Konzept vorgelegt: Wie soll sich die Alte Domäne Greene in die Zukunft entwickeln?

Sie prägt die Ortschaft, ist ihr Zentrum. Greene ohne Domäne ist kaum vorstellbar. Aber die großen Gebäudekomplexe der historischen Vierflügelanlage aus dem beginnenden 18. Jahrhundert im Herzen der Einbecker Ortschaft wollen auch in Zukunft sinnvoll genutzt werden. In den vergangenen neun Monaten hat deshalb eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit Planern an einem Entwicklungskonzept für die Alte Domäne Greene gearbeitet. Der Stadtentwicklungsausschuss hat dieses 73-seitige Papier nun nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern sieht es auch einstimmig als gut geeignete Grundlage für weitere Planungen, bis September/Oktober soll ein Zeitplan für das schrittweise realisierbare Vorhaben aufgelegt werden. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte Klaus-Reiner Schütte (SPD), der viel Lob für die konstruktive Arbeit der Arbeitsgruppe hatte und dafür plädierte, die AG auch an der weiteren Planung eng zu beteiligen. Zumal in der AG sämtliche aktuellen Nutzer der Gebäude vertreten sind, die ihre Interessen somit unmittelbar weiterhin einbringen können.

Aktuelle Nutzer der Alten Domäne sind die Freiwillige Feuerwehr, die Außenstelle des Kommunalen Bauhofs der Stadt Einbeck, der Schützenverein mit einer Schießanlage, der Heimatverein mit dem Heimatmuseum sowie dem Standesamt, die Agravis Bauservice GmbH, der Lebensmittelladen „Ihr Frischmarkt“, ein Kindergarten in kirchlicher Trägerschaft, eine Hausarztpraxis sowie eine Physiotherapiepraxis.

Insgesamt 20 Nutzungs- und Sanierungsvorschläge werden in dem Entwicklungskonzept detailliert vorgestellt, das sich als Skizze mit ersten Konzeptideen sieht. Am Ende raten die Planer zu der Variante, die einen Tausch der Flächen von Feuerwehr und Bauhof vorsieht, der beiden so genannten Ankernutzer. Vor allem die Feuerwehr benötigt in den nächsten Jahren dringend größere Hallen für größere Fahrzeuge. Notwendig wird während der Umbauzeit eine Übergangslösung. Außerdem müsste der Bauhof nach dem Tausch mit 30 Prozent weniger Fläche auskommen. Sollte sich der Bauhof deshalb dagegen entscheiden, am Standort Domäne zu bleiben, könnten die Gebäudeteile zu kleinen Wohnungen umgebaut werden, vorhandene Dachgeschosse könnten zusätzlich ausgebaut werden. Der Betreiber eines nahen Seniorenheimes habe hier auch bereits Interesse am „betreuten Wohnen“ angemeldet, hieß es.

Den größten Sanierungsbedarf hat das Amtshaus. Hier müssen nicht nur Dachstuhl und Fassade angefasst werden; Teile der Fassade lösen sich, weshalb der Außenbereich des Kindergartens bereits abgesperrt werden musste. Das historische Gebäude ist außerdem nicht barrierefrei, ein neuer Fahrstuhl könnte hier abhelfen und den vorhandenen Treppenlift ersetzen. Das Dachgeschoss ist momentan aus Brandschutzgründen nicht nutzbar, hier könnte aber Wohnraum entstehen. Auch eine öffentliche WC-Anlage wäre möglich. Dann wäre auch die Domänenanlage touristisch nutzbar.

Der Innenhof, der heutzutage vor allem zum Parken genutzt wird, könnte teilweise ebenso als Wohnmobilstellplatz genutzt werden, schlägt das Konzept vor. Der Frischmarkt wünscht sich, ein Café einrichten zu können. Alle Nutzer klagen über eine schlechte verkehrliche Erreichbarkeit, obwohl der Komplex direkt an der Bundesstraße liegt: Für Verkehrsteilnehmer, welche die B 64 von Kreiensen kommend in Richtung Einbeck befahren, ist die Alte Domäne erst auf der Höhe der Einmündung Steinweg sichtbar. An dieser Stelle ist jedoch ein Rechtsabbiegen in den Steinweg nicht zulässig. Auch gibt es dort keinerlei Halte- oder Parkmöglichkeiten. Für nicht ortskundige Verkehrsteilnehmer sei die Domäne damit nur unter Schwierigkeiten zu erreichen, heißt es im Konzeptpapier.

Das Entwicklungskonzept empfiehlt auch bei grober Wirtschaftlichkeitsbetrachtung diejenige Variante, welche die Domäne aufwertet, neue Interessengruppen anspricht und damit eine voraussichtlich deutliche Belebung des Standortes vorsieht. Rund sieben Millionen Euro sind dafür überschlägig kalkuliert. Zumal eine Minimalvariante, die nur die dringendsten baulichen Erfordernisse und vor allem energetische Sanierung vorsieht, nicht wesentlich günstiger wäre (mindestens fünf Millionen Euro). Von der ursprüngliche Idee, auf dem Domäne-Areal ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zu etablieren, haben sich Planer und Arbeitsgruppe schnell verabschiedet. Denn für ein MVZ wäre ein weiterer, neu zu besetzender Hausarztsitz notwendig. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) stuft Greene im Planungsbereich Einbeck jedoch als „überversorgt“ ein, ein freier Arztsitz im Bereich der Hausärztlichen Versorgung steht aktuell nicht zur Verfügung. Zudem würdigt das Konzept, dass die vorhandene Arztpraxis einer weiteren skeptisch gegenübersteht, und möchte vermeiden, mit einem Mal ganz ohne Hausarzt dazustehen. Möglich wäre aber die Ansiedlung eines Facharztes.

