Sie hat Lust auf Zukunft

Jetzt ist auch die Titelverteidigerin ins Rennen um die Spitzenposition im Einbecker Rathaus eingestiegen, hat gestern ihr Wahlprogramm offiziell vorgestellt. Wobei sich die Bürgermeisterin selbst lieber als “Erste unter Gleichen” sieht. „Ich hab‘ Lust auf Zukunft“, lautet der Slogan von Dr. Sabine Michalek für die Wahl am 1. November. Ihre Website, die sie als zentral für ihren Wahlkampf sieht, ist ganz im Brombeer-Ton gehalten. Vieles habe sie seit 2013 gemeinsam mit vielen Menschen anschieben können, positive Veränderungen seien sichtbar. „Wir sind auf dem richtigen Weg, ich kann auf Erfolge zurück greifen und habe gezeigt, dass ich’s kann.“ Dr. Sabine Michalek bewirbt sich voller Überzeugung bei der Bürgermeisterwahl am 1. November um eine weitere Amtszeit im Einbecker Rathaus. Sie sagt aber auch heute bereits: 2026 werde sie dann definitiv nicht ein weiteres Mal antreten.

“Sabine on tour”: Mit dem Fahrrad ist die Bürgermeisterin unterwegs in den 46 Ortschaften.

Dr. Sabine Michalek kandidiert bewusst wieder wie schon vor acht Jahren als Einzelbewerberin. „Bürgermeister ist kein parteipolitisches Amt“, sagt die 53-Jährige. Die CDU bleibe ihre politische Heimat und unterstütze auch ihre Kandidatur. Mit den Grünen habe sie ebenso Unterstützungsgespräche geführt, genauso wie mit der GfE, die Mitglieder von “Gemeinsam für Einbeck” entscheiden am 22. September darüber, ob sie einen Kandidaten unterstützen wollen. Die Grünen werden sich in den nächsten Tagen äußern.

Wahlkampf unter Corona-Bedingungen ist nicht einfach, aber so gut es geht möchte Dr. Sabine Michalek mit den Menschen vor Ort ins persönliche Gespräch kommen. Online-Talks etwa via Skype oder bei Instagram hat sie bislang nicht geplant, telefonisch steht sie jeden Montag zwischen 20 und 21 Uhr unter einer speziellen Telefonnummer zum Gespräch bereit. Sie will lieber in persönlichen Gesprächen erläutern, was sich seit ihrem Amtsantritt vor inzwischen sieben Jahren bewegt hat und welche Pläne sie für die nächsten fünf Jahre im Bürgermeisteramt hat. Seit einer Woche ist die 53-Jährige an den Wochenenden außerhalb der Dienstzeit unterwegs, „Sabine on tour“: Die passionierte Radfahrerin besucht die 46 Einbecker Ortschaften. Im Anhänger dabei hat sie alkoholfreie Erfrischungen aus der Bierstadt, corona-konform in verschlossenen Flaschen und mit Info-Anhängern versehen. Für jeden dieser abgegebenen Anhänger spendet Michalek 1 Euro für den Wiederaufbau des Salzderheldener Salinen-Förderturms und die Aktion „Alarmstufe Rot“ des Vereins Stadtpartie.

Erster Stopp der zweiten Tour am kommenden Sonntag, 6. September, ist Holtershausen. Dort wird sich Sabine Michalek von 10.45 bis 11.30 Uhr am Holzkreuz, Auf der Mönchelieth, aufhalten. Den nächsten Stopp wird sie von 12 bis 12.30 Uhr vor der Fahrzeughalle der Feuerwehr in Naensen machen. In Stroit wird sie sich von 12.45 bis 13.15 Uhr vor der ehemaligen Bäckerei Mataika aufhalten. An der „Einheitseiche“ in Brunsen hält sie von 13.30 bis 14 Uhr. In Voldagsen wird sie von 14.15 bis 14.45 Uhr am Ortsausgang Richtung Hallensen, pausieren. Dann geht es weiter nach Hallensen, wo ein Stopp von 15 bis 15.30 Uhr auf dem Hof Hermann Kass, Hallensen 17, geplant ist. Von da geht es weiter nach Wenzen zum „Dorfplatz“ Hillebach / B 64. Dort wird Sabine Michalek von 15.45 bis 16.15 anhalten. Die letzte Station der zweiten Tour ist in Bartshausen auf dem Hof Jörg Buschbohm-Helmke, Birkenfeld 1, von 16.45 bis 17.15 Uhr geplant.

