Multifunktionshalle wird deutlich teurer

Baustelle Multifunktionshalle am Festplatz, rechts daneben das Haus der Jugend und das Jugendgästehaus. Archivfoto Dezember 2019

Die Multifunktionshalle am Kohnser Weg neben dem Festplatz wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Das erläuterte Baudirektor Joachim Mertens am Dienstag im Finanzausschuss. Auf insgesamt rund 320.000 Euro summieren sich die Mehrkosten; die Multifunktionhalle, die im Sommer fertig sein soll, wird damit nicht 2,2 Millionen Euro kosten wie im Haushalt bislang vorgesehen, sondern rund 2,5 Millionen Euro. „Mehr wird es nicht“, ist Mertens aktuell sicher. Der Zusatzaufwand wird zu zwei Dritteln gefördert (so wie die Gesamtmaßnahme durch das „Kleine Städte und Gemeinden“-Programm), so dass im städtischen Haushalt lediglich weitere 106.000 Euro zu Buche schlagen werden. Der Finanzausschuss hat diese Mehrkosten im ersten Nachtragshaushalt 2020 verankert, den das Gremium einstimmig auf den Weg gebracht hat. Der Bauamtsleiter schlüsselte die entstandenen Zusatzkosten auf: Darunter sind höhere Ausschreibungsergebnisse als bei der Kostenschätzung zugrunde gelegt bei den Gewerken Heizung/Sanitär (+13.000 Euro), Lüftung (+10.000 Euro) und Elektro (+64.000 Euro). Neben diesen Preissteigerungen mussten laut Mertens auch mehrere Pannen und Fehler kostspielig korrigiert werden: Bereits der Baugrund musste für 29.000 Euro stärker verfestigt werden als geplant und gutachterlich angenommen. Nach den archäologischen Grabungen (die mit 42.000 Euro auch teurer weil aufwändiger waren als angenommen) sei offenbar viel Wasser in die Baugrube gelaufen, was die Gründung zunächst nicht mehr als tragfähig erwiesen habe. Zusätzliche 22.000 Euro werden notwendig, weil weitere Sanitär-Armaturen notwendig würden, berichtete Mertens, weitere 5000 Euro, weil ein Dachaufsatz größer als geplant werde, weitere 4000 Euro für eine veränderte Fensteraufteilung im Durchgang zum Haus der Jugend. Weitere 13.000 Euro müsse man aufbringen, um eine nicht geplante, aber notwendige Lärmwand zwischen Technikraum und Veranstaltungsraum zu installieren. Zudem sei die Lüftung teurer geworden, außerdem ein Teil vergessen worden, was man nun nachhole. Und es entstehe Mehraufwand, weil man doch lieber auf digitale als analoge Veranstaltungstechnik setze. Schließlich werde eine Panne 30.000 Euro teuer, weil die Regenwasserleitung nicht wie ursprünglich gedacht über das Haus der Jugend angeschlossen werden könne, sondern nach dem Willen der Stadtentwässerung ein komplett neuer eigener Kanal zur Straße habe verlegt werden müssen. Und letztlich seien auch die Planungskosten um 54.000 Euro gestiegen, teils automatisch durch die Honorarordnung. Vor allem das wollten die Finanzausschuss-Mitglieder nicht widerspruchsfrei hinnehmen. Da würden Planer auch noch dafür belohnt, dass sie Fehler machten, ärgerte sich Ulrich Vollmer (CDU). Und Frank-Dieter Pfefferkorn (Bürgerliste) bezeichnete die Planungsfehler als so „nicht hinnehmbar“, künftig solle man überlegen, ob die Stadt mit so genannten Bonus-Malus-Verträgen arbeiten könne. Baudirektor Joachim Mertens sagte, die Stadt prüfe Regressmöglichkeiten gegen die Planer bei Fehlern, das sei aber nicht so einfach. Letztlich baue die Stadt die Multifunktionshalle so, wie sie politisch gewollt sei, und montiere auch keine goldenen Wasserhähne.

Spatenstich für die Jugend, Richtfest für Senioren

Spatenstich zum Baustart der Multifunktionshalle neben dem Haus der Jugend und Jugendgästehaus am Kohnser Weg in Einbeck.