Und dann ist da noch die Idee, den „Greener Korn“ wieder zu brennen. Das vorhandene Brennrecht der ehemaligen Branntweinbrennerei könnte wieder genutzt werden, der meist aus Weizen gebrannte „Greener Korn“ könnte wieder aufleben. Der „Greener Korn“ könnte nach Auffassung der Konzeptplaner einen gewinnbringenden Wirtschaftsbereich darstellen und zur Attraktivierung des Standortes beitragen.

(c) Foto Heimatverein Greene
Ein Luftbild der Domäne Greene ziert das Titelblatt der Studie. Rechts oben verläuft die B64, links ist der Bolzplatz zu sehen. (c) Foto: Heimatverein Greene

Mattern (GfE) freut sich über Hallenbad-Förderung

Im Ausschuss für Schule und Sport des Einbecker Stadtrates war er mit seinem Vorschlag Ende Januar noch nicht durchgedrungen. Weil der Förderverein für das Hallenbad Greene selbst noch keinen Zuschuss-Antrag gestellt hatte. Im Finanzausschuss zeigte sich nun GfE-Fraktionsvorsitzender Udo Mattern zufrieden mit der zwischenzeitlich gefundenen Lösung, die den Erhalt des Schwimmbades in Greene sichern hilft.

Udo Mattern (GfE).

Die Erneuerung der Filteranlage ist für das Hallenbad Greene von existenzieller Bedeutung. Der Betrieb könnte ohne die Erneuerung der Anlage, für die rund 71.000 Euro kalkuliert sind, nicht wie geplant im Herbst nach der Sommerpause wieder anlaufen. Der Landkreis Northeim hat mittlerweile als Eigentümerin des Grundstückes und des Gebäudes erklärt und sieht sich in der Pflicht, die Instandsetzung der Filteranlage finanziell zu übernehmen. Weitere Sanierungsmaßnahmen werden durch den Landkreis geprüft, um anschließend Fördermittel zu akquirieren. Für den Etat der Stadt Einbeck entstehen keine Kosten.

Burgenliebhaber Bürgermeisterkandidat

SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller hat seine Tour fortgesetzt und bei den Ortschaftsbereisungen auch Greene besucht. Dabei war eine Visite auf der Burg selbstverständlich. Zumal der Bürgermeisterkandidat Burgenliebhaber ist. In seinem Heimatort Salzderhelden bekleidet der 50-Jährige nicht nur das Amt des Ortsbürgermeisters, sondern ist auch Vorsitzender des Fördervereins Heldenburg. Mittelalterliche Geschichte gehört zu den Interessen des Kandidaten der Sozialdemokraten für die Wahl am 1. November.

(c) Frank Bertram
Blick auf Greene: SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller.

Auf der Greener Burg traf sich Dirk Heitmüller mit Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn (Bürgerliste) und dem Vorsitzenden des Förderverein Greener Burg, Ernst Müller. Als Burgenfreund sind Heitmüller Dinge wie Instandhaltungskosten und der große Aufwand für die alten Gemäuer gut bekannt. Während die Heldenburg im Landesbesitz ist, gehört die Greener Burg der Stadt Einbeck. Dementsprechend ist die Stadtverwaltung auch erster Ansprechpartner gemeinsam mit dem Ortsrat und dem Förderverein, um die Liegenschaft für Besucher erlebbar zu halten. Die Herren konnten sich über Pflegearbeiten einer so großen Burganlage unterhalten und sich ebenso über Probleme durch Vandalismus austauschen. „Der Ausblick von der Burg hat mich wieder mal begeistert“, sagte Dirk Heitmüller nach einem Gang die Treppen hinauf auf den Turm.

Ob der SPD-Bürgermeisterkandidat bei seiner Tour auch die dritte Burg(ruine) im Stadtgebiet, Grubenhagen bei Rotenkirchen, besuchen wird, ist bislang noch nicht bekannt. Auf dem ausführlichen Besuchsprogramm in Greene standen Stopps bei den Unternehmen Agravis und Murer, Visiten im Amtspark am Kindergarten und an der historischen Lehmmauer sowie im Baugebiet am Löberfeld.

Wandschränke aus dem Jahr 1953 der damaligen Bundesländer für Petitionen des Verbandes der Heimkehrer und Kriegsgefangenen
Aussicht vom Turm (v.l.): Ratsherr Klaus-Reiner Schütte, Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn, Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller und Ernst Müller, Vorsitzender des Fördervereins Greener Burg.

Lehmmauer im Amtspark Greene wird saniert

Die historische Lehmmauer im Amtspark von Greene wird saniert. Anfang Juli beginnen die Arbeiten an der rund 200 Jahre alten, seit 2014 denkmalgeschützten Einfriedungswand aus Stampflehm. Die Sanierung soll rund 276.000 Euro kosten. Schon seit Jahren neigt sich die 130 Meter lange Mauer, nahezu auf gesamter Länge muss sie inzwischen abgestützt werden. Die Arbeiten sollen von der Firma Denkmalplan ausgeführt werden und im November dieses Jahres vor dem Winter abgeschlossen sein, berichtete Projektleiter Christian Fricke aus dem Fachbereich Bauen der Stadt Einbeck.

Freuen sich an der Lehmmauer Greene über den lange erwarteten Sanierungsbeginn (v.l.): Projektleiter Christian Fricke, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und Rathaus-Fundraiserin Yvonne Bädermann aus dem Fachbereich Finanzen.

