Drei Thesen für eine Erneuerung der Einbeck Marketing GmbH

Die Einbeck Marketing GmbH überprüft aktuell ihre Strukturen, will sich optimierter aufstellen und dadurch den Wirtschaftsstandort noch besser stärken, nachdem beide Geschäftsführer die Organisation für Stadtmarketing und Standortmarketing verlassen. Diesen äußeren Anlass nehmen die beiden Gesellschafter der 2010 gegründeten öffentlich-privaten GmbH (Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft e.V und Stadt Einbeck), um im Gespräch mit mehreren gesellschaftlich relevanten Gruppen (u.a. Politik, Wirtschaft und Geldgeber) vieles auf den Prüfstand zu stellen und zu diskutieren – ergebnisoffen, wie betont wird. Wie lange man sich dafür Zeit nehmen will, wird aus der jüngsten Tatsache deutlich, dass die Übergangsgeschäftsführung durch Christiane Folttmann bis Ende des Jahres vorgesehen ist. Die folgenden drei Thesen sollen (m)ein Beitrag zur Diskussion sein.

1

Gebt allen Entscheidern, allen großen Playern dieser Stadt, einen Sitz im Aufsichtsrat der Einbeck Marketing GmbH. Nur, wenn alle unter einem Dach gleichberechtigt mitreden, kann sich niemand außen stehend fühlen. Es ist daher dringend notwendig, neben KWS und Brauhaus auch dem PS.Speicher ein Mandat im Aufsichtsgremium zu geben (2010 bei Gründung gab es das Oldtimermuseum noch nicht, seit zehn Jahren aber schon). Vielleicht wäre es am Ende gar sogar noch besser, mehrere Einzelgesellschafter in die GmbH (unter Umständen als gGmbH organisiert, als gemeinnützige GmbH ohne Gewinnstreben) direkt aufzunehmen, beispielsweise den PS.Speicher, die Brauerei und KWS anstatt „die Wirtschaft“ unter einem Verein InitiativGemeinschaft zu subsummieren, der ja lediglich zwei AR-Sitze freiwillig faktisch an die Brauerei und KWS abgibt.

2

Gebt die städtische Wirtschaftsförderung aus dem Rathaus endlich komplett in die GmbH. Seit Jahren versuchen mir mehrere Beteiligte immer mal wieder zu erklären, warum es gut sein soll, in Einbeck zwei unterschiedliche Adressen für Wirtschaftsförderung zu haben. Ich habe das nie verstanden und immer kritisiert, weil durch die Doppelung viel mehr Reibungsverluste durch notwendige Absprachen anfallen als es Vorteile haben könnte. Projekte wurden nicht realisiert, weil sich niemand richtig zuständig fühlt. Und falls doch mal ein hoheitliches Dienstsiegel benötigt wird, lässt sich das im Einzelfall bestimmt regeln.

3

Vereinigt bitte die Geschäftsführung von Einbeck Marketing mit der direkt und allein der Bürgermeisterin unterstellten Abteilung, die im Rathaus nach Wirtschaftsbeziehungen klingt (und doch für so vieles mehr zuständig ist): Public and Business Relations (PBR). Dann gäbe es endlich mehr Überblick und weniger Absprachebedarf untereinander und damit einher gehenden Reibungsverlust. Die in der GmbH dann vereinten Themen Tourismus, Wirtschaftsförderung, Events und Standortmarketing haben so viele Schnittmengen, dass dieses besser unter einem einzigen Dach organisiert werden sollte. Und bitte: Bleibt nicht aus – beispielsweise – Proporzgründen bei zwei Geschäftsführern. Lieber eine Geschäftsführung und auf der Ebene darunter Abteilungsleiter, die ein schlagkräftiges Team managt. Wie wichtig (oder eben gerade vielleicht auch nicht) eine Geschäftsführung ist, kann man daran sehen, dass es in der Übergangszeit bei Einbeck Marketing offenbar auch ehrenamtlich geht. Für mich ist das der ideale Zeitpunkt, dass PBR die Organisation professionell übernimmt.  

Ich würde mich sehr freuen, einen Beitrag zu einer öffentlichen Debatte leisten zu können und darüber zu diskutieren, denn das Thema ist keines, das ausschließlich in einem nicht-öffentlichen Aufsichtsrat erörtert gehört. Ja, ich weiß, dass der Teufel in den Details stecken kann und wird. Wenn allerdings solche „ja, aber“-Totschlagargumente nur zur Verhinderung von Wandel dienen, dann entlarven sie sich schnell selbst. Selbstverständlich weiß ich, dass die Beschäftigten im Eicke’schen Haus und im Rathaus unterschiedliche Arbeitsverträge haben, privatwirtschaftliche und kommunale. Aber das deutsche Arbeitsrecht wird ja wohl so flexibel sein, dass Rückkehrrechte und andere Privilegien als Bestandsschutz vereinbart werden können. In der GmbH sollte jedoch grundsätzlich jeder „gleich“ sein, egal wo er zuvor gearbeitet hat, ob im Rathaus oder bei Einbeck Marketing. Und wer sich nicht traut, etwas Neues (mit Sicherheitsnetz!) zu beginnen, der ist in einer privaten GmbH falsch und muss bei der Stadt (dann in anderen Fachbereichen) und im Behördendenken bleiben.  

Anmerkung: Der Autor dieses Blogs ist Mitglied in der Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft e.V., die 51-prozentiger Gesellschafter der GmbH ist. 49 Prozent hält die Stadt Einbeck.

Ein Kommentar zu „Drei Thesen für eine Erneuerung der Einbeck Marketing GmbH

  1. …..dann könnte man ja bei der Gelegenheit auch noch einmal darüber nachdenken, diese Stabsstelle „Public and Business Relations oder so ähnlich“ in einen Begriff umzubenennen, der vielleicht transparenter und selbsterklärender auf deutsch wäre…..
    findet jedenfalls
    Dieter Scholz

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