Da sage noch einer, es bewege sich nichts in Einbeck: Direkt an zwei aufeinander folgenden Tagen gab es für Politik und Verwaltung neben einem Richtfest auch einen Spatenstich zu feiern. Auf der einen Baustelle an der Kolberger/Liegnitzer Straße entsteht für 20 Millionen Euro der „Convivo Park Einbeck“, Wohnen für Senioren mit 87 Wohnungen, zwei Wohngemeinschaften und einer Tagespflege. Neben dieser privaten Investition des Bauherrn INP fand dann heute am Kohnser Weg der lange erwartete Spatenstich zum Baustart der 2,2 Millionen Euro kostenden Multifunktionshalle der Stadt Einbeck statt. Fehlt eigentlich nur noch ein Baubeginn am Neustädter Kirchplatz.

Der Richtkranz weht über der Baustelle (v.l.): Kai Güthermann (Leiter Baumanagement Convivo), INP-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Krug, Cornelius von Helmolt (INP), Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Convivo Park Einbeck-Leiterin Tanja Pfeiffer, Convivo-Markenbotschafter Andreas Weber.

Um das „flexible Sorglos-Wohnen für Senioren“, wie Betreiber Convivo das nennt, auf später 11.000 Quadratmetern Grundfläche mit der Region gut zu vernetzen, hat bereits Monate vor der für Ende dieses Jahres geplanten Eröffnung die Leiterin des Einbecker „Convivo Park“, Tanja Pfeiffer, ihre Tätigkeit aufgenommen. Erste Partnerschaften mit ortsansässigen Unternehmen sind das Ziel schon im Vorfeld, auch die Personalaquise wird Tanja Pfeiffer vor Ort betreiben. Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek betonte bei dem Richtfest ebenfalls den Impuls für das gesamte Quartier, der von den Neubauten auf dem knapp 8000 Quadratmeter großen Grundstück ausgehe.

Zimmerleute sprachen „mit Gunst und Verlaub“ den Richtspruch für den „Convivo Park“.
INP-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Krug (vorn) begrüßte die Richtfest-Gäste aus Politik und Wirtschaft auf der Baustelle an der Liegnitzer/Kolberger Straße.

Man braucht einen langen Atem und muss dranbleiben – das habe das Projekt Multifunktionshalle die Verwaltung und Politik in den vergangenen Monaten gleichermaßen gelehrt, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek heute beim ersten Spatenstich für die flexible Halle mit rund 1000 Quadratmeter Gesamtnutzfläche. „Wir lernen dazu.“ Die Rathauschefin dankte der Politik, dass sie trotz zwischenzeitlicher Kostensteigerung an dem Projekt für die Jugendlichen festgehalten habe. Michalek: „Was lange währt, wird endlich gut.“ In etwa einem Jahr soll die Multifunktionshalle stehen. Viele regionale Handwerker werden auf der Baustelle arbeiten, Gewerke in Höhe der Hälfte der Baukosten sind bereits vergeben. Zwei Drittel der Gesamtkosten in Höhe von insgesamt 2,2 Millionen Euro werden über das Förderprogramm „Kleine Städte und Gemeinden“ finanziert.

Stadtjugendpfleger Henrik Probst mit der Planung für die Multifunktionshalle.

Die Multifunktionshalle ist ein Projekt, das insgesamt gut zwölf Jahre bis zur Umsetzung benötigte. Der Traum sei langsam in den Köpfen gereift, sagte Stadtjugendpfleger Henrik Probst. Entstanden sei am Ende ein Konzept, das neu in Niedersachsen und wohl auch in ganz Deutschland sei. Denn die Halle hat viele Funktionen: Sie kann der Ort für auch mal „rustikalere Partys“ von jungen Menschen sein, vor allem aber ist sie ein Ort für „Sport verbunden mit Sozialpädagogik“, wie es Henrik Probst formulierte. Jugendliche bewegen sich viel zu wenig, die Antwort soll „Inszenierung von Bewegung“ sein, eine richtige Verpackung, die junge Leute dazu animiere, das Handy auch mal wegzulegen. Dafür stehen in der 600 Quadratmeter großen Halle ein Boxring, eine Boulder- und Kletteranlage, Skate- und BMX-Rampen zur Verfügung – oder auf dem flexiblen Multi-Court mit Sportboden kann wetterunabhängig Fußball, Basketball, Volleyball oder Badminton gespielt werden. Bei schlechtem Wetter sich bewegen oder feiern und auch mal lauter werden dürfen – das bietet nach den Worten der Bürgermeisterin die Multifunktionshalle.

Eine der Varianten, wie die Multifunktionhalle einmal genutzt werden kann. Grafik/Bild: Stadt Einbeck

Neben dem Haus der Jugend und dem Jugendgästehaus entsteht mit der neuen Multifunktionshalle am Kohnser Weg ein „Zentrum für die Jugendarbeit“ in Einbeck. Das bedeute natürlich auch, personell sich hier zu verstärken, sagte Michalek. Das habe man erkannt und sei „auf einem guten Weg“.

