Insolvenz-Informationen

Wenn man längere Zeit nichts über ein Projekt hört, kann das ein gutes Signal sein: Da wird gearbeitet, nicht nur geredet, könnte man sagen. Allerdings muss mehrmonatige Stille kein gutes Zeichen sein. Dass sich Letzteres jetzt bewahrheiten könnte, legt die Mitteilung nahe, die Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek heute Abend in öffentlicher Sitzung des Stadtrates gab. Am Montag habe die Stadt Einbeck die Information erreicht, dass die SEPA Projekt- und Entwicklungsgesellschaft (Stuttgart) sowie die EPA Planungsgruppe Insolvenz angemeldet habe. In einem von Dienstag datierten Fax habe die SEPA das der Stadt bestätigt, zum 26. März 2014 einen Antrag auf Eigeninsolvenz gestellt zu haben, berichtete die Rathauschefin. Der Geschäftsbetrieb laufe weiter, habe SEPA erklärt. Und: Die für das seit Monaten nicht recht vom Planungsfleck kommende Einzelhandelsprojekt am Neustädter Kirchplatz zuständige Gesellschaft, die SEPA Aktiv Gesellschaft Einbeck, sei nicht betroffen, habe keine gesellschaftsrechtlichen Verbindungen zu den vom Insolvenzverfahren betroffenen Firmen des Investors. Auch der Insolvenzverwalter habe bestätigt, dass die laufende Insolvenz der SEPA Projekt- und Entwicklungsgesellschaft und der EPA Planungsgruppe keine negativen Auswirkungen auf das Einbecker Projekt habe, berichtete die Bürgermeisterin.

Zuletzt hatte der Stadtrat in seiner März-Sitzung den Platz zum Einzelhandelsschwerpunkt gemacht. Dies war zuvor offenbar unterblieben, weil mehrere Behörden aneinander vorbei kommuniziert hatten. Seitdem war Funkstille bei dem Projekt.

Ende Mai wollen sich nun Stadt und SEPA nach den Worten von Baudirektor Gerald Strohmeier treffen, um die noch ausstehende Ausschreibung eines Ideen-/Architektur-Wettbewerbes abzustimmen – und dessen zeitliche Länge. Zwischen einem halben und einem dreiviertel Jahr könnte es dauern, bis hier Ergebnisse vorliegen und entschieden werden kann, wie die Änderung des Bebauungsplanes fortgeführt werden soll. 2014 dürfte damit auf dem Neustädter Kirchplatz garantiert noch kein Bauzaun aufgestellt werden.

Warum die Stadt offenbar erst nach fast sieben Wochen von einem Insolvenzverfahren erfährt, das zumindest in der Nähe eines der aktuell intensivst diskutierten Vorzeigeprojekte in der Stadt gehört, dürfte noch eine spannende Frage werden – inklusive Antworten. Eine vertrauensvolle Partnerschaft sieht anders aus.

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