Spielplatz mit Betreuung

Der in wenigen Tagen fertig gestellte neue Aktivspielplatz an der Langen Brücke in Einbeck soll ein Betreuungsangebot erhalten. Der Jugendausschuss des Stadtrates stimmte einstimmig dafür, das vorgelegte Nutzungskonzept umzusetzen und nach Fördermöglichkeiten für pädagogische Mitarbeiter zu suchen. Der Spielplatz, der am 23. Oktober eröffnet werden soll, wird von der Stadt Einbeck in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Christliche Sozialarbeit (ACS) betrieben und durch die alleinige finanzielle Förderung der Firma Reichenbach ermöglicht. Das Konzept sieht unter anderem vor, in den Sommermonaten von Montag bis Freitag zwischen 14 und 17 Uhr zwei Fachkräfte mit besonderer Eignung für die Kinderbetreuung vor Ort zu haben. Der Ausschuss wünschte sich, auch am Sonnabend zu Wochenmarktzeiten die Betreuerinnen anbieten zu können.

Ortstermin des Jugendausschusses: In der Brandlücke von 2005 entsteht ein neuer Spielplatz.

Der „Innenstadtspielplatz Lange Brücke“ soll laut Konzept selbstbestimmtes und angeleitetes Spielen ermöglichen und zur Entwicklung von sozialer Verantwortung beitragen. “Die pädagogischen Mitarbeiter stehen den Kindern als partnerschaftliche Betreuerinnen und Betreuer zur Seite, um ihnen ein „soziales Übungsfeld“ zu ermöglichen, in dem sie eigenständig handeln können und Erfahrungen sammeln dürfen, ohne allein gelassen zu sein”, heißt es in dem Konzept. Die Betreuer sollen pädagogische Angebote konzeptionieren und gestalten sowie Kooperationen mit anderen Institutionen fördern. Ausgestattet ist der Spielplatz in der 2005 nach einem Großbrand entstandenen Bebauungslücke mit einer Boulderwand, einer Farbscheibe, einer Sitzgarnitur zum kreativen Basteln und Werkeln, einem Drehmännchen, einer Fläche zum Freispiel und im hinteren Bereich einer vielseitigen Spielhausanlage aus Holz mit integrierter Rutsche. Der Spielplatz sollte eigentlich schon früher fertig sein, verzögerte sich dann aber mehrfach.

Von den zwei pädagogischen Mitarbeitern soll eine Stelle über die Stadt Einbeck finanziert werden, die andere wird über den ACS (refinanziert durch Firma Reichenbach) abgedeckt. Die Stadt suche aber bereits nach Förderprogrammen, um die Personalkosten des einen Mitarbeiters decken zu können und nicht aus dem Haushalt bezahlen zu müssen, sagte Stadtjugendpfleger Henrik Probst.

Das Spielhaus (hinten) steht schon, am 23. Oktober soll Eröffnung des Spielplatzes sein.

Politiker aller Fraktionen lobten das entstehende Konzept und dankten der Firma Reichenbach für die Spende. Wie bereits bei früheren Sitzungen wurden mit Hinweis auf die Spendenfinanzierung Investitionssummen nicht genannt. Dietmar Bartels (Grüne) merkte an, dass er sich bei aller Begeisterung für den neuen Spielplatz im Nachhinein unter Druck gesetzt fühle, denn bei der Annahme der Spende sei von Folgekosten wie dem Betreuungspersonal keine Rede gewesen. Er bat, für den städtischen Teil nach Sponsoren zu suchen, eventuell könnten auch entsprechende Fachschülerinnen der BBS als Praktikanten unterstützen, schlug Bartels vor. Das sei eine gute Idee, sagte Probst zu. Gitta Kunzi (SPD) regte an, dass der von der Stadt bezahlte Betreuer an die neue Multifunktionshalle personaltechnisch “angedockt” werden könne und sich auch um Jugendarbeit in den Ortschaften kümmern könnte. Henrik Probst erklärte, man denke da eher an eine Kooperation mit dem Familienservicebüro am Hallenplan, das sei nicht nur nicht weit entfernt, sondern dort könne man eventuell auch für das dort angesiedelte “Mobilo”-Projekt Synergien nutzen.

Man habe “aus der Geschichte das Beste gemacht”, resümierte Dirk Heitmüller (SPD). Leider habe man es nicht geschafft, dass dort wieder ein Haus stehe. Letztlich habe das der Gewölbekeller und der Denkmalschutz verhindert. Dieser Keller, mit Flüssigerde für die Stabilität verfüllt, sei jetzt gut versteckt und integriert.

Heidrun Hoffmann-Taufall (CDU) hofft, durch den neuen Spielplatz mehr junge Menschen in die Innenstadt ziehen zu können und die Aufenthaltsqualität im Stadtkern zu verbessern. Dafür müsse man auch Geld in die Hand nehmen.

