CDU macht Wasserrohrbruch und seine Folgen und fehlende Kommunikation zum Thema

(c) Foto: Frank Bertram

Der Wasserrohrbruch am Hainberg in Kreiensen und die mehrtägige Unterbrechung der Wasserversorgung eines ganzen Wohngebietes in dem Einbecker Ortsteil wird am 10. Juni ein politisches Nachspiel im Stadtrat haben. Das kündigte die CDU-Ratsfraktion heute an. Seit Dienstag früh gibt es in 13 Straßenzügen in Kreiensen kein Wasser. Die Stadtratsfraktion der Christdemokraten kritisiert die aus ihrer Sicht mehr als mangelhafte Kommunikation von Seiten der Stadtwerke und der Stadtverwaltung Einbeck. „Dass Wasserrohrbrüche oder Stromausfälle passieren, ist die eine Sache. Wenn sich in der Situation aber niemand in der Verantwortung sieht, mit den betroffenen Bürgern oder auch den Multiplikatoren vor Ort zu kommunizieren, dann ist das inakzeptabel“, erklärte CDU-Fraktionschef Dirk Ebrecht in einer Mitteilung deutlich. Schließlich müssten die Menschen zumindest wissen, was los sei und wie lange der Ausfall voraussichtlich andauere. Der Wasserrohrbruch am Hainberg und seine Folgen waren gestern Abend auch bereits Thema im Verwaltungsausschuss des Stadtrates, wie Bürgermeisterin-Vertreter Dr. Florian Schröder auf meine Anfrage heute bestätigte.

Wenn die Wasserversorgung auf unbestimmte Zeit unterbrochen sei, müssten Bedürftige oder nicht mobile Menschen versorgt werden. Das gelte insbesondere bei mehrtägigen Ausfällen und bei den aktuell hohen Temperaturen. Risikovorsorge und Bevölkerungsschutz sähen jedenfalls anders aus, erklärte die CDU in ihrer Mitteilung. „Überall wird derzeit über einen besseren Zivil- und Bevölkerungsschutz gesprochen. Wenn wir jetzt sehen, dass bereits bei einem Wasserrohrbruch Vieles nicht gut funktioniert, dann wissen wir, wo wir in der Realität damit stehen“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Ebrecht. Man habe Stadtwerke und Stadtverwaltung aufgefordert, den Betroffenen besser zu helfen und werde die Situation zum Anlass nehmen, um die Thematik in der nächsten Ratssitzung aufzuarbeiten, um für zukünftige Risikolagen besser gewappnet zu sein.

Der Stadtrat tagt das nächste Mal am 10. Juni. Zu dieser Sitzung hat die CDU-Fraktion bereits den Antrag „Bessere Kommunikation in Risiko- und Krisenlagen“ eingereicht. „Die aktive Information seitens der Stadtwerke Einbeck ließ dabei aus Sicht der Betroffenen sehr zu wünschen übrig“, heißt es in der Antragsbegründung. „Diese Einschätzung dürfte durch die Verantwortlichen und Multiplikatoren vor Ort sowie durch die direkt betroffenen Bürgerinnen und Bürger geteilt werden. So wurden sowohl der Ortsbürgermeister wie auch der Ortsbrandmeister erst spät in dieser Mangellage und nur nach aktivem Nachfragen von Seiten der Stadtwerke und auch Stadtverwaltung mit Informationen zu Umfang und der möglichen Dauer des Ausfalls der Frischwasserversorgung – immerhin in gleich mehreren Straßenzügen – versehen. Aufgrund der Dauer des Ausfalls von mehreren Tagen in Kombination mit den heißen Temperaturen dürfte ein solcher Ausfall und vor allem die fehlenden Informationen durchaus Risikopotential bergen.“

Um die Situation kommunikativ und politisch aufzuarbeiten und um für kommende Risikolagen bereits kommunikativ besser gewappnet zu sein, werden in dem CDU-Antrag die Stadtwerke aufgefordert, den technischen Hintergrund und die Lage insgesamt im Rat darzustellen und aufzuzeigen, wie das Kommunikationskonzept in Krisenlagen zur Stadtverwaltung, Politik, Medien und Öffentlichkeit vorgesehen ist, sowie darzulegen, welche Erkenntnisse aus dieser Lage gezogen worden sind und wie diese zukünftig umgesetzt werden sollen. Die Stadtverwaltung wird außerdem mit dem CDU-Antrag aufgefordert aufzuzeigen, wer und wie die örtlichen Multiplikatoren sowie die Öffentlichkeit in Risiko-, Krisen- und Katastrophenlagen mit Informationen versorgt werden und wie die Verantwortlichkeiten zwischen Stadtwerken und Stadtverwaltung im Bevölkerungsschutz geregelt sind. Falls sich in der Ratsitzung weiterer Klärungsbedarf ergibt, soll die weitere technische und kommunikative Aufarbeitung im Ausschuss für Feuerwehr- und Katastrophenschutz stattfinden.

Wie Bürgermeisterin-Vertreter Dr. Florian Schröder heute auf meine Anfrage auch im Namen der Stadtwerke erklärte, seien die Bürger am 26. Mai vormittags, als das genaue Ausmaß des Schadens absehbar gewesen sei, über die Internetseite der Stadtwerke aktualisiert informiert worden, und über die WarnApp BIWAPP sei eine Meldung veröffentlicht worden, die kurz vor 12 Uhr mittags auf den Handys eingegangen sei. Die Stadtwerke seien davon ausgegangen, dass mit der BIWAPP-Meldung (die laufend aktualisiert wird) automatisch auch Presse, Feuerwehr, Ortsbürgermeister etc. informiert worden seien. Doch das war offenbar nicht der Fall. „Diesbezüglich wird es im Nachgang Gespräche zwischen Stadtwerken und Stadt geben, wie die Kommunikation in alle Richtungen (Presse, Social Media – Kanäle, Betroffene vor Ort, Ortsbürgermeister/innen bzw. -vorsteher/innen, andere Behörden inkl. örtlicher und Kreis-Feuerwehr etc.) künftig verbessert werden kann“, kündigte Dr. Florian Schröder an. Inzwischen habe der städtische Ordnungsdienst mit allen Bewohnern über 80 Jahren in den betroffenen Straßen persönlich Kontakt aufgenommen und die Versorgungssituation geklärt. Vereinzelt notwendige Wasserkanister seien von den Stadtwerken zur Verfügung gestellt worden, so dass die von den Stadtwerken am Dienstag eingerichteten Versorgungsstellen problemlos genutzt werden könnten.

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Zwei je 1000 Liter fassende Tanks mit Wasser stehen während der Unterbrechung für die Wasserversorgung im Wohngebiet zur Verfügung, außerdem ein Hydrant. Fotos: Frank Bertram