Zu wenig Personal: Haus der Jugend geschlossen

Das Haus der Jugend in Einbeck am Kohnser Weg ist derzeit geschlossen.

Wer in den vergangenen Wochen das Haus der Jugend am Kohnser Weg besuchen wollte, stand immer häufiger vor verschlossener Tür. Mehrfach musste das Jugendzentrum mit seinem „offene Tür“-Bereich die Öffnungszeiten verkürzen. Seit zwei Wochen ist komplett geschlossen, ein Zettel an der Tür vermeldet, dass diese Schließung auch noch bis 22. Mai andauern wird.

Ein Zettel verkündet die Botschaft.

Der Grund: Die Stadt Einbeck hat durch mehrere Krankheitsfälle aktuell zu wenig Personal für den Betrieb. Durch Größe und Struktur des Hauses könne eine komplette Öffnung nur erfolgen, wenn mindestens zwei Mitarbeiter anwesend seien, erläuterte Fachbereichsleiter Arndt Severidt auf meine Anfrage. Es habe dabei durchaus die Situation gegeben, dass „im Hintergrund“ teilweise Kurse laufen konnten, obwohl das Haus geschlossen hatte. Diese auch für die Stadt Einbeck und ihre Jugendarbeit bedauerliche Situation solle möglichst dauerhaft gelöst werden, erklärte Severidt. Es habe sich gezeigt, dass geeignete Vertretungskräfte für befristete Beschäftigungsverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt nicht zu bekommen seien. Deshalb soll der Personalausschuss in seiner nächsten Sitzung darüber beraten, eine zusätzliche Arbeitskraft einzustellen. Im Blick habe man dabei nicht allein das Haus der Jugend, sondern auch schon die entstehende Multifunktionshalle, sagte der Rathaus-Fachbereichsleiter.

Unterdessen hat der Verwaltungsausausschuss des Stadtrates in dieser Woche laut Severidt die ersten Aufträge für den Baubeginn der benachbarten neuen Multifunktionshalle vergeben. Sie soll zwischen Haus der Jugend, Festplatz und Twetge entstehen. Fünf Gewerke im Gesamtvolumen von rund 1,1 Millionen Euro sind beauftragt, von den Erd- und Rohbauarbeiten über die Raumlufttechnik bis zu Heizung und Warmwasser. Alle Auftragssummen liegen derzeit unter den Kalkulationen. Einen konkreten Baustart konnte Severidt noch nicht nennen. Die Bürgermeisterin hatte in der jüngsten Ratssitzung von „Anfang Mai“ gesprochen.

Auf diesem Grundstück vorn soll die neue Multifunktionshalle gebaut werden, im Hintergrund ist das Haus der Jugend zu sehen.

Halle mit vielen Funktionen

Außenansicht der neuen Multifunktionshalle in Einbeck, rechts das Haus der Jugend mit Durchgang. (c) Cortnum

Die Multifunktionshalle kann kommen. Der zuständige Ratsausschuss für Jugend, Familie und Soziales hat dem Entwurf einstimmig zugestimmt. Im Juli sollen die Bauarbeiten für die 45×20 Meter große Halle direkt neben dem Haus der Jugend beginnen, der Bauantrag wird noch im März gestellt, Ende des Jahres soll die Halle stehen. Mathias Cortnum vom gleichnamigen Ingenieurbüro stellte dem Ausschuss die Planungen vor. Für rund 1,4 Millionen Euro entsteht eine Halle, die knapp 600 Quadratmeter Aktionsfläche und 109 Quadratmeter Bühnenfläche bieten wird, dazu Nebenräume, Umkleiden mit Duschen, eine Empore sowie ein Tonstudio, das aus dem benachbarten Jugendzentrum „umzieht“. Das Haus der Jugend wird mit einem Gang direkt an die Multifunktionshalle angebunden, dort sind auch die Toiletten, die beim Jugendzentrum-Bau 2016 gleich größer dimensioniert wurden.

Freigeräumt und bereit zum Bauen: Direkt neben dem Haus der Jugend soll die Multifunktionshalle entstehen.