Joachim Dörge (CDU) fragte nach den Vorkehrungen gegen Vandalismus und die Beleuchtung nachts. Bei einem unbeaufsichtigen Spielplatz habe er Bedenken, dass diesen abseits der Betreuungszeit die falschen Leute unsachgemäß nutzen. Für die Antworten auf diese Fragen sei der Fachbereich Bauen zuständig, der in diesem Fachausschuss nicht zuständig und daher nicht anwesend sei, sagte Probst. Deshalb blieb in der Sitzung zunächst auch offen, ob es einen (abschließbaren) Zaun am Zugang von der Langen Brücke haben werde.

Christine Jordan (SPD) sah durch die Betreuungsangebote auf diesem neuen Spielpatz die Chance, auf andere Jugendpflege-Angebot aufmerksam machen zu können, auch in den Ortschaften. Der Spielplatz könne zur Vernetzung in diesem Bereich beitragen. Und wenn dann auch noch sonnabends zur Marktzeit eine Betreuung für Kinder vorhanden sei, “dann ist das ein Selbstläufer”.

Ortstermin am Bauzaun: Der Jugendausschuss traf sich an der Langen Brücke.

Nachtrag 08.10.2020: Der Verwaltungsausschuss hat gestern den Beschluss des Fachausschusses bestätigt, aber auch noch einmal präzisiert, wie Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek auf Anfrage sagte. Beschlossen wurde, dass der Stellenplan der Stadt Einbeck nicht belastet werden darf. Die Betreuungskraft muss aus Förder- oder Sponsorenmitteln finanziert werden und nicht aus dem städtischen Etat. Die zweite Kraft hatte bereits der ACS bzw. der Sponsor Reichenbach Wirkstoffe zugesagt.

Wo der Verwaltungsausschuss sich getroffen hat

In normalen Zeiten wäre es keine Erwähnung wert, wo der nicht-öffentlich tagende Verwaltungsausschuss sich für seine jüngste Sitzung getroffen hat. In Zeiten der Corona-Pandemie jedoch muss erlaubt sein, ein wenig mehr als sonst üblich über Atmosphäre und Ambiente zu berichten, die gestern für die VA-Sitzung den Rahmen bildeten. Beschlüsse wurden aber natürlich auch gefasst, sogar einige, die gar nichts mit Corona zu tun haben und ein Stück Normalität schienen.

Der neunköpfige Verwaltungsausschuss traf sich in der Rathaushalle, in der jeder Teilnehmer mit ausreichendem Abstand zu den anderen dabei sein konnte. Im Viereck saßen die Kommunalpolitiker zusammen, jeder hatte seinen eigenen Tisch. Niemand hatte eine Mund-Nase-Maske auf. Was vermutlich auch deshalb von Vorteil war, weil die Akustik der Rathaushalle ohne Mikrofone die VA-Mitglieder ohnehin dazu zwang, lauter und deutlicher zu sprechen. Das Gremium hatte zuvor trotz Angebot keine Einstimmigkeit darüber erzielen können, die Sitzung per Videokonferenz zu führen und die Beschlüsse nachträglich per Umlauf zu treffen. Nach 90 Minuten war die denkwürdige VA-Sitzung zu Ende.

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek referierte ausführlich über den Sachstand und die Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie. Die Fraktionsvorsitzenden werden von ihr regelmäßig fortlaufend auf den aktuellen Stand gebracht. Derzeit werden Vorbereitungen getroffen, wie die Grundschulen der Stadt Einbeck wieder ihren Betrieb aufnehmen können und welche Hygienepläne hier beachtet werden müssen. Auch die Organisation der Stadtverwaltung bei zunehmender Wiederöffnung des Rathauses war Thema. Was sich bereits andeutete, konnte der VA offiziell vernehmen: Die Summe der Steuerstundungen ist aktuell noch nicht so dramatisch, was sich aber im Verlauf des Jahres ändern kann. Die Bürgermeisterin sieht derzeit keinen Grund für eine Haushaltssperre oder einen Nachtragshaushalt. In einer Telefonkonferenz haben sich die Hauptverwaltungsbeamten im Landkreis Northeim darauf verständigt, dass die Kommune auf die Kita-Gebühren für April verzichtet. Wie es hier weitergeht, hängt nach den Worten der Bürgermeisterin wesentlich davon ab, wann und wie die Kitas wieder öffnen.

Einer von neun Parkscheinautomaten heute in Einbeck.

Der Verwaltungsausschuss hat in seiner Sitzung beschlossen, die neun aus dem Jahr 2008 stammenden Parkautomaten in der Innenstadt nicht durch neue Geräte zu ersetzen, sondern das Angebot eines Dienstleisters anzunehmen, neue Geräte auf acht Jahre zu mieten. Vorteil für die Stadt: Reparaturen und ggf. Ersatzgeräte werden vom Dienstleister übernommen, auch die gesamte Bewirtschaftung (z.B. Automaten leeren) erledigt die beauftragte Firma. Das Angebot sei günstiger als ein Neukauf von Parkscheinautomaten es wäre, berichtete Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek aus dem VA. Im Haushalt waren bislang 60.000 Euro veranschlagt. Die Stadt Northeim habe mit diesem Modell schon gute Erfahrungen gemacht, hieß es.

