Grünes Licht: Züge können bald regelmäßig bis zum PS-Speicher fahren

Der weiteren Reaktivierung der Bahnstrecke in Einbeck zwischen Mitte und Fichtestraße (PS-Speicher) steht offenbar nichts mehr im Wege. Wie die Kreisverwaltung für die nächste Sitzung des Kreistag-Ausschusses für Wirtschaft und Kreisentwicklung am 23. Februar vorlegt, habe die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) nach intensiven Verhandlungen ihre Zustimmung signalisiert. Wann die ersten regelmäßigen Züge rollen können, ist zwar noch offen. Die LNVG hat aber laut Kreisverwaltung einer Probephase zugestimmt und auch eine Kostenbeteiligung angekündigt. Nun muss nur noch der Kreistag zustimmen, die andere Hälfte der so genannten Initialkosten der DB-Regio zu bezahlen, das sind rund 70.000 Euro. „Ich gehe davon aus, dass ab dem kleinen Fahrplanwechsel im Juni 2022 einige Fahrten der Regionalbahn 86 zum Haltepunkt Einbeck-Fichtestraße durchgebunden werden“, prognostizierte heute Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel.

Auf dem Bahnsteig Fichtestraße zwischen PS-Speicher und Hotel Freigeist: Der damalige SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller, Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Ilmebahn-Prokurist Dr. Hartmut Heuer (v.l.). Archivfoto 2020

Konkret gedacht ist zunächst an einen dreijährigen Probebetrieb, der anschließend in einen auf Dauer eingerichteten Regelbetrieb überführt werden soll. Die LNVG hat die Bereitschaft signalisiert, die einmalig anfallenden Initialkosten der DB-Regio in Gesamthöhe von 141.200 Euro für eine Umsetzung des Probebetriebs zu 50 Prozent zu übernehmen, berichtet Landrätin Astrid Klinkert-Kittel. Vom Landkreis Northeim wird erwartet, sich ebenso mit der Hälfte (70.600 Euro) an den Initialkosten zu beteiligen. Zu den Initialkosten zählen sowohl die Installation der Vertriebsinfrastruktur, die Aufnahme der Station in die Vertriebssysteme für alle relevanten Tarife als auch die Schulung der Triebfahrzeugführer. Technisch ist die Strecke von der Ilmebahn bereits vor der Ende 2018 erfolgten Reaktivierung der Bahnstrecke von Salzderhelden nach Einbeck-Mitte ausgestattet worden, eine vollständige elektronische Sicherung der Straßen- und Fußwegquerungen ist bereits gegeben.

Der Aufsichtsrat der Ilmebahn GmbH hat laut Landrätin in dieser Woche außerdem beschlossen, die Infrastrukturkosten zu übernehmen, zum Beispiel Ertüchtigung Lichtsignaltechnik, Maßnahmen Bahnsteig und Brücke, für den Probebetrieb in Höhe von rund 59.000 Euro und einen späteren Regelbetrieb (rund 300.000 Euro). Das hatte die LNVG gefordert. Sobald die Kostenübernahmeerklärungen durch den Landkreis Northeim und der Ilmebahn GmbH vorliegen, will die LNVG alle weiteren erforderlichen Schritte zur Bestellung der neuen Strecke mit der DB Regio als zuständigem Verkehrsunternehmen und der Ilmebahn GmbH als zuständigem Infrastrukturbetreiber abstimmen, heißt es in der Beratungsvorlage für den Fachausschuss.

Wenn regelmäßig Züge bis zum Haltepunkt Fichtestraße (zwischen Hotel Freigeist und PS-Speicher) fahren, profitiert davon nicht nur der Tourismus, das Oldtimermuseum und die Veranstaltungshalle PS-Halle. Mit der Reaktivierung der Streckenführung Einbeck-Mitte bis Einbeck-Fichtestraße sollen vor allem auch Schülerinnen und Schüler der nahen Berufsbildenden Schulen eine kostengünstige, schnelle und klimafreundliche Mobilitätsalternative zum Individualverkehr erhalten. Zur Zielgruppe gehören besonders Schüler aus dem Südkreis (Northeim, Nörten-Hardenberg) sowie dem Landkreis Göttingen, die an der BBS Einbeck Schulformen besuchen, die es exklusiv in Einbeck gibt (z.B. Erzieherausbildung, Pflegeausbildung, Heilerziehungspflege, Fachoberschule Gestaltung, berufliche Gymnasien mit den Schwerpunkten Gesundheit und Soziales sowie Technik und Informationstechnik).

Der Aufsichtsrat der Ilmebahn GmbH hat in seiner jüngsten Online-Sitzung Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek zur neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Sie hat damit verabredungsgemäß den Vorsitz von Landrätin Astrid Klinkert-Kittel übernommen, die nun stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende ist, teilte die Ilmebahn am Freitag mit.

Grünes Licht für die RB 86 bis zum Haltepunkt Fichtestraße: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (neue Aufsichtsratsvorsitzende der Ilmebahn), Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel und Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (v.l.). Foto: Ilmebahn GmbH

Laga-Verschiebung: Kreistag will offenbar nicht nur mehr Geld geben

Wie geht es mit der Landesgartenschau in Bad Gandersheim weiter? Die Sitzung des Rates der Stadt Bad Gandersheim jedenfalls, die heute Abend online stattfinden und darüber befinden sollte, ist soeben geplatzt. Die Beschlussfähigkeit des Gremiums war nicht gegeben, weil drei Ratsmitglieder fehlten und damit nicht alle Ratsmitglieder zugeschaltet waren. Das wäre aber notwendig gewesen, weil zur Online-Sitzung nicht fristgerecht eingeladen worden war. Beobachter halten es nicht für ausgeschlossen, dass es Teilen des Rates sehr gelegen kommt, nun erst die Entscheidung des Kreistages abwarten zu können, die morgen Nachmittag erwartet wird. Der Stadtrat trifft sich jetzt am Montag Abend zu einer Präsenz-Sitzung, um die notwendigen Laga-Beschlüsse herbei zu führen.