Schon seit Jahren beschäftigen sich Politik und Verwaltung mit der wahrscheinlich während der französischen Besatzungszeit zwischen 1807 und 1813 entstandenen Stampflehmmauer in so genannter Pisé-Technik, die eigentlich eher aus südlicheren Ländern bekannt ist. Auf einem 30 Zentimeter hohen Kalk-Natursteinsockel ist erdfeuchter Lehm zwischen eine druckfeste Schalung geschüttet und verdichtet bzw. gestampft worden; die Holzquerbalken der Verschalung sind noch in der Mauer zu erkennen. Ursprünglich war die gesamte Domäne von einer solchen Mauer eingefriedet. Die noch erhaltenen 130 Meter am ehemaligen Küchengarten im Amtspark trennen den öffentlichen Park und die Wohnbebauung mit Privatgärten. Vor Beginn der Sanierungsarbeiten werden entsprechende Genehmigungen zum Betreten der Privatgrundstücke eingeholt, berichtete Projektleiter Christian Fricke. Außerdem wird in den nächsten Tagen die Baustelle innerhalb des Parks eingerichtet, benachbarte Bäume erhalten Wurzelschutze, Wasser- und Stromleitungen werden dorthin verlegt. Der öffentliche Amtspark bleibt aber zugänglich.

Bereits 2015/2016 wurde ein erstes Schadens- und Sanierungsgutachten von den Experten des Berliner Architekturbüros ZRS und Prof. Dr. Christof Ziegert eingeholt. Auch ein Bodengutachten ist erstellt worden, welches Aufschluss über die Baugrundverhältnisse gibt. Vor vier Jahren wurde die Notsicherung der etwa zwei Meter hohen Mauer errichtet und die Lehmmauer mit Bauzaun abgesperrt. Die Senkung auf weichem Baugrund und eine fehlende Verzahnung in der Mauer gelten als Ursache für die Neigung und damit den heutigen Sanierungsbedarf.

Bei der Sanierung soll die Lehmmauer wieder lotgerecht aufgerichtet und durch neue Stützpfeiler aus Stahlbeton innerhalb der Mauer gesichert werden. Auch der Natursteinsockel wird wieder sichtbar. Auf einem neuen so genanten Ringbalken oben auf der Mauer wird eine Satteldachkonstruktion errichtet und mit den Tonhohlpfannen neu eingedeckt.

Von den Gesamtkosten in Höhe von 276.200 Euro stammen 104.500 Euro aus europäischen ZILE-Fördermitteln. Erst kürzlich hat die Stadt die Nachricht aus dem Innenministerium über eine Bedarfszuweisung in Höhe von 68.430 Euro erhalten, mit der Förderprojekte aus dem europäischen Struktur- und Investitionsfonds kofinanziert werden kann, freut sich Yvonne Bädermann, im Fachbereich Finanzen der Stadtverwaltung zuständig für die Fördermittelaquise. Vor dieser jüngsten Zusage hatte der Verwaltungsausschuss bereits eine überplanmäßige Ausgabe in dieser Höhe freigegeben, um das Projekt starten zu können. Das nun dadurch frei werdende Geld soll laut Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek für die Sanierung der Fenster im Bürgerhaus Kreiensen verwendet werden, wenn diesem Vorschlag die Politik im Stadtrat am 24. Juni so zustimmt. Für diesen ebenfalls Evergreen in der kommunalpolitischen Diskussion der vergangenen Jahre hat die Stadt jüngst eine Absage für Fördermittel erhalten, weshalb die Maßnahme in diesem Jahr wie versprochen nun komplett aus dem städtischen Haushalt finanziert werden muss und soll.

Die Lehmmauer im Amtspark Greene muss auf fast gesamter Länge abgestützt werden.

Eine OVG-Niederlage, die zum Gewinn werden kann

Vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg war die Stadt Einbeck vergangenes Jahr höchstrichterlich gescheitert. Sie musste es letztlich hinnehmen (und der Stadtrat hat die entsprechenden Finanzmittel in Höhe von 100.000 Euro  genehmigt), dass ein herrenloses Haus auf einem Grundstück unmittelbar an der Ortsdurchfahrt im Ortsteil Greene auf Kosten der Allgemeinheit und aus Gründen der Gefahrenabwehr abgerissen wurde. Doch wieso sollte die Allgemeinheit die Lasten individueller Versäumnisse tragen? Das Einbecker Rathaus ließ das nicht ruhen. In der Juni-Ausgabe der Niedersächsischen Verwaltungsblätter (NdsVBl. 6/2018), der Zeitschrift für öffentliches Recht und öffentliche Verwaltung, haben der Rathaus-Justizar Dr. Florian Schröder und der Fachbereichsleiter Bauen, Frithjof Look, in einem gemeinsamen Aufsatz „Bau-Polizeipflicht bei herrenlosen Grunstücken – ein Appell“ (S. 166-168) die Sachlage nochmal einem Fachpublikum dargelegt. Das OVG habe sein offenkundiges Bedauern ja selbst in einem schönen Satz ausgedrückt, schreiben die beiden und zitieren das Gericht: „Diese gesetzgeberische Entscheidung (dass es keine Rechtsgrundlage gibt, Anmerkung fb) haben die Antragsgegnerin und der Senat hinzunehmen“. Ihr Aufsatz-Fazit: Es sei zu hoffen, dass sich der im Oktober 2017 neu gewählte Landtag der Thematik annehme und die niedersächsische Rechtslage ändere, damit nicht mehr die Allgemeinheit ohne Not in die Pflicht genommen werde. Die Bauordnungen anderer Länder böten hier Orientierung.

Die dortige Hoffnung könnte nun Realität werden. Die SPD/CDU-Koalition hat im Juni einen Gesetzentwurf zur Änderung der niedersächsischen Bauordnung eingebracht, in dem als Reaktion auf das Einbecker Verfahren vor dem OVG eine Änderung vorgesehen ist, nach der die Regelungen zu herrenlosen Gegenständen aus dem Sicherheits- und Ordnungsgesetz (SOG) nunmehr auch in der NBauO auf Grundstücke anwendbar sein sollen. Die OVG-Niederlage hätte, wenn dieser Entwurf Gesetz wird, dann doch noch irgendwie ihr Gutes.

