden Dörfern ist.

An der Behelfsbrücke über die Leine trafen sich mehrere Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion mit Anwohnern und Vertretern des Ortsrates.

Deutlich wurde bei dem Besuch aber auch, dass mittlerweile seit 16 (!) Jahren über eine Sanierung der Brückenverbindung für die Kreisstraße gesprochen wird. Und dass es 2011 auch schon einmal Überlegungen sogar bis zur Beschlussvorlagen-Reife gegeben haben soll, die marode Leine-Brücke zu ersetzen. Doch es kam anders. Erst massiver Bürgerprotest vor Ort nach der Sperrung der alten Brücke im Sommer 2014 ebnete den politischen Weg für einen Neubau. Der SPD-Kreistagsabgeordnete Peter Traupe (Einbeck) betonte, die SPD sei schon immer für eine neue Brücke gewesen. Das langwierige Verfahren kritisierte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Uwe Schwarz, als „Musterbeispiel für deutsches Baurecht“.

So wird die neue Brücke geplant: Kreis-Baudezernent Ralf Buberti (r.) zeigt die Pläne SPD-Kreistagsfraktionsschef Uwe Schwarz und SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller (l.).

Kreis-Baudezernent Ralf Buberti würde sich auch ein schlankeres Verfahren wünschen. Seit dem 25. März dieses Jahres gibt es einen Planfeststellungsbeschluss und damit eine Baugenehmigung. Herausforderung bei der aufwändigen Planung der Brücke mit 4,50 Meter breiter Fahrbahn und Fußwegen an beiden Seiten sei die Lage im Überschwemmungsgebiet. Im Herbst sollen die Gewerke für den Brückenbau ausgeschrieben werden, 2021 soll der Neubau beginnen. Kalkuliert werden die Kosten im Kreishaushalt für die neue Brücke mit aktuell 2,5 Millionen Euro. Wobei man angesichts der derzeitigen Baukonjunktur nicht wisse, ob das auch die Summe unter dem Strich bleiben werde, sagte Buberti und verwies beispielsweise auf die Ortsdurchfahrt Naensen, die mit ebensolcher Summe kalkuliert wurde, aber am Ende rund vier Millionen Euro kosten werde.

Die Behelfsbrücke, die seit 2015 nach dem Abriss der alten Brücke die Flussquerung ermöglicht, kostet laut Buberti jeden Monat 2500 Euro Miete. Bis jetzt sind inklusive Abriss der alten Brücke (83.000 Euro) und neuer Zuwegung dem Landkreis und damit dem Steuerzahler Kosten in Höhe von 226.000 Euro entstanden. Auf Fördermittel-Unterstützung beim Neubau habe man bewusst verzichtet, weil nur eine Brücke mit sechs Metern Fahrbahnbreite förderfähig gewesen wäre, diese Dimension für die Verbindung jedoch zu breit sei.

Ortsbürgermeister Hans-Jörg Kelpe betonte, wie unverändert wichtig eine Brückenverbindung zwischen Garlebsen/Ippensen und Olxheim sei. „Sonst wären die drei Dörfer getrennt.“ Die Landwirtschaft benötige die Strecke ebenso wie die Industrie. Wie bedeutend die Querung sei, merke man sogar auch jedes Mal bei einer Autobahnsperrung: Lkw-Fahrer identifizierten diese Umleitungsabkürzung. SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller ergänzte, auch für Rettungswege sei eine Brückenverbindung wichtig, ebenso für die inzwischen vereinigte gemeinsame Freiwillige Feuerwehr der drei Einbecker Ortsteile.

2004 waren erste Mängel am Bauwerk der 1951 gebauten Brücke ausgemacht worden, im folgenden Jahr wurde die alte Brücke auf Fahrzeuge bis 16 Tonnen begrenzt. Für 55.000 Euro wurde ein Überwachungssystem für die Materialbewegungen installiert, das an der Technischen Universität Braunschweig ausgewertet wurde.

Nur eine Rechenspielerei? Bei Kosten einer neuen Brücke in Höhe von 2,5 Millionen Euro könnte die Behelfsbrücke bei unveränderter Miete (30.000 Euro pro Jahr) noch 83 Jahre lang stehen…

Kostet 2500 Euro pro Monat: die Miete der Behelfsbrücke über die Leine zwischen Olxheim (im Hintergrund) und Garlebsen.

Achtung, Abriss!

