Sommerempfang: Ehrennadeln für Persönlichkeiten, die sich besonders verdient gemacht haben

(c) Foto: Frank Bertram

Ein Abend mit Menschen, die sich für Einbeck engagieren, verdiente Persönlichkeiten ehren, ein paar schöne Stunden abseits der Hektik des Alltags bei netten Gesprächen und musikalischer Umrahmung genießen – das ist der Sommerempfang der Stadt Einbeck, zu dem Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek in der Rathaushalle rund 120 Frauen und Männer aus vielen Bereichen der Gesellschaft begrüßen konnte. Auf Beschluss des Stadtrates wurden für besondere und außergewöhnliche Verdienste um die Stadt Einbeck mit der Ehrennadel in Silber und Gold die langjährige Museumsleiterin und Vorsitzende des Geschichtsvereins, Dr. Elke Heege, sowie der Bürgermeister der polnischen Partnerstadt Paczków, Artur Rolka, ausgezeichnet. „Wir ehren zwei Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement und ihre Tatkraft um unsere Gesellschaft, um Einbeck und um die Städtepartnerschaft Einbecks zu Paczków besonders verdient gemacht haben“, sagte Michalek.

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Bürgermeisterin-Begrüßung: Rund 120 Menschen kamen zum sommerlichen Empfang in der Rathaushalle.

In ihrer Begrüßung erinnerte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges an das Versprechen des Friedens. Dieses gelte nicht allein zwischen Staaten in der Völkergemeinschaft, sondern es beginne im täglichen Umgang mit den Mitmenschen. „Jede und jeder Einzelne, die oder der sich ehrenamtlich engagiert, ist eine von ganz vielen Säulen, die unsere demokratische Gesellschaft tragen.“ Michalek nahm Bezug auf den Sommerempfang im vergangenen Jahr, bei dem sie ihre Sorge über die Tonalität untereinander insbesondere in den sozialen Netzwerken artikuliert hatte. „Diese Sorge ist leider seitdem noch größer geworden“, bedauerte sie. „Klare und sachliche – aber nicht empathielose – Sprache, anpackender Einsatz für das Gemeinwohl und ein deutliches Nein, wenn es um Diskursverschiebungen und Grenzüberschreitungen geht: Das sind die Gebote unserer Zeit“, dankte die Bürgermeisterin allen, die dazu einen Beitrag leisten, und bat, „nicht nachzulassen, ehe die Welt wieder im Lot ist“. Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement insgesamt mache den Unterschied zwischen Nebeneinander und Miteinander. Wer sich für andere engagiere, der entscheide sich jeden Tag neu fürs Miteinander und zeige damit Haltung, sagte Michalek.

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Dr. Elke Heege (Mitte) erhielt von Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek die Silberne Ehrennadel, Dirk Strohmeyer hielt für den Geschichtsvereinsvorstand die Laudatio.

Erstmals seit 2019 wurden beim Sommerempfang auch wieder Ehrennadeln verliehen. Mit der Silbernen Ehrennadel wurde Dr. Elke Heege ausgezeichnet. „Du bist eine prägende Persönlichkeit für unsere Stadt, deren ehrenamtliches Wirken nie nur nach Innen gerichtet war, sondern auch die Außenwahrnehmung von Einbeck als tolerante und vielfältige Stadt der Kultur nachhaltig positiv befördert hat“, sagte Dirk Strohmeyer für den Vorstand des Einbecker Geschichtsvereins in seiner Laudatio. „Dein vorbildlicher Einfluss auf das Ansehen der Stadt kann nicht stark genug hervorgehoben werden.“ Dr. Elke Heege war neben ihrer 28 Jahre währenden beruflichen Tätigkeit als Leiterin des Einbecker Stadtmuseums von Beginn an aktives Mitglied des Einbecker Geschichtsvereins, den sie als Vorsitzende über 16 Jahre lang von 2009 bis 2025 nachhaltig prägte. Es sei dabei immer Heeges Anliegen gewesen, die Geschichte Einbecks auch für jüngere Menschen erlebbar zu machen. „Du hast hierbei stets ein Augenmerk darauf gehabt, dass Geschichte auch Spaß machen kann – ohne eine Show daraus zu machen“, sagte Strohmeyer. „Du bist uns ein Vorbild und motivierst andere um Dich herum – so wie beispielsweise mich – sich ebenfalls einzubringen, um sich mit Geschichte auseinander zu setzen.“ Neben der Beschäftigung mit der Einbecker Vergangenheit sei die Förderung von Kunst und Kultur eine Herzensangelegenheit für Elke Heege: Als Mitglied im Verein „StadtpARTie Einbeck“ plane sie seit 2019 das mehrtägige Festival mit, beim Kunsthaus Einbeck beteilige sie sich nicht allein als Schriftführerin, die südniedersächsische Kunstszene zu fördern und zu vernetzen, sondern präsentiere auch eigene Gemälde. Durch Elke Heeges Engagement in der Patchwork Gilde Deutschland konnte sie vier Mal die Patchworktage nach Einbeck holen und mehrere Ausstellungen zu Quilts und zeitgenössischer Textilkunst im Stadtmuseum realisieren.