In der Halle, die für eine Feier rund 400 Menschen bestuhlt aufnehmen können wird, gibt es ein 12×18 Meter großes Sportfeld mit Rollfußboden, dort kann Fußball, Basketball oder Volleyball gespielt werden. Auch einen mobilen 5,50×5,50 Meter großen Boxring wird es in der Halle geben, den die boomende Boxgruppe des Hauses der Jugend schon sehnsüchtig erwartet. Die neue Multifunktionshalle wird zudem Skaterrampen haben, auch eine Kletterwand wird es geben. Die Fassade wird bewusst schlicht gehalten, auf ihr könnten sich in Zukunft vielleicht Street-Art-Künstler verewigen. Mit dem Bau der neuen Halle wird die Stadt Einbeck dann das Ensemble neben dem Festplatz am Kohnser Weg komplettieren, das Haus der Jugend, Jugendgästehaus und dann Multifunktionshalle umfasst.

Grundriss der Multifunktionshalle. (c) Cortnum

Agenda 2018

Sitzungssaal im Alten Rathaus. Archivfoto.

Ab wann ist’s Tradition? Ab drei Mal? Dann ist meine Agenda für das nächste kommunalpolitische Jahr ja bereits fast eine langjährige Tradition… denn schon zum vierten Mal nach 2015, 2016 und 2017 stelle ich hier meine Tagesordnung für das vor uns liegende Jahr vor und gerne auch zur Diskussion. Dieses Mal, bevor sich die kommunale Politik in die Weihnachtstage verabschiedet und die Verwaltung im Neuen Rathaus „zwischen den Jahren“ wieder bis auf einen Notdienst ihre Pforten schließt, bevor im Historischen Rathaus Heilige Drei Könige empfangen (am 27. Dezember um 11 Uhr) und Schlüssel an Narren abgegeben werden (am 13. Januar). Damit, wer es mag, an den Festtagen im Kreise der Familie die eine oder andere politische Debatte geführt werden kann, wenn die Gans verspeist ist. Das Folgende sollte in der Einbecker Politik auf der Tagesordnung stehen, hier also die Agenda 2018:

  • Ich bleibe Optimist, dass es doch noch einmal gelingt, die politischen Strukturen zu straffen. Immer wieder ist thematisiert worden, dass der Stadrat zu viele Fachausschüsse hat (von denen sich manche nur selten treffen) und dass diese inhaltlich nicht komplett mit den Strukturen im Rathaus konform gehen. Das habe ich im Politikblog in diesem Jahr ausführlich erörtert. Und vom überflüssigen Kernstadtausschuss will ich dabei gar nicht wieder anfangen. Nun kann man die alte Diskussion befeuern, was zuerst war: Henne oder Ei? Muss das Rathaus seine Organisation an die Politik anpassen? Oder müssen sich die Gremien des Stadtrates auf die (in den vergangenen Jahren sich ja auch ändernden) Strukturen des Rathauses ausrichten? Es kann jedenfalls nicht sinnvoll sein, dass beispielsweise der Haushalt in einigen Punkten doppelt beraten wird, nur weil Themen von Ausschüssen nicht zum Aufbau des Etat-Plans passen und umgekehrt. Jüngste Pirouette: Da sollte Tempo 30 in der Ivenstraße an der Reithalle eingeführt werden, und im Stadtentwicklungsausschuss entdeckte man dann, dass man ja gar nicht zuständig ist bzw. die Verkehrsbehörde gar nicht beteiligt wurde. Und dass die an dem Nachmittag nicht mit am Tisch saß, weil es nicht ihr Ausschuss ist. Solche Zuständigkeitsdebatten gehören aufgelöst, sie dienen allenfalls der Erheiterung des Publikums. Und: Auch, wenn es andernorts (jedenfalls im Kreishaus) angesagt bleibt, Stellvertreter-Posten als Wahlbeamte zu haben: Einbeck braucht keinen Ersten Stadtrat, oder möchten einige nur diese hoch dotierte Position schaffen, um hochrangige Mitarbeiter im Rathaus zu halten?
  • Ich bleibe bei allem Verständnis für Planungshorizonte auch Optimist, dass sich vielleicht 2018 mal irgendwas erkennbar und direkt vor Ort tun wird bei den seit langer Zeit geplanten und diskutierten Projekten Neustädter Kirchplatz, Tiedexer Straße (Magistrale) oder ZOB am Ende 2018 angefahrenen neuen Bahnhaltepunkt Einbeck-Mitte. Die Neugestaltung des Neustädter Kirchplatzes ist nach Auffassung der Bürgermeisterin „in greifbare Nähe gerückt“, wie sie in ihrem Weihnachtsgrußwort schreibt (Weihnachtsgruß 2017_öffentlich). Ich kenne die Greifweite der Rathauschefin ja nicht, aber ob sie da nicht zu optimistisch ist? Wobei: Vielleicht meint sie nur eine detailiertere Planung… Bewegt wird ja viel, im Stukenbrokpark zum Beispiel für 180.000 Euro, bei der Sanierung des Waisenhauses (die dann tragischerweise doppelt so teuer wird). Bei den gewählten Prioritäten habe ich allerdings weiterhin so meine Zweifel, wenn etwa die Neugestaltung der Marktstraße so sang- und klanglos ohne vernehmbaren Widerstand von mittel- auf langfristig verschoben wird.
  • So sehr verbale Kraftmeierei von Politikern auch das journalistische Salz in der Berichterstattungssuppe sein mag: Ich würde mich freuen, wenn beim gerade in den vergangenen Monaten immer heftiger gewordenen Zoff zwischen SPD und Rathaus einige einen Gang zurück schalten würden. Streit in der Sache ist immer okay, aber persönliche Attacken und Hinweise auf angebliche Unfähigkeiten gehören sich in der ehrenamtlichen Kommunalpolitik nicht. Natürlich hat Politik den Primat, sie entscheidet. Die Verwaltung hat eine dienende, vorbereitende und ausführende Rolle in der Kommunalpolitik. Diese Rolle spielt sie sicherlich aber viel lieber, wenn sie nicht ständig herausgefordert wird, nur weil sie verbale Attacken nicht einfach so stehen lassen will und kann.
  • Ich bin gespannt auf den frischen Wind im Bereich Tourismus und Kulturring, den Ulrike Lauerwald sicherlich dort entfalten wird. Noch ist es deutlich zu früh für erste konkrete Pläne, das ist verständlich, gilt es doch zurzeit für die 34-Jährige, sich in dem neuen Job einzufuchsen. Auch für die neue Sachgebietsleiterin der Stadtverwaltung gelten die berühmten 100 Tage in einer neuen Position, bevor eine erste Bewertung möglich sein wird. Ab Mitte März gilt es. Seit einem Jahr jetzt sind Tourismus und Kulturring nach Intermezzo bei der Einbeck Marketing GmbH zurück bei der Stadt Einbeck. Ich bleibe bei meinen vor einem Jahr hier getroffenen Aussagen und bin in gespannter Erwartung, wie Ulrike Lauerwald mit ihrem Team hier Akzente setzen wird. Klar ist jedenfalls, dass es keinen Sinn macht, schüchtern und mit Hinweis auf die ach so hohen Kosten von sämtlichen Tourismus-Messen oder vergleichbaren Veranstaltungen mit touristischer Strahlkraft fernzubleiben. Kooperationen, zum Beispiel mit dem PS-Speicher, könnten hier ein Teil der Lösung sein, um in Zukunft noch mehr Menschen nach Einbeck zu bewegen.
  • Im kommenden Jahr soll das bauliche Trio Haus der Jugend, Jugendgästehaus und Multifunktionshalle am Kohnser Weg vollendet werden. Das Jugendzentrum läuft bereits seit 2016 gut und mit neuen Ideen, was man so hört, und es ist auch häufig mal Ziel von Jugendlichen, die ins alte Haus der Jugend nie den Weg gefunden hätten. Gut so. Dass das im Januar öffnende Jugendgästehaus unter der Regie des DRK und Jan Störmer eine Erfolgsgeschichte wird, bezweifele ich nicht ein bisschen. Einbeck hat diese Unterkunftsform seit 2013 schließlich auch schmerzlich vermisst und dringend citynah nötig. Und wenn dann die Multifunktionshalle 2019 steht, muss dort am Kohnser Weg aber auch einmal wenigstens eine Baupause eingelegt werden, damit sich die Einrichtungen ohne störenden Baustellenlärm oder andere Probleme, die mit Bauen in der Nachbarschaft zusammen hängen, bewähren können. Schließlich möchte niemand jahrelang durch Baustellenpfützen stapfen.
  • Wenn in Einbeck gebaut wird, ist der Archäologe nicht weit. Und so ist es logisch, dass dort erst einmal wieder Geschichte mit dem Spaten geschrieben werden muss, wo anschließend Wohnhäuser am Weinberg stehen werden. Wenn man die Rechnung von rund 250.000 Euro sieht, dass der Grundstückserlös ungefähr die Kosten erreichen wird, die der Stadt durch die Ausgrabungen entstehen, dann liegt in der Entscheidung für die Weinberg-Erweiterung zunächst einmal das dringende Bedürfnis, mit Hochdruck in der Kernstadt unbedingt Bauland zu erschließen. Die entscheidende Diskussion ist bereits geführt worden, und sie wird weiter geführt werden müssen: Denn so sehr ich Donuts mag, in der Stadtentwicklung sind mir dann Berliner-Krapfen mit süßer roter Füllung doch viel lieber (um mal im Bild des Bäckereihandwerks zu bleiben). Um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich braucht eine Stadt Baugebiete, in denen diejenigen Häuser errichten können, die unbedingt um ihr Haus herumgehen möchten, die keine Reihen- und Doppelhäuser oder enge Bebauungen einer Innenstadt vorziehen. Aber bei diesem Wunsch darf niemals das Zentrum aus den Augen verloren werden. Immer weiter die Stadt auszudehnen, kann nicht richtig sein. Es gibt Flächen, die nachverdichtet werden können (auch mit Häusern, um die man herum gehen kann). Im Bereich Walkemühlenweg und Deinerlindenweg liegt hier richtigerweise ein Auge der Stadt drauf, aber mir würden auch noch andere, kleine Flächen einfallen. Man muss nur mal aufmerksam suchen. Bei einigen müsste man zudem den Mut zu nicht bei allen populären Entscheidungen haben und Gebäude abreißen, die nur mit hohen Kostenaufwand saniert werden können. Erste Schritte immerhin sind hier mit einem Programm energetischer Quartiersanierung „Beim Hubeweg“ gegangen worden. Was nicht der richtige Weg ist: immer weiter in Richtung Waldrand zu zersiedeln, während die City zusammenfällt.

