Interpretationen

Einige Wochen sind die jüngsten Wahlen ja nun bereits Geschichte, die Nachlese in den Parteien hält indes noch an – und auch viele hiesige Genossen sehen die sich anbahnende Große Koalition in Berlin durchaus sehr kritisch, wie die Einbecker Kernstadt-SPD mitgeteilt hat. Und mit der Nachlese werden Interpretationen geäußert, wie denn das Wählervotum zu werten sei. Und vor allem das Ergebnis des politischen Mitbewerbers. “Hundsmiserabel” sei das CDU-Ergebnis gewesen. Sagt SPD-Mann Martin Wehner. Angesichts des bundesweiten Trends habe die CDU im Bundestagswahlkreis nicht ihre vollmundigen Versprechen eingelöst, die Region von Rot auf Schwarz zu drehen. “Wer unter diesen Bedingungen nicht gewinnen kann…”, sinniert Wehner. Und fügt hinzu: “Wer der zweite Sieger ist, ist nicht der Gewinner.”

Die Landratswahl habe Michael Wickmann “ganz eindeutig” gewonnen, meint Martin Wehner, der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion. Die Einbecker Kernstadt-Sozialdemokraten haben diesem Befund eine besondere Interpretationsnote hinzu gefügt: Die SPD bedauert, dass eine Stichwahl notwendig wurde, weil Landrat Michael Wickmann die notwendigen 50 Prozent im ersten Wahlgang nur ganz knapp verfehlt habe. Dass bei der Stichwahl dann der Bereich Einbeck nicht von Wickmann, sondern vom CDU-Herausforderer Dr. Bernd von Garmissen gewonnen wurde, schreibt die Einbecker SPD dem Last-Minute-Thema Einbecker Krankenhaus zu: Die “unsachgemäße Stimmungsmache” sei ein entscheidender Grund für dieses Einbecker Einzel-Ergebnis gewesen, das aber im Gesamtergebnis keine Auswirkungen gehabt habe.

Martin Wehner, ehemaliger Bürgermeister von Einbeck.

Martin Wehner.

Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion und frühere Einbecker Bürgermeister, Martin Wehner, hat in diesen Tagen noch einmal betont, dass es die rot-grüne Mehrheitsgruppe im Kreistag gewesen sei, die die Idee mit den aus dem Verkauf der Kreiskrankenhäuser an Helios noch fließenden Millionen-Barmitteln für die Einbecker Klinik gehabt habe. Nicht die CDU, wie diese vorgegeben habe.

Kommunalrechtlich sei es im Übrigen gleich, ob das Einbecker Bürgerspital eine Bürgschaft oder Bargeld in Höhe von einer Million Euro erhalte, beides bedürfe einer Genehmigung. Und die liegt bis dato weder für das eine noch das andere aus Hannover vor.

Die SPD habe zu allen Zeiten, betonte Wehner, hinter dem Einbecker Krankenhaus gestanden, egal von wem dieses geführt worden sei. Das sei auch heute beim Bürgerspital so, man setze sich für den Erhalt des Klinik-Grundversorgungsstandorts in Einbeck ein. Das aber brauche man nicht täglich zu betonen.

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