Ab Mai sollen Trauungen auf der Heldenburg möglich werden

Ab Mai dieses Jahres soll es auf der Heldenburg in Salzderhelden Trauungen unter freiem Himmel geben. Das hat der Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales einstimmig beschlossen. Die SPD-Fraktion hatte im vergangenen Jahr Eheschließungen unter freiem Himmel beantragt und dabei vor allem den Stiftsgarten als Ort des Ringetausches im Blick. Dagegen hatte es jetzt im Fachausschuss vor allem rechtliche Bedenken gegeben. Nachfragen nach Trauungen unter freiem Himmel oder anderen Trauorten würden gegenüber dem Standesamt Einbeck nur sporadisch geäußert, erklärte Standesbeamter Lars Engelke zudem.

Burgkapelle der Heldenburg. Archivfoto

Der Förderverein Heldenburg hatte im Dezember den SPD-Antrag mit einem Schreiben unterstützt und die Burgruine als Kulisse für Trauungen angeboten. Besonders die Burgkapelle eigne sich für Trauungen hervorragend, schreibt Förderverein-Vorsitzender Dirk Heitmüller, der auch SPD-Ratsherr ist. Über der Burgkapelle könne ein Sonnensegel gespannt werden, das kleine Regenschauer abhalten könnte; mittelfristig soll sie ein Dach erhalten. Im Burgkeller sei ein Sektempfang möglich. Sanitäreinrichtungen seien auf der Heldenburg vorhanden, auch die Gaststätte Burgschänke könnte eingebunden werden, schreibt Dirk Heitmüller als Vorsitzender des Förderverein Heldenburg. Das Standesamt Einbeck sei seit längerem mit dem Vorsitzenden des Fördervereins der Heldenburg in Salzderhelden in Vorplanung, dort einen Trauort zu schaffen, der dem Wunsch der Brautpaare nach einem besonderen Trauort und einer Trauung unter freiem Himmel gleichsam erfülle, erklärte Standesbeamter Lars Engelke.

Für die Trauung gilt nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz der Grundsatz der so genannten Beteiligtenöffentlichkeit. Diese besagt, dass nur die Beteiligten und deren Gäste zur Trauung zugelassen sind, unbeteiligten Zuschauern ist der Zutritt zur Eheschließung zu verwehren. Auch aus Gründen des Datenschutzes (Traurede mit persönlichen Informationen des Brautpaares, Vorlesen der Niederschrift zur Eheschließung mit den persönlichen Daten der Beteiligten) sollte ein Zuhören/Zuschauen von Unbeteiligten unterbunden werden, erläuterte Engelke.

Der Stiftsgarten ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich und auch frei einsehbar. Die Trauzeremonie wäre demnach nicht frei von fremden Zuhörern/Zuschauern. „Der Stiftsgarten ermöglicht es nicht, für den Standesbeamten seine Amtshandlung in ordnungsgemäßer Form vorzunehmen“, erklärte Engelke in der Verwaltungsvorlage für den Ausschuss. Dort sei ebenso durch den angrenzenden Straßenverkehr mit einer dauerhaften Lärmbelästigung während der Trauung zu rechnen.

Das Standesamt Einbeck weiß laut Engelke um die Bedeutung von besonderen Trauorten und Trauungen für Brautpaare. Man habe dies in den vergangenen 20 Jahren auch mehrfach unter Beweis gestellt, durch Trauungen am Wochenende als erstes Standesamt der Region, die Hochzeitsnacht als erstes Standesamt in Niedersachsen; es biete als besonderen Trauort den PS-Speicher sowie das Museum in der Domäne im Flecken Greene an.

Das Standesamt kann keine zusätzliche Gebühr für die Trauung an einem Trauort außerhalb des Dienstsitzes des Standesamts erheben. Die niedersächsische allgemeine Gebührenordnung erlaube eine zusätzliche Gebühr nur bei Trauungen außerhalb der üblichen Dienstzeiten, erläuterte Lars Engelke.

Heldenburg in Salzderhelden. Archivfoto

Ein politischer Rückkehrer

Angeblich war der Ort ja reiner Zufall, die politische Symbolik aber war an diesem Spätsommertag unübersehbar. Die FDP stellte ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl auf dem Dohrenberg vor, mit Panoramablick auf Heldenburg, Salzderhelden und auch Einbeck. Und als Dr. Claudius Weisensee dann auch noch von der FDP-Vorsitzenden Dr. Marion Villmar-Doebeling ein Blumenbukett mit einer großen Sonnenblume überreicht bekam und man weiß, dass der Naturerlebnisraum Dohrenberg ein Herzensprojekt von GfE-Grandseigneur Albert Thormann ist und Weisensee bei ihm anschließend zur Weinprobe war, dann ist das politische Angebot des FDP-Kandidaten an die Grünen und “Gemeinsam für Einbeck” offenkundig. Die Parteien wollen über ihre Unterstützung in den nächsten Tagen entscheiden.

Claudius Weisensee mit Verlobter Adriana Rodrigues und den symbolträchtigen Blumen.

