Bei der Verabschiedung der Landrätin bleibt man lieber unter sich

(c) Foto: Landkreis Northeim

Bereits zwei Monate vor Ende ihrer Amtszeit ist Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (62) offiziell verabschiedet worden. Die Öffentlichkeit blieb dabei außen vor, Medienvertreter waren zu der Veranstaltung in der Stadthalle in Northeim nicht eingeladen worden. „Die Verabschiedung der Landrätin war bewusst als persönliche Würdigung im Kreis langjähriger Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus Verwaltung, Politik und öffentlichem Leben konzipiert“, sagte Landkreissprecher Dirk Niemeyer auf meine Anfrage. „Im Mittelpunkt standen der persönliche Abschied sowie der Rückblick auf die langjährige Zusammenarbeit.“ Eingeladen zu der Veranstaltung hatte nach den Worten Niemeyers der Kreistag. „Entsprechend wurde sie mit einem begrenzten, geladenen Teilnehmerkreis durchgeführt“, sagte Niemeyer. Wer die Einladungsliste erstellt hat und nach welchen Kriterien – diese meiner Fragen beantwortete der Kreissprecher nicht, ebenso wenig, wie viele Menschen an der Veranstaltung insgesamt teilgenommen haben.

Für die Durchführung der Veranstaltung in der Stadthalle Northeim einschließlich Saalmiete und Catering sind laut Kreisverwaltung Kosten „im vierstelligen Bereich“ angefallen; näher bezifferte der Kreissprecher die Kosten nicht, und wer diese trägt, dazu sagte er nichts. Der Termin am 4. September, also rund zwei Monate vor dem Ende der Amtszeit, sei „aus organisatorischen und terminlichen Gründen“ frühzeitig festgelegt worden, erklärte Dirk Niemeyer. „Mit der Verabschiedung war kein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Amt verbunden. Die Landrätin ist weiterhin im Dienst; ihre Amtszeit endet regulär am 31. Oktober 2026.“ Aktuell ist sie auch Kreiswahlleiterin bei den Kommunalwahlen, die mit der Stichwahl ihres Nachfolgers am kommenden Sonntag endet.

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Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (Mitte) hört den Grußworten anlässlich ihrer offiziellen Verabschiedung zu.

Die Kreisverwaltung hat erst eine Woche nach der Verabschiedung per Pressemitteilung die Öffentlichkeit über die Abschiedsfeier informiert. Unabhängig überprüfen lassen sich die in dem Text gemachten Aussagen und Zitate nicht, da ja wie gesagt keine Medien an dem Abend anwesend waren, um eigenständig und aktuell zu berichten.

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Frauke Heiligenstadt, Kreistagsvorsitzende und Bundestagsabgeordnete, hält die Laudatio auf Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Im Beisein zahlreicher geladener Gäste aus Politik, Verwaltung und öffentlichem Leben sei die Arbeit Astrid Klinkert-Kittels gewürdigt und auf ihre gut zehneinhalb Jahre an der Spitze des Landkreises Northeim zurückgeblickt worden, heißt es in dem Text des Kreishauses. Nach einem musikalischen Auftakt habe die Kreistagsvorsitzende (und SPD-Bundestagsabgeordnete) Frauke Heiligenstadt die Gäste begrüßt, in ihrer Laudatio die Arbeit der Landrätin gewürdigt und auch im Namen des Kreistages der Landrätin für ihr Wirken im Landkreis Northeim gedankt. Heiligenstadt habe dabei die zugewandte Art der Landrätin hervorgehoben und betont, dass deren innerer Kompass stets zuverlässig in Richtung Fairness, Gerechtigkeit und Verantwortung zeige, heißt es in der Pressemitteilung. „Wir verabschieden einen Menschen, der die Kreisverwaltung und den Landkreis Northeim über viele Jahre geprägt hat. Durch Verlässlichkeit, durch Haltung und mit Herz“, lässt sich Frauke Heiligenstadt zitieren. Weitere Grußworte haben laut Pressetext Dr. Joachim Schwind, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Ute Assmann, Vorstandsvorsitzende der Kreis-Sparkasse Northeim, sowie Susanne Glombitza, Bürgermeisterin des Fleckens Nörten-Hardenberg, stellvertretend für die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Landkreis, gehalten. Auch Dirk Niemeyer, Referatsleiter Kreistagsbüro und Öffentlichkeitsarbeit, sowie die Fraktions- und Gruppenvorsitzenden im Kreistag hätten auf die gemeinsame Zeit mit Astrid Klinkert-Kittel zurück geblickt, heißt es. Einen besonderen Gruß habe Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies in einer Videobotschaft übermittelt. Zum Abschluss des offiziellen Programms habe sich Klinkert-Kittel selbst an die Gäste gewandt, heißt es. Sie habe ihr Amt stets mit großer Freude ausgeübt und sei insbesondere für die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden und Führungskräften der Kreisverwaltung dankbar, sagte sie laut Presseinfo. Auf die Frage nach einem besonderen Herzensprojekt ihrer Amtszeit gebe es für sie keine einzelne Antwort: „Für mich waren es viele Bausteine, die gemeinsam ein Ganzes ergeben haben.“ Klinkert-Kittel erinnerte unter anderem an Entwicklungen im sozialen Bereich, die verstärkte Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg und die Weiterentwicklung der Kreisverwaltung. Besonders habe Klinkert-Kittel die Einrichtung eines eigenen Referates für Demokratieförderung hervor gehoben – nach ihren Worten „das einzige eigenständige Referat dieser Art in einer niedersächsischen Kreisverwaltung“. Auch die Zusammenarbeit mit der Kreispolitik habe die scheidende Landrätin gewürdigt: „Wir waren nicht immer einer Meinung. Aber wir haben gemeinsam nach Lösungen gesucht, wenn es um die Bedürfnisse der Menschen in unserem Landkreis ging.“ Mit Blick auf die Zukunft habe sich Klinkert-Kittel zuversichtlich gezeigt, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung: „Ich bin überzeugt, dass der Landkreis Northeim auch in Zukunft gut aufgestellt ist, weil hier Menschen Verantwortung übernehmen, gestalten und gemeinsam nach vorn schauen.“ Zugleich habe Klinkert-Kittel das große ehrenamtliche Engagement im Landkreis gewürdigt, das sie während ihrer Amtszeit immer wieder beeindruckt habe. „Ich verlasse mein Amt mit großer Dankbarkeit“, sagte Klinkert-Kittel laut Pressetext zum Abschluss und wünschte dem Landkreis Northeim für die Zukunft alles Gute. Im Anschluss an den offiziellen Teil hätten die Gäste bei einem Empfang die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit der Landrätin genutzt, heißt es.

Astrid Klinkert-Kittel war 2016 erstmals und 2021 erneut zur Landrätin des Landkreises Northeim gewählt worden, jeweils in einer Stichwahl. Sie war zuvor Bürgermeisterin in Nörten-Hardenberg.

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In der Stadthalle Northeim fand die Verabschiedungsfeier statt. Fotos: Landkreis Northeim

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