Außerdem hat der VA eine Stellungnahme zur Suedlink-Stromtrasse beschlossen. Bei den Planungen war eine Variante des Trassenkorridor-Segments 431 bekannt geworden, die Leitung nicht mehr westlich, sondern östlich an Stroit vorbei zu führen. Der VA sieht aus verschiedenen Gründen Probleme, wenn die Trasse östlich verlaufen soll, und hat das der Bundesnetzagentur so mitgeteilt.

Beim geplanten Spielplatz in der Langen Brücke ist der Zuschlag für die Geräte erfolgt und an eine Firma aus Hannover gegangen. Kurzfristig soll nun laut Bürgermeisterin die Ausschreibung für die noch notwendigen Bauarbeiten dort auf den Weg gebracht werden.

Der Fahrbahnbelag der Papenstraße soll bei der Umgestaltung des Platzes jetzt doch asphaltiert werden.

Beim aktuell laufenden Projekt Neustädter Kirchplatz hat sich der VA auf eine Veränderung zu den bisherigen, auch im Fachausschuss zuletzt diskutierten Planungen verständigt: Die Fahrbahn der Papenstraße soll nicht in Granitpflaster gestaltet werden, sondern soll eine normale Asphaltschicht erhalten. Das werde auch günstiger, teilte die Bürgermeisterin mit.

Arbeiten auf dem Neustädter Kirchplatz heute: Die Betonmauern des unterirdischen WC-Anlage und der früheren Trafostation werden weggerissen.

Brandlücken-Spielplatz erst 2020

Der neue Spielplatz in der Brandlücke an der Langen Brücke mitten in Einbeck wird erst 2020 Realität werden. Ursprünglich sollten hier schon in diesem Sommer Kinder spielen und klettern können. Das Projekt, das komplett spendenfinanziert realisiert wird, ist fertig geplant, sagte Sachgebietsleiter Thomas Kreykenbohm gestern im Bauausschuss. Den zweiten Teil der Spende werde der Einbecker Stadtrat aber erst 2020 annehmen können. Die Ausschreibungen für die Anschaffung der vorgsehenen Spielgeräte könne man aber schon vorbereiten.

Die Baulücke in der Langen Brücke 5. Archivfoto

Ob der Stadtrat den zweiten Teil der Spende wieder wie bei der ersten Tranche in nicht-öffentlicher Sitzung annehmen wird, ist zunächst offen. Die Summe der Investition durch die private zweckgebundene Spende sollte damals nicht genannt werden. Ein Blick in den Haushaltsplan-Entwurf für 2020 verrät jedoch, dass für das Projekt 65.000 Euro im Jahr 2020 verbucht sind, weitere 55.000 Euro im Haushaltsjahr 2021, so dass eine spendengedeckte Summe von insgesamt 120.000 Euro kalkuliert ist.

Immerhin soll für den zurzeit gerade in der Beratung befindlichen Haushalt 2020 die pauschale Summe für Spielplätze in Einbeck auf jährlich 30.000 Euro angehoben werden. Bei den aktuellen Preisen für Spielgeräte ist auch das nur ein Tropfen auf heißem Stein. Ich bleibe aber dabei, dass in dieser Brandlücke ein neues Haus in bester Innenstadtlage besser wäre als ein Spielplatz. Welch ein Wahnsinn, dort einen neuen Spielplatz entstehen zu lassen, nur weil jemand mit dem Spendenscheck wedelt, gleichzeitig aber nicht das Geld zu haben, um vorhandene innenstadtnahe Spielplätze (wie beispielsweise am Tiedexer Tor) vernünftig in Schuss zu halten oder sich beispielsweise – wie in meiner Kindheit – noch Spielgeräte in der Fußgängerzone leisten zu können oder zu wollen.

Brandlücken-Spielplatz kommt später

Hier soll ein Spielplatz entstehen: Baustelle an der Langen Brücke 5.

Dieser Sommer wird noch ohne den neuen Spielplatz in der Brandlücke Lange Brücke 5 vorüber gehen. Das war einmal anders geplant. Wie Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek gestern im Stadtrat sagte, haben im Juni Gespräche mit den Eigentümern der beiden angrenzenden Grundstücke stattgefunden, nachdem die archäologischen Ausgrabungen abgeschlossen seien. Durch die Gespräche mit den Nachbarn werde in Teilbereichen eine Umplanung der Spielplatzanlagen notwendig, sagte Michalek. Die Kletterwand soll niedriger werden. Bis Ende Juli sollen nun laut Bürgermeisterin die Unterlagen fertiggestellt werden. Dann könnten die restlichen Spendengelder angefordert und die Bauarbeiten ausgeschrieben werden. Der Gewölbekeller ist bereits verfüllt, erste Baumaßnahmen haben bereits stattgefunden. Teurer soll die Maßnahme aber nicht werden, heißt es, jedenfalls nicht für den Steuerzahler. Das Projekt wird durch eine zweckgebundene Spende finanziert. Die Höhe der Spende ist deshalb nicht bekannt, weil der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung deren Annahme beschlossen hat.