Und außerdem? Weiter im Blick haben müssen die Politiker die Zukunft des Einbecker Krankenhauses. Und: Auch 2018, einem Jahr übrigens gänzlich ohne Wahlen in Einbeck (falls es nicht doch noch überraschend eine Bundestagsneuwahl gibt), werden es politische Themen auf die Tagesordnung schaffen, von denen wir heute noch nichts ahnen. Darauf freue ich mich besonders. Gerne auch wieder in diesem Blog.

Jugendgästehaus: Fehlen nur noch Möbel

Der künftige Leiter Jan Störmer vor dem neuen Jugendgästehaus „Henry Dunant“.

Der Jugendausschuss musste vor einigen Tagen noch im Schein der Taschenlampe die Baustelle besuchen. Ein paar Kabel schauen zwar immer noch aus der Wand, aber die Bauarbeiten für das neue Jugendgästehaus in Einbeck sind jetzt im Wesentlichen abgeschlossen. „Wir sind im Zeit- und Kostenplan geblieben“, freute sich Bauamtsleiter Frithjof Look heute bei einem Ortstermin. 995.000 Euro lässt sich die Stadt Einbeck den Umbau des in den 1990-er Jahren als Flüchtlingswohnheim errichteten Hauses am Kohnser Weg kosten (wesentlich gefördert durch das Programm „Kleine Städte“), hinzu kommen noch einmal 200.000 Euro für die Einrichtung. Die Umbauarbeiten hatten am 18. April begonnen, zwischenzeitlich gab es Probleme, weil die Handwerker-Ausschreibungen aufgehoben werden mussten. Das neue Jugendgästehaus wird vom DRK-Kreisverband Einbeck betrieben, Leiter wird Jan Störmer. „Ab nächster Woche werden die Waschmaschinen, die Möbel und die weitere Einrichtung geliefert“, sagt er. Offiziell eröffnet wird das nach dem DRK-Gründer Henry Dunant benannte zweigeschossige Gebäude am westlichen Stadtrand von Einbeck direkt neben dem Haus der Jugend am 27. Januar. „Eine Woche später erwarten wir die ersten Gäste“, freut sich Jan Störmer.

Zwei Gruppen werden im Jugendgästehaus übernachten können, wobei nicht allein Jugendliche die Gäste sein dürfen. 53 Betten stehen insgesamt zur Verfügung, verteilt in zehn Zimmern. Es gibt ein Vierbettzimmer, fünf Sechsbettzimmer sowie zwei Zimmer für Betreuer. Zwei weitere Räume im Erdgeschoss sind barrierefrei ausgestattet; einen Fahrstuhl gibt es in dem Gebäude nicht. Hinzu kommen Duschen- und Toilettenräume sowie Gruppen- und Multifunktionsräume im Obergeschoss und ein Speisesaal im Erdgeschoss. Hier wird im Frühjahr noch eine Terrasse mit direktem Zugang einstehen. Küchen stehen zur Verfügung, in denen sich die Besucher selbst versorgen können. Geeignet ist das Jugendgästehaus „Henry Dunant“ beispielsweise für Jugend- oder Familienfreizeiten, Klassenfahrten, Seminare oder Chor-/Musikproben.