Seine Kandidatur hat frischen Wind in die beginnende Positionierung der Bewerber um das Bürgermeisteramt in Einbeck gebracht, ohne Zweifel. Die FDP sieht in Claudius Weisensee einen politischen Rückkehrer, der nach ersten beruflichen Erfahrungen andernorts nun wieder in seine Heimatstadt kommt, in der er aufgewachsen ist, auch politisch. Und der nach einem politischen Ausflug zur SPD (“Das war nicht die beste Idee meines Lebens”) nun wieder zurückkehrt und bei der FDP Politik machen möchte, wie schon in den vergangenen 24 Jahren. Er habe sich im Februar massiv geärgert, dass Lindner, Kubicki & Co. die Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) mit Stimmen der AfD nicht sofort verdammten. Spontan ist Weisensee deshalb damals bei den Freien Demokraten ausgetreten. Weil er sich schon immer als sozialliberal sieht und auch familiär eher sozialdemokratisch geprägt war, wurde Weisensee Mitglied bei der SPD. Er sei dort in Karlsruhe freundlich aufgenommen worden, habe aber schnell gemerkt, dass seine politische Heimat doch die FDP sei und sei wieder bei den Sozialdemokraten ausgetreten. In den nächsten Tagen ist der 40-Jährige dann zurück bei den Freien Demokraten.

Die Einbecker FDP-Mitglieder entscheiden über die Kandidatur formal am kommenden Freitag. Eine breite Zustimmung gilt jedoch als ausgemacht: Die FDP geht mit Dr. Claudius Weisensee ins Rennen, der Vorstand hat den 40-Jährigen schließlich als einzigen vorgeschlagen. Neben Amtsinhaberin Dr. Sabine Michalek (CDU) tritt bislang Dirk Heitmüller (SPD) bei der Direktwahl an. Bei beiden hatte die FDP überlegt, diese zu unterstützen, und sich nach den Gesprächen mit ihnen dann doch für einen eigenen Kandidaten und Dr. Claudius Weisensee entschieden, wie Einbecks FDP-Vorsitzende Dr. Marion Villmar-Doebeling sagte. 

Im Kandidatenfeld könne er eigene Akzente setzen, sagte Weisensee. Er bringe den Blick von Innen und Außen mit. Auch wenn er seit zehn Jahren nicht mehr hier lebe, sondern jetzt im fünf Autostunden entfernten Karlsruhe, sei er immer mit einem Auge und Ohr in Einbeck gewesen, „und mit dem Herzen sowieso“, sagte der 40-Jährige. Sein Ziel ist, zunächst in die Stichwahl zu kommen. “Ich möchte Bürgermeister werden”, macht er deutlich, für eine reine Zählkandidatur wäre er nicht zu haben gewesen, als ihn FDP-Kreisvorsitzender Christian Grascha im Juli angerufen hat. „Wir freuen uns, dass Claudius Weisensee zurückkehrt“, sagte Grascha. “Er ist einfach ein guter Typ.” Er kenne ihn seit gemeinsamer Zeit bei den Jungen Liberalen vor 23 Jahren. Und er habe Weisensee nicht nur wegen seiner Verwaltungs- und Fachkompetenz gefragt, sondern weil er ein echtes Angebot für alle Bürger und alle politischen Lager des demokratischen Spektrums sei, mit seiner positiven Art Menschen zusammenführen und sich blockierende parteipolitische Grabenkämpfe beenden könne. Christian Grascha: „Für Einbeck ist seine Kandidatur eine echte Chance.“

Claudius Weisensee hat sein Wahlprogramm selbst geschrieben, möchte den Wahlkampf zu einem Wettbewerb der Ideen machen, wie Einbeck 2030 aussehen soll. “Eine Stadt, 46 Ortschaften, 37 Seiten, 719 Zeilen voller Ideen”, hat der Volljurist sein Programm überschrieben und bereits auf seiner Website hochgeladen.

Sich selbst wählen wird Claudius Weisensee nicht können. Der zurzeit als Oberregierungsrat in der Verwaltung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe arbeitende promovierte Verwaltungsjurist kann bis zur Wahl nicht mehr fristgerecht seinen Wohnsitz nach Einbeck verlegen, um hier selbst seine Stimme bei der Wahl abgeben zu können. Für den Wahlkampf hat der Bundesbeamte sich freimachen können, wird den gesamten Oktober in Einbeck sein, außerdem die zwei Wochen bis zur möglichen Stichwahl am 15. November. Im September werde er, wie schon zuletzt, an den Wochenenden in Einbeck weilen und für sein Ziel kämpfen. Auch wenn der Wahlkampf in Corona-Zeiten anders aussehen wird und viele Online-Angebote auch aus Karlsruhe möglich wären. Als bislang einziger Bürgermeisterkandidat hat Weisensee die Vorstellung seiner Kandidatur live bei Facebook ins Internet übertragen, die komplette Aufzeichnung ist dort weiterhin abrufbar.

„Ich möchte Bürgermeister werden“: Dr. Claudius Weisensee (r.) mit der Einbecker FDP-Vorsitzenden Dr. Marion Villmar-Doebeling und FDP-Kreisvorsitzenden Christian Grascha.