Persönliche Gespräche, wenn auch corona-konform mit Abstand: Darauf setzt die passionierte Radfahrerin bei ihrer “Sabine on tour”, hier in Ahlshausen.

Zwei weitere Gesprächsformate hat Dr. Sabine Michalek in Planung, neben Infoständen auf dem Marktplatz in kleiner Besetzung im Oktober. Die Bürgermeisterin bietet den Bürgern an, sich individuell mit ihr zum Kaffee zu verabreden, jeweils bei den Menschen vor Ort. Als einzige „Großveranstaltung“ mit maximal 50 erlaubten Teilnehmern gibt es am 21. September „Auf nen Schnack mit Sabine“ Informationen und Gulaschsuppe im Hotel Panorama.

Auf ihrer neuen Website präsentiert sich Sabine Michalek persönlich, ohne privat zu werden. Die 53-Jährige beschreibt sich abseits der Politik als Kulturbegeisterte, Gartenfreundin und Familienmensch, der den ehrlichen Austausch im Freundeskreis schätzt. Besucher der Seite können erfahren, dass Gartenarbeit für die promovierte Gartenbauwissenschaftlerin Ausgleich zum Bürgermeisterin-Job ist, der zwar bereichernd, aber auch fordernd und anstrengend sein kann. Und dass Musik mit ihrer Violine Sabine Michalek gleichermaßen ermöglicht, vom Alltag abzuschalten und Kontakte zu knüpfen. Das Titelfoto der Rubrik “Familienmensch” zeigt schön, dass Ehemann Wolfgang und die Söhne Lorenz und Kilian sie zwar tragen und unterhaken, dass sie aber selbst nicht gerne im Vordergrund stehen.

Inhaltlich hat Sabine Michalek sieben Standpunkte in ihrem Wahlprogramm auf ihrer Website formuliert und jeweils aufgelistet, was sie erreicht und was sie vor hat. Aus der Fülle der Themen von Wirtschaft über Familie und Bildung bis zur Infrastruktur hier mal nur ein paar Beispiele: Die Wirtschaftsförderung und Einbeck Marketing möchte Michalek noch besser verzahnen und für das dringliche Thema Leerstandmanagement in der Innenstadt die Position eines City-Managers schaffen. Nach Ende des Zukunftsvertrages 2021 will die Bürgermeisterin auch wieder mehr in die Bereiche Tourismus und Kultur investieren, die bislang unter den Sparzwängen litten. Sie möchte weiter mehr Krippenplätze schaffen, um die steigende Nachfrage befriedigen zu können. Auch weitere Kita-Gebäude müssten modernisiert werden. Mit dem Projekt „Pimp your town“ möchte Michalek Jugendliche stärker für Kommunalpolitik interessieren. Michalek räumt selbstkritisch ein, bei der Reaktivierung der Bahnstrecke anfänglich skeptisch gewesen zu sein. Heute könne man sagen, dass die Bahnstrecke sich lohne, die Fahrgastzahlen liegen deutlich über den Erwartungen. Deshalb müssten in Zukunft auch Züge bis zum PS-Speicher/BBS durchfahren. Michalek möchte stärker auf die Wasserstofftechnologie als Antriebstechnik setzen, den geplanten ZOB zur Mobilitätszentrale weiterentwickeln, an der nicht nur Züge und Busse halten, sondern jeder auch beispielsweise E-Bikes leihen kann. Die neuen Eigentümer des Einbecker Bürgerspitals möchte Michalek unterstützen, für einen Neubau Fördermittel zusammen zu tragen. “Ich bin sehr zuver­sichtlich, dass wir mittel­fristig auch hier erfolg­reich sein werden”, sagt die Bürgermeisterin als Kandidatin. Bürgerschaftliches Engagement liege ihr am Herzen, möchte sie weiter fördern, ihre Idee eines Bürgerpreises möchte sie weiter verfolgen. Nicht nur aktuell gelte es dabei, die Freiwilligen Feuerwehren zu unterstützen. Michalek: “Das, was sie leisten, ist mit Geld nicht zu bezahlen, aber mit Anerkennung und dem zur Verfügung gestellten ausreichenden Material.”

Kandidiert wieder bei der Bürgermeisterwahl in Einbeck am 1. November: Dr. Sabine Michalek, hier vor der Skulptur „Mobilität“ von Hans-Werner Kalkmann am PS-Speicher.