Jörg Mönnig und Arnd Severidt (Stadt Einbeck), Nicolai Tuschinsky und Diana Kurz-Hoffmann (DRK Einbeck), Frithjof Look und Gunnar Groneweg (Stadt Einbeck) sowie der künftige Leiter Jan Störmer im Multifunktionraum im Obergeschoss.

Im Januar startet „Henry Dunant“

Fenster sind drin: das Jugendgästehaus entsteht am Kohnser Weg neben dem Haus der Jugend, das 2016 eröffnet wurde.

Das Jugendgästehaus am Kohnser Weg neben dem Haus der Jugend will im Januar seine ersten Besucher begrüßen. Diesen Zeitplan nannte Jugendrotkreuzleiter DRK-Mitarbeiter Jan Störmer heute beim Besuch des SPD-Projektsommers vor Ort; Störmer wird auch künftiger Hausleiter sein. In den nächsten Wochen werde man mit der Werbung beginnen. Das DRK ist Betreiber des neuen Hauses mit 44 Betten, das von der Stadt Einbeck zurzeit für rund 500.000 Euro umgebaut wird. Die Bauarbeiten sollen laut Störmer Ende November abgeschlossen sein, im Dezember soll das Jugendgästehaus dann fertig eingerichtet werden, um Anfang 2018 nach rund fünf Jahren Pause die ersten Übernachtungsgäste willkommen heißen zu können. Bis 2013 gab es ein Gästehaus des DRK im ehemaligen Schützenhaus am Tiedexer Tor; dieses Gebäude gehört jetzt der Kulturstiftung Kornhaus des benachbarten PS-Speichers. Das neue Jugendgästehaus Einbeck wird den Zusatznamen „Henry Dunant“ bekommen, benannt nach dem Gründer des Roten Kreuzes. Die SPD-Besucher konnten die Baustelle des Jugendgästehauses heute aus Witterungsgründen nicht wie geplant betreten.

(Aktualisiert: 26.07.2017, 13:51 Uhr)

Die SPD und der Wolf

SPD-Vorsitzender und Bundestagskandidat Marcus Seidel mit Wölfen im Gehege bei Brunsen.

Fotografierend Auge in Auge mit dem Wolf.

Was könnte man für schöne Wortspiele verwenden, nachdem die SPD im Rahmen ihres traditionellen Projektsommers das Wolfsgehege bei Brunsen mit ihrem Vorsitzenden und Bundestagskandidaten Marcus Seidel an der Spitze besucht hat: Rotkäppchen und der (böse) Wolf. Der Kandidat, der mit dem Wolf tanzt. Die Genossen, die mit den Wölfen heulen. Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Doch den Sozialdemokraten ging es nicht um Effekt, sondern um Information. Wie bei allen Terminen des Projektsommers, der seit Jahren jeden Sommer bei vielen Interessierten im Terminkalender steht, und der öffentlich für jeden ist, wo andere entweder im Sommer abtauchen oder aber Besuche nur für Mitglieder anbieten. Birgit und Matthias Vogelsang informierten beim SPD-Projektsommer über ihr Leben mit den Wölfen. „Ich möchte nicht einen Tag tauschen“, sagt Birgit Vogelsang. Auch wenn das Leben mit den Wölfen eine 365-Tage-Aufgabe ist. Vor acht Jahren sind sie in die Nähe von Einbeck gezogen. „Ich bin kein Wolfskuschler“, sagt Matthias Vogelsang. Er möchte aufklären, Wissen weitertragen, anderen Menschen die Ängste und Sorgen vor dem Beutegreifer und Wildtier Wolf nehmen. 14 Wölfe leben aktuell im Gehege der Vogelsangs, die eng mit dem Wiesentgehege Springe kooperieren. Bis zu 3,50 Meter hoch ist der Zaun um das Gehege. „Höher als im Zoo“, sagt Vogelsang, der Wolfsberater für die Landkreise Hildesheim und Hameln ist. Die Teilnehmer des SPD-Besuchs nutzten die Chance, einen Wolf aus der Nähe zu sehen und viele Fragen zu stellen. Noch zwei Besuche stehen in diesem Sommer auf dem SPD-Programm: Nächsten Dienstag, 25. Juli, ist das Haus der Jugend und das neue Jugendgästehaus am Kohnser Weg, das gerade umgebaut wird, um 18 Uhr das Ziel der Genossen. Und schließlich drehen dann am Dienstag, 1. August, um 18 Uhr zum Abschluss alle eine Stadionrunde an der Schützenstraße, Gastgeber ist die SVG Einbeck, deren Vorsitzender Ulrich Minkner für die SPD in Stadtrat und Kreistag sitzt. Was könnte man für schöne Wortspiele verwenden…

Großes Interesse beim SPD-Projektsommer. Matthias Vogelsang (l.) informierte über sein Leben mit den Wölfen.