Die alte Leinebrücke wird abgerissen. Archivfoto

Die alte Leinebrücke wird abgerissen. Archivfoto

Der Landkreis Northeim hat heute für kommende Woche den Abriss der alten Leinebrücke zwischen den Einbecker Ortsteilen Olxheim und Garlebsen angekündigt. Seit September 2015 gibt es eine Behelfsbrücke, die endgültige Brücke ist in Planung, über die Brückenverbindung zwischen den Ortschaften hatte es im Sommer 2014 eine heftige politische Kontroverse gegeben. Die Kreisstraße 650 zwischen Olxheim und Garlebsen wird nun ab Dienstag, 4. Oktober, ab etwa 8 Uhr für den Verkehr voll gesperrt, informiert heute der Landkreis Northeim. Der Abriss werde voraussichtlich drei Tage dauern, freie Fahrt wäre dann auf der Strecke wieder ab Freitag, 7. Oktober. Da der Abbruch der 1951 gebauten Brücke in der Ferienzeit stattfinden wird, sollten Kinder von den Erziehungsberechtigten unbedingt auf die Gefahren durch umherfliegende Bauteile aufmerksam gemacht werden, warnt die Kreisverwaltung. Und bittet dringend, den Gefahrenbereich weiträumig zu meiden. Auch Paddler auf der Leine sollten die fraglichen Tage ebenfalls die Stelle meiden.

Wenn die Telefonleitung umgelegt ist, wird der Überbau abgerissen, informiert der Landkreis. Zunächst werden die Geländer, die Brückenkappen sowie der Fahrbahnbelag abgebrochen. Danach erfolge abschnittsweise der Abbruch der Haupt- und Querträger mit Großgeräten wie Hydraulik-Hammer und Betonschere, heißt es in der Info des Landkreises. Dabei kann es nach Mitteilung der Kreisverwaltung zu umherfliegenden Beton- und Stahlteilen kommen. Das Baufeld werde deshalb großzügig umzäunt, um niemanden zu gefährden. Die Höhe der Kosten für den Abriss nannte der Landkreis Northeim zunächst nicht, ebenso wenig, wann die neue endgültige Brücke gebaut werden soll.

neue Behelfsbrücke, rechts die alte Leinebrücke.

Seit September 2015 gibt es die neue Behelfsbrücke, rechts die alte 1951 gebaute, marode Leinebrücke.

Millionen-Brücke

Wurde Anfang September errichtet: die Behelfsbrücke über die Leine. Archivfoto

Wurde Anfang September errichtet: die Behelfsbrücke über die Leine. Archivfoto

Neues von der Leinebrücke zwischen den Einbecker Ortsteilen Olxheim und Garlebsen: Der Kreistag soll in seiner nächsten Sitzung am 11. Dezember (15 Uhr, Kreishaus Northeim) darüber befinden, in welcher Variante die endgültige Ersatzbrücke umgesetzt werden soll. Seit Mitte September dieses Jahres ermöglicht eine Behelfsbrücke, den Autofahrern und Fußgängern wieder, die Leine zu queren, nachdem die alte, marode und einsturzgefährdete Brücke monatelang gesperrt war. Die vier errechneten Baumöglichkeiten liegen alle im Millionen-Euro-Bereich, die teuerste Variante bei rund 4,3 Millionen Euro; dafür würde allerdings auch eine 65 Meter lange Dreifeldbrücke entstehen und damit eher eine Luxus-Lösung. Bereits die aktuelle Behelfsbrücke ist mit Kosten von rund 600.000 Euro veranschlagt, kostet allein 1500 Euro Miete pro Monat. Eine Schwierigkeit bei den Planungen ergibt sich laut Landkreisverwaltung durch den Hochwasserschutz: Fördergelder gibt es nur für eine neue Brücke, für die noch zusätzliche Hochwasserschutzmaßnahmen kalkuliert werden müssten. Varianten, die den Schutz vor Hochwasser der Leine berücksichtigen, sind nicht förderfähig (Leinebrücke KT 1268.18). Die Kreisverwaltung favorisiert deshalb ein Einfeldbauwerk mit einer Stützweite von 30 Metern. Kostenpunkt: 1,8 Millionen Euro, die komplett vom Landkreis bezahlt werden müssten. Um die Kosten zu minimieren, soll die Fahrbahnbreite auf 4,50 Meter begrenzt werden, so dass das Bauwerk nur einspurig befahren werden kann (wie die aktuelle Behelfsbrücke). Außerdem soll dort Tempo 50 gelten, um auf Schutzeinrichtungen verzichtet zu können. Schließlich soll das Bauwerk im Grundriss so geplant werden, dass die alte Trassierung der Kreisstraße 650 nicht wesentlich verändert werden muss. Wann die Ersatzbrücke entstehen könnte, ist derzeit nicht bekannt.