An der bröselnden Heldenburg-Mauer

Er kennt die Heldenburg, natürlich. Thomas Oppermann ist in Edemissen aufgewachsen, dort vier Jahre lang zur Schule gegangen, hat 1975 an der Goetheschule Abitur gemacht. “Hier war ich bestimmt 100 Jahre nicht mehr”, entfuhr es dem Bundestagsvizepräsidenten dann auch eher im übertragenden Sinne, als er von seinem Parteifreund Dirk Heitmüller am Fuße der Burg begrüßt wurde. Es ging um die weitere Sanierung der Heldenburg, die Unterstützung des Bundes, aber natürlich ging es auch um die Bürgermeisterwahl in Einbeck.

Blick auf Salzderhelden: SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller (l.) im Gespräch mit Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD).
Vor der Burg-Kapelle, die ein Dach bekommen soll: Dirk Heitmüller (l.) mit Thomas Oppermann.

Rund 1,5 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren in die Heldenburg fließen, insgesamt in fünf Bauabschnitten. Für den ersten sollen möglichst noch in diesem Jahr die Arbeiten ausgeschrieben werden, hier soll die untere Stützmauer zu den Grundstücken am Heldenberg saniert werden. Bund und Land geben jeweils 175.000 Euro für diese Maßnahme. Oppermann konnte sich in Berlin für die Förderung einsetzen. Nun zeigte ihm Dirk Heitmüller am oberen Mauerteil, wie der Mörtel von den Mauern bröselt. “Die Heldenburg ist eine prägende Anlage, sie ist schon von weitem zu sehen”, sagte Oppermann, das habe er erst jetzt wieder bei der Anfahrt aus Richtung Stöckheim vor Augen gehabt. Die Heldenburg sei von großer Bedeutung, vermittele sie doch das Bewusstsein geschichtlicher Zusammenhänge, sagte der SPD-Politiker mit Wahlkreis in Göttingen. Deshalb sei auch eine Sanierung wichtig.

Beim geschichtlichen Wissen konnte SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller, der auch Vorsitzender des Fördervereins Heldenburg und Ortsbürgermeister in Salzderhelden ist, seinem Gast noch etwas auf die Sprünge helfen: Das Niedersachsen-Ross habe hier seinen Ursprung, berichtete Heitmüller. 1361 hat Herzog Albrecht I. erstmals ein nach links springendes Pferd als Wappensymbol verwendet. Von 1320 bis 1596 diente die Heldenburg der Welfenlinie von Braunschweig-Grubenhagen als Residenz.

Salzderhelden habe nichts mit Helden zu tun, auch das war Thomas Oppermann nicht mehr so präsent. Der Ortsname bedeute so viel wie Salzwerk am steilen Bergabhang, einer “helde”. Natürlich hatte Oppermann von dem zerstörenden Feuer der Saline gehört, erkundigte sich bei Heitmüller nach dem Sachstand von Ermittlungen und Aufbauplänen. Die Saline gehöre zur Identität des Ortes ebenso wie die Heldenburg, sagte Thomas Oppermann.

Schnell noch ein Handy-Foto vom Blick in Richtung Edemissen: Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) auf der Heldenburg.

Als finaler Sanierungsschritt bei der Heldenburg ist ein Dach auf der Burgkapelle geplant, auch dieses Vorhaben erläuterte Heitmüller Oppermann vor Ort und überreichte ihm die Nutzungsstudie und die aktuellste Buchveröffentlichung über die Heldenburg. Schon heute werde die Heldenburg von vielen Gästen besucht, berichtete Heitmüller, der auch selbst in historischem Gewande Führungen anbietet. Ein Dach über der Burgkapelle könne aber die Nutzung noch intensivieren, beispielsweise auch für Hochzeiten. Und eine Nutzung sei für die Anlage am Wichtigsten, um sie erhalten zu können.

Zum Abschluss tauschten sich Heitmüller und Oppermann zur bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Einbeck aus. Der Kandidat schilderte seinen begonnenen Wahlkampf mit intensiven Bereisungen aller Ortschaften. Die Amtsinhaberin habe es ja leider bis heute nicht zu einer einzigen Ortsratssitzung in Salzderhelden geschafft, bedauerte er. Präsenz bei den Menschen sei wichtig, sagt der Kandidat, selbst unter schwierigen aktuellen Corona-Bedingungen, bei denen man den Bürgern ja noch nicht mal einen Kugelschreiber überreichen dürfe, ohne ihn zu desinfizieren. Thomas Oppermann nimmt Einbeck als eine Stadt mit einer guten Mischung zwischen Stadt und ländlicher Gegend wahr, das hätten nicht viele Orte vorzuweisen. Und nicht zuletzt dank PS-Speicher als Stadt auf dem aufsteigenden Ast. “Einbeck gehört zu den Hoffnungsträgern”, sagte der Bundestagsvizepräsident aus Göttingen. Durch die jetzt guten Zugverbindungen könnten Menschen, die in der Unistadt arbeiten, auch in der Umgebung von Einbeck wohnen und pendeln.

SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller wollte die ursprünglich bereits früher geplante Visite Oppermanns zwar am Liebsten als Infobesuch beim Förderverein Heldenburg verstanden wissen, dessen Vorsitzender er ist. Das wird jedoch schwierig, wenn im Gefolge mehr Sozialdemokraten zu sehen sind als Mitglieder des Fördervereinvorstandes.

Der Mörtel an der Mauer bröselt, zeigte Dirk Heitmüller (l.) seinem Besucher Thomas Oppermann.

Die Tour beginnt

Dirk Heitmüller will Bürgermeister in Einbeck werden. Langsam, aber immer deutlicher spürbar beginnt in diesen Sommer-Tagen die Wahlkampf-Tour des SPD-Kandidaten. Zu der gehören in den Wochen bis zum 1. November auch Parteiveranstaltungen, auch die Firmenbesuche bei klassischen Sommertouren. Die sind zwar in Coronazeiten schwieriger und kleinteiliger, aber dennoch gut geeignet, sich in den eigenen Reihen zu positionieren. Heitmüller startet mit einem klug gesetzten Heimspiel: Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion und Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) sind in Salzderhelden zu Gast, dem Ortsteil, in dem Dirk Heitmüller Ortsbürgermeister ist.

Auf dem Hof (v.l.): Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Ingrid Priesmeier, Dirk Heitmüller sowie die Geschäftsführer Dirk Haberzettel und Mario Lambrecht.

Aber nicht die nahe liegende Heldenburg ist Ziel der Kreistagspolitiker. Bewusst ausgesucht hat sich Heitmüller den Fahrzeugbauer Förstermann, direkt an der B3 gelegen. Keine 100 Meter entfernt wohnt der SPD-Bürgermeisterkandidat. Die Wahl fiel auf den Spezialisten aber, weil das Unternehmen mit 13 Mitarbeitern bislang in der Corona-Krise keine Förderung in Anspruch genommen und auch keine Kurzarbeit angemeldet hat. Als Handwerksbetrieb wolle man in Krisenzeiten solidarisch mit den Mitarbeitern sein, sagte Geschäftsführer Mario Lambrecht. Die Schwierigkeiten zeigt ein Blick auf den fast leeren Hof: Wo sonst immer mehrere Lkw in unterschiedlichen Stadien des Fahrzeugaufbaus stehen und auf Vollendung warten, fehlt es im Moment an Fahrgestell-Nachschub von den Herstellern. Förstermann baut vor allem individuelle Aufbauten auf Lkw und Anhänger nach Kundenwunsch, immer in Einzelanfertigung. Zwischen 80 und 100 Fahrzeuge schafft das Team in guten Jahren. Dieses Jahr wird kein gutes.

Die kleine Politiker-Delegation schaut sich in der Halle um. Förstermann, ursprünglich 1926 als Schmiede mitten im Ort gegründet und in den 1970-er Jahren an den heutigen Standort gewechselt, ist zertifizierter Partner von Mercedes und MAN. Dadurch ist der Spezialist, der im Landkreis Northeim und darüber hinaus im Umkreis keine Konkurrenz hat, auf dem technisch neuesten Stand. Mario Lambrecht und sein Geschäftsführer-Kollege Dirk Haberzettel kommen beim Besuch auch schnell darauf, wo ihnen der Schuh drückt. Die Regulierungen und Auflagen seien für einen Betrieb ihrer Größenordnung bald nicht mehr zu leisten, zu viele Schulungen und Zertifikate würden von der Bürokratie gefordert. Dabei sollte man doch eher darauf vertrauen, dass die Karosserie-Fahrzeugbauer und Mechatroniker durch ihre geleistete Qualitätsarbeit genug Zeugnis gegenüber ihren Kunden ablegen. Durch schlanke Verwaltung sei man flexibel und krisenfest.

Besuch bei Fahrzeugbau Förstermann (v.r.): Geschäftsführer Mario Lambrecht, Dirk Heitmüller, Peter Traupe, Ingrid Priesmeier.

Dirk Heitmüller wird Mitglieder des SPD-Kreistagsfraktion im Sommer noch einmal im Stadtgebiet begrüßen: Mitte August lassen die sich den Neubau der Leine-Brücke zwischen Olxheim und Garlebsen erläutern. Und bei einer weiteren traditionellen SPD-Sommertour war der Bürgermeisterkandidat dabei, die in diesem Jahr durch Corona-Auflagen und kleine Gruppen auch eher zur parteiinternen Veranstaltungsreihe ohne große Bürgerbeteiligung wird: Der SPD-Projektsommer der Kernstadt-SPD startete im Märchenwald. Bis Ende August stehen hier noch Visiten im Zirkus Charles Knie, bei Stadtwerken und im Schwimmbad sowie in der umgesiedelten Weinhandung Jörns auf dem Programm. Und die Heldenburg.

