Fahrradstraße Neuer Markt und Einbahnstraßen-Regelungen sollen bleiben

(c) Foto: Frank Bertram

Die im Juli mit einer Lernphase gestartete Fahrradstraße Neuer Markt soll bleiben – ebenso die Einbahnstraßen-Regelungen in den angrenzenden Straßenzügen. Das schlägt die Verwaltung nach einem Treffen der Arbeitsgruppe Nahmobilität sowie interner Prüfungen nun der Politik für die gemeinsame Sitzung der Fachausschüsse für Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie Bauen und Stadtentwicklung vor. Diese findet am Dienstag, 23. Januar, um 17 Uhr im Alten Rathaus statt. In den nächsten Monaten soll der Verkehr in der Fahrradstraße gemessen werden: Dabei soll festgestellt werden, wie viele Fahrräder und Fahrzeuge die Fahrradstraße befahren; für die Kraftfahrzeuge soll außerdem eine Geschwindigkeitsmessung erfolgen. Zudem soll die Fahrradstraße zwischen Ostertor und Möncheplatz durch Piktogramme und Markierungen besser gekennzeichnet werden.

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Die Fahrtrichtung der Einbahnstraße für die Wolperstraße zwischen Neuer Markt und Petersilienwasser ist ein strittiger Punkt.

„Insgesamt hat sich die Fahrradstraße bewährt und die Resonanz ist gut“, lautet das Fazit der AG Nahmobilität nach ihrem Treffen Anfang Dezember. Positiv sei in punkto Einbahnstraßenregelungen der angrenzenden Straßenzüge festzuhalten, dass es eine Reduzierung von Gefahrstellen bei den Stichstraßen gebe. Der ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club) befürwortet laut den Beratungsvorlagen die Verkehrsführung. Gegen die Umkehr der Einbahnstraßenrichtung auf dem Abschnitt der Wolperstraße zwischen Neuer Markt und Petersilienwasser haben sich 281 Einbecker Bürger bei einer Unterschriftensammlung sowie ein Vertreter der Grünen-Stadtratsfraktion ausgesprochen. Beklagt wurde eine unnötige und wenig sinnhafte Verlängerung von Verkehrswegen für Anwohner im Quartier Kurze Münsterstraße/ Petersilienwasser/ Wolperstraße/ Judenstraße/ Pfänderwinkel sowie Nutzer der sich in dem Quartier befindlichen öffentlichen Parkflächen (u.a. Franz-Cestnik-Platz).

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Wer aus der Langen Brücke (Fußgängerzone) kommt, kann mit dem Fahrrad nur rechts abbiegen und muss einmal den Möncheplatz umrunden, um die Fahrradstraße Neuer Markt zu erreichen.

Während der vergangenen Monate der Lernphase wurden mehrere Details in der Praxis sichtbar. Unter anderem ist es aktuell nicht erlaubt, mit dem Rad während der freigegebenen Zeiten (werktags 18 bis 10.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen) aus der Fußgängerzone kommend direkt nach links in die Fahrradstraße einzubiegen, sondern man muss der bestehenden Einbahnstraßenregelung folgend nach rechts komplett den Möncheplatz umfahren, um dann von der Dr.-Friedrich-Uhde-Straße aus rechts in die Fahrradstraße einbiegen zu können. Daran lässt sich nach Prüfung durch die Verkehrsbehörde wohl auch nichts ändern, denn die stark frequentierte Bushaltstelle Möncheplatz mit ihrer Anfahrt der Busse über die Dr.-Friedrich-Uhde-Straße lasse eine gefahrlose Radverkehrsführung dort nicht anders zu. „Die Verkehrsführung für den Radverkehr am Möncheplatz stellt somit in der bisherigen Form schon die bestmögliche Lösung dar. Trotz geringfügig längerer Strecke bietet nur die Streckenführung über die östliche Umfahrung Möncheplatz die nötige Sicherheit“, heißt es aus der Verwaltung.

Die Fahrradstraße kann aber wohl – auch kurzfristig – vom Busverkehr entlastet werden. Das haben laut Stadtverwaltung Gespräche mit der Ilmebahn in dieser Woche ergeben. „Die Busfahrer*Innen werden dementsprechend angewiesen“, heißt es dazu lapidar.

Abzuwarten bleibt nun, wie das starre Sitzungsformat am 23. Januar die Beteiligung von Betroffenen und am Thema Interessierten sicherstellen will. Die SPD/CDU-Gruppe hatte im August angekündigt, ausführlich mit allen Beteiligten über die Thematik der Verkehrsführung in der Innenstadt sprechen und vor einer Entscheidung „in Rede und Gegenrede“ Pro und Contra hören zu wollen, wie es damals hieß.

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Der Neue Markt soll für Autos in Richtung Wolperstraße befahrbar bleiben.

Transparenzhinweis: Der Autor dieses Blogs wohnt in dem Stadtviertel und ist damit von der Änderung der Verkehrsführung unmittelbar betroffen.

3 Kommentare zu „Fahrradstraße Neuer Markt und Einbahnstraßen-Regelungen sollen bleiben

  1. Interessant, man will also zuerst endgültige Beschlüsse fassen und dann die Verkehrsströme messen. Warum hat man denn bisher in der Erprobungsphase nicht gemessen? Dann hätte man auf Ergebnissen aufbauen können und dann entscheiden können. Mein früherer Deutschlehrer hätte beurteilt: “ Reihenfolge beachten.“

  2. Man kann aus der Fußgängerzone vom Rad steigen, es über den Zebrastreifen an der Bank schieben und dann den 2. Zebrastreifen schieben und dann geht es ganz normal. Ist aber wohl zuviel verlangt.

  3. Den Radfahrer möchte ich kennenlernen, der um 21.oo oder 22.00 aus der Langen Brücke kommend um den Möncheplatz fährt.
    Völlig weltfremd. Das Gefahrenargument ist 24 Stunden lang unsinnig. Schon heute biegen Radfahrer wie selbstverständlich links ab, ohne das es zu gefährlichen Situationen kommt.
    Vielleicht hilft auch hier eine Zählung.
    Übrigens brauchen die Autofahrer vom Neuen Markt die Wolperstraße nicht. Schon heute wird die Kurze Münsterstraße bevorzugt.
    Ulrich Minkner

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