Brücken-Politik

Mitglieder der CDU-Stadtratsfraktion und des Ortsrates auf der maroden Leinebrücke. Foto: CDU

Mitglieder der Einbecker CDU-Stadtratsfraktion und des Ortsrates auf der maroden Leinebrücke. Foto: CDU

Die ohne an die Folgen zu denken angekündigte Brückensperrung beschäftigt die Politik. Wie angekündigt, hat sich die Einbecker CDU-Stadtratsfraktion vor Ort an und auf der zurzeit nur bis 3,5 Tonnen nutzbaren maroden Leinebrücke zwischen Garlebsen/Ippensen und Olxheim über die Sachlage kundig gemacht. Wie die CDU in einer Mitteilung schreibt, hätten die Mitglieder der Fraktion mit Unverständnis auf die “chaotische Informationspolitik” der Kreisverwaltung reagiert. Bei einer Diskussion mit Ortsratsvertretern auf der Brücke stellte sich die Einbecker CDU-Fraktion hinter die Forderungen des Ortsrates für die drei Einbecker Ortschaften. Neben einer umgehenden Informationsveranstaltung durch die Kreisverwaltung wünschen sich die Christdemokraten, dass offene Fragen zur Schülerbeförderung und zum Brandschutz geklärt werden, Übergangslösungen wie beispielsweise eine Behelfsbrücke benannt werden und vor allem eine Nachfolgelösung für die mehr als 60 Jahre alte Leinebrücke geklärt wird. “Diese Brücke ist aus unserer Sicht auch in der Zukunft unverzichtbar. Hier müssen rasch alle Verantwortlichen an einen Tisch, um eine Lösung herbei zu führen. Die Anwohner aus Garlebsen, Ippensen, Olxheim und Haieshausen müssen bei ihren berechtigten Forderungen gehört und unterstützt werden”, schreibt die CDU-Ratsfraktion in einer Mitteilung nach der Besichtigung der maroden Brücke. Die von der CDU geforderte Sondersitzung des zuständigen Kreistags-Fachausschusses ist mittlerweile für den 2. September um 17 Uhr terminiert.

MdL Grascha (Mitte) informierte sich auf der Leinebrücke. Foto: FDP

MdL  Christian Grascha (Mitte) informierte sich auf der Leinebrücke bei Ortsratsmitgliedern. Foto: FDP

Vor Ort informiert hat sich unterdessen gestern auch der Einbecker FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha. Einzelheiten dazu sind bislang noch nicht bekannt. “Die Kommunikation der Kreisverwaltung ist eine Frechheit gegenüber den Betroffenen”, erklärte der Politiker, der auch Kreistagsabgeordneter ist, heute via Facebook. “Wir brauchen nun schnell eine Übergangslösung und dann eine dauerhafte Lösung. Landkreis, Stadt und Ortsrat sollten schnell an einen Tisch geholt werden. P.S. Beim Verhalten des Landkreises kann man den Eindruck gewinnen, dass man die Stadt wegen des Bürgerprotestes dazu zwingen will, sich finanziell an der Baumaßnahme dieser Kreisbrücke zu beteiligen.”

Einen bemerkenswerten Vergleich hat bei einer Telefonaktion der Northeimer Zeitung der Vogelbecker Reinhard Uhde gezogen, wie die HNA heute schreibt: Was wäre, wenn die Rhumebrücke in Northeim gesperrt werden müsste, weil sie marode und kein Geld mehr da ist? Ja, was wäre denn dann? Ich wage mal als Antwort, dass es dort nicht so weit kommen würde, eben weil das Infrastrukturobjekt mitten in der Kreisstadt und nicht irgendwo im Kreisgebiet steht. Das Einbecker Rathaus ist zwar für die besagte Brücke zwischen Garlebsen und Olxheim nur bedingt zuständig, aber für die Stadtverwaltung wie für die Einbecker Politik gilt es unter allen Umständen den Eindruck zu vermeiden, dass die ehemaligen Kreiensener Ortsteile nicht so wichtig sein könnten. Im Gegenteil: Es könnte positiv bei den Menschen dort ankommen, wenn man irgendwann einmal sagen könnte: Die Einbecker in Rathaus und Politik haben für unsere Brücke gekämpft. Kluge Kommunalpolitiker wissen das.

(Aktualisiert: 08.08.2014, 15:41 Uhr)

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