Staatsanwalt ermittelt: Haus verfallen lassen?

Am Sonnabend waren Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (links) und Tanja Fesser (Bauaufsicht Stadt Einbeck) vor Ort.

Am 11. Juni 2016 waren Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (links) und Tanja Fesser (Bauaufsicht Stadt Einbeck) kurz nach der Teileinsturz persönlich vor Ort. Archivfoto

Der teilweise Einsturz des Fachwerkhauses an der Altendorfer Straße 26 am 11. Juni vergangenen Jahres hat ein juristisches Nachspiel, Ausgang offen: Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt gegen Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und den Leiter des städtischen Bauamtes, Frithjof Look, wegen des Verdachts, gegen Paragraph 34 des Denkmalschutzgesetzes verstoßen zu haben. „Es besteht der Anfangsverdacht, dass die beiden Beschuldigten als Verantwortliche ein denkmalgeschütztes Haus, welches der Stadt Einbeck gehörte, dem Verfall anheimgegeben haben, sodass dieses schließlich einstürzte“, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Buick. Die Staatsanwaltschaft wurde nach einer ihr vorliegenden Anzeige tätig. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und Bauamtsleiter Frithjof Look wollten sich auf Anfrage zunächst nicht zu den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen äußern, von denen sie nach eigenen Angaben bislang keine Kenntnis hatten.

Für die Behörde gelte es zu klären, ob die Stadt zum Zeitpunkt des Einsturzes noch Eigentümerin des Grundstücks war, weil dies Voraussetzung für eine Strafbarkeit sei, erklärte Buick. Im Juni 2016 hatte es Bauamtsleiter Frithjof Look auf Nachfrage des Ratsherrn Dietmar Bartels (Grüne) im Bauausschuss des Stadtrates bejaht, dass die Stadt Einbeck Eigentümerin sei. Das belegt auch das Sitzungsprotokoll.

Am Nachmittag des 11. Juni 2016 hatte eine Zwischendecke in dem leer stehenden, maroden Gebäude nachgegeben, Fachwerkbalken hatten eine Schaufensterscheibe im Erdgeschoss durchschlagen, Holz und Scherben waren auf dem Gehweg verstreut. Verletzt wurde dabei niemand. Das Gebäude war bei einem Großbrand im August 2012 in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Nachbarhaus Nummer 24 war bei dem Feuer vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut worden. Bei einer behördlichen Begehung im September 2015 war das Gebäude Altendorfer Straße 26 als einsturzgefährdet eingeschätzt worden, die Bausubstanz zeige irreperable Schäden, hieß es damals.

Die Stadt Einbeck hatte im vergangenen Jahr nach Investoren für die zwei, insgesamt rund 500 Quadratmeter großen Grundstücke gesucht. Gemeldet hatte sich niemand. Aktuell ist nun vorgesehen, dass die Hospitalstiftung der Stadt Einbeck die Grundstücke übernehmen und dort seniorengerechtes Wohnen realisieren soll. Das hatte der Verwaltungsausschuss am 9. November beschlossen.

Nachtrag 18.01.2017: Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat das Ermittlungsverfahren eingestellt.

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