Im Fachausschuss für Jugend, Familie und Soziales ist die Entwurfsplanung für den Neubau der Kita Deinerlinde „Kleine Strolche“ vorgelegt worden. Er soll den mehr als 50 Jahre alten Kindergarten ersetzen. Schon beim Lesen der Beratungsvorlagen muss eigentlich mehreren Beteiligten bewusst geworden sein, dass es so, wie es dort skizziert wird, niemals werden wird. War nun der Auftrag nicht klar genug formuliert und definiert (von der Politik) oder haben die Experten im Rathaus einfach mal frei von möglichen monetären Zwängen eine schöne neue Kita entworfen, die zwar bereits das Wohlwollen des Landesjugendamtes gefunden hat, wie sie betonten, die aber den Haushalt der Stadt überstrapaziert? Wahrscheinlich ist alles ein bisschen richtig. Ärgerlich ist es in jedem Fall, denn dadurch wurde locker ein halbes Jahr Zeit vertan, um mal voran zu kommen bei dem Projekt, über das ich bereits vor eineinhalb Jahren hier geschrieben habe: Eine Kita ist eine Kita ist eine Kita. Ein individuelles Gebäude ist schön, aber ein Zweckbau in passender Größe schöner. Damals im Oktober 2022 war noch von 7,7 Millionen Euro die Rede, mittlerweile liegt die grobe Kostenschätzung bei 12,3 Millionen Euro.
Ein „interessantes Exposé“ sei das, sagte Antje Sölter (CDU) zu der Entwurfsplanung. Die Kosten müssten jedoch deutlich runter, wusste sie sich mit ihren Ratskolleginnen und Ratskollegen einig. Und so stellte der Fachausschuss einstimmig die Ampel auf Rot, gab der Verwaltung jetzt den Auftrag, kostengünstigere Alternativen zu ermitteln (beispielsweise modulbauweiser Neubau) und eine konkrete, detaillierte Kostenrechnung mit belastbaren Zahlen zu erstellen. Das hätte schon der ursprüngliche Auftrag sein müssen. Vor Anfang 2025 werde man das nicht leisten und dem Ausschuss erneut vorlegen können, machte Fachbereichsleiter Jens Ellinghaus deutlich.
Der Bauamtschef sprach von einem „gelungenen Entwurf“, den Christian Fricke für seinen Fachbereich im Ausschuss vorstellte. Man habe „viel an dem Entwurf getüftelt“, sagt Fricke, und „ohne viel Architektur-Lametta“ einen Kita-Neubau geplant, der das Raumprogramm für 95 Kinder im Ganztagsbetrieb erfülle. 2026 könnte Baubeginn sein für den zweigeschossigen Massivbau, der im Einklang mit dem Gebäudeenergiegesetz (Wärmepumpe, Photovoltaik) und mit einer Lebensdauer von 90 Jahren kalkuliert ist (im Gegensatz zu Modulbauten). Mit drei Jahren Bauzeit wird gerechnet, dann wäre 2029. Für eine Übergangszeit soll der ehemalige Hort am Steinweg die heutige Kita Deinerlinde beherbergen.
Der Entwurf für den Neubau der Kindertagesstätte Deinerlinde sieht zwei Kindergarten-Gruppenräume mit einer Gruppengröße von höchstens 25 Kindern vor sowie drei Krippen-Gruppenräume mit einer Gruppengröße von höchstens 15 Kindern. Das Raumprogramm beinhaltet mehrere Sanitär- und Schlafräume, einen barrierefreien Unisex- Sanitärbereich, Bewegungs- und Funktionsräume, ein Leitungsbüro, einen Mitarbeiterraum, einen Gesprächsraum (Erweiterung Bistro), zwei Küchen, ein Bistro, Garderobenbereiche, Schmutzschleusen sowie eine Außengalerie. Letztere entsteht, weil das Obergeschoss vorgekragt wird, was für den Sonnenschutz im Erdgeschoss günstig und gleichzeitig gut für die Rettungswege mit Evakuierungsrutsche hilfreich ist.
Wenn man als Laie den Entwurf ein wenig auf sich wirken lässt, bleiben Fragen. Vielleicht sind sie naiv, vielleicht aber auch einfach nur naheliegend. Eine davon lautet:
- Warum wird eine neue, barrierefreie Kita zweigeschossig geplant (mit Fahrstuhl) und die integrative Gruppe ins Obergeschoss verlegt (statt ins Erdgeschoss)? Fachbereichsleiter Jens Ellinghaus versuchte, das mit dem Flächenverbrauch zu rechtfertigen, der so gering wie möglich sein sollte, außerdem passe zweigeschossig städtebaulich besser in die Gegend. Auf das 3624 Quadratmeter große, zur Verfügung stehende Grundstück wird ein Gebäude mit gut 600 Quadratmetern Grundfläche geplant. Bei der Außenspielfläche ist noch rund 1000 Quadratmeter Luft zwischen Mindestanforderung und vorhandener Fläche. Der Platz ist doch also da, die Kita auch eingeschossig zu bauen.



Wenn die Grundfläche 600qm beträgt dann sind das bei 2 Geschossen nach meiner
Rechnung 1200 qm. Bei angenommenen Baukosten von 12.OOO.OOO ( zwölf Millionen Euro! )
betragen die Baukosten 10.000 € ( zehntausend !!!! / Euro ) je qm und das ohne Grundstück !
Mir fehlen die Worte.Gut das Frau Sölter dieser offensichtlichen Fehlkalkulation den Riegel
vorgeschoben hat.Das sind Preise je qm die in den teuren Lagen z.B.für Luxuswohnungen
in München inclusive Grundstück aufgerufen werden.
Wacht vielleicht jetzt einmal jemand in der Verwaltung auf ?
Ich kann nur empfehlen, die zwei Etagen zu vergessen. Der Platz reicht für ein Gebäude ebenerdig. Dann entfallen, die Kosten für Aufzüge, Brandschutz wird leichter und die Kinder, die oben sein sollten müssen nicht noch zusätzlich beaufsichtigt werden. Modulmäßig dürften die Kosten auch niedriger werden. Kosteneinsparungen sind bei der Haushaltslage auf jeden Fall zu realisieren.