Die seit Jahren geplanten Baumaßnahmen rund um die Goetheschule Einbeck werden voraussichtlich doppelt so teuer wie zuletzt angegeben. Das geht aus den Beratungsunterlagen für den Kreistag-Ausschuss für Bauen und Verkehr hervor, der sich am kommenden Mittwoch (19. November, 17 Uhr, Kreishaus in Northeim oder online) mit dem Thema beschäftigen will. Allerdings wird jetzt auch mit einer rund 1000 Quadratmeter größeren Fläche gerechnet, außerdem mit einem größeren und länger benötigten Interimsbau während der Umbauphase. Der Kreispolitik wird im Ausschuss die beauftragte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung präsentiert und näher erläutert. Auf dieser Grundlage muss der Kreistag dann entscheiden, ob er die Baumaßnahme in Eigenregie durchführen möchte oder aber als Gesamtvergabe an einen Privatunternehmer (ÖPP-Modell); das hat Auswirkungen auf Kostenhöhe und Bauzeit. Mit einer Fertigstellung wird frühestens im Mai 2030 gerechnet.
Nach der Kreistagsentscheidung im März 2024, auf Grundlage einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung über die Baumodalitäten befinden zu wollen, haben mehrere Workshops unter anderem mit dem Kollegium, Elternbeirat sowie verschiedene Gesprächsrunden, z.B. mit Stadt und Stadtwerke Einbeck stattgefunden. Dabei wurden Flächenbedarf und Raumprogramm für das Gymnasium ermittelt. Dabei erhöhte sich die Bruttogrundfläche von 6144 Quadratmeter auf 7107 Quadratmeter.
Als die damalige Kostenschätzung mit rund 25 Millionen Euro ermittelt wurde, ging man nicht nur von einer kleineren Gesamtfläche, sondern auch von einer kürzer notwendigen Standzeit einer kleineren Container-Übergangslösung aus. Auch bei der Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus wird jetzt mit einem höheren Bedarf kalkuliert als bislang (statt 1370 Quadratmeter nun 3880 Quadratmeter). Allein durch die Flächenerhöhung steigen die Gesamtkosten des Projektes auf rund 38 Millionen Euro.
Da nun aber mit mehr Fläche gerechnet wird, haben sich die Gesamtkosten für Abbruch des bestehenden Anbaus, den Neubau eines Erweiterungsgebäudes, die Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus sowie die Errichtung und der Betrieb eines temporären Interimsstandortes auf dem B-Platz im August-Wenzel-Stadion der Stadt Einbeck einschließlich Rückbau mit Kosten von insgesamt zwischen rund 49 Millionen und rund 53 Millionen Euro gerechnet, einkalkuliert sind jeweils Baukostensteigerungen, je nachdem, ob die Baumaßnahme gesamtvergeben oder konventionell in Eigenregie realisiert wird.
Gegenüber einer konventionellen Realisierung des Projekts ergeben sich laut Wirtschaftlichkeitsuntersuchung die Vorteile der Gesamtvergabe vor allem aus den prognostizierten geringeren Gesamtinvestitionskosten, die durch die gemeinsame Vergabe von Planungs- und Bauleistungen und der damit verbundenen Optimierungsmöglichkeiten eines Gesamtunternehmers sowie der geplanten Risikoübertragung zu erwarten sind, heißt es. Während bei der konventionellen Eigenrealisierung von 60 Monaten auszugehen ist (einschließlich aller erforderlichen Ausschreibungs-, Planungs-, Genehmigungs-, Bau- und Koordinierungszeiten), kann die Fertigstellung bei einer Umsetzung als Gesamtvergabe in 51 Monaten erwartet werden. Damit würde die Goetheschule um ein Dreivierteljahr eher zur Verfügung stehen.
Als weitere Vorteile einer Gesamtvergabe nennt die Kreisverwaltung in den Beratungsunterlagen eine erfahrungsgemäß termingerechte Fertigstellung, eine leichtere Mängelverfolgung mit nur einem Vertragspartner in der Gewährleistungsphase, die gegenüber den Regelungen der VOB verlängert werden kann, sowie eine hohe Kostensicherheit durch die vertragliche Vereinbarung eines Pauschalfestpreises für alle Planungs-, Bau- und Wartungsleistungen. Hinzu komme die vertragliche Festschreibung der Fertigstellung bis zum 1. Mai 2030, sodass ein Umzug vom Interimsstandort in die neuen Räumlichkeiten für Sommer 2030 angestrebt werden kann. Das Schuljahr 2030/31 könnte dann dort starten.
