Kleine Elektrobusse sollen ab 2027 den Stadtbusverkehr in Einbeck übernehmen

Mit kleinen Elektrobussen soll die Ilmebahn ab 2027 den Stadtbusverkehr in Einbeck durchführen. Die entsprechenden Vereinbarungen, die dafür abgeschlossen werden müssen, hat jetzt der Fachausschuss für Stadtentwicklung und Bauen auf den Weg gebracht. Der Stadtbusverkehr wird für den Zeitraum 2027 bis 2036 vergeben. Michael Patscheke, Fachbereichsleiter Planung & Produktion beim ZVSN (Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen), hat die Konzeption vorgestellt.

Statt der heutigen, großen Busse mit Verbrennungsmotor sollen ab 2027 so genannte Midi-Busse mit Elektroantrieb zum Einsatz kommen, mit rund 30 Sitzplätzen. Welches Modell genau in Einbeck fahren wird, ist noch offen. Die Ilmebahn wird voraussichtlich zwei Fahrzeuge anschaffen, die auf dem Betriebshof geladen werden können. Mit den zwei Bussen sei der geplante Takt und die Linienführung zu leisten, sagte Patscheke. Das neue Konzept ab 2027 umfasst rund 65.000 Fahrplan-Kilometer. Der Zuschussbedarf der Stadt Einbeck beträgt 2027 dadurch rund 289.000 Euro und liegt damit im politisch vorgegebenen Rahmen von maximal 300.000 Euro. Ein Fahrplan-Kilometer kostet etwa 5,50 Euro, kalkuliert wird mit Erlösen in Höhe von rund 70.000 Euro.

Der Stadtbus soll künftig wieder eine einheitliche Liniennummer 259 haben. Das habe den Vorteil, dass der Fahrtverlauf der Gesamtlinie übersichtlich dargestellt werden könne und die Fahrten nicht mitten auf der Strecke die Liniennummer wechseln müssen, sagte der Planer. Die Südschleife (bisherige Linie 202) bekommt zwei neuen Stadtbushaltestellen Schwammelwitzer Straße und Kolberger Straße unter Auslassung der Haltestelle Bismarckstraße. Es wird über die Haltestelle Hullerser Landstraße gefahren (bessere Erschließung Wohngebiet auf der Stadtauswärtsfahrt), die Haltestelle Walter-Poser-Straße wird wie bisher von Süden mit Wendeschleife über den Kreisel angefahren. Das Rosental soll weiterhin durchfahren werden, um wertvolle Minuten zu gewinnen und die Haltestelle Möncheplatz vor allem für Fahrgäste Richtung Nordschleife anzubinden. Die Nordschleife (bisherige Linie 201) soll gegenüber dem derzeitigen Fahrplan unverändert bleiben, was laut Patscheke bedeutet, dass auf eine zusätzliche Bedienung des Hallenbades bis auf Weiteres verzichtet werde. Die Nordschleife ende nicht bereits am ZOB, sondern fahre noch zum Möncheplatz in die Innenstadt weiter und als Leerfahrt wieder zurück zum Pausenplatz an der Haltestelle Einbeck-Mitte/ZOB. Somit müssen die Fahrgäste aus der Nordschleife nicht an Mitte/ZOB warten, bis sie in die Innenstadt weiterfahren können. Die bisherige Ostschleife (bisherige Linie 203) wird ab 2027 nicht mehr durch den Stadtbus befahren. Als Ausgleich wird die Linie 235 (Northeim – Drüber – Einbeck) im Regelfall den Linienweg im Bereich des Friedhofs übernehmen.

„Das deckt sich voll mit unseren Wünschen“, kommentierte Klaus-Reiner Schütte (SPD) für die SPD/CDU-Gruppe die Konzeption für den Stadtbusverkehr ab 2027. Dirk Strohmeyer (BlGfE) freut sich über die zwei neuen Haltestellen auf der Südschleife: „Das ist für die Menschen, die dort wohnen, ein Gewinn.“ Kritik kam von Marion Christ (Grüne), dass das Hallenbad nicht an den Stadtbusverkehr angebunden werde; sie enthielt sich deshalb auch der Stimme. Gerade für mobilitätseingeschränkte Menschen und Besucher von Kursen im Schwimmbad wäre eine Busanbindung wichtig, sagte sie. Planer Michael Patscheke begründete die fehlende Anbindung mit einem Umlauf innerhalb einer Stunde für jede Schleife, um den Stundentakt gewährleisten zu können. Wenn das Schwimmbad mit dem Bus angefahren werden solle, müsse an anderer Stelle Strecke eingespart werden. Für Fachbereichsleiter Jens Ellinghaus ist die Planung ab 2027 ein sehr guter Kompromiss, der auch finanzierbar sei. Auf diesen könne man aufbauen.

So ist der Linienverlauf im Stadtverkehr Einbeck (Linie 259 mit Nord- und Südschleife) der Ilmebahn ab 2027 geplant. Abbildung: Stadt Einbeck

Nachtrag 04.09.2025: Der Stadtrat ist der Beschlussempfehlung mit großer Mehrheit gefolgt, Ablehnung kam von den Grünen wegen der Linienführung.