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Goetheschule-Pläne: Offener Brief mit vielen Fragen an die Landrätin und die Kreistagsabgeordneten

(c) Foto: Frank Bertram

Goetheschule Einbeck, im Vordergrund der Altbau, hinten der Anbau/Neubau.

Mit einem offenen Brief wenden sich die ehemaligen Goetheschule-Lehrerinnen Karin Reinert, Ulrike Voß-Volger und Angelika Warns-Loges an Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und die Kreistagsabgeordneten. In dem Schreiben geht es um die Erweiterungs- bzw. Neubau-Pläne für das Einbecker Gymnasium, mit dem sich der Kreistag aktuell befasst, zuletzt auch bei Ortsterminen.

„Da die Entscheidung über die Erweiterung der Goetheschule demnächst fallen soll, haben die Unterzeichnenden noch einige Fragen zum bisherigen und weiteren Vorgehen“, schreiben Karin Reinert, Ulrike Voß-Volger und Angelika Warns-Loges in dem Offenen Brief. Sie sprechen sich für den Erhalt des jetzigen Standortes an der Schützenstraße aus. Warum übergehe man den Wunsch der Stadt Einbeck und plane weiter einen Neubau am Hubeweg, fragen die drei Unterzeichnerinnen – und haben viele weitere Fragen. Und freuen sich auf Antworten von der Landrätin und den Mitgliedern des Northeimer Kreistages.

Offener Brief im Wortlaut

„Wir bezweifeln, dass dieser [der Neubau am Hubeweg, die Red.] für das erhöhte Verkehrsaufkommen geeignet ist, ganz zu Schweigen von der Behinderung für eventuelle Krankentransporte. Ist jemand von ihnen schon einmal morgens gegen 7.40 Uhr auf dem Hubeweg gefahren? Welche Rolle spielen ökologische Aspekte, wie weitere Bodenversiegelung, Einbecks Frischluftschneise usw.? Wie hoch wäre die jährliche Pacht an die Klosterkammer für das Grundstück? Was ist mit der Nachnutzung der Gebäude an der Schützen- und Seminarstraße? Gibt es Investoren, die an den Liegenschaften interessiert sind? Warum wird der Anbau auch bei einem Neubau der Goetheschule abgerissen. Was passiert mit dem Grundstück?

Es gibt auch noch den Vorschlag, den gesamten Anbau der Goetheschule abzureißen und neu aufzubauen. Ist es wirklich notwendig, den gesamten Anbau zu erneuern? Dieser wurde in drei Bauabschnitten erstellt. Ist geprüft worden, ob die beiden neueren Teile doch eventuell aufgestockt werden könnten? Es ist eigentlich unvorstellbar, dass in den letzten 15 Jahren in ein angeblich völlig marodes Gebäude Millionen investiert wurden (Pausenhalle, Physikräume, Fenster, Isolierung der Außenwände). Wo war da bitte die Bauaufsicht?

Befasst man sich mit beiden Varianten anhand der Informationen, die bisher veröffentlicht wurden, genauer, muss man feststellen, dass bei beiden Varianten die Nachteile überwiegen. Wir fragen uns, warum das Gebäude in der Seminarstraße gar nicht mehr zur Debatte steht. Wie hoch wären die Kosten für eine Sanierung? Anstelle des Hausmeisterhauses könnte man doch auch noch zusätzliche Räume bauen. Wäre das nicht eine kostengünstigere Lösung? Unser Fazit ist: der Neubau am Hubeweg wird als besser dargestellt und damit favorisiert, aber für Kosten von circa 25 Millionen Euro kann ganz sicher kein modernes Gebäude, das alle Wünsche erfüllt, gebaut werden.

Um den Schulstandort zu erhalten, müsste bei einer Sanierung ein kleinerer Teil der Schüler in Containern unterrichtet werden. Das wäre für alle Betroffenen ohne Zweifel eine Belastung, aber nach Abschluss der Maßnahmen könnten alle wieder von den Vorteilen des Standortes profitieren, vor allem der Nähe zu allen Sportstätten und den vielen Kooperationspartnern in der Innenstadt. Auch die weitere Nutzung der wunderschönen Aula für Schul- und außerschulische Veranstaltungen wäre erstrebenswert.

Bei den rückläufigen Schülerzahlen wäre unserer Meinung nach ein neuer Anbau oder ein Neubau für 25 Millionen Euro Steuergelder (Kostensteigerungen nicht eingerechnet) unverhältnismäßig. Es sollte für den tatsächlichen Bedarf geplant werden.

Wir wünschen uns, dass man ernsthaft nach einer Variante, die den Fortbestand des Standortes an der Schützenstraße sichert, sucht und der Architektenwettbewerb dementsprechend ausgeschrieben wird. Das Votum der Stadt Einbeck darf bei der weiteren Planung nicht ignoriert werden!“

Altbau der Goetheschule Einbeck von 1907.
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