Die Kreistagspolitik hat indes die Zeit seit dem nicht-öffentlichen Informationstreffen von Kreistag und Stadtrat mit der Laga-Geschäftsführung am 7. Dezember intensiv hinter den Kulissen genutzt und nach meinen Informationen den ursprünglichen Beschlussvorschlag mittlerweile wesentlich ergänzt und verändert und eine breite Mehrheit dafür beisammen. Wie berichtet hatten die Kreistagsfraktionen mit der Verschiebung der Entscheidung auf die Kreistagssitzung am 17. Dezember bereits ursprüngliche Pläne ausgebremst, schon gleich und schnell am 7. Dezember zu entscheiden. Das ging vielen deutlich zu schnell – ebenso wie das Vorpreschen mit Vorfestlegungen in der Pressekonferenz von Landrätin, Bürgermeisterin und Geschäftsführung am 8. Dezember.

Vor allem die CDU/FDP/Unabhängige-Gruppe soll sich in den folgenden Gesprächen gegen das Vorhaben gestellt haben, mit der Verschiebung der Laga auf 2023 und der Nachfinanzierung das Auto gewissermaßen nur wieder (mit frischem Geld) aufzutanken, es aber ansonsten unverändert bis 2023 weiterfahren zu lassen. Jetzt soll es neben der Tankfüllung weitere Personen im Laga-Auto auf Beifahrerplatz und Rücksitz geben, die auf die am Lenkrad sitzende Geschäftsführung gewissermaßen wie ein Fahrlehrer und Führerscheinprüfer Einflussmöglichkeiten haben. Die Rede ist vor allem von einer Stabsstelle bei der ohnehin neu im Laga-Aufsichtsrat sitzenden Landkreis-Baudezernentin, welche bei Projektsteuerung und Baucontrolling unterstützen soll. Derweil soll außerdem ein Wirtschaftsprüfer bis Ende März die Umsetzung der bisherigen Wirtschaftspläne der Landesgartenschau-Gesellschaft sowie deren Abweichungen mit dem aufgelaufenen Defizit überprüfen. Geprüft werden soll auch, ob für touristische Vermarktung, Durchführung und Nachnutzung weiteres Personal benötigt wird, das befristet eingestellt werden kann.

Der Kreistag trifft sich zur öffentlichen Präsenzsitzung am Freitag, 17. Dezember, um 15 Uhr in der Northeimer Stadthalle. Es gilt dort für alle die 3G-Regel.

Der Northeimer Kreistag tagt in der Stadthalle. Archivfoto

Stadtrat konstituiert sich: Wer in welchen Gremien sitzt

In der konstituierenden Sitzung des Stadtrates gilt es, eine Fülle von Formalien zu erfüllen, zahlreiche Gremien zu besetzen und die Größen der Ratsausschüsse zu bestimmen. Das gelang dem Einbecker Rat in knapp zweistündiger Sitzung unerwartet zügig, was vor allem an den intensiven Absprachen in den vergangenen Wochen im Vorfeld des Treffens gelegen hat. Ein Überblick für die wichtigsten Personalien.

Im neuen Einbecker Stadtrat mit seinen 37 Ratsmitgliedern gibt es acht verschiedene Fraktionen und Einzelratsherrn, aus denen sich drei verschiedene Gruppen gebildet haben: SPD/CDU, Grüne/Linke und FDP/Kloss. Nach der Kommunalverfassung gelten damit für die Gremien bestimmte Zugriffs- und Vorschlagsrechte. Die Namensvorschläge mussten die Fraktionen nicht jeweils zurufen, sondern hatten die Fraktionen (außer AfD) im Vorfeld miteinander besprochen, so dass dem wiedergewählten Ratsvorsitzenden Frank Doods (SPD) eine umfangreiche Namensliste vorlag, die der Rat abarbeiten konnte und nahezu überall einstimmig beschloss.

Spannung gab’s einzig beim zweitwichtigsten Gremium neben dem Stadtrat, dem Verwaltungsausschuss (VA), der von der Bürgermeisterin mit Sitz und Stimme geleitet wird. Die SPD/CDU-Gruppe hatte wie angekündigt auf einen kleinen Achter-VA verzichtet, sondern bewusst auf einen möglichen Zehner-VA gesetzt, um die kleineren Gruppierungen besser beteiligen zu können. Dabei gilt laut erst kürzlich veränderter Kommunalverfassung das d‘Hondtsche Höchstzahlverfahren, was dazu führt, dass der zehnte VA-Sitz zwischen der SPD und der FDP/Kloss-Gruppe gelost werden musste. Ratsvorsitzender Frank Doods zog FDP/Kloss als Los, damit erhielt der vorgeschlagene Alexander Kloss (parteilos) diesen VA-Sitz. Außerdem wurden folgende Ratsmitglieder zu Beigeordneten (Ratsmitglieder im VA) gewählt: Dirk Heitmüller, Detlef Martin, Klaus-Reiner Schütte, Marcus Seidel (alle SPD), Dirk Ebrecht, Antje Sölter, Heinz-Hermann Wolper (alle CDU), Petra Bohnsack (BlGfE) und Manfred Helmke (Grüne). Das so genannte Grundmandat (ein VA-Sitz ohne Stimmrecht) nimmt Andreas Jakob (AfD) wahr.