Nachtrag 14.12.2015: Der Kreistag hat am sich 11. Dezember einstimmig für die einspurige Variante entschieden, die mit rund 1,8 Millionen Euro kalkuliert ist. Baubeginn könnte 2017 sein.

Informationen – holen oder bringen?

Darüber lässt sich trefflich unterschiedlicher Meinung sein. Und das jüngste Beispiel aus Garlebsen ist auch nur eines von mehreren, das ich locker aus dem Handgelenk aufzählen könnte, aber eben das aktuellste: Wenn jemand keine Informationen über etwas hat, ist das eine Holschuld oder eine Bringschuld? Der Ortsrat der Einbecker Ortschaft Garlebsen hat in seiner jüngsten Sitzung ausweislich des Protokolls einstimmig einen Ortstermin gefordert. Anlass ist die Wasserleitung, die derzeit von Einbeck in Richtung Kreiensen gelegt wird. Der Ortsrat stellt kritisch fest, „dass die geplante Baumaßnahme ihm erst im Juni zur Kenntnis gegeben worden“ sei und eine Beteiligung überhaupt nicht stattgefunden habe. Das mit der Beteiligung kann ich aktuell nicht beurteilen, was ich aber sagen kann ist, dass alle Einbecker Medien Anfang März nach einem Pressegespräch der Stadtwerke Einbeck GmbH über die geplante Baumaßnahme berichtet haben, beispielsweise hier. Wer also Nachrichten verfolgt, hätte wissen können, dass da eine Leitung gelegt werden soll. Und dann kommt die entscheidende Frage, siehe oben: Ist es Aufgabe eines Ortsrates, sich die genaueren Infos aus dem Rathaus zu holen (ich denke, zu einem guten Teil kann man dies durchaus verlangen, jeder Ortsrat bzw. Ortsbürgermeister sollte mit der Verwaltung im ständigen und stetigen Dialog stehen) oder auf Infos aus dem Rathaus zu warten (ich denke, zu einem guten Teil kann man erwarten, dass die Stadtverwaltung von sich aus informiert).

Zweifellos ärgerlich und aufgeklärt gehört die Kritik aus Garlebsen, die eingesetzte Baufirma habe erhebliche Schäden an den öffentlichen und auch privaten Flächen verursacht. Laut Ortsrat seien Hinweise und Anfragen entweder nicht oder unverschämt  kommentiert worden, Baustellenabsicherungen hätten fast immer gefehlt, Bauschuttablagerungen seien willkürlich im Straßenseitenraum vorgenommen worden und ein Entwässerungsgraben vollständig mit Bauschlamm verfüllt worden.

Nachtrag 15.09.2015: Die Stadtwerke Einbeck haben heute den offiziellen Start der Umstellung der Trinkwasserversorgung für den 28. September angekündigt. Vier Monate habe es gedauert, die Transportleitungen von Naensen nach Greene und von Volksen nach Garlebsen mit einer Gesamtlänge von rund 7,5 Kilometer zu legen.

Die Brücke ist da

Bei der Montage vor Ort (v.l.): Erster Kreisrat Dr. Hartmut Heuer (l.) und Landkreis-Bauamtsleiter Ralf Buberti (r.) im Gespräch mit Bürgerinitiativen-Sprecherin Editha Brackmann und Garlebsens Ortsbürgermeister Hans-Jörg Kelpe.

Bei der Montage vor Ort (v.l.): Erster Kreisrat Dr. Hartmut Heuer, Bürgerinitiativen-Sprecherin Editha Brackmann, Garlebsens Ortsbürgermeister Hans-Jörg Kelpe und Landkreis-Bauamtsleiter Ralf Buberti.