Nachtrag 06.10.2018: Der niedersächsische Landtag hat die Bauordnung entsprechend geändert (Nds. GVBl. 12/2018, S. 193), was im Einbecker Rathaus mit dezenter Freude aufgenommen worden ist:

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Das herrenlose Haus in Greene ist seit November 2017 abgerissen. Archivfoto

Ohne Haushalt kein Fördergeld

Lehmmauer in Greene. Sie muss saniert werden. Archivfoto 2016

Immer deutlicher wird, welche Folgen es in Kommunen wie Einbeck hat, dass in Berlin noch keine neue Bundesregierung im Amt ist und noch immer kein Bundeshaushalt 2018 vom Bundestag beschlossen worden ist. Ohne finanzielle Förderung von Bund und Land kann eine Kommune heute kaum noch eine Investition oder Unterhaltungsmaßnahme umsetzen. Ein gutes Beispiel, neben dem schon erwähnten Städtebaulichen Denkmalschutz, ist die historische, schon großflächig abgestützte Lehmmauer im Amtspark von Greene, deren Sanierung seit Jahren ansteht und geplant wird. Für den Finanzausschuss (27.2., 17 Uhr, Neues Rathaus) hat die Verwaltung der Politik eine unmissverständliche Vorlage erarbeitet, die auch schon der Ortsrat Greene zur Kenntnis nehmen musste: Durch den bislang nicht beschlossenen Bundeshaushalt ist die Förderhöhe der 185.000 Euro teuren Sanierung der denkmalgeschützten Lehmmauer ungewiss; damit ist auch unsicher, wann die eigentlich für 2018 eingeplanten sechs Monate dauernden Bauarbeiten beginnen können. In diesem Jahr wahrscheinlich nicht mehr.

Und noch ein weiteres Förderprogramm wartet auf grünes Licht aus Berlin. Wie Bauamtsleiter Frithjof Look gestern dem Bauausschuss deutlich gemacht hat, hakt es auch beim Förderprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“. Dort sind für dieses Jahr (2018) die Sanierung des Alten Rathauses und die „Magistrale der Baukultur“/Tiedexer Straße angemeldet zur Förderung. Doch wann und ob noch 2018 ein Förderbescheid aus Hannover kommt, ist ob der Berlin-Lage unsicher.  Vielleicht müsse man die Maßnahmen für 2019 noch einmal anmelden. Den bislang vorgesehenen städtischen Eigenanteil beim Alten Rathaus könnte sich das Rathaus vorstellen, zunächst beim Kindergarten-Neubau in Vogelbeck einzusetzen. Das schlägt die Verwaltung jedenfalls dem Finanzausschuss vor. Ob die Politik da mitgeht? Der ja einst so hohe Wellen geschlagene und zu einem Nachtragshaushalt geführte Kita-Bau wird nach aktuellem Stand teurer (weil er größer und anders werden soll, eine Kombi aus Krippe und Kita), nun wird mit 1,5 Millionen Euro gerechnet, rund 300.000 Euro mehr als gedacht.

Greene baut weiter am Löberfeld

Baugebiet am Löberfeld am Ortseingang von Greene: Hier sollen weitere Bauplätze entstehen.

Im Gegensatz zur Einbecker Ortschaft Rittierode kann sich das Flecken Greene in absehbarer Zeit über weitere Bauplätze freuen. In Rittierode hatte die Verwaltung kürzlich den Wunsch des Ortsrates abgelehnt, neue Bauplätze auszuweisen, und gefordert, der Innen- vor der Außenentwicklung den Vorrang zu geben. Der Ortsrat hat trotzdem einen neuen Antrag gestellt, in Rittierode neue Bauplätze auszuweisen, in der Ortschaft habe es schon mehrfach junge, bauwillige Familien gegeben, die mangels geeigneten Baulandes nach Ausweichmöglichkeiten in anderen Bereichen suchen mussten, hieß es. Die Stadt Einbeck wird hingegen im Baugebiet „Löberfeld“ in Greene in einem ersten Schritt zeitnah weitere sieben Baugrundstücke vermarkten. Der Ortsrat freute sich bei seiner jüngsten Sitzung über den Erfolg der von ihm vergangenen Sommer gestarteten Initiative.

Hier können nördlich die Grundstücke parzelliert werden, die vorhandene Trafostation bildet ein eigenes kleines Grundstück.

Das Baugebiet „Löberfeld“ ist bisher nur zum Teil erschlossen. Die nächsten sieben Baugrundstücke können angeboten werden, indem die vorhandenen Erschließungsanlagen genutzt werden. Derzeit steht noch ein erschlossenes und parzelliertes Baugrundstück an der Straße „Im Löberfeld“ zum Verkauf zur Verfügung. An der Nordseite der Straße „Hinter der Passeewand“ können fünf Baugrundstücke abgesteckt werden, die von dieser Straße aus auch erschlossen werden. Für eine vorhandene Trafostation ist dabei ein separates kleines Grundstück zu bilden, erläutert die Verwaltung. Östlich der nach dem Bebauungsplan festgesetzten südlichen Gebietszufahrt vom „Friedlandweg“ kann ein weiteres Baugrundstück nach Vermessung bebaut werden; die Ver- und Entsorgungsleitungen sind dort vorhanden. Die Stadtverwaltung bereitet mittelfristig außerdem die Erschließung von sechs weiteren Grundstücken nach Ausbau der nördlichen Stichstraße mit Wendeanlage vor. In einem letzten Bauabschnitt wären insgesamt sogar noch zwölf weitere Baugrundstücke möglich.