Spende belebt Brandlücke

Hier soll bald ein Spielplatz entstehen: die Brandlücke in der Langen Brücke.

Die Einbecker Firma Reichenbach Wirkstoffe GmbH hat der Stadt Einbeck laut Mitteilung aus dem Rathaus von heute “eine großzügige Spende” übergeben, um in der 2005 entstandenen Brandlücke Lange Brücke 5 einen Spielplatz anzulegen. Über die Höhe der Spende wurde zunächst auch auf Nachfrage nichts bekannt. Jedenfalls soll mit der Spende ein erster Bauabschnitt (Sitzplatzbereich, Gewölbekeller und Spielhaus) umgesetzt werden, erklärte Bauamtsleiter Frithjof Look heute auf meine Nachfrage; bereits seit geraumer Zeit wird die Zukunft der Fläche geplant, werden die Kosten für einen ersten Bauabschnitt mit rund 11.000 Euro angegeben, im Haushalt war dafür bislang kein Geld. Der für den nun vorgesehenen Bauabschnitt notwendige Bauantrag sei gestellt, momentan laufe die Ausschreibung für die Planungsleistungen, sagte der Bauamtsleiter. Im Herbst könne dann voraussichtlich mit dem Bau begonnen werden, ebenfalls nach Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen. Look: “Ich rechne mit einer Fertigstellung im Frühjahr 2019.” Das neue Spielplatzangebot mitten in der Fußgängerzone soll laut Stadtverwaltung die Attrativität der Innenstadt für Eltern und Kinder verbessern und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Verschönerung des Stadtbildes leisten. Die Brandlücke, für die sich seit längerem kein Investor gefunden habe, erhalte eine sinnvolle und attraktive Zwischennutzung, erklärte der Bauamtsleiter heute auf meine Nachfrage, ob die Stadt nun nicht mehr verfolge, das Grundstück wieder mit einem Haus zu bebauen.

Der Einbecker Stadtrat hat die Spende am 14. März in nicht-öffentlicher Sitzung “dankend angenommen”, wie das Rathaus heute mitteilte. Ratsherr Ulrich Minkner (SPD) hatte im öffentlichen Teil bereits gefragt, warum denn über diese Spendenannahme im nicht-öffentlichen Teil gesprochen werde, woraufhin Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek andeutete, dass der Spendengeber auf dem vorgesehenen Formular angekreuzt habe, dass zwischen dem Geber und der Stadt ein aktuelles Verfahren laufe. Und falls da Nachfragen kommen würden, bespreche man es eben im vertraulichen Sitzungsteil. Das Ergebnis werde man dann aber natürlich mitteilen. Bauamtsleiter Frithjof Look ergänzte heute, dieses Vorgehen sei üblich. Es sei ein Baugenehmigungsverfahren anhängig, das aber werde nicht durch die Spendenannahme beinflusst.

Ratsherr Joachim Dörge (CDU) hatte im Februar im Stadtentwicklungsausschuss gefragt, was mit der Brandlücke passiere. Damals hatte ihn Bauamtsleiter Frithjof Look vertröstet: “Warten Sie die Ratssitzung im März ab.”

Nachtrag 05.04.2018: Der Kernstadtausschuss hat die Planungen für den Spielplatz in der Brandlücke Lange Brücke 5 heute wohlwollend zur Kenntnis genommen; zu entscheiden hatte er in dieser Frage nichts. Überhaupt äußerten sich die Ausschussmitglieder unisono geradezu hymnisch über das dank der Spende mögliche Projekt. Schön, sinnvoll, einfach toll, gelungen, zu begrüßen, da wäre man gerne wieder Kind – das waren nur einige der zustimmenden Aussagen. Der Spielplatz werde gut frequentiert, war man sich sicher, vielleicht werde Einbeck ja künftig gar Fachwerk-, Bier- und Spielplatz-Stadt genannt. Dort ein Haus wieder hinzubauen, wäre nur eines unter vielen, der Spielplatz sei aber “ein Highlight”. Die einzige nur ansatzweise kritische Bemerkung, ob denn der Spielplatz wieder rückbaubar wäre, wurde von Bauamtsleiter Frithjof Look damit beantwortet, es sei eine “Frage der moralischen Einstellung”, wie man mit Spenden umgehe. Laut Planungsentwurf für den Kernstadtausschuss sollen mit der Spende die Objektplanung des gesamten Spielplatzes, die Herstellung des Sitzplatzbereiches, des Gewölbekellers und die Herrichtung des Geländes, unter Umständen auch erste Spielhäuser umgesetzt werden. Eine Spendensumme wurde auch hier nicht genannt, jedoch wurden weitere Spenden für weitere Bauabschnitte in Aussicht genommen. In einem Facebook-Kommentar auf mein Posting dieses Beitrages hatte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek jüngst übrigens darum gebeten, man solle doch den Wunsch des Spenders respektieren, dass die Summe nicht genannt werden soll. Diesen Hinweis gab’s bei meiner Anfrage und einer nochmaligen Nachfrage dazu leider nicht; sonst hätte ich ihn schon da verwenden können.