Heute früh haben Mitarbeiter einer Fachfirma aus Hannover zwischen Olxheim und Garlebsen die Behelfsbrücke über die Leine montiert. Sie soll bis zum Bau einer Ersatzbrücke die 1951 errichtete und einsturzgefährdete alte Leinebrücke provisorisch die Verbindung zwischen den Dörfern wieder herstellen: 30,5 Meter sind die zwei so genannten Durchlaufträger lang, jeweils 16 Tonnen schwer. Zehn je 2,5 Tonnen schwere Fahrbahn-Elemente werden zwischen diese Träger gehängt, auf einer Seite kommt außerdem ein 1,50 Meter breiter Gehweg hinzu. Insgesamt 64 Tonnen wiegt die Behelfsbrücke, die der Landkreis Northeim von der Firma Eiffel (Hannover) mietet. Als die zwei Stahlträger der Dreiecksbrücke in den Widerlagern lagen, applaudierten die zahlreich anwesenden Anlieger aus den betroffenen Dörfern. Sie freuen sich, dass nach ihrem massiven Protest eine seit einem Jahr gesperrte Brückenverbindung zwischen ihren Ortschaften bald wieder hergestellt ist. Nächste Woche sollen die noch fehlenden Asphaltierungsarbeiten erledigt werden. Wenn die Brücke dann offiziell abgenommen ist, soll sie voraussichtlich am 11. September für den Verkehr freigegeben werden. Ortsrat und Bürgerinitiative Pro Leinebrücke wollen die wieder hergestellte Brückenverbindung zwischen ihren Dörfern mit einem Fest am Sonnabend, 26. September, ab 15 Uhr auf dem Bolzplatz in Olxheim feiern.

30,5 Meter lang und 16 Tonnen schwer ist einer der Stahlträger.

30,5 Meter lang und 16 Tonnen schwer ist einer der Stahlträger.

Seit Juli waren die Widerlager für die Behelfsbrücke sowie die Straßenanschlüsse erstellt worden, eine Wasserleitung musste neu unter der Leine gedükert werden, der Kampfmittelbeseitigungsdienst war vor Ort, fand aber nichts Gefährliches. „Das kann sich sehen lassen“, zeigte sich Ralf Buberti, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt beim Landkreis Northeim, heute vor Ort mit dem Ablauf zufrieden. Rund 600.000 Euro kostet nach seinen heutigen Angaben die gesamte Maßnahme. Das ist offenbar deutlich teurer als ursprünglich geplant: Das Bauvolumen waren noch Anfang Juli mit 224.000 Euro angegeben worden; rund 300.000 koste der Abriss der alten marode Brücke, hieß es. Die Gesamtkosten werden auch davon abhängen, wie lange der Landkreis die Behelfsbrücke mieten muss (monatliche Miete: 1500 Euro). Das Planfeststellungsverfahren für den Bau einer Ersatzbrücke läuft bereits parallel; es kann wegen Hochwasserschutz und anderen zu berücksichtigenden Einzelheiten mehrere Jahre dauern.

 

Nachtrag 14.09.2015: Die Behelfsbrücke ist seit dem 11. September für den Verkehr freigegeben. Hier ein Video dazu.

Behelfs-Brücke-Baubeginn

Die Behelfsbrücke über die Leine zwischen Olxheim und Garleb­sen soll ab dem 6. Juli gebaut werden. Das hat die Northeimer Kreisverwaltung nach eigener Aussage in einem Brief an die Bürgerinitiative Pro Leinebrücke Garlebsen-Olxheim mitgeteilt. Der Termin sei in einer Bauanlaufbe­sprechung am 25. Juni festgelegt worden, heißt es aus dem Kreishaus. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Nachtrag 03.07.2015: In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung der Kreisverwaltung wird die Firma Eurovia Teerbau als das nach einer Ausschreibung mit den Arbeiten beauftragte Unternehmen genannt. Die nächsten Montag startende Baumaßnahme soll laut Kreisverwaltung voraussichtlich bis Ende August 2015 dauern und hat ein Volumen von rund 224.000 Euro. Ursprünglich war einmal mit 150.000 Euro für die Behelfsbrücke kalkuliert worden – plus monatliche Miete. „Ab der kommenden Woche werden die Anwohner in Garlebsen und Olxheim mit erhöhtem Aufkommen an Baustellenfahrzeugen rechnen müssen“, beginnt die Pressemitteilung aus dem Kreishaus. Das dürfte vermutlich für die Anwohner, die so sehr für ihre Brückenverbindung gekämpft haben, das geringste Problem sein…

Nachtrag 09.07.2015: Die Bauarbeiten haben begonnen, wie das aktuelle Foto von heute zeigt.