Politische Unterstützung für Salinen-Ersatzbau

Die Kommunalpolitik hat ihre Unterstützung für einen Ersatzbau des bei einem Feuer komplett zerstörten Salinenturms in Salzderhelden signalisiert. Einstimmig hat der Kulturausschuss heute in einem Dringlichkeitsantrag beschlossen, die Verwaltung mit entsprechenden Weichenstellungen zu beauftragen, mit dem Kultur-Förderkreis zusammenzuarbeiten, Fördermittel zu suchen und das Thema wieder im Ausschuss auf die Tagesordnung zu setzen, sobald politische Entscheidungen zu treffen sind. “Wir würden den Akteuren Mut machen”, hatte Heidrun Hoffmann-Taufall (CDU) den Antrag ihrer Fraktion begründet.

Wie Baudirektor Joachim Mertens nach einem Ortstermin mit der Versicherung berichtete, ist die Brandruine weiterhin polizeilich beschlagnahmt und werde nach Freigabe auch für weitere Untersuchungen der Versicherung zunächst abgesperrt bleiben. Das Denkmal Salinenturm ist laut Mertens vollständig vernichtet. Die Versicherung habe heute angekündigt, den Zeitwert zu ersetzen. Dieser werde nun von zwei Sachverständigen ermittelt, mit einem Ergebnis sei in etwa vier Wochen zu rechnen. Das Gelände der Saline gehört der Stadt Einbeck und ist an den Kultur-Förderkreis Salzderhelden verpachtet.

Der Kultur-Förderkreis sei noch immer sprachlos über das Schicksal des Salinenturms, dessen aus dem Jahr 1884 stammende Technik erst 2011 wieder gangbar gemacht worden sei, sagte Vorsitzender Karl-Heinz Wessel im Kulturausschuss. “Unsere viele Arbeit und ein Wahrzeichen sind nicht mehr da.” Der Kultur-Förderkreis hoffe auf die Brandversicherung, um mit dieser Hilfe ein neues Gebäude für die alte, nicht vernichtete Technik errichten zu können. “Wir engagieren uns weiter”, machte Wessel deutlich. Ein Spendenkonto werde außerdem eingerichtet.

“Salzderhelden hält zusammen”, sagte Kulturausschussmitglied und Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller (SPD), der auch Bürgermeisterkandidat seiner Partei ist. Er freue sich, dass die CDU das Thema für sich entdeckt habe. Der Ortsrat sei bereits ebenfalls vor Ort gewesen und aktiv. Die CDU hatte bereits am Mittwoch Abend in einer Pressemitteilung eine politische Initiative zu dem Thema Salinenturm-Neubau “im Konsens mit den anderen Fraktionen und Parteien” angekündigt und inklusive Foto mitgeteilt, dass man sich vor Ort ein Bild vom Ausmaß des Schadens gemacht habe. In Sachen Fördermittel-Einwerbung habe man bereits Kontakt zur Bürgermeisterin und zum Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne (CDU) aufgenommen, heißt es in der Presseinfo.

Mitglieder der CDU und der Ratsfraktion an der Brandruine des Salinenturms in Salzderhelden. Foto: CDU Einbeck
Die Brandruine des Salinenturms in Salzderhelden, aufgenommen am 5. Juli.

Strategie-Streit erreicht Ortsräte

Das sind die Handlungsfelder, über die zurzeit diskutiert wird. Jeder Bürger kann übrigens am 18. August von 10 bis 13 Uhr in der Sparkassenpassage seine Meinung zum Entwurf der Gesamtstrategie sagen und zu Protokoll geben. Foto: Stadt Einbeck

