Goetheschule: Stadt Einbeck bereitet sich auf den Fall der Fälle vor

Noch ist im Kreistag keine Entscheidung dazu getroffen worden. Und vor 2025 steht für einen Umbau bzw. Ausbau oder aber gar kompletten Neubau der Goetheschule Einbeck an einem anderen Standort gar kein Geld im Kreishaushalt. Aber weil weiterhin diese zwei Varianten auf dem Tisch liegen, die in den zuständigen Kreisgremien zuletzt beraten worden sind und für die die Kreisverwaltung zurzeit verschiedene Optionen prüft, möchte die Stadt Einbeck auf alle Fälle vorbereitet sein. Deshalb hat der Verwaltungsausschuss der Stadt Einbeck in dieser Woche laut Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek beschlossen, die Stadtverwaltung zu beauftragen, mit dem Landkreis Northeim über eine mögliche Nachnutzung des Goethegymnasiums zu sprechen und mehrere Alternativen zu entwickeln.

Kreis- und Stadtverwaltung sind ohnehin in der Sache miteinander im Gespräch, weil es für die Variante eines Schulneubaus am anderen Standort darum geht, geeignete und zur Verfügung stehende Flächen zu ermitteln, die möglichst bereits in öffentlicher Hand sind. Ob es dazu in der nächsten Sitzung des Kreis-Bauausschusses am 1. März bereits erste Ergebnisse gibt, ist aktuell offen, eine Entscheidung dürfte es freilich in keinem Fall bereits im März geben. Die Entscheidung ist nicht allein aus finanziellen Gründen keine leichte, eher eine sehr emotionale, die vor allem auch eine sehr lebhafte öffentliche Diskussion erwarten ließe. Vor allem bei der Überlegung, die Goetheschule an einem anderen Standort komplett neu zu bauen und dorthin umzuziehen. 1908 ist der Altbau eingeweiht worden, seitdem haben Generationen von Schülern dort gelernt, haben viele dort ihr Abitur gemacht, die heute an Entscheidungs- und/oder Einflusspositionen sitzen. Sie werden keinesfalls mit leichter Hand „ihre“ traditionsreiche Schule, den so markanten und stadtbildprägenden Bau an der Schützenstraße aufgeben. Zumal auch die Schulleitung zuletzt versichert hatte, die so genannte integrierte Lage der Schule mitten in der Stadt habe viele Vorteile, beispielsweise die nahen Sportstätten.

Zuletzt konzentrierte sich die Diskussion auf die Varianten, entweder die 1955/1968 errichteten Anbauten der Goetheschule komplett abzureißen und an der gleichen Stelle einen neuen Anbau zu errichten, oder aber die komplette Schule an einem noch zu findenden neuen Standort neu zu bauen. Beides wurde mit rund 21,5 Millionen Euro kalkuliert, die Preise stammen aber aus dem vergangenen Sommer, seitdem dürften sie kaum gesunken sein. Außerdem: Mit gut drei Jahren Planungs- und Bauzeit ist in jedem Fall zu rechnen. Beim Ersatzneubau eines Anbaus an gleicher Stelle steht auf jeden Fall ein Umzug ins Haus, muss für knapp zwei Jahre eine Interimsschule gesucht bzw. mit Containern an noch zu findender Stelle geplant werden, denn der Schulhof würde dafür nicht ausreichen.

Der Einbecker Stadtrat möchte mit dem jüngsten Beschluss des VA vorbereitet sein, falls es im Kreis zu einer Entscheidung kommen sollte, die Goetheschule am heutigen Standort aufzugeben. Denn bei der Abgabe der Schulträgerschaft 2009 von der Stadt an den Landkreis sind Rückgabe-Klauseln vereinbart worden, durch die unter Umständen die Schulgebäude wieder an die Stadt Einbeck zurückfallen würden. Und die müsste sich dann nicht nur deshalb Gedanken darüber machen, wie die zahlreichen Räume der Schule künftig genutzt werden können, weil die Gebäude an prominenter Stelle in Einbeck liegen. Es gibt allerdings keine Rückübertragungsautomatik, die Stadt könnte die Schulgebäude auch ablehnen. Insgesamt geht es ohnehin nicht allein um die Gebäude (Alt- und Neubauten) an der Schützenstraße, sondern auch um die Außenstelle an der Ecke Langer Wall/Seminarstraße.

Ein Gedanke zu „Goetheschule: Stadt Einbeck bereitet sich auf den Fall der Fälle vor

  1. Zur Einschätzung des imposanten Altbaus der Goetheschule als „unbedingt erhaltungswürdig“ gibt es meiner Meinung nach keine – selbst nur halbwegs – sinnvolle Alternative. Allerdings: Welche ungeahndeten baulichen Schlampereien erst ans Tageslicht gekommen sind, als es in einer ersten Planungsrunde darum ging, den in den 60er Jahren errichteten Anbau der Goetheschule „aufzustocken“, um Platz für weitere Klassen- und Fachräume zu schaffen! Was für ein Pech! Weder die Belastungsfähigkeit der Fundamente noch eine Reihe von anderen statischen Ausgangsvoraussetzungen waren erfüllt, um diesen eleganten, vergleichsweise billigen Einstieg in die Neuzeit zu schaffen. Die in diesen Angelegenheiten eigentlich sachkundigen Bediensteten Der Stadt gibt es nicht mehr. Aber uns geht es ja noch gut; oder?

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