Stadtrat: Einer geht, einer kommt, einer tritt aus der CDU-Fraktion aus

(c) Foto: Frank Bertram

Dr. Andreas Kroll ist mit Wirkung vom 2. Dezember aus der CDU-Fraktion ausgetreten, möchte sein Mandat aber weiterhin wahrnehmen. Das berichtete Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek zu Beginn der jüngsten Sitzung des Einbecker Stadtrates. Kroll nahm an der Ratssitzung am Mittwoch entschuldigt nicht teil. „Obwohl ich die Fraktion verlasse, fühle ich mich weiterhin den Werten und Zielen der CDU tief verbunden“, schreibt Kroll seiner bisherigen Fraktion und auf meine Anfrage. „Mein Mandat, das ich durch die direkte Wahl erhalten habe, werde ich verantwortungsvoll und im Sinne aller Einbeckerinnen und Einbecker ausüben.“

Archivfoto von 2022: Helmar Breuker (Mitte) mit Dr. Andreas Kroll (l.) und Maren Root (r.). Im Hintergrund CDU-Fraktionschef Dirk Ebrecht.

Er habe sich „nach reiflicher Überlegung“ zu dem Austritt aus der CDU-Fraktion entschlossen. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, da er die Zusammenarbeit mit seinen Fraktionskollegen „stets als konstruktiv, respektvoll und von einem gemeinsamen Ziel geprägt empfunden habe: Das Beste für unsere Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger zu erreichen.“ Er hoffe, dass er mit seiner bisherigen Fraktion, der er weiterhin viel Erfolg in der politischen Arbeit wünscht, auch künftig in verschiedenen Fragen im Sinne der Sache eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten könne. Krolls bisherige Fraktion hat den Schritt zur Kenntnis genommen, kann ihn nicht nachvollziehen, einen erkennbaren aktuellen Anlass gebe es für den Austritt nicht, hieß es. Ob Dr. Andreas Kroll (CDU) als fraktionsloser Einzelratsherr wie Helmar Breuker (CDU) dem Rat angehören wird (ohne Stimmrecht in den Ausschüssen) oder ob er sich anderen Fraktionen/Gruppen anschließt, ließ Kroll zunächst unbeantwortet. Für die CDU-Fraktion ist der Austritt Krolls schon der zweite Aderlass in dieser Wahlperiode: Vor fast genau zwei Jahren hatte die Fraktion Helmar Breuker ausgeschlossen, er gehört seitdem als fraktionsloser Ratsherr für die CDU dem Rat an. Im Februar 2023 hatte Breuker mal kurzzeitig angekündigt, mit Dr. Kroll eine Fraktion bilden zu wollen, was dieser jedoch umgehend dementierte.

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Wechsel bei der BlGfE (v.l.): Frank-Dieter Pfefferkorn, Dirk Strohmeyer, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Udo Mattern.

Wechsel in der Ratsfraktion der Bürgerliste Gemeinsam für Einbeck (BlGfE): Nach zehn Jahren im Stadtrat hat Udo Mattern (55) sein Mandat aus persönlichen Gründen zum 1. Dezember 2024 niedergelegt. Weil die Nachrücker auf der Liste Armin Hinkelmann und Florian Geldmacher verzichtet haben, ist jetzt Dirk Strohmeyer (49) in den Stadtrat nachgerückt. „Ich bin dankbar für die dynamische Zeit im Stadtrat“, lässt sich Udo Mattern in einer Presseinfo der Wählergemeinschaft zitieren. „Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Der Zeitpunkt in der Mitte der Wahlperiode bietet meinem Nachfolger jedoch die ideale Möglichkeit der Einarbeitung.“ Der Fraktionsvorsitzende der BlGfE, Frank-Dieter Pfefferkorn, bedauerte das Ausscheiden von Udo Mattern und freut sich gleichzeitig auf die Zusammenarbeit mit Dirk Strohmeyer. Der BlGfE-Vorsitzende wird in den Ausschüssen für Bauen und Stadtentwicklung sowie Stadtentwässerung mitarbeiten. Statt Strohmeyer übernimmt Alexander Pohl die Position als hinzugewähltes Mitglied im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung.

Weitere Personalien

Durch interne Veränderungen und Personalwechsel ist eine Neubesetzung von hinzugewählten Mitgliedern in den Ausschüssen Feuerwehr und Katastrophenschutz sowie Tourismus und Freizeit erforderlich geworden. Für die Vertretung der Polizei Einbeck im Ausschuss für Feuerwehr und Katastrophenschutz wurde nach dem Ausscheiden von Stefan Roddewig der neue Polizeichef des Einbecker Kommissariats, Wolfgang Römer, benannt. Für die Einbeck Marketing GmbH im Ausschuss für Tourismus und Freizeit wurde nach dem Ausscheiden von Rebecca Simoneit-Barum übergangsweise bis Jahresende Christiane Folttmann benannt. Für den StEREK im Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales wurde nach dem Ausscheiden von Cordula Sauerbrei Britta Nohr benannt. Ihre Vertretung übernehmen Katrin Geißler und Daniela Foht.

Der Einbecker Seniorenrat hat mitgeteilt, dass Klaus Fröchtenicht auf sein Mandat im Seniorenrat verzichtet hat. Durch erforderliche Umstrukturierungen sollen auch die hinzugewählten Mitglieder des Seniorenrats im Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales und im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung ausgetauscht werden. Für den Sitz im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung wird Dieter Berlin als hinzugewähltes Mitglied vom Stadtrat benannt. Für den durch diesen Wechsel freiwerdenden Sitz im Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales wird Dietlind Ostermann als hinzugewähltes Mitglied benannt.

Weil die Ortsbeauftragten Lothar Dolle (Rittierode) und Alexander Stolte (Buensen und Strodthagen) ihre Mandate in den Ortsraten niedergelegt haben, waren nicht nur die Positionen des Ortsbürgermeisters neu zu wählen, sondern auch die Ortsbeauftragten neu zu berufen. Der neue Ortsbürgermeister der Ortschaft Rittierode, Gerrit Hillebrecht, ist bereit, auch die Aufgaben eines Ortsbeauftragten zu übernehmen. Der Ortsbürgermeister der Ortschaften Buensen, Dörrigsen, Iber und Strodthagen, Christian Wolff, lehnt die Übernahme der Hilfsfunktionen für die Verwaltung ab. Der Stadtrat hat jetzt als neue Ortsbeauftragte für die Ortschaft Strodthagen Ernst-August Homann (Strodthagen) und für die Ortschaft Buensen Imke Brinckmann (Buensen) berufen.

Ein Kommentar zu „Stadtrat: Einer geht, einer kommt, einer tritt aus der CDU-Fraktion aus

  1. Nach einer gewissen Zeit ist der ehemalige Fraktionskollege dann doch zu einer Entscheidung gekommen, die eigentlich bereits Ende 2022 gefallen war. Der Autor hat dankenswerterweise daran erinnert. Nachdem einem Traute verließ, saß man endgültig zwischen den Stühlen. Daher ist dieser Schritt nur noch eine Mittelung an die Öffentlichkeit, denen in der Regel die autoritären Züge einer in die Jahre gekommenen Fraktion aus dem letzten Jahrhundert verborgen bleiben.

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