Bei aller Freude über das mögliche Wachstum in dem Neubaugebiet schaute der Ortsrat Greene sorgenvoll auf das Grundstück am Steinweg 9 an der Ecke zur Bundesstraße 64. Die Gebäude dort sind im vergangenen Jahr auf Kosten der Stadt abgerissen worden, weil das Grundstück als herrenlos gilt. Das bedeute aber nicht, erfuhren die Mitglieder des Ortsrates, dass es keine Hausrechte mehr für das Grundstück gebe: Betreten oder Beparken mit Fahrzeugen sei weiterhin verboten, hieß es. Die Stadtverwaltung ist nur in akuten Gefahrenlagen zuständig, sie pflegt und unterhält das Grundstück nicht.

Herrenlos, aber dennoch nicht frei zu nutzen ist das Grundstück am Steinweg 9 in Greene.

Herrenloses Haus

Das herrenlose Haus soll abgerissen werden in Greene, Steinweg 9, Ecke zur Bundesstraße 64.

Nicht mehr standsicher. Zum Grundstück gehört auch das Nebengebäude.

Das seit längerer Zeit leer stehende Wohngebäude an der Ecke Steinweg zur Bundesstraße 64 im Einbecker Ortsteil Greene soll abgerissen werden – auf Kosten der Allgemeinheit. Der Stadtrat hat einstimmig gestern 100.000 Euro dafür bereitgestellt. Der Alteigentümer des herrenlosen Grundstücks kann nach einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg nicht mehr dafür in Anspruch genommen werden. Die Stadt hatte ein entsprechendes Verfahren, das sich auch auf eine andere Immobilie des einstigen Besitzers bezieht, verloren. „Das ist ein Schandfleck und eine Gefahr“, sagte Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn über das Haus Steinweg 9 gestern in der Ratssitzung. Die Stadt wird die Gebäude (auf dem Grundstück steht auch noch ein Nebengebäude) nun abreißen, um eine unmittelbare Gefahr abzuwenden. Wenn das Haus einstürzt, könnte es auf die Straße fallen. Eine Notabstützung kommt nicht in Betracht, weil dies die Gefahr nach Experenansicht nicht dauerhaft beseitigen kann. Außerdem müssten dafür Nachbargrundstücke in Anspruch genommen werden. Die Fachleute des Einbecker Bauamtes haben sich bei mehreren Ortsbesichtigungen ein Bild von der Lage gemacht – aus Expertensicht ist das Haus in einem mangelhaften, nicht mehr nutzbaren Zustand. Wollte man das Gebäude langfristig erhalten, wäre eine umfassende Sanierung (unter Umständen auch eine Schimmelpilzsanierung) und der Austausch ganzer Gebäudeteile zeitnah erforderlich. Noch gar nicht untersucht dabei ist, wie weit Schwellen und Stile in der Außenwand durch Feuchte geschädigt sind und damit die Standsicherheit beeinträchtigen. Die Statik jedoch, so die Fachleute aus dem Bauamt, könne nicht gewährleistet werden.

Gefahr für die Allgemeinheit: Das leer stehende Gebäude könnte auf die Straße stürzen.

Die Mauer muss bleiben

Ein unscheinbares, aber herausragendes Baudenkmal (v.l.): Krimhild Fricke, Frank-Dieter Pfefferkorn, Frithjof Look und Christian Fricke freuen sich über den Erhalt der Lehmmauer in Greene.

Ein unscheinbares, aber herausragendes Baudenkmal (v.l.): Krimhild Fricke, Frank-Dieter Pfefferkorn, Frithjof Look und Christian Fricke freuen sich über den Erhalt der Lehmmauer in Greene.

Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn (Bürgerliste) freut sich über das Engagement der Stadt bei der Sanierung der Lehmmauer im Greener Amtspark. „Einbeck lässt uns nicht allein“, entgegnet er einer vielfach geäußerten Befürchtung, nach der Fusion Kreiensens mit Einbeck würden die Ortschaften der ehemaligen Gemeinde Kreiensen vernachlässigt. Aktuell kümmert sich das Bauamt der Stadt um ein weiteres Denkmal im Flecken Greene, wird auch das Turmdach der Greener Burg saniert, dort dringt Wasser in die Mauern ein. Diese rund 20.000 Euro teure Sanierung sollte ursprünglich bereits 2015 realisiert werden, war dann aber aus dem Haushalt gestrichen worden. Der ausführenden Firma ist für die Abdichtungsarbeiten ein Zeitfenster vom bis 9. September vorgegeben worden.

Ein „unscheinbares, aber herausragendes Baudenkmal“ nennt Einbecks Bauamtsleiter Frithjof Look die Lehmmauer im Amtspark von Greene, deren Ursprünge wahrscheinlich in die Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts zurück reichen. 130 Meter der früher längeren Begrenzung des einstigen Domänengeländes in Greene sind heute noch erhalten. Aber die Mauer neigt sich, teilweise um 30 Zentimeter. Deswegen werden zwei insgesamt 55 Meter lange Abschnitte ab dem 22. August mit Holzdreiecken abgestützt, damit die Mauer nicht umstürzt.

Die Stützdreiecke sollen im Abstand von 1,50 Meter aufgebaut werden und halten einer Belastung von maximal 400 Kilogramm stand, erläutert Christian Fricke vom Bauamt der Stadt Einbeck. Nach dieser vom Kommunalen Bauhof der Stadt Einbeck erfolgenden, etwa vier bis sechs Wochen dauernden Arbeiten soll im Herbst eine 15.000 Euro Sanierungsplanung in Auftrag gegeben werden. Diese wird laut Fricke auch ergeben, wie teuer eine Sanierung der Greener Lehmmauer wird. Dafür werde man Fördermittel beantragen, kündigte Bauamtsleiter Frithjof Look an. Das Schadensgutachten und die Notsicherung kosten bereits 55.000 Euro, das im Haushalt der Stadt bereit steht.