Geplant, aber kein Geld dafür

Mit zwei weiteren Projekt-Planungen beschäftigt sich die Kommunalpolitik in Einbeck, für die zwar schöne Pläne auf Papier vorliegen, aber kein Geld vorhanden sein dürfte. Mittlerweile existieren so viele Planungen, die der Realisierung harren, dass die Verwaltung der Politik schon eine Übersicht präsentiert (projektestadtentwicklungsausschuss_februar und projektebauausschuss_maerz2), damit niemand durcheinander kommen möge zwischen Marktstraße und Tiedexer Straße, Altem Rathaus, ZOB, Möncheplatz und Neustädter Kirchplatz. Mal abgesehen von der Tatsache, dass die Diskussion über die (hoffentlich ja nur bis zur Wiederbebauung vorübergehende) Nutzung als Spielplatz in der Baulücke Lange Brücke 5 sowie die Reaktivierung des Brunnens im Stukenbrokpark in den Bauausschuss oder in den Stadtentwicklungsausschuss gehören würde (und nicht in den überflüssigen Ratsausschuss für Kernstadtfragen), dürften die Politiker die planerischen und kalkulatorischen Überlegungen wohlwollend zur Kenntnis nehmen, aber achselzuckend darauf verweisen, dass im aktuellen und wahrscheinlich auch im nächsten städtischen Haushalt dafür kein Geld sein wird. Beim Brunnen-Projekt im Stukenbrokpark wird dann auch von vornherein auf eine Sponsor-Unterstützung gesetzt, um die kalkulierten Kosten für Fontaine oder Wasserspiel von 167.000 bis 222.000 Euro finanzieren zu können. Nur rund 11.000 Euro soll es kosten, den alten Bauzaun der seit 2005 bestehenden Brandlücke abzureißen, einen neuen 1,80 Meter hohen Zaun zu errichten, niveaugleich zur Langen Brücke einen 25 Quadratmeter großen Platz zu pflastern und dort zwei Sitzgruppen aufzustellen (allein diese sollen 3000 Euro kosten). Doch auch hier ist kaum anzunehmen, dass die Politik im Ausschuss am 15. März für kostenintensive Lösungen grünes Licht geben wird.

Interesse am Lückenschluss?

Die zwei Grundstücke der Brandlücke Altendorfer Straße möchte die Stadt Einbeck verkaufen.

Die zwei Grundstücke der Brandlücke Altendorfer Straße möchte die Stadt Einbeck an Interessierte verkaufen.

Wer möchte die Lücke schließen? Wer hat Interesse? Eine Antwort erhofft sich die Stadt Einbeck für die Brandlücke in der Altendorfer Straße, zurzeit provisorisch durch einen Container mit Oldtimern gefüllt. Bis zum 30. September bittet die Verwaltung potenzielle Investoren, ihr Interesse zu bekunden; am 27. Juni um 10 Uhr findet eine Ortsbesichtigung statt. Die beiden, insgesamt rund 500 Quadratmeter großen Grundstücke Altendorfer Straße 24 und 26 befinden sich im Eigentum des Sanierungstreuhänders DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG der Stadt Einbeck und sollen zum Verkehrswert in Höhe von 37.500 Euro verkauft werden. Durch die Interessenabfrage erhoffen sich die Verantwortlichen im Rathaus, mögliche Investoren anzusprechen und unterschiedliche Ideen zu generieren, wie diese prominent sichtbare und sensible Stelle im Stadtbild und im städtebaulichen Gefüge des Sanierungsgebietes Neustadt-Möncheplatz wieder bebaut werden kann. Ausführliche Unterlagen hat die Stadtverwaltung hier zur Verfügung gestellt. Das Gebäude Altendorfer Straße 26, auf das beim Brand im August 2012 die Flammen übergeschlagen sind, gilt als einsturzgefährdet, die Bausubstanz zeigt laut Experten irreperable Schäden. Auflage an Interessierte ist jedoch, ebenso wie die denkmalgeschützten Keller und Nebengebäude des Grundstückes Altendorfer Straße 24, die Fachwerkfassade grundsätzlich zu erhalten; statisch sei das machbar. Der Neubau auf dem Grundstück Altendorfer Straße 24 soll in sich seiner Kubatur und äußeren Gestalt in die historische Gestalt einpassen, darf aber durchaus auch zeitgemäße architektonische Akzente setzen. Gefragt ist ein überzeugendes architektonisches und städtebauliches Konzept, heißt es in den Unterlagen. Das Verfahren soll letztlich auch klären, ob und unter welchen Bedingungen privatwirtschaftliche Investoren an der Planung, Modernisierung, Finanzierung und der Nutzung der bestehenden Gebäude interessiert sind. Die eingereichten Unterlagen werden nach Abgabefrist von der Stadt Einbeck geprüft und Anfang Oktober mit Vertretern aller Stadtrat-Fraktionen gemeinsam beraten. Entsprechende Beschlüsse sollen dann im Stadtentwicklungausschuss und abschließend im Verwaltungsausschuss getroffen werden.

