Die Einbecker CDU-Mitglieder haben Frederic Otto zum Vorsitzenden gewählt. Bei den Christdemokraten steht damit der wahrscheinlich jüngste Vorsitzende in der Geschichte des Stadtverbandes an der Spitze. Der 22-Jährige setzte sich bei der Wahl deutlich gegen Mitbewerber Sebastian Lange durch, der neben Maren Root zum Stellvertreter wiedergewählt wurde. Den geschäftsführenden Vorstand komplettieren Karsten Armbrecht als Schriftführer und weiterhin Christian Dörries als Schatzmeister.
Frederic Otto, der sich bereits seit 2019 in CDU und Junge Union engagiert, hat selbst die Initiative zur Kandidatur ergriffen und auch nicht zurückgesteckt, als sich die Kampfkandidatur bei der Wahl abzeichnete. Irgendwann müsse er es wagen, habe er sich gesagt, erzählt Frederic Otto. Jetzt sei nach einer gewissen Übergangszeit nach dem plötzlichen Tod von Heidrun Hoffmann-Taufall im Mai 2022 und dem beruflich bedingten Abschied des Vorgängers Björn Liebig der richtige Zeitpunkt. Dass in kaum sieben Monaten die Kommunalwahl ansteht, fordert den neuen Vorsitzenden des etwa 80 Mitglieder großen Stadtverbandes zusätzlich. Und er wisse natürlich, dass einige ihn für zu jung halten für die Position. Die Reaktionen auf seine Kandidatur-Ankündigung seien jedoch gemischt gewesen, neben Ablehnung habe er vor allem auch viel Zuspruch aus Partei und Familie erhalten. Das hat den 22-jährige angespornt, der seit Oktober in Holzminden an der HAWK Baumanagement studiert, nachdem er seine Ausbildung zum Bauzeichner abgeschlossen hatte. Koordinieren und Planen – was er später einmal beruflich anstrebt, das passe auch gut für das Amt des Parteivorsitzenden, meint Otto. „Es musste jetzt mal einen Generationenwechsel geben“, sagt er, wobei er auf die Mischung von Jung und Älter im Vorstand setzt, von neuen Ideen und Erfahrungen. „Ich weiß, dass ich es in diesem Amt nicht jedem recht machen kann, aber ich werde dafür sorgen, dass die Teamarbeit immer vor dem Gegeneinander steht“, erklärte der 22-Jährige nach seiner Wahl.

In den nächsten Monaten bis zum 13. September stehen natürlich die Wahlen zu Ortsräten, Stadtrat, Kreistag, Bürgermeisterin und Landrat im Mittelpunkt der Parteiarbeit. Otto engagiert sich im Team von CDU-Landratskandidat Thorsten Kühn, das werde auch so bleiben, sagt er. Ansonsten werde er in den kommenden Wochen persönlich im Bereich Einbeck mögliche Frauen und Männer für eine Kandidatur bei den Kommunalwahlen ansprechen. Überhaupt sei in der Kommunikation die persönliche Ansprache wichtig, meint Otto – neben den natürlich üblich gewordenen sozialen Netzwerken. Die CDU müsse in Einbeck wieder sichtbarer werden, wünscht sich der neue Vorsitzende. Das möchte er unter anderem mit neuen und regelmäßigen Veranstaltungsformaten erreichen. Bei der Nachwuchsorganisation Junge Union, bei der Frederic Otto seit 2023 Vorsitzender des Kreisverbandes Northeim ist, habe es eine Beitrittswelle gegeben, die JU Northeim sei im vergangenen Jahr dafür niedersachsenweit als bester Verband ausgezeichnet worden. Vielleicht könne hier die Einbecker CDU nachziehen, hofft er.
Frederic Otto wird bei der Kommunalwahl im September wie schon 2021 selbst für den Stadtrat kandidieren, damals schaffte er den Einzug noch nicht. Themen – nicht nur fürs Wahlprogramm – um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, gebe es. Neben der aktuell besonders diskutierten Zukunft der medizinischen Versorgung durch Ärzte im ländlichen Raum sieht der neue CDU-Vorsitzende besonders Fragen von nachhaltiger Energieversorgung, Krisenfähigkeit und Bevölkerungsschutz als wichtige Debattenthemen an, mit denen die CDU ihre Position deutlich machen sollte.