Die Lehmmauer im Amtspark ist in so genannter Stampflehmbauweise errichtet, erläutert Krimhild Fricke, Denkmalschutz-Expertin bei der Stadt Einbeck. Diese Pisé-Bauweise stamme eigentlich aus südlicheren, trockeneren Gegenden als in Norddeutschland. Vermutlich habe die französische Zeit des Königreichs Westfalen Anfang des 19. Jahrhunderts diese Bautechnik nach Greene gebracht. Auf einem 30 Zentimeter hohen Kalk-Natursteinsockel ist erdfeuchter Lehm zwischen eine druckfeste Schalung geschüttet und verdichtet worden; die Holzquerbalken der Verschalung sind noch in der Mauer zu erkennen. Der Steinsockel werde nach der Notsicherung wieder besser sichtbar, sagt Fricke, dafür werde im Park Erde abgetragen. Die Tatsache, dass die Lehmmauer windgeschützt steht und nicht bautypisch oben unter Dachziegeln mit einem Ringbalken abgedeckt ist, habe zur Standsicherheit ebenso beigetragen wie der teilweise Efeu-Bewuchs.

Was jetzt in Greene allerdings noch fehlt, ist eine Sanierung der Fassade des Amtshauses, in dem der Kindergarten untergebracht ist, diese Fassade ist aktuell nur notdürftig mit Bauzaun und Holzdach abgeschirmt, damit keine bröckelnden Steine auf die Spielfläche des Kindergartens fallen können.

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Nicht ins Schulzentrum

Im Vorfeld der nächsten Schulausschuss-Sitzung (9. Juli, 17 Uhr, Grundschule Kreiensen) macht der Schulelternrat der Grundschule Kreiensen mobil und sammelt Unterschriften gegen einen Teil-Umzug ins Schulzentrum Greene: „Bitte unterzeichnen Sie unseren Appell, die Grundschüler in den Grundschulen zu lassen, die guten Bildungschancen im Schulzentrum zu erhalten und eine vernünftige Lösung für das Platzproblem zu finden“, heißt es in dem Aufruf. „Lassen wir uns nichts erzählen: Das Geld ist da – nur die Prioritäten liegen nicht auf guten Bildungschancen für unsere Kinder.“ Der Schulelternrat wendet sich gegen eine Zerstörung einer funktionierenden Schulstruktur zu Lasten der Familien in 19 betroffenen Dörfern, einem Drittel der Stadt Einbeck. Bei einer Veranstaltung am 6. Juli um 19 Uhr in der Grundschule Kreiensen möchte der Schulelternrat noch vor der Fachausschuss-Sitzung informieren.

Den teilweisen Umzug hatte in der vergangenen Ausschuss-Sitzung die SPD ins Spiel gebracht, weil die auf dem Tisch liegenden zwei Varianten für zusätzliche Räumlichkeiten (Anbau oder Container) teuer sind, zwischen 570.000 und 1,1 Millionen Euro teuer. Der Schulelternrat sieht bei der Umzug-Variante ins Schulzentrum (Träger ist der Landkreis) den Schulverband der Grundschule auseinandergerissen. Die Räume im Schulzentrum (Haupt- und Realschule) hält der Schulelternrat unter dem Strich aus mehreren Gründen für nicht geeignet, zumal durch den Umzug dort für die HRS Probleme entstehen würden.

Nach der vergangenen Schulausschuss-Sitzung hat die Stadtverwaltung mit dem Landkreis als Träger des Schulzentrums über Möglichkeiten der Mitnutzung durch die Grundschule gesprochen. Es seien aber noch Fragen offen geblieben, ein weiterer Termin mit Vertretern des Landkreises Northeim werde noch vor kommendem Donnerstag angestrebt, heißt es in der Sitzungsvorlage, dann könne im Ausschuss berichtet werden. Bis zum Schuljahresbeginn im September könne im Übrigen keine der vorgeschlagenen Varianten realisiert werden, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadtverwaltung spricht deshalb mit der Schulleitung über Übergangslösungen.

Hintergrund ist, dass nach Kreiensen in jüngster Zeit mehrere große Familien mit schulpflichtigen Kindern gezogen sind. In der Grundschule Kreiensen werden zurzeit 150 Kinder unterrichtet, in der Außenstelle Greene 70 Kinder. Ursprünglich sollte die alte Grundschule in Greene wegen rückläufiger Schülerzahlen bereits geschlossen werden. Die Grundschule Kreiensen wird aktuell von etwa 25 nicht deutsch sprechenden Kinder besucht. Die Stadt rechnet mit einer Zunahme dieser Zahl, da es in der Ortschaft einen hohen Wohnungsleerstand gibt und deshalb hier weitere Flüchtlingsfamilien mit schulpflichtigen Kindern erwartet werden.

Auf der Burg

Walter Schmalzried (l.) und Dr. Reinhard Binder betrachten auf dem Burgturm die Schäden.

Der Turm der Greener Burg soll gegen eindringendes Regenwasser umgehend geschützt werden: Einstimmig einigte sich der Ausschuss für Stadtentwicklung nach einem Ortstermin in dieser Woche darauf, die für eine Sanierung notwendigen 20.000 Euro außerplanmäßig im Haushalt bereit zu stellen, damit die Arbeiten noch in diesem Sommer realisiert werden können. Den Handlungsbedarf sahen die Ausschuss-Mitglieder in luftiger Höhe auf dem Burgturm: Das aus einer Betondecke bestehende Flachdach auf der Plattform des 25 Meter hohen Turmes ist marode, Regenwasser kann eindringen. Das soll jetzt mit einer neuen mehrschichtigen Kunststoff-Abdeckung verhindert werden. Für die Bauarbeiten sind vom Bauamt der Stadt Einbeck zwei bis drei Wochen veranschlagt.

