Ein Einbecker in Dassel

Marc Hainski (r.) mit Joachim Stünkel und Petra Kersten.

Will in diesem Jahr Bürgermeister in Dassel werden: Marc Hainski (r.), hier mit Joachim Stünkel und Petra Kersten.

Da ist den CDU-Granden aus Dassel heute eine Überraschung gelungen, die (auch oder gerade im kommunalpolitischen Bereich) äußerst selten ist: Bereits vor Weihnachten, genauer am 16. Dezember, hat der Vorstand der Christdemokraten in der Sollingstadt den Einbecker Marc Hainski zu seinem Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 25. Mai erkoren. Bis heute, über drei Wochen später, als die Personalie öffentlich gemacht wurde, war nichts darüber durchgesickert in der sonst gerne so geschwätzigen Politszene, in der imgrunde nichts vertraulich bleibt, was mehr als drei Leute wissen. Respekt!

Der Dasseler CDU könnte mit der Kandidatur von Marc Hainski ein echter Coup gelungen sein. Vorausgesetzt, die Mitglieder machen am 20. Januar mit und wählen den 47-jährigen Rechtsanwalt aus Einbeck zu ihrem Herausforderer von Amtsinhaber Gerhard Melching (SPD). Davon jedoch gehen Beobachter aus. Wenn bei der CDU-Mitgliederversammlung wirklich noch jemand anderes spontan kandidieren würde, wäre das eine echte Überraschung. Die Personalie ist offenbar in der Partei breit im Vorfeld festgezurrt. Parteivorsitzende Petra Kersten (59) und Ratsfraktionschef Joachim Stünkel (61) haben klug auf unter Umständen vorhandene eigene Ambitionen verzichtet, der andere Dasseler CDU-Neueinsteiger aus dem vergangenen Politikjahr, Bernd von Garmissen, hält sich klugerweise für spätere Wahlen bereit.

Mit Marc Hainski machen die Christdemokraten den Wählerinnen und Wählern am 25. Mai in Dassel ein echtes Alternativangebot. Einer von Außen gegen den seit 2006 agierenden Amtsinhaber. Ein vergleichsweise Quer- und Neueinsteiger in die Kommunalpolitik gegen den seit über 20 Jahren über die Parteipolitik ins Amt gekommenen Rathauschef. Ein nahezu gleichaltriger Bewerber um den Bürgermeisterposten wie der Stelleninhaber. Ein Jurist (denen ja immer nachgesagt wird, das sie alles können).

Von Alternativen, von der Auswahl lebt die Demokratie. Dass Hainski angekündigt hat, bei den anderen im Stadtrat vertretenen Parteien um Unterstützung für seine Kandidatur zu werben, dass er auch auf die SPD zugehen und sich dort vorstellen will, dass er keine Fronten entstehen und künstliche Gräben überwinden möchte – alles das lässt hoffen. Auch wenn im vergleichsweise kurzen Wahlkampf die politische Auseinandersetzung von der Profilierung abhängt – davon, dass die Bewerber ihre unterschiedlichen Stärken deutlich zeigen und die Schwächen elegant kaschieren.

Nette Anekdote am Rande: Hainskis Familie und Vorfahren sind mit dem Raum Dassel seit Generationen eng und in vielen Dörfern verbunden. Beispiel? Eine Urgroßmutter war eine geborene Melching aus Mackensen…

Nachtrag 22.01.2014: Bei einer Mitgliederversammlung am 20.01.2014 in Dassel wurde Marc Hainski mit 23 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und drei Enthaltungen zum Kandidaten der CDU gewählt; zwei Stimmen waren ungültig. Es gab keinen Gegenkandidaten.

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