Als Beigeordneter hatte Alexander Kloss (parteilos) dann auch die Möglichkeit, bei der Wahl zu den drei stellvertretenden Bürgermeistern anzutreten. In geheimer Abstimmung unterlag er jedoch mit 9 Stimmen den gewählten Antje Sölter (30 Stimmen) von der CDU, Detlef Martin (28 Stimmen) von der SPD und Petra Bohnsack (26 Stimmen) von der Bürgerliste „Gemeinsam für Einbeck“ deutlich. Auf eine Reihenfolge dieser ehrenamtlichen Bürgermeisterin-Vertreter hat der Rat wieder verzichtet, alle drei sind gleichberechtigt stellvertretende Bürgermeister.

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (2.v.r.) mit ihren neuen Stellvertreterinnen Antje Sölter (l.) und Petra Bohnsack sowie Stellvertreter Detlef Martin.

Der Stadtrat bildet für die Wahlperiode bis 2026 insgesamt sieben Fachausschüsse (zwei weniger als bisher), hinzu kommen weiterhin zwei Betriebsausschüsse. Bei den Ausschussgrößen fiel die Entscheidung für die jeweils größten Zuschnitte, um alle Gruppierungen besser beteiligen zu können, betonten Vertreter der großen SPD/CDU-Gruppe.

Bauausschuss und Stadtentwicklung: Andreas Philipps (Vorsitzender), Eunice Schenitzki, Klaus-Reiner Schütte, Marcus Seidel, Christine Jordan, Dirk Heitmüller (alle SPD), Carsten Pape, Antje Sölter, Horst Jürgens, Dirk Ebrecht (alle CDU), Udo Mattern (BlGfE), Dietmar Bartels (Grüne), Dr. Reinhard Binder (FDP). Hinzugewählte Mitglieder (ohne Stimmrecht) sind Marc Küchemann, Rudolf Anders, Joachim Dörge, Dirk Strohmeyer sowie je ein Vertreter des Jugendparlaments und des Seniorenrates. Das Grundmandat (ohne Stimmrecht) nimmt hier Andreas Jakob (AfD) wahr.

Ausschuss für Klimaschutz und Nachhaltigkeit: Gerhard Mika, Eunice Schenitzki, Klaus-Reiner Schütte, Dennie Klose, Detlef Martin, Christine Jordan (alle SPD), Heinz-Hermann Wolper (Vorsitzender), Dr. Andreas Kroll, Heidrun Hoffmann-Taufall, Beatrix Tappe-Rostalski (alle CDU), Christoph Pralle (BlGfE), Dietmar Bartels (Grüne), Dr. Reinhard Binder (FDP). Hinzugewählte Mitglieder (ohne Stimmrecht) sind: Dieter Scholz, Daniel Altmann, Willi Teutsch, Ulrich Fillmer sowie je ein Vertreter des Jugendparlaments und des Seniorenrates. Das Grundmandat (ohne Stimmrecht) nimmt hier Andreas Jakob (AfD) wahr.

Ausschuss für Tourismus und Wirtschaftsförderung: Dennie Klose, Nico Otunga, Dirk Heitmüller (Vorsitzender), Andreas Fillips, Christine Jordan, Rita Moos (alle SPD), Heidrun Hoffmann-Taufall, Beatrix Tappe-Rostalski, Dr. Andreas Kroll, Maren Root (alle CDU), Christoph Pralle (BlGfE), Maurice Christ (Grüne), Alexander Kloss (parteilos). Hinzugewählte Mitglieder (ohne Stimmrecht) sind: René Kopka, Karsten Armbrecht, Björn Liebig, Florian Geldmacher sowie je ein Vertreter von Einbeck Marketing, des Jugendparlaments und des Seniorenrates. Das Grundmandat (ohne Stimmrecht) nimmt hier Dirk Küpper (AfD) wahr.

Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales: Eunice Schenitzki (Vorsitzende), Detlef Martin, Dennie Klose, Nico Otunga, Horst Nennmann, Rita Moos (alle SPD), Dr. Andreas Kroll, Maren Root, Helmar Breuker, Heidrun Hoffmann-Taufall (alle CDU), Petra Bohnsack (BlGfE), Yasmin Herfort (Linke), Marlies Grascha (FDP). Hinzugewählte Mitglieder (ohne Stimmrecht) sind: je ein Vertreter des Stadtelternrates, des Bündnis für Familie, des Stadtjugendrings, des Seniorenrates, des Jugendparlaments, der Diakoniestiftung „Neue Nachbarn) und die Behindertenbeauftragte. Das Grundmandat (ohne Stimmrecht) nimmt hier Dirk Küpper (AfD) wahr.

Ausschuss für Feuerwehr und Katastrophenschutz: Marcus Seidel, Horst Nennmann, Gerhard Mika, Andreas Fillips, Ulrich Minkner (alle SPD), Horst Jürgens (Vorsitzender), Helmar Breuker, Dr. Andreas Kroll (alle CDU), Frank-Dieter Pfefferkorn (BlGfE), Manfred Helmke (Grüne), Alexander Kloss (parteilos). Hinzugewählte Mitglieder (ohne Stimmrecht) sind: je ein Vertreter des Jugendparlaments, des THW, der Polizei, des DRK und der Johanniter. Das Grundmandat (ohne Stimmrecht) nimmt hier Andreas Jakob (AfD) wahr.

Finanzausschuss: Marcus Seidel, Frank Doods, Klaus-Reiner Schütte, Eunice Schenitzki, Dirk Heitmüller (alle SPD), Heinz-Hermann Wolper, Helmar Breuker, Dirk Ebrecht (alle CDU), Frank-Dieter Pfefferkorn (Vorsitzender / BlGfE), Maurice Christ (Grüne), Alexander Kloss (parteilos). Das Grundmandat (ohne Stimmrecht) nimmt hier Dirk Küpper (AfD) wahr.

