Einbecker Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Bild und im historischen Zusammenhang zeigen

(c) Foto: Frank Bertram

Eine Zeittafel, die Verknüpfungen zwischen den Einbecker Bürgermeistern seit 1844 und dem jeweiligen Zeitgeschehen ihrer Amtszeit zeigt, ist nun im Vorraum des Bürgermeisters im Neuen Rathaus enthüllt worden. Eine Kopie der Wandtafel wird auch im Stadtmuseum zu sehen sein. Der aktuelle Führungswechsel in der Verwaltungsleitung ist der Anlass, die veränderte Portraitgalerie der Bürgermeister jetzt zu zeigen, Bürgermeister René Kopka und Amtsvorgängerin Dr. Sabine Michalek zogen gemeinsam das Tuch von der Tafel. Die Initiative zu der Veränderung mit mehr historischer Einordnung geht von dem gebürtigen Einbecker Manfred Pohl (Springe) aus, der Ende 2020 vor einem Termin bei der Bürgermeisterin im Vorraum wartete und die Bildergalerie betrachtete.

Besonders, dass der von den Nationalsozialisten 1933 aus dem Amt gedrängte, abgesetzte und verfolgte Bürgermeister Dr. Hans Oehlmann (1920-1933) und Otto Hillebrecht (1933-1945), der von den Nazis ins Amt gebrachte Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, mit ihren Portraits kommentarlos nebeneinander hingen, stieß Manfred Pohl auf, und er regte eine Veränderung und mehr historischen Kontext zu den Fotos an. 2002 war die Bildergalerie vom damaligen Bürgermeister Martin Wehner im Neuen Rathaus eröffnet worden. Der Impuls sei damals von den Angehörigen der ehemaligen Bürgermeister gekommen, eine solche Portraitreihe aller Bürgermeister zu zeigen. Damals sei das lange diskutiert worden, ob Nazi-Bürgermeister gezeigt werden sollten, berichtete Fachbereichsleiter Marco Heckhoff, der die neue Zeittafel verfasst hat. Martin Wehner habe damals gesagt: „Wir haben die Zeit von 1933 bis 1945 nicht ausgeblendet, man muss sich mit dieser Zeit auseinandersetzen, man darf sie nicht totschweigen.“ Das sei ein richtiger Ansatz gewesen, sagte Heckhoff. Der Historiker hat nun die Portraitfotos der Bürgermeister seit 1844 in die Geschichte ihrer Zeit eingebettet. Unten auf der Tafel ist als Fundament das politische System genannt und farblich markiert (Königreich, Diktatur, Militärregierung, parlamentarische Demokratie), in dem die jeweiligen Bürgermeister gewirkt haben, oben werden besondere Ereignisse der Amtszeiten zu den jeweiligen Bürgermeisterfotos gezeigt, die Portraits in dazu passenden Farben gerahmt, so dass die Betrachter schnell erkennen können, in welcher Zeit wer als Bürgermeister agiert hat. Natürlich habe man bei den Themen eine Auswahl treffen müssen, nicht alle Ereignisse habe man erwähnen können, sagte Heckhoff. Auch die drei Stadtdirektoren der Doppelstruktur (Heinrich Keim, Georg Lampe, Bernd Röll) sind genannt und eingeordnet. Gestaltet wurde die Tafel von der Einbecker Grafikerin Jennifer Reinhardt.

(c) Foto: Frank Bertram
Fachbereichsleiter und Historiker Marco Heckhoff (l.) hat die Wandtafel verfasst. Eine Kopie soll künftig auch im Stadtmuseum zu sehen sein. Rechts Bürgermeister René Kopka. Fotos: Frank Bertram
(c) Foto: Frank Bertram
Haben die neue, jetzt optisch und inhaltlich historisch eingeordnete Portraitgalerie der Einbecker Bürgermeister enthüllt: Dr. Sabine Michalek und René Kopka.

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