Dauer länger, wird teurer: Die Pessimisten können triumphieren, die chronischen Rechthaber ebenfalls. Denn die Dauerbaustelle Altes Rathaus ist (erneut) aus dem Tritt geraten. Wie Bauen-Fachbereichsleiter Jens Ellinghaus auf meine Anfrage einräumte, soll nun erst Anfang 2026 (!) die aktuelle Baumaßnahme am Historischen Rathaus abgeschlossen sein, mit Mehrkosten von rund 110.000 Euro werde zurzeit kalkuliert. Ursprünglich war im Januar mal von Ende September die Rede, dass die Arbeiten beendet sein sollten. Doch dieses Ziel ist nicht mehr erreichbar, Pumpen-Pannen und unvorhersehbare Herausforderungen bei den Unterfangungsarbeiten der Rathauswand haben zu rund sechs Wochen Verzögerung geführt.
Bei der Unterfangung der 1,25 Meter dicken Außenwand des historischen Rathauses stellte sich heraus, dass das Gebäude gar kein Fundament hat, es wurde vor gut 500 Jahren direkt aufs Erdreich gebaut. Es musste daher die Unterfangung tiefer reichend und aufwändiger hergestellt werden, erläuterte Ellinghaus. Es wurden mehr so genannte Mikropfähle für die Lastabtragung des Fahrstuhlbauwerkes eingebracht, statt 15 sind es jetzt 17. Erste Probesäulen mussten zudem wiederholt werden, weil sie nicht stabil genug waren.
In dieser Woche haben die Rohbauarbeiten im Außenbereich begonnen, die Fläche der Baustelleneinrichtung konnte dafür deutlich verkleinert werden. Zu sehen sind in der Baugrube zehn Meter lange in Beton gesetzte Metallstangen, sie sollen die Lasten der Platte beziehungsweise des Fahrstuhlturms ableiten. Es werden aktuell das Schachtbauwerk unterhalb der Geländeoberfläche mit 50 Zentimeter dicker Sohlplatte sowie die Treppenanlage erstellt. Diese Arbeiten werden inklusive der Herstellung der Pflasterfläche bis zum Eulenfest abgeschlossen sein, sagte Ellinghaus. Nach dem Eulenfest (also Ende Oktober) erfolge die Installation des Fahrstuhls mit dem Schachtgerüst. Diese werde „sicherlich spektakulär“, verspricht der Bauen-Fachbereichsleiter und kündigt mehrere „Meilenstein-Pressetermine“ an. Denn die Anlieferung soll über den Marktplatz und die Montage auf das Schachtbauwerk per Kran erfolgen. Ursprünglich waren diese Arbeiten bereits für Juni bis August vorgesehen, Absprachen für den Stahlturm seien jedoch erst nach Ende der Unterfangung möglich gewesen, heißt es, überlastete Montagekapazitäten beim Schachtgerüstbauer taten ihr Übriges für die Terminverschiebung.
Und noch eine weitere Baustelle, die den Hallenplan betrifft, verzögert sich: Wie Fachbereichsleiter Jens Ellinghaus auf meine Anfrage mitteilte, erweisen sich die beiden Gebäude in der Knochenhauerstraße, die das Denkmal-Musterhaus umfassen, bei der Tragwerksplanung als „sehr komplex“: Momentan erfolgen die statischen Berechnungen für den Dachstuhl und die erforderliche Lastabtragung durch die Geschosse in den Baugrund. Die Ausschreibung der Zimmermann- und Dachdeckerarbeiten sowie der Gebäudetechnik werden entsprechend parallel vorbereitet. „Ich gehe davon aus, dass frühestens für den Herbst mit Beginn dieser Arbeiten zu rechnen ist“, sagte Ellinghaus. Ursprünglich war im Januar von Mitte Juni als Zeitpunkt die Rede, an dem die Arbeiten in der Knochenhauerstraße aufgenommen werden sollten. Positiver Nebeneffekt für Einbeck-Besucher und Anlieger gleichermaßen: Im Sommer wird damit kein Gerüst in der Knochenhauerstraße und kein weiterer Kran am Hallenplan aufgebaut. Es dürfte damit auch klar sein: Bis zum Ende der Smart-City-Förderung Ende 2026 wird das Denkmal-Musterhaus nicht fertig sein. Hoffentlich haben die Arbeiten wenigstens bis dahin begonnen…

Schön, dass die Anlieger es wenigstens über diesen Blog erfahren……… Kommunikation bleibt schwierig und so werden wir das dritte!!!!! Jahr den Baustellenzaun weihnachtlich schmücken!
Die Bürgermeisterin hat natürlich keine Zahlen genannt, nur gesagt – man sei noch im Budget! Ja, wenn man immer wieder an den Budgets (für Rathaus, Denkmal, NKP, usw.) herumspielt, nur im geheimen VA berichtet, den Bürger mit der Attitüde „Herr/Frau und Untertan“ behandelt, dann sollte man sich ehrlich machen und die Öffentlichkeit ganz ausschließen, statt kommunikative Phrasen zu verbreiten.
Die Alternative wäre, dass der Stadtrat endlich eine demokratiefördernde kommunale Informationsfreiheits- und Transparenz-Satzung verabschiedet!
P.S.
Vergleichbare Geheimhaltungs-Spielchen sind aktuell bei der Thematik „Neuausrichtung Stadtmarketing“ die Maxime der Verwaltung!
M