Ausschuss für Kultur, Schule und Sport: Klaus-Reiner Schütte, Andreas Fillips, Dennie Klose, Gerhard Mika, Detlef Martin, Nico Otunga (alle SPD), Beatrix Tappe-Rostalski (Vorsitzende), Maren Root, Antje Sölter, Horst Jürgens (alle CDU), Petra Bohnsack (BlGfE), Yasmin Herfort (Linke), Marlies Grascha (FDP). Hinzugewählte Mitglieder (ohne Stimmrecht) sind: Wolfgang Kampa, Sebastian Lange, je ein Vertreter des Jugendparlaments, der Lehrer, der Erziehungsberechtigten sowie ein Vertreter des Sports. Das Grundmandat (ohne Stimmrecht) nimmt hier Andreas Jakob (AfD) wahr.

Betriebsausschuss Stadtentwässerung: Dirk Heitmüller, Gerhard Mika, Ulrich Minkner (alle SPD), Horst Jürgens, Dirk Ebrecht (beide CDU), Udo Mattern (BlGfE), Manfred Helmke (Grüne). Dazu kommen zwei Vertreter des Personalausschusses. Das Grundmandat (ohne Stimmrecht) nimmt hier Andreas Jakob (AfD) wahr.

Betriebsausschuss Kommunaler Bauhof: Detlef Martin, Dirk Heitmüller, Marcus Seidel (alle SPD), Antje Sölter, Horst Jürgens (beide CDU), Petra Bohnsack (BlGfE), Manfred Helmke (Grüne). Dazu kommen zwei Vertreter des Personalausschusses. Das Grundmandat (ohne Stimmrecht) nimmt hier Dirk Küpper (AfD) wahr.

Verwaltungsrat Sparkasse Einbeck: Dirk Heitmüller, Marcus Seidel (beide SPD), Albert Eggers (für CDU).

Aufsichtsrat Stadtwerke Einbeck GmbH: Ulrich Minkner, Eunice Schenitzki (beide SPD), Carsten Pape (CDU), Dietmar Bartels (Grüne).

Aufsichtsrat Einbecker Wohnungsbaugesellschaft mbH: Marcus Seidel (SPD).

Aufsichtsrat Ilmebahn GmbH: Andreas Philipps (SPD), Helmar Breuker (CDU).

Ortsvorsteher: Nicole Harnisch (Haieshausen), Silke Wüstefeld (Bruchhof), Reinhold Rieger (Beulshausen), Hendrik Weidner (Billerbeck), Torsten Fricke (Rengershausen).

Eine kurze Diskussion gab es bei der Bestellung der Partnerschaftsbeauftragten für die verschiedenen Städterpartnerschaften der Stadt Einbeck. Bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung wurden am Ende für Thiais Wolfgang Thies (für SPD), für Artern Andreas Fillips (für SPD), für Paczkow/Patschkau Magdalena Pogoda-Urbanski (für CDU) und für Wieselburg Ricco Rostalski (für CDU) von den Fraktionen vorgeschlagen und gewählt. Alexander Kloss (parteilos), der bislang Partnerschaftsbeauftragter für Artern war, zeigte sich angesichts der Personalvorschläge überrascht. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir vorher mal darüber gesprochen hätten“. Er habe sich in den vergangenen Monaten ein Netzwerk aufgebaut mit und in Artern, aber er wolle aus der Position keine politische mit einer Kampfabstimmung machen.

SPD und CDU sind eng zusammengerückt in der Sitzordnung des Stadtrates.

Umweltminister ist ein Fan kommunaler Stadtwerke

Olaf Lies ist ein Fan kommunaler Stadtwerke. Das bekannte der niedersächsische Umweltminister bei einem Besuch der Stadtwerke Einbeck. Der SPD-Landespolitiker war im Rahmen der Wahlkampf-Tour von Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller (SPD) auf Stippvisite beim örtlichen Energieversorger. Im Gespräch mit Mitgliedern des Aufsichtsrates des Stadt-Tochter Stadtwerke und weiterer Gäste aus der Politik ging es unter anderem um Energiewende, Windenergie, Fotovoltaikanlagen und Elektromobilität.

SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller (r.) war mit Umweltminister Olaf Lies (SPD) bei den Stadtwerken Einbeck zu Besuch, Geschäftsführer Bernd Cranen (Mitte) stellte das Unternehmen vor.

Umweltminister Olaf Lies (SPD) nannte Stadtwerke wie die in Einbeck wichtige Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge. Er sei ein bekennender Fan kommunaler Versorgungsstrukturen, sagte Lies. „Die Freude über die erneuerbaren Energien soll nicht nur im fünften Stock in Hannover stattfinden, wo man sich über grünen Strom freut“, sagte der Minister über die Möglichkeiten kommunaler Beteiligung an der Windenergie eben auch in ländlicheren Regionen: 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde bringe zwischen 10.000 und 20.000 Euro pro Jahr pro Windrad. Bei drei bis fünf Windkraftanlagen könnten Kommunen über die Jahre nennenwerte Einnahmen generieren. Im Entwurf des neuen Landesraumordnungsprogrammes seien Waldstandorte für Windräder erlaubt – aber nicht willkürlich, sondern mit klaren Kriterien in einem vernünftigen Maße. Den Stadtwerken komme bei der notwendigen Energiewende hin zu erneuerbaren Energien eine große Bedeutung zu, findet Olaf Lies. Und wenn es dann noch gelinge, mit der Energieerzeugung einen finanziellen Mehrwert für die Region zu erreichen, sei man nicht nur abhängig von den vier großen Energieversorgern. Auch vor Ort dürfe ruhig verdient werden.

Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Cranen hatte das Unternehmen vorgestellt. Mit 93 Mitarbeitern (davon zehn Azubis), davon zwölf im Schwimmbad, erwirtschaften die Stadtwerke Einbeck einen Jahresumsatz von rund 45 Millionen Euro. Die Stadtwerke betreiben außer Schwimmbad und Parkhaus fünf Windkraftanlagen, fünf Blockheizkraftwerke und vier Fotovoltaikanlagen. Das Unternehmen ist mit 60 Prozent an der Einbecker Wohnungsbaugesellschaft (EWG) und zu 49 Prozent an der Stadtwerke Leine-Solling GmbH (Moringen) beteiligt.

Bei der E-Mobilität analysieren die Stadtwerke jeden Monat, wie viel Strom an den verschiedenen Ladestellen getankt wird. „Im Moment ist es sehr sehr mau“, sagte Cranen. Es gebe in jedem Fall genügend Ladepunkte. E-Mobilität werde allerdings die Zukunft sein, „und wir wollen der Dienstleister zum Tanken sein“, erläuterte Cranen dem Minister und den anderen Besuchern. Wobei die Stadtwerke in der ländlichen Gegend eher davon ausgehen, dass zunächst die meisten Nutzer zuhause tanken werden. Als das Laden von Strom an der Säule am PS-Speicher noch kostenlos war, wurden noch 15.000 Kilowattstunden pro Jahr abgenommen. Heute müsse bezahlt werden, und es seien nur noch 2000 Kilowattstunden pro Jahr, berichtete Cranen.

Die Stadtwerke würden sich zwar 2023 um die Übernahme des bestehenden Erdgasnetzes im Bereich Kreiensen bewerben und lege auch heute noch in Neubaugebieten Gasleitungen, obwohl diese sehr selten noch nachgefragt würden, sagte Cranen. Diese Leitungen seien aber auch schon für Wasserstoff ausgelegt. Die Abkehr vom Gas ist für den Umweltminister verständlich, denn in einigen Jahren werde es schließlich keine fossilen Energien mehr geben. Mit erneuerbarem Strom könnten heute schon gut Wärmepumpen angetrieben werden – oder gar die lange verpönten Stromdirektheizungen. „Nachtspeicheröfen kommen wieder“, waren sich Lies und Cranen einig.

Auf dem Stadtwerke-Hof (v.l.): Uwe Schwarz MdL, Olaf Lies, Ulrich Minkner, Dirk Heitmüller, Bernd Cranen, Albert Thormann, Rolf Hojnatzki.

Impulsgeberin, Moderatorin, Stimme der Stadt

Anja Barlen-Herbig.

Sie tauscht die edle Büroadresse Unter den Linden in Berlin gegen die Einbecker Marktstraße, arbeitet als bekennender Fachwerkfreak dort aber künftig in einem Juwel der Holzschnitzkunst von nationaler Bedeutung, dem Eicke’sches Haus: Anja Barlen-Herbig wird zum 1. Januar 2020 neue Geschäftsführerin der Einbeck Marketing GmbH und Nachfolgerin von Florian Geldmacher, der nach vier Jahren in Einbeck im Dezember zur GWG Gesellschaft für Wirtschaftförderung und Stadtentwicklung nach Göttingen wechselt. Die 50-Jährige kehrt gewissermaßen zurück zu ihren Wurzeln: In Banteln bei Gronau hat sie lange gewohnt und im Kreis Hildesheim als Lokaljournalistin gearbeitet, nachdem sie in Hannover Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaften studiert hatte. Im Jahr 2000 hat sie sich dann gemeinsam mit Ehemann Frank mit einer eigenen Marketing-Agentur selbstständig gemacht, die heute ihren Hauptsitz in Berlin hat. In den vergangenen 15 Jahren hat Anja Barlen-Herbig mehrere Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie touristische Ziele und Institutionen begleitet.

Unter anderem hat sie die Marke „Wissenschafts- und Tourismusstadt Heidelberg“ als Kommunikationsleiterin national und international betreut. Als Leiterin für Marketing und Kommunikation des deutsch-chinesischen Unternehmerverbandes „Zhongde Metal Group“ hat sie internationale Wirtschaftsstandorte in der deutschen Wirtschaft und Politik als Marke aufgebaut und positioniert. Anja Barlen-Herbig ist zurzeit wieder selbstständige Beraterin für Tourismus, Standort- und Stadtmarketing, ist außerdem Partnerin der chinesischen Handelskammer in Deutschland. „Einbeck hat alles, was Chinesen gerne mögen“, hat die neue Einbeck-Marketing-Geschäftsführerin bereits erkannt und sieht hier touristische Möglichkeiten.

Wechsel in der Geschäftsführung bei der Einbeck Marketing GmbH: Anja Barlen-Herbig folgt im Januar auf Florian Geldmacher (links), der nach Göttingen wechselt, berichtet Aufsichtsratsvorsitzender Martin Deutsch von der einstimmigen Entscheidung.

„Einbeck hat die Zukunftsthemen und viel Potenzial, kann zu den Gewinnerstädten gehören, gerade kleinere und mittlere Städte erleben eine Renaissance“, sagt Anja Barlen-Herbig, die nach eigener Aussage „der Stadt eine Stimme geben und die Botschaften der Stadt nach außen bringen“ will. Stadtmarketing sei Impulsgeber, gleichzeitig Moderator der Akteure einer Stadt. Im Wettbewerb mit anderen Standorten als Wirtschaftsstandort und Urlaubsziel gelte es bei Gästen, Fachkräften und Investoren Aufmerksamkeit zu erwecken, gleichzeitig aber die Ansprüche der Bewohner an ihre Stadt nicht zu vernachlässigen.

