Lange hat’s gedauert. Jetzt aber fährt der häufig kritisierte Fahrstuhl am Alten Rathaus. Offiziell haben Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Andreas Filipps, das symbolische rote Band durchschnitten und damit den Weg für den Aufzug freigemacht, mit dem auch die barrierefreie WC-Anlage von außen erreichbar ist. „Der gläserne Fahrstuhl am Hallenplan verschandelt das Gebäude nicht, er macht es vielmehr auf drei Etagen barrierearm erschließbar“, entgegnete die Bürgermeisterin Kritikern des Projektes, das sich letztlich über mehr als fünf Jahre hingezogen hat. Schon 2013 habe man gemeinschaftlich in der Politik grundsätzlich festgestellt, dass das historische Gebäude aus dem 16. Jahrhundert eine Sanierung benötigt und vom Keller bis zum Dach unterschiedliche Nutzungen braucht, um es zukunftsfähig zu machen. 2019 lag eine Entwurfsplanung vor. Und der Aufzug sei auch nur ein Teil des ersten Abschnitts der Sanierung des Historischen Rathauses am Marktplatz, der nun abgeschlossen wurde. Zu dem Bauabschnitt gehört auch die Rathaushalle (mit Einbau einer neuen Toilettenanlage, auch über den Lift erreichbar) mit Schall schluckenden Giebelwänden sowie die Sanierung des Kellergeschosses mit begehbaren Gitterrost-Plattformen und neuer Beleuchtung.
Die weiteren Bauabschnitte für das Alte Rathaus sind laut Bürgermeisterin in Vorbereitung. 2027 werde die museale Nutzung des Obergeschosses folgen, die Sanierung der Fassade und Erneuerung der Fenster sei ab 2029 vorgesehen.
Die Kosten für den nun abgeschlossenen ersten Bauabschnitt sind von anfangs 900.000 Euro im Jahre 2021 auf letztlich rund 1,8 Millionen Euro gestiegen. Als Gründe für diese Verdoppelung gibt die Bürgermeisterin Bauverzögerungen vor allem durch Probleme mit dem historischen Baugrund des Rathauses und den damit verbundenen Kostensteigerungen an. Aufwändige Unterfangungen waren notwendig geworden. Der Bauabschnitt wurde zu zwei Dritteln gefördert durch das Programm „Kleine Städte und Gemeinde“ (jetzt: Lebendige Zentren). Michalek dankte den Planern und den bauausführenden Unternehmen.
Sie wolle gerne mit einem Märchen aufräumen, nämlich dass es sich „um ein Prestigeobjekt ohne erkennbaren Nutzen handele, dass sich die Kosten für den Fahrstuhl auf eine Million Euro belaufen würden“. Das sei falsch, machte Dr. Sabine Michalek deutlich: Der Fahrstuhl koste 152.000 Euro, der Fahrstuhlschacht 148.000 Euro, die Unterfangung des Alten Rathauses habe 240.000 Euro gekostet. Insgesamt investiere die Stadt mit dem gläsernen Fahrstuhl also rund 540.000 Euro (von 1,8 Millionen Euro für den gesamten Bauabschnitt).


