Eine Brauereibesichtigung im Schnelldurchlauf erlebte Ministerpräsident Olaf Lies: Als SPD-Landesvorsitzender war er zu Besuch im Einbecker Brauhaus, unterstützte im Kommunalwahlkampf seine Parteifreunde Simon Hartmann und René Kopka, die Landrat bzw. Bürgermeister werden möchten. Vorstand Marc Kerger und der technische Leiter Christoph Benseler zeigten Olaf Lies bei seinem Besuch das Sudhaus, den Gärkeller, die Filtration und die Flaschen-Abfüllanlage. Sie berichteten über einen schwierigen Biermarkt, der als Reaktion im vergangenen Jahr bei den Einbeckern nicht nur für mehrere neue alkoholfreie Biere und Mischgetränke gesorgt, sondern auch dazu geführt habe, Mitarbeiter entlassen zu müssen. Dieses Jahr sei dagegen in den ersten vier Monaten „stabil“ angelaufen, sagte Vorstand Marc Kerger. Der Markt verändere sich, die Transformation habe eine hohe Geschwindigkeit.

Der Ministerpräsident erfuhr bei seinem Rundgang unter anderem, dass die Markentreue nachlasse. Dass es für ein Mischgetränk wichtig ist, zunächst das Bier ganz normal zu brauen, bevor es mit der Limonade vereint wird. Braumeister Christoph Benseler zeigte Olaf Lies auch, welche Herausforderung die Einbecker Individualflasche beim Umgang mit Leergut für die mittelständische Brauerei bedeutet. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie innovativ die Einbecker Brauerei in der Lage ist, immer wieder neue Produkte zu etablieren und damit sicherzustellen, dass wir hier weiterhin eine funktionsfähige Brauerei haben“, bilanzierte Olaf Lies seinen Besuch im Gespräch mit diesem Blog. „Mir war nicht bewusst, wie vielfältig die Produkte sind – neben dem großartigen Bier, das man kennt.“ Mit dem „Headbanger“-Bier in der Dose erschließe sich die Brauerei eine ganz andere Zielgruppe, mit einem am 22. August geplanten Metal-Festival dazu. Und als Cola-Zero-Fan könne er über die Hanse-Brause aus dem Hause Einbecker sagen: „Die schmeckt wirklich gut, die ist nicht so aufdringlich“.
Natürlich erfuhr Olaf Lies auch manches über die Einbecker Biergeschichte, dass Einbeck die Heimat des Bockbieres ist und die Bayern im 17. Jahrhundert das Einbecker Bier („Ainpöckisch Bier“) nachbrauen wollten, wodurch der Name Bockbier lautmalerisch überhaupt erst entstanden ist. Als Christoph Benseler dem Ministerpräsidenten diese Geschichte erzählte, zückte der umgehend sein Handy, fotografierte die Infotafel für sein nächstes Treffen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten: „Das muss ich Markus Söder zeigen.“