Die neue Geschäftsführerin ist nach eigener Aussage Anhängerin eines ganzheitlichen Stadtmarketing. Und Stadtmarketing sei mehr als pure Werbung. Aufgabe sei, alle Akteure einer Stadt in einen zukunftsfähigen Gestaltungsprozess einzubinden. „Alle zahlen auf die Marke ein“, sagt Anja Barlen-Herbig. Spannend wird sein, wie sich die neue Geschäftsführerin in den bereits laufenden Markenbildungsprozess der Stadt Einbeck einsortieren wird. Wenige Minuten nach der offiziellen Vorstellung der neuen Marketing-Chefin im Eicke’schen Haus diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Stadtgesellschaft im Alten Rathaus bei einem Workshop mehrere Stunden über die Marke Einbecks in der Zukunft. Der Diskussionsprozess wird noch mehrere Monate dauern, genug Zeit also für Anja Barlen-Herbig, sich dort einzubringen. Nach den bekannten 100 Tagen Einarbeitungszeit wird es ebenso zu beobachten sein, wie Einbeck Marketing unter neuer Chefin mit den großen Tourismus-Playern in der Stadt und den dafür zuständigen Institutionen der Stadt, die ja bis 2017 noch zur GmbH gehörten, zusammenarbeiten wird. Lothar Meyer-Mertel jedenfalls, den Geschäftsführer des PS-Speichers, der zuvor Hildesheim Marketing leitete, kenne sie schon seit gemeinsamer Hildesheimer Zeit, erzählte Barlen-Herbig.

Auf die Stelle der Einbeck-Marketing-Geschäftsführung gab es laut Aufsichtsratschef Martin Deutsch insgesamt 14 Bewerbungen, wobei acht ernstzunehmend gewesen seien, mit vier Bewerbern habe man Gespräche geführt. Nach der ersten Sichtung durch die beiden Wirtschaftsvertreter im Aufsichtsrat gab es eine zweite Runde, in der sich letztlich zwei Bewerber persönlich im Aufsichtsrat vorgestellt haben. Das Gremium habe sich dann einstimmig Ende Oktober für Anja Barlen-Herbig entschieden, berichtete Martin Deutsch.

Anja Barlen-Herbig ist verheiratet und Mutter von drei Töchtern und zwei Söhnen. Zurzeit lebt die neue Einbeck-Marketing-Geschäftsführerin in Potsdam, möchte aber gerne mit ihrer Familie nach Einbeck ziehen.

Offiziell in Einbeck vorstellen wird sich die neue Geschäftsführerin beim Neujahrsempfang der Einbeck Marketing GmbH, zu dem am 17. Januar in der PS-Halle 250 Gäste erwartet werden.

Anmerkung: Der Autor dieses Blogs ist Mitglied im Verein Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft, der Mehrheitsgesellschafter (51 Prozent) der GmbH ist.

Einbeck Marketing sucht neuen Geschäftsführer

Die Einbeck Marketing GmbH sucht einen neuen Geschäftsführer. Florian Geldmacher (33), der seit 2015 Chef im Eicke’schen Haus war, wechselt auf eigenen Wunsch zur GWG Gesellschaft für Wirtschaftförderung und Stadtentwicklung nach Göttingen und wird dort Leiter der Unternehmenskommunikation bei der 100-prozentigen Tochter der Stadt Göttingen. Geplant ist der Übergang auf die Nachfolgerin oder den Nachfolger zum 1. Dezember, dieser kann aber nach Angaben des Einbeck-Marketing-Aufsichtsratsvorsitzenden Martin Deutsch auch früher erfolgen, sollte das jetzt veröffentlichte Stellengesuch bereits schnell erfolgreich sein. Sichergestellt und wesentlich vorbereitet sei in jedem Fall, dass die bevorstehenden Traditionsveranstaltungen im Einbecker Jahreskalender, die Music-Night, das Eulenfest und der Weihnachtsmarkt, stattfinden können.

Die Personalie wirft die nicht überraschende und immer wieder, aber nie befriedigend zu Ende diskutierte Frage aktuell neu auf: Welche Aufgabe hat die Einbeck Marketing GmbH eigentlich? Theoretisch und faktisch. Ist sie vor allem ein Unternehmen für das Standortmarketing? Eine Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (die mit allen immer wieder kleingeredeten Reibungsverlusten die Wirtschaftsförderung der Stadt Einbeck ergänzt und begleitet)? Oder ist Einbeck Marketing eine Eventagentur, die vor allem Innenstadt-Veranstaltung auf der Agenda hat? Diese Fragen werden sich die Gesellschafter der GmbH (das sind die Einbecker Wirtschaft über den Verein InitiativGemeinschaft und die Stadt Einbeck) beantworten müssen, bevor oder spätestens sobald sie ein neues Gesicht für die Geschäftsführung präsentieren. Die Stellenanzeige jedenfalls verlangt von den Bewerbern wieder vieles: Projekte des Stadtmarketing und der Standortentwicklung zu koordinieren, mit der städtischen Wirtschaftsförderung eng zusammen zu arbeiten, Veranstaltungen initiieren und planen. Das so umschriebene Anforderungsprofil („Die Tätigkeit bietet einen großen Gestaltungsspielraum, erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortung und ist grundsätzlich teilzeitfähig“) verlangt eine spannende Antwort, wie das zusammengehen soll.

Das Verhältnis des scheidenden Geschäftsführers zu seinen Gesellschaftern vor allem bei der Stadt bzw. der Politik war nicht immer spannungsfrei, wie mehrfach berichtet. Das mag auch am Konstrukt der 2010 gegründeten GmbH gelegen haben. Und am ständigen Ringen um eine auskömmliche Finanzierung. Das nach der Herauslösung von Tourismus und Kulturring 2017 nicht einfacher geworden sein dürfte (obwohl dieser Schritt grundsätzlich richtig war). Da ist es einem 33-jährigen Familienvater nicht zu verdenken, sich eine Perspektive und neue Herausforderung mit klar definiertem Aufgabenprofil zu suchen.

