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Saline Salzderhelden: Kultur-Förderkreis realisiert Wiederaufbau in Eigenregie

(c) Foto: Frank Bertram

Das lange Gezerre um den Wiederaufbau des vor vier Jahren nach Brandstiftung abgebrannten Salinenturms in Salzderhelden hat jetzt auch sein faktisches Ende gefunden: Mit dem symbolischen Spatenstich startet nun der Wiederaufbau durch den Kultur-Förderkreis Salzderhelden in Eigenregie. Dafür hatte der Verein mit der Stadt im April eine Vereinbarung abgeschlossen, dass er die komplette Verantwortung für den Wiederaufbau sowohl inhaltlich als auch finanziell übernimmt. Seit 28. April liegt die Baugenehmigung durch die Stadt Einbeck vor.  In etwa einem Jahr soll das Salinen-Gebäude samt stilisiertem 18 Meter hohem Bohrturm wieder stehen. Den Start markierten Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und der Vorsitzende des Kultur-Förderkreises Salzderhelden, Erich Wilde, mit dem Spatenstich im Kreise der Unterstützer. „Das ist ein denkwürdiger Tag für den Ort und die Stadt Einbeck“, sagte Wilde. „Ich bin dem Kultur-Förderkreis dankbar, dass er das Projekt in die Hand genommen hat“, würdigte Michalek die ehrenamtliche gemeinschaftliche Leistung. „Das ist nicht selbstverständlich.“

Symbolischer Spatenstich (v.l.): Michael Büchting (AKB-Stiftung), Andreas Fillips (Ausschussvorsitzender Bauen und Stadtentwicklung, SPD), Udo Mattern (Ratsherr BlGfE), Erich Wilde (Vorsitzender Kultur-Förderkreis Salzderhelden), Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Petra Bohnsack (stellvertretende Bürgermeisterin, BlGfE), Harald Rode (Kultur- und Denkmalstiftung Landkreis Northeim), Susanne Kosiolek-Sakuth (Ortsrat, SPD), der frühere langjährige Förderkreis-Vorsitzende Karl-Heinz Wessel.

In der Tat ist die gefundene Lösung nicht selbstverständlich und letztlich das Ergebnis nach jahrelangen Diskussionen, bei denen Ende 2023 das gesamte Projekt beinahe gescheitert wäre. Nach dem Brand und dem erklärten politische Willen, den Holzturm wieder aufzubauen, hatte es 2021 einen Architektenwettbewerb für den Wiederaufbau der Saline gegeben. Der Siegerentwurf einer beleuchteten Stahlkonstruktion stieß bei vielen auf wenig Gegenliebe, fand aber zunächst eine politische Mehrheit. Parallel zu den Debatten explodierten die Kosten auf zuletzt mehr als 650.000 Euro, die der Stadtrat am Ende nicht mehr tragen wollte. Es gab den Salinen-Deckel. Und wie gesagt beinahe das Aus, bis der Kultur-Förderkreis ins Rennen ging.

Von der ausgezahlten Versicherungssumme, die mit 293.000 Euro veranschlagt war, standen nach den langen Diskussionen nur noch rund 190.000 Euro zur Verfügung. Wettbewerb, Planungen und Gutachten sowie die wegen der langen Verzögerung nicht ausgezahlte Mehrwertsteuer hatten rund 100 000 Euro verschlungen.

Jetzt sind rund 465.000 Euro für den Wiederaufbau des Gebäudes veranschlagt. Rund 40.000 Euro bringt der Förderverein über Eigenleistungen ein, vor allem durch Ingenieurleistungen. Vereinsvorsitzender Erich Wilde ist Diplom-Ingenieur. Die Stadt Einbeck zahlt zur Versicherungssumme von 193.000 Euro noch weitere 100.000 Euro; das Geld ist Bestandteil des 1. Nachtragshaushalts 2024. Rund 30.000 Euro stammen aus dem Budget des Ortsrates Salzderhelden. Von der Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises kommen 48.000 Euro, von der AKB-Stiftung 56.000 Euro. Für eine Restaurierung der beschädigten Fördertechnik, die weitere 70.000 Euro kosten wird, wirbt der Verein zurzeit Spenden ein.

„Respekt und herzlichen Dank, dass sie den Mut aufbringen“, sagte Harald Rode von der Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim. „Wir freuen uns, dass wir mit vereinten Kräften in diesem Jahr loslegen können“, sagte Michael Büchting von der AKB-Stiftung und signalisierte weiteres Engagement. Kultur-Förderkreis-Vorsitzender Erich Wilde dankte den beiden Stiftungen, die ihre Förderung zugesichert hatten, wenn noch in 2024 mit dem Aufbau begonnen werde. Dieses „sanfte Druckmittel“, so Wilde, habe auch gegenüber der Politik geholfen, die jetzt gefundene Lösung zu finden. Vorbereitende Arbeiten haben begonnen, beispielsweise die freigelegten Fundamente der früheren Saline. Der Entwurf, der nun realisiert wird, ist vom Einbecker Bauamt mit Beteiligung des Kultur-Förderkreises entwickelt worden. Er orientiert sich an der ursprünglichen Holzkonstruktion. Nur das Betriebsgebäude hat einen etwas größeren Grundriss, um ausreichend Raum für spätere Präsentation der Technik, einen Siedeofen und die Besucher zu haben. Die freigelegten Fundamente werden man wahrscheinlich nutzen können, sagte Wilde beim Spatenstich-Termin. Der von der Stadt eingeschaltete Baugrundgutachter habe eine zwei Meter tiefe Ausschachtung empfohlen, die nicht notwendig sei.

Die Reste der Fundamente des abgebrannten Salinenturms wurden vom Verein bereits freigelegt.
So soll der Salinenturm wieder aussehen. (c) Kultur-Förderkreis Salzderhelden
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