Der Streit über die künftige Strategie der Stadt Einbeck zwischen SPD und allen anderen Stadtratsfraktionen hat eine neue Ebene erreicht: Eine Einladung aus dem Rathaus zu dem am 17. August stattfindenden “Ortschaftsdialog im Rahmen der Zukunftswerkstatt ‘Strategie Einbeck'” heute hat Salzderheldens Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller (SPD) mit einer als offenen Brief gekennzeichneten E-Mail an die Bürgermeisterin, alle anderen Ortsbürgermeister und die Medien beantwortet. Eine Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Opperhausens Ortsbürgermeisterin Beatrix Tappe-Rostalski (CDU), wie Heitmüller auch Mitglied des Stadtrates, drückte bei der E-Mail auf “Allen antworten” an den großen Ortsratsverteiler. Dirk Heitmüller möchte das Thema Strategie in jedem Ortsrat behandelt sehen, nicht in einer separaten Veranstaltung für alle Ortsräte. “Zu Themen wie Leitbild und Nachtabschaltung hat es jeweils eine Beteiligung der Ortsräte gegeben. Wenn eine Strategie für die Stadt Einbeck auf den Weg gebracht wird, dann kann das nicht ohne die 46 Ortsräte erfolgen.” (Heitmüller meint sicherlich 46 Ortschaften, es gibt 25 Ortsräte) Für Salzderhelden soll das am 27. August in der nächsten Ortsratssitzung im Flecken erfolgen, für die Sitzung beantragte Heitmüller einen eigenen Tagesordnungspunkt “zu der von der Verwaltung und den mehrheitlichen Ratsfraktionen als sehr wichtig eingestuften Strategie”. Die SPD ist bekanntlich gegen die bisherige Art und Weise des Strategieprozesses und möchte unter anderem die Thematik in den gewählten Gremien der Stadt behandelt sehen. “Für einen der größten Ortsräte aus dem Stadtgebiet möchte ich abgebildet haben, in wieweit die Ortsteile der Stadt Einbeck in der Strategie Beachtung finden? Welche Auswirkungen hat eine Verabschiedung der Strategie in der September-Ratssitzung für die Ortsräte? Welche Vorteile sind zu erwarten? Finden Themen wie Daseinsvorsorge, Bevölkerungsverlust, Mobilität genügend Beachtung?”, schreibt der Salzderheldener Ortsbürgermeister in seiner offenen E-Mail an die Bürgermeisterin und zählt außerdem weitere wichtige Zukunftsaufgaben in den Dörfern auf. “Ich denke, auch für die anderen Ortsräte zu sprechen, wenn ich diese Art der demokratischen Mitgestaltung wünsche.” Das ärgerte Beatrix Tappe-Rostalski, wie sie in ihrer Antwort deutlich erkennen lässt. “Der Ortsrat Opperhausen spricht immer noch für sich! Wir werden in den Dialog einsteigen…denn das ist genau die demokratische Mitgestaltung, die wir uns wünschen.” Was Heitmüller schreibe, sei vermessen. Viele der von Heitmüller aufgezählten Punkte seien in den strategischen Oberzielen schon abgebildet. Der Termin am 17. August sei keine Infoveranstaltung, sondern eine Dialog-Veranstaltung, also Rede und Gegenrede, der Austausch von Fragen und Antworten, eine wechselseitige Kommunikation. Im Übrigen sei im laufenden Strategieprozess nichts in Stein gemeißelt. Tappe-Rostalski: “Strategische Steuerung ist ein fortlaufender Prozess…” Von der mit dem offenen E-Mail-Brief angesprochenen Bürgermeisterin ist heute nur eine indirekte Reaktion auf die Heitmüller-Mail und die Antwort Tappe-Rostalskis bekannt geworden: sie hat die Medien zu einem Pressegespräch zum Thema “Strategie Einbeck” eingeladen.

Finale für die Stützmauer

Die abschließenden Bauarbeiten für die Zufahrt zur Heldenburg in Salzderhelden haben begonnen.

Die abschließenden Bauarbeiten für die neue Stützmauer der Heldenburg-Zufahrt in Salzderhelden haben begonnen. Bis Ende Juli soll das Teilstück gebaut sein; Ende 2016 war der erste Abschnitt termingerecht abgeschlossen worden. Mit Abschluss der Arbeiten des zweiten Bauabschnitts ist dann die Gesamtbaumaßnahme für die 2015 eingestürzte Stützwand insgesamt fertiggestellt, wie die Stadt Einbeck mitteilt. Im vergangenen Jahr musste die Stadt die Ausschreibung ohne Vergabe der Arbeiten beenden, weil die eingegangenen zwei Angebote deutlich über dem kalkulierten Budget lagen. Jetzt wird die bisherige, provisorische Absturzsicherung zurückgebaut und die eigentliche Stahlbetonstützwand in einer Dicke von circa 40 Zentimetern hergestellt. Außerdem wird auf einer Länge von zehn Metern ein Teil der im unteren Zufahrtsbereich zur Heldenburg befindlichen Natursteinmauer abgerissen, damit die Zufahrt weiter wird und besser befahren werden kann. Der entstehende Geländesprung soll künftig mit einer Gabionenwand abgesichert werden. Außerdem wird die Fahrbahn von der Einbecker Straße bis auf die Höhe Parkplatz der Burgschänke auf die künftige Verkehrsbelastung abgestimmt mit Asphalt versehen, Nebenflächen teilweise gepflastert. Durch die Stadtwerke und die Stadtentwässerung Einbeck werden parallel dazu Ver- und Entsorgungsleitungen umverlegt oder neu verlegt. Dann wird auch zusätzlich eine trockene Steigleitung für Feuerlöschzwecke gelegt.

Die Zufahrt zur Burganlage und zur Burgschänke ist laut Stadt während des zweiten Bauabschnitts weitestgehend für den Fahrzeugverkehr nutzbar. Jedoch ist für die Dauer der Leitungsverlegungen eine Vollsperrung von drei Wochen erforderlich; wann diese sein wird, ist noch nicht bekannt. In der Ortsdurchfahrt Einbecker Straße wird die Straße halbseitig gesperrt und mit einer Ampel geregelt. Die Salinen- und die Bäckerstraße wurden durch eine Verkehrsabsperrung getrennt und jeweils zu Sackgassen umgeändert.