Anmerkung: Der Autor dieses Blogs ist Mitglied im Verein Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft, der Mehrheitsgesellschafter (51 Prozent) der GmbH ist.

AKK lenkt Ilmebahn-Aufsichtsrat

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) lenkt seit gestern den Aufsichtsrat der Einbecker Ilmebahn GmbH. In der konstituierenden Aufsichtsratssitzung am Montag wurde die Kreishaus-Chefin zur Vorsitzenden und Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (CDU) zur stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Dieses teilte der Geschäftsführer der Ilmebahn GmbH, Christian Gabriel, heute mit. Bislang war Ulrich Minkner (SPD) Vorsitzender des Ilmebahn-Kontrollgremiums, AKK seine Stellvertreterin.

Weitere Mitglieder des Aufsichtsrates sind laut einer Mitteilung „der selbstständige Finanzberater und MdL Christian Grascha, Einbeck-Salzderhelden, der Leitende Angestellte i. R. Günther Kelter, Dassel-Sievershausen, der Polizeibeamte a. D. Rolf Metje, Einbeck-Sülbeck, der Bürgermeister a. D. Ulrich Minkner, Einbeck, der Berufskraftfahrer Michael Schaper, Dassel-Markoldendorf, der Amtsinspektor im Justizvollzugsdienst Peter Traupe, Einbeck und der Techn. Angestellte Ulrich Vollmer aus Einbeck-Edemissen.“

Aufsichtsrat auf dem Bahnsteig

Der Übergang vom Pendlerparkplatz am Köppenweg zum Bahnsteig in Einbeck-Mitte ist fast fertig.

Es geht voran mit der Reaktivierung der Bahnstrecke von Einbeck nach Salzderhelden. Im Juni und im August sollen nach Mitteilung der Ilmebahn die Leit- und Sicherungstechnik installiert und die Brückenüberbauten an Leine und Ilme montiert werden. Nach den Verzögerungen des Vorjahres: Der erste planmäßige Zug soll am 9. Dezember dieses Jahres fahren. Vom Stand der Bauarbeiten machte sich der Aufsichtsrat der Ilmebahn GmbH heute selbst ein Bild. Vor Ort konnten sich die Mitglieder des Gremiums den neuen Bahnsteig in Einbeck-Mitte ansehen, Geschäftsführer Christian Gabriel erläuterte die Arbeiten: Das rund 320.000 Euro teure Projekt der Verkehrsstation Einbeck-Mitte mit Bahnsteig, Zugang zum neuen Park+Ride-Parkplatz am Köppenweg und der sonstigen Ausstattung mit Wetterschutzhaus, Fahrkartenautomat, Uhr, dynamischer Fahrgastinformation in Echtzeit sowie Sitzbänken wird mit rund 290.000 Euro aus der Projektförderung des Landes und mit circa 30.000 Euro aus Eigenmitteln der Ilmebahn GmbH finanziert. Die Baumaßnahme steht laut Gabriel kurz vor der Fertigstellung. Die Ilmebahn hat im Zuge des neuen Bahnsteiges auch die Fläche zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem Bahnsteig, die sich außerhalb der Projektfinanzierung befand, dem Zustand des Bahnsteiges angepasst und finanziert, heißt es in einer Mitteilung von heute.

Aufsichtsrat auf dem Bahnsteig (v.l.): Ulrich Vollmer, Günther Kelter, Geschäftsführer Christian Gabriel, Ulrich Minkner, Dr. Sabine Michalek, Rolf Metje, Prokurist Dr. Hartmut Heuer, Astrid Klinkert-Kittel und Peter Traupe. Verhindert waren Jürgen
Behrens und Christian Grascha. Foto: Ilmebahn GmbH

Vertikaltanz ohne Präsident

Katarzyna Gorczyca und Patryk Durski von „LineAct“ aus Polen proben für den „Jedermann“ den Vertikaltanz an der Stiftskirche.

Den Vertikaltanz beim „Jedermann“ an der Fassade der Stiftskirche in Bad Gandersheim wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in diesem Theater-Sommer höchstwahrscheinlich nicht live sehen. Der Schirmherr der 60. Gandersheimer Domfestspiele wird das Jubiläum wohl nicht besuchen, sagte Uwe Schwarz beim Begrüßungsfest. Wohl. Ein letztes Hintertürchen ließ sich Schwarz offen. Der SPD-Landtagsabgeordnete und Aufsichtsratsvorsitzende der Festspiel-GmbH hatte Steinmeier persönlich eingeladen, hatte einen Präsidentenbesuch auch zwei Mal in Aussicht gestellt bekommen. Man kennt sich. Letztlich wird offenbar der enge Terminplan eines Staatsoberhauptes verhindern, dass die Tradition der 60-jährigen Festspiele fortgesetzt werden kann. Wobei auch vor zehn Jahren schon kein Bundespräsident in der Festspielstadt empfangen werden konnte. Johannes Rau war 2003 der letzte amtierende Bundespräsident, der vor der Stiftskirche zu Besuch war. Von ehemaligen Bundespräsidenten soll hier heute nicht die Rede sein.

