Liegt Einbecks Einwohnerzahl über oder unter 30.000?

Wieviele Einwohner hat Einbeck? Diese Frage ist auch finanzpolitisch keine unwichtige. Darüber hat der Finanzausschuss des Stadtrates in dieser Woche diskutiert. Imgrunde gibt es drei unterschiedliche Einwohnerzahlen, mit denen die Verwaltung operiert. Laut eigenem Einwohnermeldeamt gab es zum 30. Juni in Einbeck 31.278 Einwohner. Laut Landesamt für Statistik hat Einbeck 30.765 Einwohner, diese Zahl stammt aus dem Sommer 2023. Und laut Zensus-Erhebung von 2022 hat Einbeck 29.713 Einwohner. Diese Zensus-Daten sind für den Finanzausgleich maßgebend, wieviele Schlüsselzuweisungen die Stadt erhält. Die Zahl des Einwohnermeldeamtes jedoch ist „sehr nah an der Ist-Zahl“, wie Fachbereichsleiter Marco Heckhoff sagte, also deutlich realistischer.

Der Unterschied für den Finanzausgleich zwischen den beiden Zahlen beläuft sich auf rund eine Million Euro, ist also nicht ganz unwichtig für die städtischen Finanzen. Und auch sonst sei es für verschiedene Kriterien (u.a. Größe des Stadtrates) entscheidend, ob Einbeck über oder unter der 30.000-Einwohner-Schwelle liege, sagte CDU-Fraktionschef Dirk Ebrecht. Wie Kämmerer Christian Rohner im Finanzausschuss erläuterte, habe die Zensus-Zahl momentan noch keine Rechtskraft, der Bescheid von 2022 liege noch nicht vor, werde aber in Kürze erwartet. Möglich sei, gegen den Zensus-Bescheid Widerspruch einzulegen. Eine Klage gegen die Zensus-Zahl, auch das wäre möglich, habe jedoch keine aufschiebende Wirkung, sagte Heckhoff. Bis zu einem Urteil, und sowas kann ja dauern, würde die Zahl weiter genutzt. Einzelratsherr Helmar Breuker (CDU) plädierte dafür, dass die Bürgermeisterin als Präsidiumsmitglied des Niedersächsischen Städtetages auf diese Problematik hinweisen und entsprechend landesweit Druck machen solle. Eine einzelne Kommune könne allein wenig ausrichten.