„Ich bin davon überzeugt, dass wir viele schöne Begegnungen und Veranstaltungen auf dem Neustädter Kirchplatz erleben werden und er eine echte Bereicherung für unsere Stadt darstellt.“ Mit diesen Worten hat Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek heute den Platz vor Amtsgericht und Brauerei offiziell freigegeben. Zusammen mit dem langjährigen Vorsitzenden des Stadtentwicklungsausschusses, Andreas Filipps, durchschnitt sie symbolisch ein rotes Band. Bereits seit September ist der Platz mit Fontänenfeld, Sitzbänken und Parkplätzen nutzbar. Auch der Pavillon ist fast fertig, die letzten Bauzäune verschwunden, es fehlen innen noch die Küchenzeile, die Türen vor den WC und die Schließfächer. „Wir stehen heute auf dem fertigen Platz, der die Ziele, die wir uns 2014 gesetzt haben, voll umfänglich erfüllt“, sagte Michalek. „Der Neustädter Kirchplatz ist ein multifunktionaler Stadtplatz geworden, er ist hochwertig gestaltet und damit ein Entree in die Stadt und die Fußgängerzone, er wird von Bäumen eingerahmt, ein Wasserspiel und Bänke laden zum Verweilen ein.“
„Wir mussten ein paar Extrarunden drehen und das Budget, sagen wir, einer dynamischen Wachstumskurve unterwerfen“, erinnerte die Bürgermeisterin an die lange Projektzeit bis zum Finale. „Ich will hier nichts schönreden, es wurden Fehler gemacht, die so nicht hätten passieren dürfen.“, räumte sie ein. Die Bürgermeisterin erinnerte in diesem Zusammenhang an den langen Baustopp zwischen Mai 2022 und Frühjahr 2025 wegen eines Baufehlers einer Baufirma, wegen dem die Stadt ein gerichtliches Beweisverfahren eingeleitet hat. Die juristische Auseinandersetzung inklusive eventueller Schadensersatzforderungen sei noch immer nicht entschieden, sagte Michalek. Auch beim Controlling der Fördermittel habe es in der Verwaltung Probleme gegeben, die abgestellt worden seien. Die Kostenkontrolle im Rathaus sei verbessert worden. Auch durch die zeitliche Verzögerung und die Mehrkosten durch den Baufehler koste das Projekt am Ende insgesamt rund 6,9 Millionen Euro.
Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek dankte den Planern, den Fördermittelgebern, den bauausführenden Firmen sowie den Mitarbeiterin in der Verwaltung für dieses Großprojekt. Der Bauhof übernehme die Wartung und Pflege. „Mein größter Dank geht aber an die große Mehrheit in der Politik, die dieses Projekt sehr eng begleitet hat, berechtigte Kritik an manchem Verwaltungshandeln, der Bauverzögerung und den Kostensteigerungen geäußert hat, aber immer zum Projekt gestanden hat, es verteidigt hat, sich dafür beschimpfen lassen musste, und letztlich die Kostensteigerungen mitgetragen hat.“
Wofür sie nach wie vor kein Verständnis aufbringe, sei die überzogene Kritik und die Äußerungen wie „Schandfleck“, „ungeheuerliche Kostenexplosion“, „Steuergeldverschwendung“ oder das „Versenken von Millionen“, sagte Michalek. „Das wird dem Ergebnis nicht gerecht.“
Der Pavillon wird in Kürze fertiggestellt sein, sagte die Bürgermeisterin. Dann könne man nicht nur den sehr großen, sondern auch den finalen Haken beim Projekt Neustädter Kirchplatz setzen. Der insgesamt 175 Quadratmeter große Pavillon mit einer barrierefreien Toilettenanlage, der ersten öffentlichen Erdwärmeheizung und -kühlung in Einbeck, einer Deckenstrahlheizung soll zu einem Non-Profit-Café der Harz-Weser-Werke inklusive Begegnungsstätte mit 80 Quadratmeter großem Raum werden. Die Genehmigung des Wirtschaftsministeriums dafür stehe aber noch aus.

Gut zu wissen…
Der Neustädter Kirchplatz ist entstanden, nachdem 1963 die Kirche St. Marien abgerissen worden war, die an dieser Stelle stand. Nach Überlegungen, den Platz zu bebauen, die scheiterten, wurde 2014 die Umgestaltung des Platzes auf den Weg gebracht (siehe Chronik).
Die von den Gebäuden (im Westen Amtsgericht, im Süden Papenstraße, im Osten Benser Straße, im Norden Hullerser Straße) eingefasste und neu hergestellte Fläche inklusive Straße und Gehwegen beträgt 6920 Quadratmeter. Die multifunktional nutzbare Platzfläche vor dem Pavillon und den neuen Bäumen einschließlich des Fontänenfelds und einschließlich der Parkplätze auf der Platzfläche beträgt 1680 Quadratmeter.
Auf der Platzfläche liegen etwa 170.000 Steine des Kleinpflasters (gerechnet mit 90 Steinen/Quadratmeter bei einer Fläche von 1888 Quadratmetern). Die 1888 Quadratmeter ergeben sich aus der multifunktional nutzbaren Platzfläche plus der Umpflasterung des Pavillons und der Fläche vor den Bäumen zur Bushaltestelle.
Die Steine kommen weitestgehend aus Portugal mit einer kleinen Nachlieferung aus Polen. In den Bauabschnitten vor 2021 wurden Steine aus China verwendet. Steine „made in Germany“ wäre übrigens deutlich teurer gewesen.
Es gibt insgesamt 56 Parkplätze auf dem Neustädter Kirchplatz, davon sind vier Behindertenparkplätze. Entlang der Papenstraße befinden sich 34 Stellplätze, davon zwei Stellplätze für Menschen mit Behinderungen an der Ecke Benser Straße. Auf dem selbst wurden 22 Parkplätze ausgewiesen, davon zwei Behindertenparkplätze vor dem Pavillon zur Benser Straße.