Ich bin gespannt, ob sich unter den gestellten Prämissen mögliche Investoren finden, die nicht nur Geld, sondern auch Planungs- und Nutzungsideen investieren. Interessant scheint mir die Kombination mit Nachbargrundstücken im Sanierungsgebiet, beispielsweise dem so genannten ehemaligen Brennerei-Komplex Backofenstraße. Hoffentlich erweisen sich die Auflagen (Fassadenerhalt, Keller-Denkmale) nicht als conditio sine qua non. Denn gefragt ist hier wie andernorts Denkmalschutz mit Augenmaß: Nicht jeder Plan sollte um jeden Preis umgesetzt werden, aber besser es wird überhaupt etwas umgesetzt. Am Keller ist bereits die Nutzung einer anderen Brandlücke in Einbeck bislang gescheitert.

Diese weitere Brandlücke in der Einbecker Innenstadt wartet ebenfalls noch auf einen Interessierten, der die 2005 (!) durch einen Großbrand entstandene Lücke schließen will. In der Langen Brücke tut sich hinter dem Bauzaun seit langer Zeit nichts. Von Ideen, auf dem Grundstück einen Spielplatz einzurichten, hört man öffentlich ebenso wenig mehr wie von dem einstigen Vorschlag, dort einen Biergarten (provisorisch) anzulegen. CDU-Ratsherr Joachim Dörge hat auf seine jüngste Anfrage, doch wenigstens den Bauzaun zurück zu setzen, um eine Sitzgruppe an der Langen Brücke aufstellen zu können, aus dem Rathaus erfahren, dass dafür bauliche Maßnahmen erforderlich seien (Verfüllung Kellerschacht, Auskofferung und Einbau von Schottertragschicht, Herstellung der Anschlussflächen an die Nachbarhäuser). Haushaltsmittel seien dafür nicht vorhanden und auch bislang nicht beantragt, die nötigen Ausführungsplanungen nicht veranlasst worden.

Nachtrag 12.06.2016: Gestern gegen 15 Uhr ist eine Zwischendecke im Haus Altendorfer Straße 26 eingestürzt, Fachwerkbalken haben die Schaufensterscheibe durchschlagen. Polizei, Feuerwehr und Bauaufsicht der Stadt Einbeck waren vor Ort, auch Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek verschaffte sich einen Überblick. Das Gebäude wurde weiträumig abgesperrt. Wie es weiter geht, soll sich am Montag entscheiden.

Schweres Geläuf

Schweres Geläuf in der Langen Brücke, Zustand September 2014.

Schweres Geläuf mit politischer Dimension in der Langen Brücke, Zustand im September 2014.

Wer mochte, konnte bei der jüngsten Sitzung des Einbecker Stadtrates einen guten Einblick in die aktuellen politischen Befindlichkeiten gewinnen, sozusagen das herrschende Klima spüren, das zwischen den Fraktionen, zwischen Fraktionen und Rathaus-Verwaltung derzeit zur Großwetterlage beiträgt. Der Ton ist zwar manchmal weiterhin herzlich, oftmals aber seit dem Frühsommer rauer geworden. Das hat unterschiedliche Ursachen, die – wie von mir schon mal beschrieben – so gar nicht vorhanden sein müssten.

Drei Beispiele: Ausführliche Beratungen, die eigentlich in Fachausschüssen geführt werden, werden immer öfter im Stadtrat ausgebreitet. Der Antrag der CDU-Fraktion zum Straßenpflaster in der Langen Brücke, das lauffreundlicher gestaltet werden soll, mit erst einen Tag vor der Sitzung nachgelieferter Begründung hat das deutlich gemacht. Imgrunde hätte die Initiative im Rat eingebracht, kurz begründet werden und dann in den Bauausschuss verwiesen werden können. Stattdessen entwickelte sich mehrere Minuten lang eine Diskussion darüber, ob der Antrag überhaupt in den Rat gehörte oder doch besser in den Ausschuss. Diese Antwort kannten alle. Aber gut, dass wir mal darüber gesprochen haben. Die SPD setzte vor dem Tagesordnungspunkt eine Sitzungsunterbrechung durch, um über die Sache überhaupt erstmals reden zu können. “Wenn die Begründung rechtzeitig kommt, wird das auch das Ergebnis positiv beeinflussen”, meinte Grünen-Ratsherr Christian Kuhlmann zu der zeitlichen Debatten-Verzögerung wegen spät nachgeschobener Begründung. “Wollen wir so miteinander umgehen”, fragte SPD-Fraktionschefin Margrit Cludius-Brandt eher rhetorisch zum nicht das erste Mal vorkommenden Antragswesen ohne Inhalt (der erst mündlich folgt). “Dann werden wir das noch öfter haben”, sagte sie zu Sitzungsunterbrechung und Debatte über “guten Stil und Brauch” (Rolf Hojnatzki, SPD) von politischer Beratung im Einbecker Stadtrat.