Intendant Achim Lenz erinnerte in seinen Worten beim Begrüßungsfest an zwei Bundespräsidenten-Visiten in der Theaterstadt. 1988 habe Richard von Weizsäcker gesagt, dass Gandersheim schon auf den Landkarten verzeichnet gewesen sei als Berlin noch gar nicht existierte. Die geschichtsträchtige Stadt, für die jetzt auch schon seit 60 Jahren die Domfestspiele ihren Beitrag geleistet hätten, sei ohne die hier lebenden Menschen nicht denkbar, erklärte Lenz. „Alles ist fest ineinander unüberwindbar verwoben und verstrickt.“ Ein Netz, das über die Zeiten klar mache, warum dieser Festspielort so bekannt und beliebt sei. Und Walter Scheel habe 1978 erklärt, er wolle Bad Gandersheim ja nicht zu nahe treten, aber ohne Domfestspiele wäre der Ort ebenso ungenau bekannt wie andere deutsche Landstädte. Die Idylle schätzt der Schweizer Lenz an Bad Gandersheim. Ein idealer Festspielort mit Ruhe und Kraft, ein Rückzugsort abseits von „gewinnmaximierender Selbstüberschätzung und individualistischer Netflix-Amazon-Gesellschaft“. Und dann wurde der Domfestspiel-Intendant hochpolitisch, nahm in der auch öffentlich längst das Freilichttheater in Deutschland erreichten Meetoo-Debatte eine unmissverständliche Haltung ein: „Ich will ein Ensemble, das respektvoll miteinander umgeht, wo es keinen Platz für persönliche Eitelkeiten und falsch verstandene Kollegialität gibt“, sagte Achim Lenz. „Ich lasse hier in meiner Funktion als Intendant und als Regisseur keine Halbwahrheiten zu, ich verurteile aufs Schärfste jede Art von Respektlosigkeit, Sexismus, Ausnutzung und Missbrauch. Vorkommnisse dieser Art hat es unter meiner Intendanz nie gegeben und wird es nie geben.“ Kunst sei nur im Kontext von gegenseitigem Respekt, Anerkennung und Verständnis möglich.

Statt Bundespräsident wird in Bad Gandersheim aus der ersten Politik-Reihe Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil vor der Stiftskirche erwartet: Am 30. Juni ist er bei der Verleihung des Roswitha-Literaturpreises und dann abends beim „Jedermann“ dabei, kündigte Uwe Schwarz an. Der stapelte bei der Begrüßung des Ensembles am Montag ein bisschen tief. Er könne das „schon ein bisschen einschätzen“, sagte der Landtagsabgeordnete mit Blick auf die Historie der vergangenen Jahrzehnte – von Euphorie bis Überlebenskampf sei da schon alles dabei gewesen. Schwarz ist seit 1986 MdL, von 1986 bis 1991 und von 1996 bis 2001 war er auch ehrenamtlicher Bürgermeister in Bad Gandersheim. Seit 1981 habe er jede Inszenierung der Domfestspiele gesehen, berichtete der 61-Jährige. Zehn Jahre zuvor hatte Schwarz als Schülerzeitungsredakteur seine erste Begegnung mit dem Theater vor dem Dom, er musste eine Kritik über das Samuel-Beckett-Stück schreiben. Grandios sei die Inszenierung gewesen, erinnert er sich noch heute. Gewaltig seien in den vergangenen Jahren auch die Kraftanstrengungen vor allem im politischen Raum gewesen, die Festspiele am Leben zu erhalten. 2010 stand es auf der Kippe, musste die hochverschuldete Stadt die Domfestspiele an eine GmbH abgeben.

Trinkwasser in Kreiensen wird günstiger

Trinkwasser. Symbolbild

Die Stadtwerke Einbeck senken rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres die Trinkwasserpreise im Bereich der ehemaligen Gemeinde Kreiensen. Eine weitere Senkung kündigte Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Cranen für 2018 an. Unter dem Strich werde der Preis für die rund 2400 Kunden in Kreiensen dadurch um 17 bis 22 Prozent günstiger. Konkret sinkt der Kubikmeter-Preis in diesem Jahr von 2,56 Euro brutto auf 1,71 Euro brutto. Er liegt damit dann auf dem Niveau wie im übrigen Stadtgebiet von Einbeck. „Durch die stufenweise Angleichung der Wasserpreise wird ein weiterer Beitrag zum Zusammenwachsen der ehemaligen Gemeinde Kreiensen und der alten Stadt Einbeck getan“, sagte Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. „Die schrittweise Angleichung kommt durch die gefundene Vereinbarung auch ganz konkret ein spürbares Stück voran.“

Durch die Preissenkung ist laut Stadtwerke Einbeck sichergestellt, dass die verbrauchsabhängigen Wasserpreise in der Lieferzone 2 (ehemals Kreiensen) bis Ende 2021 auf dem jetzt festgelegten Niveau stabil bleiben, sofern keine gesetzlich vorgeschriebenen Erhöhungen oder Abgaben dazu kommen. Die Grundpreise (pro Zähler) werden von 5,83 Euro auf 7,06 Euro (bis 80 Kubikmeter) und von 7,60 Euro auf 9,13 Euro (bis 150 Kubikmeter) steigen, es gibt außerdem jetzt sechs statt drei Grundpreis-Stufen, unterm Strich bleibe aber für die Kunden eine Preissenkung, sagte Bernd Cranen.

Die Stadtwerke Einbeck freuen sich nach den Worten ihres Geschäftsführers, dass sich das Unternehmen mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums in Hannover mit der Eurawasser Betriebsführungsgesellschaft mbH und der Wasserver- und Entsorgungsgesellschaft Kreiensen mbH (WVEK) auf eine kundenfreundliche vertragliche Regelung einigen konnten. Seit 2016 bekommen die Haushalte in Kreiensen ihr Wasser aus Einbeck; an der WVEK ist die Stadt Einbeck mit 51 Prozent beteiligt. Nach der Entscheidung, das Trinkwasser auch in Kreiensen zu liefern, sei die Preisanpassung „ein weiterer Schritt für mehr Verantwortung in der Zuständigkeit unserer Stadtwerke“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Minkner.