Die Bauarbeiten für die Behelfsbrücke über die Leine haben begonnen. Aufnahme vom 09.07.2015

Die Bauarbeiten für die Behelfsbrücke über die Leine haben begonnen, hier auf der Olxheimer Seite. Aufnahme vom 09.07.2015

Eine Seite der Brücke…

Bohrlöcher.

Bohrlöcher.

Man kennt das: Wenn der Druck nachlässt, ist es Zeit zum Durchschnaufen. Wenn der Scheinwerfer der Öffentlichkeit nicht mehr – wie noch im vergangenen Sommer – gleißend hell auf das Objekt gerichtet ist, dass manchem im Kreishaus der Schweiß auf der Stirn stand, sehen das einige offenbar als Signal, entspannt aufzuatmen. Und sie bleiben einseitig an einem Ufer stehen – und schauen gelassener auf den Fluss.

Schon lange nichts mehr von der Leinebrücke gehört, die Olxheim und Garlebsen/Ippensen verbindet und für die die Anwohner im vergangenen Jahr so vehement und anerkennswert gekämpft haben. Im Februar hatte der Landkreis selbst letztmalig eine Sachstandsnotiz veröffentlicht. An der Brücke tat sich erkennbar etwas. Seitdem: Stille. Obwohl: Nach einer Zeitungsmeldung von heute zu urteilen, freuen sich Bürgerinitiative Pro Leinebrücke und die Kreisverwaltung gemeinsam, dass es voran geht. Der Landkreis hat jedoch nicht wie im Februar die Öffentlichkeit informiert, sondern offenbar lediglich die BI. Freilich steht die alte, marode Brücke immer noch, erkennbar sind lediglich Vorarbeiten für die vorgesehene Behelfsbrücke. In der jüngsten Ortsratssitzung am 28. Mai war die Leinebrücke kurz Thema, ein Auszug aus dem Sitzungsprotokoll: „Geplant ist die Brückenfertigstellung im August.“ Sollte die Behelfsbrücke nicht ursprünglich mal im Mai fertig sein? Naja, wenn der Druck nachlässt und die Scheinwerfer nicht mehr benötigt werden…

Betreten verboten: Der Bauzaun ist ein wenig beiseite geschoben. Die Brücke wird augenscheinlich genutzt. Foto vom 14.06.2015

Betreten verboten: Der Bauzaun ist ein wenig beiseite geschoben. Die Brücke wird augenscheinlich genutzt. Foto vom 14.06.2015

An der Brücke tut sich was…

Die Widerlager der Behelfsbrücke sind bereits abgesteckt.

Die Widerlager der Behelfsbrücke sind bereits abgesteckt, die Bäume am Nordufer gefällt.

Die Anwohner in den Einbecker Dörfern Garlebsen, Ippensen und Olxheim haben seit Beginn ein wachsames Auge auf ihre Leinebrücke; für den Erhalt einer Verbindung haben sie sich im vergangenen Sommer vehement und erfolgreich eingesetzt. Heute hat der Landkreis Northeim eine Sachstandsinformation veröffentlicht. Da hatten die ersten Anlieger bereits erste Fotos in der offenen Facebook-Gruppe der Bürgerinitiative Pro Leinebrücke gepostet. Und mein Foto-Ortstermin heute Nachmittag hat ergeben, dass bereits Bäume gefällt worden sind, nicht erst „demnächst“ gefällt werden, wie die Kreisverwaltung heute Mittag noch schriftlich erklärte.

Nach Mitteilung der Behörde laufen die Vorbereitungen für den Bau einer Behelfsbrücke über die Leine zwischen Olxheim und Garlebsen. Der Auftrag für Lieferung, Montage und Demontage dieser Brücke einschließlich Miete und Unterhaltung in Höhe von rund 115.800 Euro sei mittlerweile erteilt, hieß es. Kalkuliert worden war ursprünglich mit 150.000 Euro plus Miete 1500 Euro/Monat. Durch die Auftragsvergabe sind laut Landkreis nun Eckdaten der Behelfsbrücke bekannt, mit denen die weiteren Details (Widerlager für die Behelfsbücke, Rampen für die Umfahrung des geplanten Brückenbauwerks) geplant werden können.

Merkwürdig klingt die Aussage aus dem Kreishaus, dass die genaue Lage der vorhandenen Trinkwasserleitung „noch nicht abschließend geortet werden“ konnte. Gibt es für so etwas nicht Pläne und Karten? Der Landkreis sucht jetzt Möglichkeiten, die Trinkwasserversorgung sicherzustellen; neben einem Provisorium für den Zeitraum der Rammarbeiten für die Behelfsbrückenwiderlager komme auch eine Neuverlegung der Trinkwasserleitung unter der Leine in Frage, hieß es.