Politiker aller Fraktionen waren sich einig, dass hier schnell gehandelt werden muss. Damit würdige man auch die beachtliche Arbeit, die der 90 Mitglieder große Förderverein schon für das alte Gemäuer geleistet habe, und es sei ein schönes Zeichen der Unterstützung, sagten Dr. Reinhard Binder (FDP) und Armin Hinkelmann (GfE). Wenn das Wasser erst tief ins Mauerwerk eindringe, könne das der Ruin der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Burg sein, mahnte Klaus-Rainer Schütte (SPD) zur Eile.

In luftiger Höhe: Förderverein-Vorsitzender Ernst Müller (l.) und Architekt Horst Sander (2.v.l.) stellten den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung die notwendigen Arbeiten auf dem Turm der Greener Burg vor.

In luftiger Höhe: Förderverein-Vorsitzender Ernst Müller (l.) und Architekt Horst Sander (2.v.l.) stellten den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung die Schäden und die notwendigen Arbeiten auf dem Turm der Greener Burg vor.

Schwarz und Rot im Wasser

Vorsitzender Heinrich Langheim, Ex-Bürgermeister Ronny Rode, Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn, Landrat Michael Wickmann und Kreistagsabgeordneter Dirk Ebrecht.

Förderverein-Vorsitzender Heinrich Langheim, Ex-Bürgermeister Ronny Rode, Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn, Landrat Michael Wickmann und Kreistagsabgeordneter Dirk Ebrecht.

Wo die einen als Schirmherr die offizielle Amtskleidung bevorzugen und mit Worten und Getränken 20 Jahre Förderverein Hallenbad Greene beim 12-Stunden-Schwimmen vor der Tür feierten, so wie das in diesem Jahr Landrat Michael Wickmann tat, hatten andere vor einem Jahr nicht nur Worte parat, sondern auch den Badeanzug dabei, wie Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Sie war ebenso wieder in diesem Jahr, obwohl nicht Schirmherrin, pünktlich zum Start vor Ort und zog sportlich ihre Bahnen durch das 29 Grad warme Wasser im Hallenbad des Einbecker Ortsteils Greene. Der Landrat lehnte ein paar Bahnen mit Hinweis auf weitere Termine repräsentativer Art ab…

Doch so einfach ließ der Kreistagsabgeordnete Dirk Ebrecht, mit seinen CDU-Parteifreunden selbst am Start und am Ende bei der viertbesten Gruppe (28.600 Meter im Wasser während 12 Stunden), den Landrat nicht aus der Nummer raus. Für das nächste Jahr ist vor Zeugen fest vereinbart, dass auch der Landrat beim Schwimmen dabei ist – im Wasser. Die Farbwahl der Badebekleidung ist dabei bereits GroKo-verdächtig verabredet…

Politik am Beckenrand: Dr. Sabine Michalek, Dirk Ebrecht, Dr. Roy Kühne.

Politik am Beckenrand: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Kreistagsabgeordneter Dirk Ebrecht, MdB Dr. Roy Kühne.

Greener Grundschulzukunft

Das Thema dürfte keine große Brisanz in politischen Gremien erlangen, auch wenn es um eine Grundschule und ihre Zukunft geht. Und bei Schulen steigt ja das Erregungsbarometer gerne mal schnell nach oben. Aber in diesem Greener Fall ist die Sache eigentlich klar und die Lösung logisch und folgerichtig. Die Gleichung ist Grundschul-Mathematik: Mehr Kinder = Schule; zu wenige Kinder = Schulschließung. Obgleich: Mit Logik hat Schulpolitik ja nicht immer etwas zu tun.

Frank-Dieter Pfefferkorn (GfE/Bürgerliste).

Frank-Dieter Pfefferkorn (GfE/Bürgerliste).

Wie der Fraktionsvorsitzende der GfE/Bürgerliste im Einbecker Stadtrat, Frank-Dieter Pfefferkorn, nach verstärkten Hinweisen aus der Elternschaft und aus den betroffenen Schulen mitteilte, reicht nach den aktuellen Zahlen das Raumangebot in der Grundschule Kreiensen nicht aus, alle Schüler unter vernünftigen pädagogischen Verhältnissen aufzunehmen. „Der Rat der Stadt Einbeck wird also in Kürze zu beschließen haben, wie man hiermit umgehen will“, erklärte Pfefferkorn in einer Pressemitteilung. Nächste Ratssitzung ist im Juni. Für die Wählergemeinschaft GfE/Bürgerliste ist nach seinen Worten der einzig vernünftige Ansatz, die Greener Grundschule weiter zu nutzen. Die Schule sollte eigentlich laut im vergangenen Dezember beschlossenen Schulentwicklungsplan auslaufend als Außenstelle der Grundschule Kreiensen beschult und dann geschlossen werden, Einschulungen wird es bereits diesen Sommer in Greene nicht mehr geben.

Jetzt könnte die Nutzungszeit der Greener Grundschule verlängert werden. „Alle anderen Überlegungen sind entweder unpraktikabel, unnötig teuer oder den Kindern und Lehrern nicht zuzumuten“, meint Pfefferkorn. GfE/Bürgerliste sehen sich mit den Elternvertretern und den Schulleitungen einig, Greene solange weiter zu betreiben, wie das Raumangebot benötigt wird. Die Details, wie Einschulung oder Organisation des Mittagessens, sollten von der Schule selbst organisiert werden, da man dort die nötige Praxis und Fachkompetenz habe, schreibt die GfE/Bürgerliste.