Von der Zuckerrübe bis zum Wolf

Die SPD hört sich beim Projektsommer um, besucht verschiedene Einrichtungen wie hier das Haus des Jugendrotkreuzes. Archivfoto.

Die Einbecker SPD hat als erste der hiesigen Parteien ihr Sommerprogramm vorgestellt (SPD Projektsommer 2017), auch die CDU hat bereits sommerliche Besuche in Firmen und Institutionen angekündigt, allerdings bislang noch ohne konkrete Termine. Die Sozialdemokraten laden jeden Dienstag in den Ferien um 18 Uhr zu ihrem inzwischen traditionellen Projektsommer alle Interessierten ein, nicht ausschließlich Mitglieder. Unter dem Motto „Wir hören uns um“ reicht die Besuchspalette in diesem Jahr von der Zuckerrübe bis zum Wolf: Am 27. Juni besuchen die Genossen die KWS Saat SE, Treffpunkt Grimsehlstraße 31 vor dem Eingang des Unternehmens. Am 4. Juli laden die Sozialdemokraten zum Technischen Hilfswerk (THW) am Tiedexer Tor 6 ein; Beginn ist hier ausnahmsweise erst um 18.30 Uhr. Am 11. Juli steht ein Besuch der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Grimsehlstraße 10 auf dem Programm, wo die vielfältige Angebotspalette des Wohlfahrtsverbands vorgestellt wird. Am 18. Juli gibt es die Gelegenheit, das Wolfsgehege in der Nähe von Brunsen am „Lietgrund“ kennenzulernen und interessante Informationen zu erhalten. Eine Präsentation des Haus der Jugend an seinem neuen Standort sowie einen Einblick in die Planungen des Jugendgästehauses werden am 25. Juli die Projektsommer-Besucher am Kohnser Weg 3 b erhalten können; das Jugendgästehaus wird gerade umgebaut. Zum Abschluss der SPD-Besuchsreihe am 1. August ist ein Besuch der SVG Einbeck und ein Stadionrundgang an der Schützenstraße geplant. Im Anschluss soll der Projektsommer mit Bratwurst und Getränken seinen Ausklang finden. „Die SPD freut sich, wie in der Vergangenheit auch, über eine rege Teilnahme an dem Projektsommerprogramm und wünscht eine gute Sommerzeit“, erklärte SPD-Kernstadt-Vorsitzender René Kopka.

Neues Jugendgästehaus entsteht

Neues Jugendgästehaus am Kohnser Weg: Die Bauarbeiten laufen, berichtete die Bürgermeisterin.

Noch liegt alles im Plan, der Termin der Fertigstellung ist bislang nicht gefährdet. Bei den laufenden Umbauarbeiten für das neue Jugendgästehaus im ehemaligen Flüchtlingswohnheim am Kohnser Weg neben dem neuen Haus der Jugend musste jetzt allerdings die Ausschreibung der Sanitäranlagen aufgehoben werden, berichtete Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek im Stadtrat. Es sei kein Angebot eingegangen. Die Arbeiten sind jetzt erneut ausgeschrieben worden, dadurch komme es zu Verzögerungen, die auch andere Gewerke betreffen. Die Rohbauarbeiten im Inneren sind laut Bürgermeisterin weitestgehend abgeschlossen. Damit das Gebäude barrierefrei wird, sind die Türöffnungen angepasst worden. Momentan laufen die Kanalarbeiten für die Entwässerung im Außenbereich für die neuen Sanitärräume und für die Küche. Parallel wird die alte Heizung abgebaut, eine neue eingebaut. Geplant ist nach den Worten der Rathauschefin, in diesem Monat noch mit dem Trockenbau (Wände) zu beginnen. Fenster und Außentüren sind bestellt und können im nächsten Monat eingebaut werden. Betreiber des Jugendgästehauses wird der DRK-Kreisverband Einbeck sein. Ein Betreibervertrag ist bereits ausgehandelt und unterschrieben, sagte Michalek. Das Jugendgästehaus soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden und rund eine Million Euro kosten, finanziert durch Fördergelder.