Nachtrag 26.04.2018: Da es von Anliegern und von Bewohnern Salzderheldens immer wieder Nachfragen gab, teilte heute das Straßen-und Grünflächenmanagement mit: “Im Rahmen der Bauarbeiten für die Ausführung des zweiten Bauabschnitts der Stützwand in Salzderhelden sind in den vergangenen Tagen unter anderem Stemmarbeiten an der im ersten Bauabschnitt hergestellten Betonwand durchgeführt worden. Hierbei handelte es sich um den Rückbau eines provisorisch hergestellten Betonbalkens, der seinerzeit zusätzlich an die neu hergestellte Betonwand auf einer Länge von circa 11 Meter angebracht worden ist. Das Provisorium war zwingend erforderlich, um eine Fahrbahnverbreiterung an einer Engstelle im unteren Abschnitt der Zufahrt zur Heldenburg zu erhalten. Nur so konnte gewährleistet werden, dass für die Übergangsphase zwischen dem 1. und 2. Bauabschnitt (Zeitraum 2017/2018) eine einwandfreie Befahrbarkeit der Zufahrt für Rettungs- und Einsatzkräfte sowie den Schwerlastverkehr zur Heldenburg und zum Gasthaus Burgschänke  gewährleistet werden konnte.”

Die Einbecker Straße wird während der Bauphase halbseitig gesperrt und mit einer Ampel geregelt.

Heldenburg-Zufahrt wird erst 2018 fertig

Stützmauer für die Zufahrt zu Heldenburg und Burgschänke in Salzderhelden.

Weil die die Angebote für den zweiten Bauabschnitt für die Zufahrt zur Heldenburg in Salzderhelden erheblich über den veranschlagten Kosten lagen, verzögert sich die Fertigstellung. Wie die Stadtverwaltung mitteilt (PM_Salzderhelden_31052017), lässt sie den Zeitplan durch das beauftragte Ingenieurbüro jetzt überarbeiten und führt im Winter 2017/2018 ein neues Vergabeverfahren durch. Die Zufahrt zur Heldenburg und zur Burgschänke sei aber weiterhin problemlos möglich und gewährleistet, betont Bauamtsleiter Frithjof Look in einer Pressemitteilung von gestern Abend. Die Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt waren Ende 2016 termingerecht fertiggestellt worden. Planmäßig wurde im Frühjahr der zweite Bauabschnitt öffentlich ausgeschrieben. Bei der am 23. Mai stattgefundenen Submission haben sich insgesamt zwei Firmen beteiligt, informiert Look. “Die eingegangenen Angebote haben die für den zweiten Bauabschnitt veranschlagten Kosten erheblich übertroffen, sodass die Finanzierung der Maßnahme nicht mehr gesichert ist und eine Auftragsvergabe daher nicht durchgeführt werden kann.” Um wie viel höher dien Angebote lagen, sagte Look nicht. Die Kostenschätzung der Stadtverwaltung und des Ingenieurbüros seien sorgfältig gewesen. Gleichwohl zeige bereits die geringe Beteiligung von Firmen an der Ausschreibung, dass diese aufgrund der konjunkturellen Lage volle Auftragsbücher haben, erklärte der Bauamtsleiter. In Abstimmung mit dem Land Niedersachsen (50-prozentiger Kostenträger der Baumaßnahme) sowie dem Rechnungsprüfungsamt des Landkreise Northeim wird das förmliche Vergabeverfahren aufgehoben, da die Angebote unangemessen hohe Preise enthalten und somit den Ausschreibungsbedingen nicht entsprechen.

Nachtrag 02.06.2017: Die Sanierungsarbeiten an einem beschädigten anderen Teilstück der Stützmauer in Salzderhelden, nämlich im Bereich Heldenberger Straße, sind laut Mitteilung der Stadt Einbeck (PM_Salzderhelden_01062017) abgeschlossen, die Gefahr ist beseitigt. Die seit Ende Dezember 2016 teilweise gesperrte Heldenberger Straße ist ab sofort wieder für den Verkehr frei.

Salzderheldener Stahlbeton-Stützkonstruktion

(c) fb Frank Bertram

Armin Hinkelmann, Thomas Kreykenbohm, Bernd Grundmann, Frithjof Look, Willi Teutsch, Alexander Schneider, Heinz-Hermann Wolper, Carola Schneider, Dirk Heitmüller.

Die Salzderheldener Heldenburg und die “Burgschänke” sind wieder für Pkw- und Schwerlastverkehr erreichbar, der erste Bauabschnitt der neuen Stützmauer für die Zufahrt ist nach einer Bauzeit von 13 Wochen termingerecht fertiggestellt worden. Ein Teil der Stützmauer war im Oktober 2015 aus weiterhin unbekannten Gründen eingestürzt, die Zufahrtböschung weggerutscht. Über die Art der dauerhaften Erneuerung war zwischenzeitlich diskutiert worden, nachdem Notmaßnahmen ergriffen worden waren. Letztlich haben sich die Stadt Einbeck und das Land Niedersachsen, deren gemeinsame Baumaßnahme das ist, für eine Stahlbeton-Stützkonstruktion entschieden. Die Kosten blieben bislang im Rahmen von 230.000 Euro für den ersten Bauabschnitt, die Summe teilen sich Stadt und Land. Nach der Winterpause soll die Erneuerung der Stützmauer dann bis Oktober 2017 abgeschlossen werden. Eigentümer Armin Hinkelmann, “Burgschänke”-Pächter Carola und Alexander Schneider sowie Salzderheldens Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller bedankten sich bei der Stadtverwaltung für eine zugesagte, planmäßige Umsetzung. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft ist die Zufahrt zur Gastronomie jetzt wieder ohne (Tonnagen-) Einschränkungen für Besucher-Pkw frei. Auch die Teilsanierung der Heldenburg (Zugangstreppe, Mauern, Turm), die unterbrochen werden musste, kann jetzt wieder fortgesetzt werden.