Einen Hinweis der Behörde sollten die Anlieger beherzigen, selbst wenn er sich zunächst auch ein wenig skurril liest: „Anhand von Spuren im frisch gefallenen Schnee“ habe man festgestellt, dass die einsturzgefährdete Brücke von Fußgängern trotz Absperrung mit Bauzaun offenbar weiter genutzt werde. „In Kürze wird daher ein zusätzliches Schild ‚Betreten der Brücke verboten, Einsturzgefahr‘ angebracht, um nochmals dringend darauf hinzuweisen, dass das Betreten der Brücke verboten ist“, erklärte der Landkreis. Das Schild war heute Nachmittag jedenfalls noch nicht aufgestellt. Aber der Hinweis hat seinen Sinn. Es geht hier schließlich um Haftungsfragen. Wenn jemand tatsächlich zu Schaden kommen sollte, weil er die abgesperrte Brücke trotz Verbot überquert, ist das Geschrei groß und niemand will es gewesen sein. Zusätzlich schadet es der bisher positiven Sache. So bitter sicher die Umwege sind.

Nichts Neues?

Wenn es nichts Neues gibt, ist das eigentlich journalistisch keine Meldung wert. Neues ist die Nachricht. Aber weil es Kritik daran gibt, dass nichts Neues durchdringt, dazu eine Meldung, vor allem wegen der, zurückhaltend formuliert, nicht immer glücklichen Informationspolitik in den vergangenen Monaten beim Thema Brücke über die Leine zwischen Olxheim und Garlebsen: Keine aktuellen Informationen über Ablauf von Abriss und Neubau der Leinebrücke lagen dem Ortsrat Garlebsen, Ippensen und Olxheim nach Angben von Ortsratsmitglied Editha Brackmann in der jüngsten Sitzung des Gremiums vor. Seit dem Kreistagsbeschluss Mitte Oktober, die marode Leinebrücke zwischen Garlebsen und Olxheim zunächst durch eine Behelfsbrücke aus Stahl zu ersetzen und parallel eine neue Brücke zu planen, habe es aus dem Northeimer Kreishaus trotz Zusage des Landrates keine Nachricht mehr über den Sachstand gegeben, bemängelte Brackmann, die auch Sprecherin der Bürgerinitiative „Pro Brücke“ ist. Auch Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek hatte bis zum Wochenende keine Zwischenstand-Nachricht, wie sie mir auf Anfrage sagte. Der Landrat hatte im Kreistag erklärt, die Informationen seiner Verwaltung über die Stadt Einbeck an den Ortsrat geben zu wollen. In dieser Woche will die BI offiziell anfragen, wie der Stand der Dinge ist. Aus dem gestern tagenden Bauausschuss des Kreistages wird nun bekannt, dass im 11,8 Millionen Euro umfassenden Bau-Etat 2015 des Landkreises Haushaltsmittel auch für die Leinebrücke eingeplant sind. Das ist doch schonmal eine Nachricht (die zugegeben vergangene Woche dem Ortsrat noch nicht vorgelegt werden konnten). Für die vorbereitenden Gutachten (Vermessung, hydraulische Berechnungen, Baugrunduntersuchungen) und Planungen sind 250.000 Euro vorgesehen. Für eine Behelfsbrücke sind nochmals 250.000 Euro veranschlagt. Der Abriss der alten Brücke schlägt sich mit 300.000 Euro im Haushalt nieder.

Dass die Leinebrücke nicht das einzige marode Brückenbauwerk im Landkreis ist, schwante schon einigen während der sommerlich-hitzigen Debatte über die drei Dörfer verbindende Brücke zwischen Garlebsen und Olxheim. Immerhin scheint die Politik gelernt zu haben: Denn auch für die Brücke über die Ilme (Kreisstraße 510) zwischen Einbeck und Dassensen sind 200.000 Euro im Kreis-Haushalt 2015 vorgesehen. Der Landkreis will damit die notwendigen Gutachten und Planungen auf den Weg bringen, um einen Ersatzneubau der ebenfalls korrosionsgefährdeten Spannbetonbrücke auf den Weg zu bringen, heißt es aus den Etatberatungen.