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Neues Feuerwehrgerätehaus Kreiensen für mehr als 4,3 Millionen Euro soll Mitte 2026 stehen

(c) Foto: Frank Bertram

Nach langer Grundstückssuche und zeitaufwändigen Verhandlungen und Vorbereitungen für das Projekt hat der Ausschuss für Feuerwehr und Katastrophenschutz jetzt den Vorplanungen für das neue Feuerwehrgerätehaus Kreiensen zugestimmt und einstimmig die entsprechenden Finanzmittel in den Haushalt eingeplant. Ziel der Planer ist, noch vor Weihnachten den Bauantrag einzureichen und im Juni nächsten Jahres mit dem Rohbau des mehr als 4,3 Millionen Euro teuren Funktionsbaus für vier Fahrzeuge zu beginnen; vorbereitende Erdarbeiten auf dem Hanggrundstück an der Billerbecker Straße könnten schon im Frühjahr starten. Nach einem Jahr Bauzeit soll dann im Juni 2026 das neue Feuerwehrgerätehaus stehen, rechnete Axel Surowy vom Planungsring Wernigerode in der Ausschusssitzung vor. Die Kosten für den Neubau indes sind seit den ersten Planungen 2021 drastisch gestiegen: Bei der jüngsten Kostenschätzung 2022 war noch von 2,9 Millionen Euro ausgegangen worden; der Neubau wird unverändert mit 1,2 Millionen Euro gefördert. Der Feuerwehrausschuss war sich einig, dass am Ende des Bauvorhabens wahrscheinlich fünf Millionen Euro an Kosten unterm Strich stehen werden.

Der Ausschuss hatte inhaltlich im Wesentlichen nur über zwei geplante Dachvarianten zu entscheiden, die überwältigende Mehrheit war für die günstigere Variante mit 3,90 Meter Deckenhöhe im Sozialraum. Auf eine ausreichende Höhe komme es bei solchen Räumen an, hatte Dirk Heitmüller (SPD) angemahnt, die angegebene Höhe sei da völlig ausreichend und müsse nicht noch höher sein als bei der anderen Dachvariante. Der Neubau ist ein Funktionsbau, der kaum Spielraum für weitere Kosteneinsparungen enthält, mussten die Ratspolitiker zur Kenntnis nehmen. Die Planungen wurden auf gesetzlich vorgeschriebenen baulichen und technischen Grundlagen erstellt, die die Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse berücksichtigen, was Grundlage für eine Genehmigungsfähigkeit ist. Frank-Dieter Pfefferkorn (BlGfE) und Margharet Feldgiebel (FDP) baten darum, dennoch überall Kosten einzusparen, wo es gehe. Die allgemeine Kostensteigerung im Baubereich werde ohnehin dazu führen, dass man am Ende wahrscheinlich bei fast fünf Millionen Euro Kosten landen werde, sagte Pfefferkorn. Die Kostensteigerungen entfallen laut Verwaltung hauptsächlich auf die Kosten für die Baukonstruktion (200.000 Euro), für die Gebäudetechnik (450.000 Euro) und für die Außenanlagen (300.000 Euro) und seien zum einen auf die detailliertere Planung (mit europaweiter Ausschreibung) zurückzuführen, wodurch die Gesamtkosten genauer ermittelt worden seien, zum anderen sei die Kostensteigerung auf einen Preisanstieg in allen Gewerken zurückzuführen. Das damit einhergehende Honorar für die beteiligten Architekten und Ingenieure stieg damit auch um rund 180.000 Euro.

Das zweigeschossige Feuerwehrhaus in monolithischer Mauerbauweise wird über eine Flachdach-Fahrzeughalle mit vier Einstellplätzen verfügen, erläuterte Axel Surowy vom beauftragten Planungsbüro. Ein Holzrahmenbau beispielsweise wäre teurer. Durch die Hanglage des ausgewählten Grundstücks mit sechs bis sieben Metern Versatz müsse ein deutlich höherer Aufwand unter anderem mit Betonwinkeln betrieben werden, um den Hang abzufangen, was zu Kostensteigerungen gegenüber 2022 geführt hat. Im Sozialtrakt sind Umkleideräume, Sanitärbereiche mit Toiletten und Duschen jeweils für Frauen und Männer berücksichtigt. Kurz diskutierte der Ausschuss ohne Ergebnis, ob die zwölf Umkleiden für Frauen für die aktuell aktiven und zu erwartenden Feuerwehrfrauen der Freiwilligen Feuerwehr Kreiensen perspektivisch ausreichend sind.

Im Neubau gibt es außerdem einen Schulungsraum, der um einen separaten Raum für die Kinder- und Jugendfeuerwehr erweitert werden kann und dann rund 90 Besuchern Platz bietet. Hinzu kommen eine Küche, ein Büro sowie Technik- und Lagerräume. Vorgesehen im Sinne der Barrierefreiheit ist ein Aufzug, damit alle Besucher ins Obergeschoss gelangen können. Der Raum soll dem Ort Kreiensen auch für andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Weiterhin gibt es insgesamt 27 Pkw-Parkplätze, von denen ein großer Teil auf dem benachbarten Grundstück der Firma Tappe eingeplant sind. Zwei Stellplätze werden über E-Ladesäule verfügen. Die Heizung für das neue Gebäude wird mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe betrieben und sieht die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach vor. Eine Lüftungsanlage sorgt für eine kontrollierte Be- und Entlüftung des Gebäudes, erläuterte Planer Axel Surowy.

Bereits in der Gemarkung Billerbeck soll das neue Feuerwehrgerätehaus Kreiensen entstehen.
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