Im ersten Bauabschnitt wurden die provisorisch eingebauten Gabionen schrittweise entfernt, die Böschung wurde mit sieben bis acht Meter langen Verpresspfählen und bewehrtem Spritzbeton gesichert. Der zweite Bauabschnitt sieht 2017 vor, nachdem die provisorische Absturzsicherung entfernt worden ist, die eigentliche Stahlbetonwand als Stützmauer in einer Dicke von 40 Zentimeter herzustellen. Die Betonoberfläche wird aus ästhetischen Gründen farblich an das bestehende Teilstück der verbliebenen Natursteinmauer angepasst. Außerdem sollen Versorgungsleitungen erneuert und eine trockene Steigleitung für Feuerlöschzwecke innerhalb der Zufahrt verlegt werden. Ein zehn Meter langes Teilstück der Natursteinmauer wird abgerissen, um eine breitere Zufahrt über die gesamte Länge möglich zu machen. Die Zufahrt wird komplett asphaltiert. Der Ortsrat Salzderhelden überlegt, ob er aus eigenen Mitteln im nächsten Jahr im Zuge der ohnehin stattfindenden Bauarbeiten den Parkplatz der Burg und der “Burgschänke” auf dem Burgplatz erneuern lässt.

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Salzderheldener Stützmauer: Sanierung startet

Die Ampel steht, die Bauarbeiten haben begonnen.

Die Ampel steht, die Bauarbeiten zu Füßen der Heldenburg haben begonnen.

Die Baustelle ist eingerichtet, es kann losgehen, zu Füßen der Heldenburg und der “Burgschänke” in Salzderhelden regelt jetzt auf der Einbecker Straße eine Ampel den Verkehr für eine Fahrspur. Bis Ende November soll nach einer Mitteilung der Stadt Einbeck der erste Teil der Stützmauer-Sanierung erledigt werden; der Rest folgt im nächsten Jahr. Ein Teil der Mauer für die Zufahrt war im Oktober vergangenen Jahres unvermittelt eingestürzt (warum ist bislang noch nicht kommuniziert worden, zumindest nicht öffentlich), seitdem stützen Gabionen die Zuwegung zu Burg und “Burgschänke”. Über die Art und Weise, wie die Sanierung erfolgen soll, wurde ausführlich diskutiert. Als künftige Stützkonstruktion ist nun eine Stahlbetonwand mit Rückverankerung vorgesehen.

Laut Bauamtsleiter Frithjof Look sind bislang Kosten in Höhe von rund 330.000 Euro entstanden. Dazu zählen die Sicherungs- und Aufräumarbeiten beim Einsturz, das Bodengutachten nebst Laboruntersuchungen des Erdbefundes, die Ingenieurleistungen und die aktuellen Baumaßnahmen. Die Kosten werden je zur Hälfte vom Land Niedersachsen (Eigentümerin der Burg) und von der Stadt Einbeck getragen.

Beim ersten Bauabschnitt werden die an der Einsturzstelle provisorisch eingebauten Gabionen schrittweise zurück gebaut. Die Böschung wird zwischenzeitlich durch Verpresspfähle sowie mit bewehrtem Spritzbeton gesichert. Der dadurch entstehende Baugruben- und Böschungsbereich wird anschließend mit unbewehrtem Beton aufgefüllt und ebenfalls an die
Verpresspfähle angehängt. Die eigentliche Stahlbetonwand folgt im zweiten Bauabschnitt (Mai/Juni bis Juli/August 2017). Zwischen den Bauabschnitten werden die Arbeiten an der Heldenburg durch das Land Niedersachsen weitergeführt, teilt die Stadt Einbeck mit. Diese Arbeiten mussten zwischenzeitlich ruhen.

Pkw können die Zufahrt zur Burg und zur “Burgschänke“ während des ersten Bauabschnitts weitestgehend nutzen. Danach kann auch wieder der Schwerverkehr die Zufahrt befahren. In der Ortsdurchfahrt Einbecker Straße (K 524) wird der Verkehr im Baustellenabschnitt unter halbseitiger Sperrung mit einer Ampel geführt. Die Salinen- und Bäckerstraße wird durch eine Absperrung getrennt und jeweils zur Sackgasse gemacht, sodass Schleichverkehre verhindert werden. Diese waren von Anliegern bei den Sicherungsbauarbeiten im vergangenen Herbst kritisiert worden.

Gabionen sichern bislang die Zufahrt, nachdem ein Teil der Stützmauer aus bislang ungeklärter Ursache im Oktober 2015 eingestürzt war.

Eine Gabionen-Mauer sichert bislang die Zufahrt, nachdem ein Teil der Stützmauer für die Zufahrt zur Heldenburg in Salzderhelden aus bislang ungeklärter Ursache im Oktober 2015 eingestürzt war.