Kontinuität und Stabilität an der Kreishaus-Spitze

Foto: Landkreis Northeim

Der Landkreis Northeim bekommt zwei weitere, jeweils auf acht Jahre gewählte Wahlbeamte neben der Landrätin und dem Ersten Kreisrat. Das hat der Kreistag einstimmig entschieden. Dafür musste die Hauptsatzung geändert, von einer öffentlichen Stellenausschreibung abgesehen und ein Nachtragsstellenplan verabschiedet werden. Der Kreistag wählte Harald Rode (59), den aktuellen Leiter des Dezernats III „Jugend und Soziales“, zum Kreisrat, ebenso wie Walter Müller (46) ab dem 1. August. Er ist derzeit seit vier Jahren Verwaltungsdirektor des Maßregelvollzugszentrums Niedersachsen, war nach 16 Jahren in der Kreisverwaltung von 2018 bis 2021 Referatsleiter „Zentrale Dienste und Finanzen“ beim Landkreis Northeim. Weil im nächsten Jahr die Position der Landrätin neu gewählt wird und der seit 2018 amtierende Erste Kreisrat Jörg Richert (58) Ende Juli in den Ruhestand geht, hat der Kreistag die Spitzenpersonalien beschlossen.

Vertreter aller Fraktionen unterstützten ausdrücklich den Schritt, mit den zwei neuen Wahlbeamtenstellen Kompetenz, Wissen und Erfahrung in der Kreisverwaltung zu sichern. Zuletzt waren erst in diesem Jahr zwei von vier Dezernatsleitungen neu zu besetzen gewesen, wobei sich die Besetzungsverfahren teilweise als herausfordernd erwiesen hatten, so die Kreisverwaltung. Karen Pollok (Grüne) lobte vor allem die transparente Lösung, mit den Personalien für Stabilität zu sorgen, das sei eben gerade kein Geklüngel, wie einige schon kritisiert hätten.

Harald Rode dankte für die Wahl, die er als enormen Vertrauensbeweis wertet. „Ich bin als Urgestein bezeichnet worden, und ich werde hier gerne noch weitermachen“, sagte Rode. Er sei mit dem Landkreis Northeim als Region und Organisation tief verbunden, dankte Walter Müller für das Wahlergebnis. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit und eine Ehre, angesichts der Herausforderungen hier Verantwortung übernehmen zu dürfen“, sagte Müller.

Sie habe seit 2016 mit beiden neuen Kreisräten vertrauensvoll zusammengearbeitet, sagte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (62). Sie habe bewusst auf ihre Möglichkeit verzichtet, zum 1. August für die letzten Monate ihrer Amtszeit noch einen neuen Ersten Kreisrat vorzuschlagen. „Meine Nachfolge soll denjenigen, mit dem er oder sie eng zusammenarbeitet, selbst auswählen können“, begründete die Landrätin, die im September nicht wieder kandidiert. Sie sehe beide jetzt gewählten Männer auch künftig gut auf der Position des Ersten Kreisrates, sie seien jedenfalls in einer „Pole Position“. Ob es so komme, werde aber in der nächsten Wahlperiode ihre Nachfolge und der Kreistag entscheiden, sagte Klinkert-Kittel.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel mit den beiden neuen Kreisräten Harald Rode und Walter Müller.
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Frauke Heiligenstadt (Kreistagsvorsitzende), Walter Müller (neuer Kreisrat und Leiter Dezernat II ab 1. August 2026), Harald Rode (neuer Kreisrat und Leiter des Dezernat III), Astrid Klinkert-Kittel (Landrätin). Foto: Landkreis Northeim