Die gebürtige Elmshornerin bedankte sich für die Ehrung. „Ich habe so viel Glück gehabt, da war es angezeigt etwas zurückzugeben.“ Sie habe in Einbeck durch viele liebe Menschen eine Heimat gefunden, sagte Heege, sie möchte nirgendwo anders wohnen.

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Goldene Ehrennadel für Paczkóws Bürgermeister Artur Rolka.

„Das Entstehen eines festen Bandes der Freundschaft und des Vertrauens zwischen Partnerstädten braucht große Herzen und klare Köpfe – nicht nur, aber auch in den Rathäusern“, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek in ihrer Laudatio für die Verleihung der Goldenen Ehrennadel an den Bürgermeister von Paczków, Artur Rolka. „Genau das sehen und spüren wir bei jedem Treffen.“ Rolka sei in den 29 Jahren, seit die Stadt Einbeck Ehrennadeln verleiht, erst der zehnte Träger einer goldenen Ehrennadel. „Ganz herzlichen Dank für Ihr Engagement für Freundschaft und Völkerverständigung.“ 2025 können Einbeck und Paczków gemeinsam das 33. Jubiläum der Städtefreundschaft feiern, am 12. September 1992 wurde die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. „Es war nicht einfach, diese Partnerschaft aufzubauen“, erinnerte Michalek. „Einerseits existierte bei den in Einbeck lebenden ehemaligen Patschkauerinnen und Patschkauern eine große emotionale Betroffenheit, andererseits gab es auf Paczkówer Seite Befürchtungen, es würden Besitzansprüche geltend gemacht.“ Doch die folgenden Jahrzehnte hätten beredtes Zeugnis darüber abgelegt, „wie Betroffenheit und Befürchtungen zu freundschaftlicher Verbundenheit und Vertrauen werden können – nicht trotz der wechselvollen gemeinsamen Geschichte, sondern gerade auch deswegen.“

Am Partnerschaftsaustausch seien über die Jahre in Einbeck neben der Goetheschule und der BBS mit dem Schüler- und Lehreraustausch zum Beispiel auch der Verein Funakoshi Karate, die Freiwillige Feuerwehr und die Imker beteiligt, sagte Michalek. Paczkówer Bands seien beim Eulenfest aufgetreten, Einbecker Bands beim Dni Paczkówa, sogar eine gemeinsame CD sei produziert worden. Seit 2004 nehmen Paczkówer Jugendliche am Eurocamp teil. Und seit fast auf den Tag genau vor elf Jahren haben Patschkauer Heimatstube und Patschkauer Archiv im Stadtmuseum Einbeck ihren Platz. Beim jährlichen Eulenfest sei eine Paczkówer Delegation gerne zu Gast und betreibe auf Artur Rolkas Initiative seit 2017 den beliebten Stand mit polnischen Spezialitäten. Aber auch der Besuch einer Einbecker Delegation beim Heißluftballon-Festival in Paczków sei in jedem Jahr ein Höhepunkt für die Teilnehmenden, sagte die Bürgermeisterin. Seitdem Artur Rolka seit 2015 Bürgermeister ist, engagiere er sich für die Städtefreundschaft, sagte seine Amtskollegin. Zuletzt sei er auch ein Motor für die gemeinsame Hilfe für die Ukraine geworden, Rolkas Familie stammt ursprünglich aus der Ukraine. Der Bürgermeister von Paczków dankte „bewegt und glücklich“, wie er sagte, für die Auszeichnung – und besonders auch für Hilfe aus Einbeck nach dem großen Hochwasser in Polen. Er nehme die Goldene Ehrennadel stellvertretend für sein gesamten Team in Paczków entgegen. Vertreter von damals aus Einbeck beim Hochwasser helfenden Institutionen und Vereinen erhielten von Rolka Ehrenurkunden. Denn Vergangenheit sei wichtig (dafür plant Paczków gerade auf dem Platz des Friedhofs neben der Kirche neben der Sanierung eine Erinnerungsstätte), aber auch die Zukunft, betonte Rolka. Zur Eröffnung 2027 sei Einbeck schon jetzt eingeladen.

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Bürgermeister Artur Rolka (r.) überreichte Urkunden als Dank aus Paczków für die Hochwasser-Hilfe.
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Emma Wray, Lara Bode und Ellen Wolpert (v.l.) sorgten für die Musik beim Sommerempfang in der Rathaushalle.