Zweites Beispiel: Die CDU scheitert mit einem Antrag zur konzeptionellen Neuausrichtung der Jugendarbeit in Einbeck (“Jugend ist Zukunft”). Die Arbeit laufe doch schon, an dem Konzept werde doch bereits gearbeitet, und zwar gut, das nun nochmal zu beschließen sei überflüssig, weil die Verwaltung hier ja schon arbeite, lobte SPD-Fraktionsvorsitzende Margrit Cludius-Brandt in dem Fall auch die Bürgermeisterin. Wie schon von mir geschrieben, wirkte der Antrag auch eher wie politischer Druck auf die bereits laufende konzeptionelle Arbeit. Kategorie: überflüssig.

Auch am dritten Beispiel lässt sich die Temperatur gut messen: Die SPD-Fraktion hatte zur drohenden Flüchtlingsproblematik einen Dringlichkeitsantrag eingebracht. Sie möchte rechtzeitig ein Konzept erarbeitet wissen, wie auch in Einbeck aufzunehmenden Flüchtlinge aus den aktuellen Krisenherden dieser Welt dann behandelt werden sollen. Und zwar bevor sie bei uns ankommen. “Wenn sie schon da sind, brauchen wir kein Konzept mehr, wir müssen Vorsorge treffen”, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Marcus Seidel. Und in Richtung CDU: “Dann tragen sie die Verantwortung, wenn das Konzept zu spät kommt.” Es wäre richtig gewesen, sich mit dem Antrag zu befassen, ihn beispielsweise (siehe oben) wenigstens in den zuständigen Fachausschuss zu überweisen. Stattdessen erreichte der Antrag nicht die notwendige Zweidrittel-Mehrheit, um überhaupt auf der Tagesordnung zu landen. Und das, obwohl der wenige Minuten zuvor tagende Verwaltungsausschuss nach Auskunft mehrerer Teilnehmer die Dringlichkeit einstimmig bejaht hatte. Ich behaupte, CDU und FDP waren im Stadtrat nur gegen die Dringlichkeit, weil kurz zuvor die für eine Dringlichkeit votierende SPD und GfE beim Thema Haushalt 2015 die Bürgermeisterin und ihre Verwaltung angegangen war. Das sind politische Spielchen, die nur sehr begrenzte Freude machen.

Ganz große Kunst

Plötzlich war da wieder dieser Bretterzaun - ohne Kunst. Aufnahme vom 22.09.2914

Plötzlich war da wieder dieser Bretterzaun – ohne Kunst. Aufnahme von heute (22.09.2914)

Brandlücke mit Kunstwerk aus Frankreich. Archivfoto März 2014

Brandlücke mit Kunstwerk aus Frankreich. Archivfoto März 2014

Diese Peinlichkeit sollte sich Einbeck in der Tat nicht leisten, in wenigen Wochen kommen Gäste aus der Partnerstadt Thiais nach Einbeck, zum Eulenfest. Und wenn die Besucher aus Frankreich dann auf den schäbigen Bretterzaun in der Langen Brücke blicken würden… davor grauste es Ratsfrau Eunice Schenitzki (SPD). Und nicht allein wegen des Holzzaunes. Sie stellte heute eine Anfrage im Stadtentwicklungsausschuss, warum denn in der Brandlücke an der Langen Brücke nicht mehr das gesprayte Kunstwerk eines jungen Franzosen zu sehen ist, das zum 50-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft entstanden und auf dem Bretterzaun montiert war. Die Antwort sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, die nach eigenen Angaben vor ein paar Tagen ebenso erstaunt über den wieder zu Tage getretenen Bretterzaun war, erläuterte die Panne so: Der Zaun war im Sommer für die Dauer von vier Wochen einer Street-Art-Initiative rund um Martin Keil von der benachbarten Tangobrücke für eine temporäre Kunstaktion zur Verfügung gestellt worden (die Stadt ist Eigentümerin des Grundstücks und damit auch des Zaunes). Für die damals entstandene Gestaltung des Zaunes war ein Brett auf das bestehende Kunstwerk gesetzt worden. Da die Gruppe um Martin Keil ihr Bild jedoch trotz Ermahnung nicht innerhalb der Frist abgenommen habe, habe das letztlich der Bauhof erledigen müssen, sagte die Bürgermeisterin. Was dieser tat. Zu diesem Zeitpunkt sei wohl aber auch schon von Keil ein Tischler beauftragt gewesen, das Bild abzunehmen – und der habe eben die farbigen Zauntafel made in Thiais abgenommen. Das falsche Kunstwerk also. Und so steht nun der Bretterzaun wieder nackt da. Bis kommenden Mittwoch habe die Initiative um Martin Keil jetzt die Auflage, das Bild aus Thiais wieder anbringen zu lassen, sagte die Bürgermeisterin. Wollen wir hoffen, dass das klappt. Bleibt zum Schluss wie immer die Frage: Was kostet der “Spaß”? Wer bezahlt dafür, dass der Bauhof aktiv werden musste? Eigentlich müsste das doch derjenige sein, der sich nicht an Absprachen und Vereinbarungen hält, oder?

