Die CDU-Fraktionen im Northeimer Kreistag und im Einbecker Stadtrat sprechen sich für einen Um- und Teilneubau am bisherigen Schulstandort an der Schützenstraße aus. Das teilten die Christdemokraten am Abend in einer gemeinsamen Presseinformation mit. „Nach einem intensiven Austausch unserer Fraktionen und unter Abwägung der Optionen haben wir uns einstimmig für den Erhalt des aktuellen Schulstandortes entschieden“, erklärten die beiden Fraktionsvorsitzenden Beatrix Tappe-Rostalski (CDU-Kreistagsfraktion) und Dirk Ebrecht (CDU-Stadtratsfraktion) in der Stellungnahme.
Die Grundlagen für dieses Votum seien vielfältig, heißt es in der Mitteilung: Neben den Kostenschätzungen, die nicht alle Positionen enthielten, müsse man die Entwicklung der Schülerzahlen ebenso im Blick behalten wie die Frage nach einer möglichen Nachnutzung weiterer öffentlicher Gebäude. Auch sei eine dann veränderte Situation der Verkehrsflüsse zu kalkulieren, die bei Überlegungen zu Hubeweg und auch Ivenstraße zwingend verändert werden müssten. Dies würde erheblichen Aufwand, insbesondere für die Stadt Einbeck und damit weitere, noch nicht bezifferte Kosten nach sich ziehen. Darüber hinaus gehe mit einem Neubau an anderer Stelle eine nicht unerhebliche Flächenversiegelung einher. Diese wolle man aber bei baulichen Vorhaben aufgrund von ökologischen und damit auch Klima-Aspekten vermeiden. Des Weiteren sei unter Bezug auf ein vorliegendes Bodengutachten nicht auszuschließen, dass aufgrund der Bodenbeschaffenheit am Hubeweg nach stärkeren Regenfällen die Bauarbeiten längere Zeit ruhen müssten und somit Kostensteigerungen nicht kalkulierbar seien.
In der Diskussion sind Varianten eines Um-/ Neubaus im Bestand am aktuellen Standort unter Einbeziehung des historischen Gebäudes oder ein Neubau am Hubeweg auf einem Grundstück der Klosterkammer. Der von der SPD-Kreistagsfraktion eingebrachte zusätzliche Vorschlag eines Neubaus in der Ivenstraße habe bei der CDU „Irritationen“ hervorgerufen, heißt es in der Mitteilung. Ein weiterer Punkt, der aus Sicht der beiden CDU-Fraktionen gegen den Neubau am Hubeweg spricht, sei die Andeutung, dass die gute Unterrichtsqualität des Gymnasiums der Goetheschule nicht nur räumlich, sondern auch schulisch zu einem Gesamtschulkonzept verschmolzen werden könne. Eine solche Konstellation als „Mega-Schulzentrum“ sieht die CDU „nicht als erstrebenswert“ an, heißt es. Die Christdemokraten setzen nach eigenen Angaben auf ein gutes, gemeinsames Ergebnis im Kreistag, „um eine breit getragene Entscheidung für den Erhalt des Standortes der Goetheschule an der Schützenstraße zu erreichen“.
„Neben dieser ganzen Reihe an objektiven Hintergründen ist uns natürlich auch wichtig, die Emotionalität dieser Debatte um die Goetheschule umfassend aufzunehmen“, schreiben die beiden Fraktionsvorsitzenden. So sei das Altbaugebäude nicht nur stadtbildprägend, sondern bedeute für viele auch eine emotionale Verbindung als schulischer Bezugsort. Einen derart mit Emotionen und Erinnerungen bei den Schülern und Bürgern verbundenen Schulstandort aufzugeben, könne niemandem leichtfallen. Zuletzt führen die beiden Fraktionen noch die allgemeine politische Stimmung in Einbeck zu diesem Thema als Grund für den Erhalt des Standortes an: So habe es bereits eine sehr klare Positionierung der Politik hierzu im Verwaltungsausschuss der Stadt Einbeck gegeben – diese sei unverändert und zielt auf die Beibehaltung des bisherigen Standortes ab. Der Landkreis habe in den vergangenen Jahren in den Schulstandort investiert, unter anderem in die Mensa. Zudem sei der bisherige Standort gut in die Nachbarschaft der Wohnbebauung integriert. Gleiches gelte für die verkehrliche Situation oder auch die gute Erreichbarkeit der Sportanlagen am Stadion, der Stadionsporthalle sowie des Hallenbades und auch des Freibades.
Nachtrag 19.07.2023: Der CDU-Stadtverband Einbeck hat sich in einer umfangreichen Mitteilung mit den bereits von den Fraktionen genannten Argumenten ebenfalls für den bisherigen Standort der Goetheschule ausgesprochen.