Markt-Termine

Die Fusion von Kreiensen mit Einbeck hat manche Delle hinterlassen. Man muss zwar nicht immer die Postleitzahlen-Diskussion aufwärmen, und auch bei den Straßennamen werden sich die Änderungen irgendwann durchsetzen. Ein schönes Zeichen für ein wenig Heimatgefühl, das auch oder gerade in Fusionszeiten bleiben muss, ist da die Ansage des Fachbereichs Bürgerdienste der Stadt Einbeck für die neue Einbecker Ortschaft Greene: Auf den Personalausweisen wird bei der Umschreibung auf die neue Adresse “Einbeck” neu die Ortschaft “Flecken Greene” eingetragen. Der Zusatz Flecken soll auf allen offiziellen Papieren verwendet werden.

An Traditionen hängen die Greener zu recht. Am ersten Oktober-Wochenende dieses Jahres wird der 282. Greener Jahrmarkt stattfinden, der einzige nicht privat organisierte Markt im Stadtgebiet Einbeck. Er gründet sich auf die Genehmigung des Braunschweiger Herzogs im Jahr 1732. Um diesen traditionellen Markt weiter veranstalten zu können, müssen mindestens zwölf Aussteller teilnehmen. Damit wären die Kriterien für einen so genannten festgesetzten Markt erfüllt, um auch die Marktprivilegien in Anspruch nehmen zu können, teilt der Fachbereich Bürgerdienste mit. Die Schausteller kommen nur, wenn der Jahrmarkt drei Tage lang dauert.

Der Arbeitskreis mit den Schaustellern und anderen Beteiligten (Verein Handel & Gewerbe) wird sich nach dem Willen des Ortsrates damit beschäftigen, wie der Markt inhaltlich attraktiver gestaltet werden kann, unter anderem um sich auch von den terminlichen Konkurrenzveranstaltungen Eulenfest und Bauernmarkt abzusetzen. Bei einem Defizit des Jahrmarktes (vergangenes Jahr 1500 Euro) könnte dieses aus Ortsratsmitteln ausgeglichen werden, signalisierte der Ortsrat nach Angaben von Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn. Das Defizit sollte aber in jedem Fall verringert werden, so das ausgegebene Ziel. Prost, Jahrmarkt!

Greener Bargeld-Sorgen

Bekanntmachung im Fenster der Greener Filiale.

Bekanntmachung im Fenster der Greener Filiale.

Mobile Menschen haben solche Sorgen gar nicht auf dem Schirm. Wenn es im Ort keinen Geldautomaten mehr gibt, dann fahre ich halt zum nächsten, sagen sich diese. Dass genau dies aber viele ältere Menschen oder auch andere Betroffene ohne Auto nicht einfach so tun können, hat jetzt der Ortsrat der Einbecker Ortschaft Greene gewürdigt und das Geldinstitut, das seine Geschäfte zum 31. März in Greene einstellen will, öffentlich ermahnt. Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn, der erst kürzlich bei der Aufforderung des Einbecker Stadtrates in Richtung Netzbetreiber Tennet zum Thema 380-kV-Leitung als Textkompromisssucher aktiv war, ist offenbar momentan Resolutionsexperte.

Der Ortsrat des Fleckens fordert den Vorstand der Braunschweigischen Landessparkasse auf, die Geldversorgung im Ort auch in Zukunft sicherzustellen. In einer einstimmig beschlossenen Resolution bezeichnet es der Ortsrat als „nicht hinnehmbar“, gerade auch für die ältere Bevölkerung, dass die Filiale zum 31. März 2014 geschlossen und auch der Geldautomat abgebaut werden sollen. Eine in Aussicht gestellte Zusammenarbeit mit der Öffentlichen Versicherung vor Ort ist dem Ortsrat zu vage, der Verweis auf die Filiale in Kreiensen sei keine Lösung, heißt es in der Resolution: „Bei allem Verständnis für die Kostensituation ist zumindest die Aufrechterhaltung der Geldversorgung ein unabdingbares Muss für den Ortsteil.“

Wenn die Braunschweigische Landessparkasse nicht „in gebührender Weise“ bereit sei, sich um die Jahrzehnte alten Kundenverbindungen in Greene zu kümmern, solle sie den Standort an die Sparkasse Einbeck abgeben, die laut Resolutionstext übernehmen würde. Der Wortlaut der Resolution ist im Protokoll nachzulesen (Protokoll 2014-03-18öffentl).

Der Einbecker Sparkassen-Vorstand hatte seit der Fusion von Kreiensen mit Einbeck stets betont, man sei zu Gespräche bereit, das Geschäftsgebiet dem der Kommune anzupassen. Eine Reaktion aus Braunschweig auf die am 18. März verabschiedete Resolution liegt bis dato noch nicht vor.

Nachtrag 07.04.2014: Wie der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Einbeck, Stefan Beumer, auf meine Nachfrage heute sagte, werde sein Haus mit der Braunschweigischen Landessparkasse das Gespräch noch einmal suchen und sei auch in den vergangenen Monaten stets gesprächsbereit gewesen. „Ich glaube aber, dass wir wenig Erfolg haben werden“, bedauerte Beumer. Für die Sparkasse Einbeck, zu deren Geschäftsgebiet die ehemalige Gemeinde Kreiensen inklusive Greene seit der Fusion 2013 automatisch gehört, kommt nur eine Lösung für Gesamt-Alt-Kreiensen infrage.

Die Filiale der Norddeutschen Landessparkasse in Greene schließt zum 31. März 2014.

Die Filiale der Norddeutschen Landessparkasse in Greene schließt zum 31. März 2014.