Nachtrag 24.09.2014: Seit heute früh hängt das Thiais-Bild wieder am Bauzaun, leicht lädiert, zum Beispiel oben links, aber immerhin. Die Frage, wer den ganzen “Spaß” bezahlt, ist bis dato unbeantwortet. Heute in der Sitzung des Stadtrates dazu: kein Wort. Außer, dass sich eine Projektgruppe mit der Zukunft der Brandlücke beschäftigt und mehrere Ideen diskutiert werden.

Nachtrag 10.04.2015: Auf meine Nachfrage teilte die Stadt Einbeck mit, dass der Stadt seinerzeit Kosten in Höhe von 246,76 Euro entstanden seien, die von den Verursachern erstattet wurden.

Es hängt wieder am Bauzaun, das Geschenk aus Thiais, wenn auch leicht lädiert. Aufnahme vom 24.09.2014

Es hängt wieder am Bauzaun, das Geschenk aus Thiais, wenn auch leicht lädiert. Aufnahme vom 24.09.2014

Archiv-Lücke

Seit Jahren gibt es eine Lücke in der Bebauung an der Langen Brücke. Archivfoto

Seit Jahren gibt es eine Lücke in der Bebauung an der Langen Brücke. Archivfoto

Der Vorschlag der Grünen hat durchaus Charme. Er verdient genauere Betrachtung. Die Grünen fordern, das Stadtarchiv in der Innenstadt zu belassen und in der Baulücke an der Langen Brücke zu etablieren (Wortlaut der Pressemitteilung dazu: PM Grüne Stadtarchiv 120914). Nächsten Dienstag tagt der Kulturausschuss des Einbecker Stadtrates (im Stadtmuseum, Beginn 17 Uhr) und hat unter anderem darüber zu befinden, ob das räumlich aus allen Nähten platzende Stadtarchiv vom Steinweg in den Otto-Hahn-Park (ehemals Feierabend) umziehen soll. Auch die Stadtarchäologie soll umziehen, vom an die Ilmebahn verkauften Einbecker Bahnhof unter anderem in eben jene Räume im Otto-Hahn-Park, die dereinst einmal die Küche und Kantine der Firma Feierabend waren.

In der Tat erscheint eine Umsiedlung der Archivalien an den Stadtrand auf den ersten Blick wirtschaftlich und auch räumlich vernünftig zu sein. Dort ist genügend Platz für das Gedächtnis unserer Stadt. Allerdings: Ist es auch benutzerfreundlich, das Archiv in ein Industriegebiet zu verlegen, das nur noch mit dem Auto oder einer wenig frequenten Buslinie erreichbar ist? Wie kann man sich die (heute vorhandenen) personellen und inhaltlichen Synergieeffekte zwischen Stadtmuseum und Stadtarchiv in einem fernen Depot vorstellen?

Auf der anderen Seite: So sehr ich den Vorschlag der Grünen auch mag, die Baulücke in der Langen Brücke ist 2005 bekanntlich durch einen der größten Brände in der Geschichte der Stadt entstanden. Kann der Brandschutz in einem (auf dem dort jetzt leeren Grundstück) neu zu errichtenden Gebäude ausreichend sichergestellt werden? Freilich: Schon heute befinden sich die Archivalien am Steinweg in dichter Bebauung. Aber macht es Sinn, die Archiv-Güter auf mehreren Etagen zu verteilen? Ist das barrierefrei? Wohl kaum. Und gibt es von der Grundfläche in der Baulücke überhaupt genügend Platz für die Zukunft des Stadtarchivs?

Die Diskussion könnte inhaltlich spannend werden. Freuen würde ich mich, wenn sich die Überlegungen nicht allein auf die Kosten konzentrieren würden. Und weil das Thema erstmals die politischen Gremien erreicht, ist auch noch genügend Zeit, die Grünen-Alternative in allen Aspekten sorgsam zu prüfen. Da drehen ganz andere Themen, die schnell zu beschließen wären, schon so manche Beratungsschleife…